36. Spieltag 3.Liga 2009/10



SV Wacker Burghausen - FC Erzgebirge Aue 0:2 (0:2)
Samstag, 24.04.2010 14:00 Uhr


Vorbericht

Tabellenführer FC Erzgebirge Aue marschiert mit dem 2:0-Auswärtserfolg an der Salzach weiter Richtung 2. Bundesliga. Denn auch Wacker Burghausen konnte vor 3.400 Zuschauern den Lauf der Veilchen nicht stoppen. Es war der fünfte Sieg infolge und zugleich ein immens wichtiger Schritt gen Aufstieg. Weit über 1000 lila-weiße Anhänger hatten sich auf den Weg an die österreichische Grenze nach Burghausen aufgemacht. "Diese Unterstützung war der Wahnsinn und zeigt die große Verbundenheit mit der Mannschaft", lobte FCE-Präsident Bernd Keller die Fans, die ihre Lieblinge nach dem Abpfiff feierten."
Doch die genaue Anzahl dieser jubelnden Meute, die unentwegt die gekreuzten Hämmer zelebrierten, bleibt wohl ein Geheimnis. 2.500 verkündete der MDR und nur 907 wurde vom Ticketservice der Gastgeber angegeben. Die goldene Mitte wird es wohl gewesen sein. Denen, die mitgereist waren, dürfte ihre genaue Anzahl letztlich egal gewesen sein. Erlebten sie doch ein spannendes, wenngleich nicht hochklassiges Duell, in dem sich ihre Idole tatsächlich wie eine Spitzenmannschaft verkauften. Dabei schlug Wacker sich durchaus wacker, sündigte jedoch in der Chancenverwertung oder scheiterte ein ums andere Mal am überragenden FCE-Torhüter Martin Männel. "Wir haben zehn bis fünfzehn Minuten benötigt, um ins Spiel zu kommen", wertete Trainer Rico Schmitt die Anfangsminuten, in dem "ein beachtlicher Martin Männel uns im Spiel gehalten hat." Auch SVW-Trainer Press sah im Auer Schlussmann den gewissen Unterschied: "Überragend! Der hat eine fantastische Partie abgeliefert." Bereits in der 3. Minute war der 22-Jährige voll gefordert. Wackers Top-Torjäger Cappek marschierte links durch, passte auf Traut, dessen Schuss noch kurz vor der Torlinie von René Klingbeil geklärt wurde. Die scharfen Nachschüsse von Cappek und Kapitän Holzer übernahm Männel selbst, glänzte mit einer Fußabwehr und begrub den Ball dann unter sich. "Wir haben drei Minuten gebraucht, um wach zu werden", kommentierte Trainer Rico Schmitt diese turbulente Szene, in der die beiden Innenverteidiger René Klingbeil (Thomas Paulus noch verletzt) und Kapitän Tomasz Kos sowie auf den Außen Thomas Birk und Pierre Le Beau so ihre liebe Mühe hatten.
Im weiteren Spielverlauf stabilisierte sich schließlich (mit einigen Aussetzern) die Hintermannschaft, auch weil Bashiru Gambo im Verbund mit Marc Hensel als Doppelsechs nun wirklich nichts mehr zuließen. Nun ward alles auf Offensive aus, was durch die einzigste Spitze mit Eric Agymeng durchaus umgesetzt wurde. So landeten seine Chancen in der 8. und 12. Minute knapp neben dem Gehäuse von Burghausens-Keeper Michl, der auch noch den Kopfball von Jan Hochscheidt aus Nahdistanz parieren konnte (15.). Bei der anschließenden Curri-Ecke versenkte René Klingbeil die Pille per Kopf aus vier Metern völlig freistehend endlich ins Tor der Gäste. "Augen zu und durch. Einfach reingerammelt das Ding", so die Worte des Torschützen.
Kollektives Ausrasten war angesagt. Doch ließen die Hausherren die "Nie mehr 3. Liga"-Rufe aus dem Gästeblock fast wieder verstummen. Couragiert spielten die Schwarz-Weißen nach dem frühen Rückstand weiter mit und hatten so einige Hundertprozentige zum Ausgleichstreffer auf dem Fuß. Etwa bei einem Konter über Holz und Schmidt. Letzterer legte den Ball perfekt auf den einschussbereiten Kurz zurück, zum Glück war Keeper Martin Männel auch hier Gedankenschnell zur Stelle und klärte die Situation souverän (31.). Und während der Gegner anrannte und selbst beste Gelegenheiten versiebte, schlug Eric Agyemang zum elften Mal in dieser Saison bzw. zum zehnten Mal in der Rückrunde eiskalt zu. Nachdem Wacker-Torhüter Michl den Ghanaer beim Rettungsversuch im Strafraum über den Haufen rannte, kloppte der Gefoulte selbst das Ding vom Elfmeterpunkt links hoch ins Dreiangel (36.). Für den 30-Jährigen läuft es zurzeit optimal. Man könnte meinen, sein Grinsen sei chronischer Natur, aber bei so viel Glückseeligkeit geht es halt nicht anders.
Nach dem Seitenwechsel ließ der Tabellenführer nichts mehr anbrennen bzw. konnte sich Martin Männel bei den unermüdlichen Versuchen der sogar über weite Strecken feldüberlegene Burghauser mehrfach auszeichnen. Trauts flache Hereingabe (48.), Cappeks abgefälschter Schuss (54.) oder der zentrale 18-Meter-Hammer vom eingewechselten El Haj Ali (67.) verpufften im Nichts. Aber auch die Treffsicherheit bei den Veilchen ließ zu wünschen übrig. Jan Hochscheidt hämmerte die Kugel nach Vorarbeit von Skerdilaid Curri erst in die Wolken (62.), wenig später am langen Pfosten vorbei (70.) und auch Marc Hensel verzog knapp übers Gebälk (68.). Warum allerdings das erste Drittliga-Tor für Kapitän Tomasz Kos in der 72. Minute abgepfiffen wurde, weiß nur Schiedsrichter Thomas Gorniak, der mit insgesamt sieben gelben Karten (zwei für Aue) das Spiel bis dahin eigentlich sehr gut dirigierte. Am Ende war es den lila-weißen Schlachtenbummler egal. Selbst die letzte Aktion im Spiel für die Oberbayern nach einem Konter als Schmidt nochmals Martin Männel prüfte (87.) schien nur noch Makulatur.
Der Sieg war in Sack und Tüten und nach dem fünften Sieg in Folge, dem zehnten Erfolg in der Rückrunde, hat Erzgebirge Aue zwei Spieltage vor dem Saisonende bei fünf Punkten Vorsprung die besten Chancen auf die Rückkehr in Liga zwei. "Den Druck haben jetzt andere, wir haben bereits 64 Punkte auf unserem Konto. Die Situation muss uns jetzt beflügeln", freute sich Trainer Rico Schmitt, trat aber zugleich auf die Euphoriebremse und warnte vor zu früher Feierlaune. Ausgefeiert hat es sich jedenfalls bei der zweiten Mannschaft des BVB. Der Abstieg in die Regionalliga ist nun ebenso besiegelt wie für Schlusslicht Holstein Kiel.


Aufstellung SV Wacker Burghausen

24 Michl
25 Kirsch 2 Wolf
22 Holz 6 Kokocinski
14 Burkhard 7 Holzer
17 Traut 3 Schmidt
21 Kurz 27 Cappek

Einwechslungen:
58. Hertl für Holz
58. Grübl für Traut
64. El Haj Ali für Kurz

Aufstellung FC Erzgebirge Aue

1 Männel
3 Kos 15 Klingbeil
2 Le Beau 7 Birk
22 Hensel 27 Gambo
13 S. Müller17 Hochscheidt14 Curri
20 Agyemang

Einwechslungen:
61. Ramaj für S. Müller
79. Klotz für Curri
88. Glasner für Hochscheidt


Tore:
0:1 Klingbeil (17.), 0:2 Agyemang (36. Foulelfmeter)


Gelb: Michl, Holz, Burkhard, Schmidt, Cappek - Birk (1), Curri (3)
Gelb-Rot:
Rot:


Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen)
Assistenten: Sebastian Born, Andreas Robke


Zuschauer: 3.400


Fotos vom Spiel


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