| SpVgg Unterhaching - FC Erzgebirge Aue 2:2 (0:0) Sonntag, 09.08.2009 14:00 Uhr Trotz einer mehr oder weniger gerechten Punktteilung waren beide Trainer nach dem Spiel schlecht gelaunt. Rico Schmitt reagierte s auer: "Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert". Dabei hatten seine Schützlinge in Unterhaching aus einem 0:2-Rückstand ein 2:2 gemacht und einen Auswärtspunkt geholt. Vor 2.850 Zuschauern im Generali Sportpark schienen die Rand-Münchner durch die Treffer von Tyce (58.) und Schweinsteiger (66.) die drei Punkte bereits verbucht zu haben. "Wir haben alles unter Kontrolle, wir führen 2:0, wir lassen nichts zu. Aber dann zitterst du trotzdem bis in die letzten Minuten", sagte Unterhachings Kapitän Tyce, der erstmals nach einem auskurierten Muskelfaserriss wieder im Aufgebot stand und das 1:0 mit einem direkten Freistoß, aufgelegt von Schaschko, ins rechte Kreuzeck des Auer Tores erzielte.Doch nach der gelb-roten Karte von Zillner blühten die Veilchen auf. Dabei erwiesen sich die Neuzugänge als Volltreffer. Nach Flanke von Alban Ramaj gelang Najeh Braham mit einem wuchtigen Kopfball der Anschluss. In der Nachspielzeit traf der Vorlagengeber des 1:2 dann selbst aus 18 Metern unhaltbar ins lange Eck. Trotzdem haderte Rico Schmitt mit der Offensivleistung seiner Elf, die sich in der ersten Halbzeit keine Chance erspielen konnte. "Das war einfach nur pomadig. 75 Minuten lang war ich mit unserem Angriffsspiel überhaupt nicht zufrieden", kritisierte der FCE-Coach, fand aber dann trotzdem noch lobende Worte: "Ich muss aber meiner Mannschaft ein Kompliment für ihren Kampfgeist machen." Des einen Freud ist des anderen Leid: Für Haching war es nach dem 3:3 gegen Sandhausen das zweite Heimremis in letzter Minute. "Ich hoffe, dass wir unser Pech für diese Saison bald ausgeschöpft haben. Die Art, wie wir derzeit abgestraft werden, tut sehr weh und ist nicht fair. Wir haben besser gespielt, als es unser Punktestand ausdrückt", meinte Hachings-Trainer Ralph Hasenhüttl, dem an seinem 42. Geburtstag die Laune verdorben war. Sekunden vor dem Abpfiff stand der gebeutelte Coach schon auf dem Platz. Die letzten 20 Spielminuten hatte er unentwegt seine Mannschaft angebrüllt, nun sollte Schiedsrichter Arno Blos aus Altbach sein Fett noch wegbekommen und kritisierte vor allem den Platzverweis, der zugegebenermaßen ein Geschenk für Aue war. Darüber hinaus nahm Hassenhüttl den 'Überltäter' in Schutz, der unter der Woche einen Trauerfall in der Familie zu beklagen hatte: "Das ist bitter, nach allem, was er in dieser Woche durchgemacht hat. Ich werde ihn wieder aufrichten." Somit gab es ergebnistechnisch und aus Trainersicht keinen wirklichen Gewinner.Von Beginn an agierten die Veilchen viel zu passiv. Die Gastgeber waren überlegen, zeigten durchweg die bessere Spielanlage und sagierten taktisch klug. Hierbei half der Spielvereinigung auch die Umstellung der Startelf auf vier Positionen. So spielte Susak nach überstandener Verletzung wieder in der Innenverteidigung, Tyce setzte die nötigen Impulse im defensiven Mittelfeld, Konrad rückte von der Abwehr nach rechts außen, Hain nahm dessen Platz in der Innenverteidigung ein und Schaschko spielte auf seiner gewohnten Position links in der Viererkette. Ebenfalls seinen Abwehrverbund umstellen musste Rico Schmitt. Neben Marc Hensel (Rotsperre) und Jan Hochscheidt (Mandel-OP) musste der Chefcoach kurzfristig auch auf Kapitän Tomasz Kos (Rückenbeschwerden) verzichten. Für ihn rückte Pierre le Beau in die Abwehr. Im Mittelfeld durften Daniyel Cimen und Manuel Hiemer ran. Zudem feierte Skerdilaid Curri nach seinem Bänderriss vor drei Monaten ein Comeback. Zu sehen gab es in der Anfangsviertelstunde von beiden Mannschaften jedoch kaum etwas: Haching bemüht den Abschluss zu suchen, die Veilchen defensiv auf Konter lauernd. Dadurch riss das Spiel niemandem vom Hocker und auch die Aufreger in der 13. Minute, als Hain per Kopf nach einem Eckball den auf der Torlinie stehenden Skerdilaid Curri abschoss, und der Sololauf in der 38. Minute von Schweinsteiger, nachdem er zwei Gegenspieler umkurvt hatte und dann seinen Meister in Torhüter Martin Männel fand, waren nur kurze Momente eines sonntäglichen Fußballgeplä nkels. Rico Schmitt hatte diesbezüglich bereits nach 30 Minuten unermüdlichen Dirigierens an der Seitenlinie die 'Schnauze' voll und schickte die komplette Reserve raus zum Warmmachen. Denn die vielen Ballverluste im Mittelfeld, sowie die ungenauen Pässe in die Spitze gefielen den 41-Jährigen ganz und gar nicht. Aus diesem Grund blieb Manuel Hiemer gleich in der Kabine und Neuzugang Bashiro Gambo sollte es richten.Das Spiel hatte sich indes nicht sonderlich verändert. Aue machte weiterhin hinten dicht, die Hausherren rennen dagegen an. Doch in der 57. Minute wars geschehen. Nach einem unabsichtlichen Handspiel von Marco Stark kurz vor dem Sechzehner, verwandelte Tyce den fälligen Freistoß direkt und unhaltbar für Martin Männel hoch ins rechte Eck. Rico Schmitt reagierte und brachte mit Nico Klotz für Marco Stark frischen offensiven Wind und siehe da, in der 65. Minute kamen die Veilchen zu ihrer ersten gefährlichen Torchance überhaupt: Skerdilaid Curri brachte eine flache Hereingabe von rechts gefährlich aufs Tor, Hain klärte zunächst für Kampa per Hacke und Daniyel Cimen prüfte mit einem Aufsetzer Hachings Schlussmann, der wiederum sofort den Gegenangriff einleitete - leider nicht ohne Folgen für Aue. Nach einer Kopfballverlängerung von Tyce erzielte Schweinsteiger, der sich gegen René Klingbeil und Pierre le Beau ganz locker durchsetzen konnte, sein drittes Saisontor zum 2:0. Wirklich bitter, auch für die 600 angereisten Auer Schlachtenbummler. Doch Referee Blos hatte ein Einsehen mit dem in der Sonne durchgebratenen Anhang und dezimierte die Hausherren noch rechtzeitig für eine kuriose Aufholjagd. Vielleicht war es auch das schlechte Gewissen aus der 33. Minute, als er eine Hand-Rückgabe von Schulz nicht als Strafstoß wertete. Seis drum. Rico Schmitt setzte nun mit Eric Agyemang voll auf Angriff und löste die Viererkette mit der Herausnahme von Pierre le Beau auf. Keine zwei Minuten später war es Najeh Braham, der eine Superflanke von Alban Ramaj aus 12 Metern per Kopf souverän ins Tor köpfte, zu verdanken, dass die Hoffnung eines womöglichen Punktgewinns aufkeimte. Bis kurz vor Spielend e sah es so aus, als könnten sich die Oberbayern trotz vieler Standards für Aue und brenzliger Situationen über die Zeit retten: Zuerst scheiterte Nico Klotz (87.) zu eigensinnig nach einem Gambo-60-Meter-Pass an Kampa's Abwehrbein (Eric Agyemang stand hierbei völlig frei), danach hielt wieder Kampa gegen Eric Agyemang, der aus spitzem Winkel zum Abschluss kam (89.). Doch mit der letzten Aktion schaffte Alban Ramaj aus 18 Metern den finalen Höhepunkt. "Den nimmt er gut volley. So etwas ist schade, passiert aber", sagte der chancenlose und enttäuschte Keeper Kampa, der nach dem Einschlag nur zusehen konnte, wie der frischgebackene Auer Torschütze unter einer jubelnden Menschentraube verschwand.Schluss, aus, vorbei. Der FC Erzgebirge hat sich mit einem Endspurt einen Zähler bei der Spielvereinigung Unterhaching gesichert. Das 2:2 war am Ende zwar etwas glücklich, aber dennoch nicht unverdient. |
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Aufstellung SpVgg Unterhaching
Einwechslungen: 56. Rathgeber für Balkan 73. Pasiciel für T. Schweinsteiger 88. Mitterhuber für Leandro |
Aufstellung FC Erzgebirge Aue
Einwechslungen: 46. Gambo für Hiemer 62. Klotz für Stark 74. Agyemang für Le Beau |
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Tore: 1:0 Tyce (58.), 2:0 Schweinsteiger (66.), 2:1 Braham (76.), 2:2 Ramaj (90.+2) Gelb: Konrad - Le Beau Gelb-Rot: Zillner (71. wiederholtes Foulspiel) Rot: |
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Zuschauer: 2.850 |
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| Fotos vom Spiel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||