| FC Erzgebirge Aue - VfL Osnabrück 3:0 (1:0) Samstag, 10.04.2010 14:00 Uhr Vorbericht Erzgebirge Aue nimmt immer mehr Aufstiegskurs zur 2. Fußball-Bundesliga. Die Sachsen bezwangen im Spitzenspiel der 3. Liga Tabellenführer VfL Osnabrück mit 3:0 (1:0) und rückten damit vom dritten auf den zweiten Rang vor. Matchwinner war Eric Agyemang, der alle drei Treffer erzielte und dabei die Abwehrschwächen der Osnabrücker, die weiterhin auf Tabellenplatz eins rangieren, schonungslos aufdeckte. Die Veilchen liegen nun unmittelbar hinter dem diesmal harmlosen Spitzenreiter, haben nur noch einen Punkt Rückstand und dabei aber noch ein Spiel mehr auszutragen. Man hat es damit selbst in der Hand, auf den ersten Platz zu klettern. Und wenn man diese beeindruckende Mannschaftsleistung beibehält, sollte so einiges möglich sein. Fünf Akteure stehen damit auch zu Recht in der Kicker-Elf des Tages.Die Anfangsviertelstunde gehörte zwar den Gästen, die den Ball schön durch ihre Reihen laufen ließen, aber für Torgefahr reichte dies eben nicht. Ein Schuss von Krük in der dritten Minute ging weit übers Tor. Selbst bei Standards hatte man nicht das Gefühl, einen Spitzenreiter hier im Lößnitztal gegenüber zustehen: Die vierte Ecke für die Baumann-Elf flog getreten von Lindemann über alle Köpfe hinweg ins Toraus (15.). Die Veilchen hatten sich die brotlose Kunst der von gut 300 Fans unterstützten Gäste lange genug angeschaut und drehten hochmotiviert an der eigenen Offensivschraube. Ein Freistoß von Jan Hochscheidt landete bei Eric Agyemang, der fünf Meter vor dem Tor per Kopf Vfl-Schlussmann Berbig zu einer Glanzparade zwang (19.) und Pierre le Beau, der heuer wieder den Vorzug in der Vierabwehrkette vor Thomas Birk bekam, setzte sich immer wieder vorne mit ins Spielgeschehen ein. Nur fand er noch nicht das richtige Maß für seinen Distanzschuss und begrüßte damit die Leute im Block H. Die Vorarbeit leistete Skerdilaid Curri, der mit seinen Dribblings immer wieder gefährliche Situationen heraufbeschwörte. So auch vier Minuten später, als der 34-jährige Wirbelwind zum wiederholten Male die rechte Abwehrseite des VfL aushebelte, profitierte dabei davon, dass Barletta seinen Kollegen Grieneisen anschoss, und so auf und davon war. Mit viel Übersicht servierte er die Kugel zwischen Stang und Tauer hindurch traumhaft zu Eric Agyemang, der im Fünfmeterraum ungedeckt stehend und ohne Probleme nur noch den Fuß hinhalten musste. Das war der erste Streich des Ghanaers in einem weiterhin hektisch geführten und von vielen Zweikämpfen geprägten Spiel, samts Rudelbildung. Denn nachdem Eric Agyemang im Sechzehner nach einem Zweikampf mit Stang zu Boden gerissen und Martin Männel auf der anderen Seite ebenfalls von Stang angegangen wurde, griff Schiedsrichter Raphael Seiwert aus Merzig-Merchingen mal richtig durch und zeigte nach Auflösung der Spielertraube den Streithähnen Tomasz Kos und Kotuljac die Gelbe Karte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte wurde wieder Fußball gespielt. Auf Seiten von Osnabrück sorgte Lindemanns Gewaltschuss (36.), den der sonst unbeschäftigte Keeper Martin Männel spektakulär über die Latte lenkte, für einen kurzen Aufrüttler, ehe Eric Agyemang mit einem Seitfallzieher (39.) und auch Jan Hochscheidt mit einem satten Schuss aus 20 Metern (40.) die letzten Möglichkeiten für Aue vor der Pause knapp vergaben.Aber auch der zweite Durchgang stand eindeutig im Zeichen des mit großer Leidenschaft und taktischer Disziplin agierenden FCE, der einfach präsenter auf dem Platz war und die Schwächen des VfL gnadenlos ausnutze. Keine sechs Minuten nach Wiederanpfiff setzte sich Sebastian Glasner gegen Barletta an der Strafraumgrenze durch, doch der noch abgefälschte Ball mit viel Effet versprang kurz vorm Schuss, was eine verkorkste Flugbahn in die Wolken zur Folge hatte. Gäste-Trainer Baumann versuchte nun mit der Hereinnahme des offensiveren Siegert für den gegen Skerdilaid Curri überforderten Engel dem Spiel mehr Impulse nach vorne zu geben. Was zunächst gelang und die Aktionen (7:1 Ecken für den VfL) wurden zunehmend besser, aber mittenrein war der überragende Agyemang nach einem Standard zum vorentscheidenden 2:0 zur Stelle (63.).So muss es sein, den Gegner kommen lassen und dann eiskalt zuschlagen. Vorbereitet wurde das Ganze vom heutigen Mittelfeldregisseur Jan Hochscheidt, dessen Freistoß aus dem rechten Halbfeld irgendwie durch die gesamte Abwehr der Niedersachsen flog und am Ende Eric Agyemang am langen Pfosten fand, der sein siebentes Saisontor zum Jubel aller einlochte. Das 'Old Otto' wurde zum Tollhaus, viermal lief die Laola durchs Rund und auf dem Platz wurde das Spielgeschehen schon frühzeitig eingestellt. Denn wer gegen den Tabellenführer so souverän dominiert, darf auch vorzeitig feiern. Da auch mit der Hereinnahme von Schmidt und dem Ex-Auer Heidrich, der eine Lindemann-Ecke am langen Pfosten vorbeiköpfte (78.), die Osnabrücker weiterhin harmlos blieben, erfüllten die Auer Kicker ihrem frenetisch-feierten Anhang den Wunsch nach einer Zugabe.Unter "Oh, wie ist das schön" war der Drops definitiv gelutscht. Denn erneut hieß der Schütze Eric Agyemang, dem es vorbehalten war, mit seinem dritten Treffer das Tages zwei Minuten vor dem Ende dem ganzen die Krone aufzusetzen. Der eingewechselte Manuel Hiemer besorgte mit einem langen Ball in die Spitze die Vorarbeit für dieses sehenswerte Kunststück von Eric Agyemang, der den heraneilenden VfL-Torhüter Berbig aus gut und gerne 35 Metern ins leere Tor überlupfte. Der 30-jährige Angreifer, der den VfL quasi fast im Alleingang düpierte, bekam folglich bei seiner Auswechslung, wie auch bei denen von Skerdilaid Curri und Sven Müller zuvor, die verdienten Sprechchöre, was sogar Torwarttrainer Jörg Weißflog veranlasste, den Ghanaer für seinen Dreierpack persönlich auf die Bank zu tragen. "Das kann man nicht toppen, ein wunderschönes Gefühl. Ich bin sehr glücklich", so der Mann des Tages, der aller 74 Minuten für den FC Erzgebirge rekordverdächtig ins Schwarze trifft.Mit einem hochverdienten Sieg ist der Hinspielpleite genügend Buße getan und obendrein bleibt Aue ein heißer Aufstiegskandidat. Das fünfte Heimspiel in Folge ohne Gegentor ist wie das 13. Heimspiel nacheinander ohne Niederlage genauso ein Ligaspitzenwert wie die Serie, das Spielfeld im Erzgebirgsstadion achtmal als Sieger verlassen zu haben. Mit all diesen Rekorden im Rücken geht es am Mittwoch bei Dortmunds Reserve gleich weiter und der Traum vom Aufstieg vielleicht auch. "Wir sind gut im Geschäft", so die Antwort von Trainer Rico Schmitt auf die immer wieder gestellte Frage mit dem "A". |
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Aufstellung FC Erzgebirge Aue
Einwechslungen: 74. Wemmer für S. Müller 86. Hiemer für Curri 89. Stark für Agyemang |
Aufstellung VfL Osnabrück
Einwechslungen: 55. Siegert für Engel 67. Schmidt für Grieneisen 72. Heidrich für Hansen |
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Tore: 1.0 Agyemang (24.), 2:0 Agyemang (62.), 3:0 Agyemang (88.) Gelb: Le Beau (5), Kos (6) - Lindemann, Kotuljac Gelb-Rot: Rot: |
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| Fotos vom Spiel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||