4. Spieltag 3.Liga 2009/10



FC Erzgebirge Aue - FC Carl Zeiss Jena 0:0 (0:0)
Samstag, 15.08.2009 14:00 Uhr


Vorbericht

Ein mit voller Spannung erwartetes Spiel entpuppte sich zu guter Letzt als klare Nullnummer, doch so richtig unzufrieden war nach dem Abpfiff eigentlich niemand. Die 11.400 Zuschauer - Spieltagrekord - feierten nach der ausgeglichenen Partie ihre durch die sommerlichen Temperaturen sichtlich ausgepumpten Spieler wie Gewinner und hatten Grund zur Freude, dass die Ungeschlagen-Serie von vier Spielen für beide Teams weiterhin Bestand hat. Dass dabei die Tore nicht so fielen wie in den drei Aufeinandertreffen gegen Jena in den vergangenen Jahren zuvor (5:0; 5:0; 5:1) war für Trainer Rico Schmitt fast egal: "Wir können auch mit dem 0:0 leben, es können ja nicht immer fünf Dinger werden".
Trotzdem wäre auf dem Papier mehr drinnen gewesen. Der Tabellenführer reiste nämlich nicht mit seiner etatmäßigen Innenverteidigung an: Lanzaat der Abwehrchef und Schmidt ein weiterer wichtiger Verteidiger fehlten. Dafür stellte Jenas Trainer René van Eck Hähnge für Eckardt auf. Damit waren mit Orlando, Amirante und Hähnge erstmals die drei stärksten Jenaer Offensivspieler von Anfang an dabei, alles Berechnung meinte van Eck: "Sebastian hat gespielt, weil ich große Spieler brauchte, um gegen die langen Verteidiger etwas auszurichten." Genützt hat es zum Glück nichts, da auch Rico Schmitt seine Abwehr nach den zwei Gegentreffern in Unterhaching umstrukturierte und somit eine Stabilisierung der Abwehrkette, trotz Fehlens des Abwehrchefs Tomasz Kos, erreichte. Pierre le Beau rückte im Tausch mit René Klingbeil aus der Mitte nach rechts Außen und zog sein Ding ohne größere Probleme durch. Das gefiel auch dem Trainer: "Pierre hat seine Aufstellung absolut gerechtfertigt. Er ist sicher einer der Gewinner des Spiels."
Doch dadurch entwickelte sich eine sehr defensiv geprägte Begegnung, die kaum Torraumszenen zuließ. Obendrein unterbrach Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer oftmals das Treiben wegen kleinen Nickligkeiten, worauf ein Spielfluss gar nicht erst entstehen konnte. Nichtsdestotrotz übernahm die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt von Beginn an die Initiative, baute Druck auf, blieb aber im entscheidenden Abschluss zu harmlos. Vor allem bei Standards glänzten die Lila-Weißen völlig einfältig. So verpufften in der Anfangsviertelstunde vier Eckbälle im Nichts. Aber auch auf Gästeseite strahlten die Spitzentorjäger der Liga keinerlei Gefahr aus. Einzig Amirantes Schuss in der 18. Minute war für Keeper Martin Männel der erste nennenswerte Prüfstein in einer bis dahin einseitigen Begegnung.
Und als Jenas Trainer die zweite Sechserposition neben Ziegner mit Truckenbrod besetzte, um Orlando auf der rechten Bahn wirbeln zu lassen, war die Defensivschlacht nun voll im Gange. Da half es auch nicht, dass Rico Schmitt die auffälligsten Akteure Skerdilaid Curri nach rechts bzw. Alban Ramaj nach links beförderte. Der Zug zum Tor fand immer ein jähes Ende. Erst kurz vor dem sehnlichst erwarteten Pausentee holten die Kicker zum Endspurt aus. Orlandos Hereingabe wurde gerade noch vor dem einschussbereiten Amirante von Martin Männel abgefangen (41.) und auf Auerseite vergab der Kleinste auf dem Feld, Skerdilaid Curri, der einen Kopfball!!! knapp neben das Gehäuse setzte (42.), die jeweilige Führung.
Die jedoch beste Gelegenheit zum Einnetzen hatte Najeh Braham auf dem Fuß. Nach Traumpass von Sven Müller stand der beste Auer Torschütze völlig frei vor Jenas Keeper Nulle und hätte sich die Ecke nur aussuchen müssen. Doch aus zehn Metern schoss er das Leder dem Schlussmann quasi in die Hände (44.). "Wir haben in der ersten Halbzeit vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Der letzte und entscheidende Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr hat allerdings gefehlt. Dadurch hatten wir zwei, drei gute Möglichkeiten, die wir aber nicht nutzen konnten.", meinte ein bis dato zufriedener Rico Schmitt.
Nach dem Seitenwechsel fand Carl Zeiss immer besser in die Begegnung, konnte mehr Druck erzeugen. Doch wiederum war es Skerdilaid Curri, der aus fünf Metern eine gute Chance auf den ersten Treffer des sonnigen Nachmittages hatte (52.). Ramajs Schlenzer Richtung Dreiangel hingegen versprühte schon ein wenig Arroganz, den Nulle ohne Probleme abfangen konnte (57.). Schade eigentlich, denn über Pierre le Beau und Sven Müller war diese sehenswert herausgespielte Möglichkeit schon einen erfolgreichen Abschluss wert. Bei Jena versuchte man es mehr mit Gewalt, so hämmerte Truckenbrod mit einem Schuss aus der zweiten Reihe wild drauf los – drüber. In ähnlichen Situationen scheiterte Truckenbrod zwei weitere Male und als Orlando sich erneut gegen Sven Schaffrath durchsetzte und die flache Hereingabe nur unkontrolliert nach vorn abgewehrt werden konnte, kam Truckenbrod aus 15 Metern erneut zum Torschuss. Doch Ersatzkapitän Thomas Paulus warf sich hinein, bescherte Jena damit nach 61 Minuten wenigstens noch die erste Ecke, welche aber wie generell alle Standards aus diesem Spiel nichts einbrachte.
Nun begannen die Kräfte zu schwinden. Für Daniyel Cimen war jedoch verletzungsbedingt Schluss, eine Oberschenkelzerrung zwang ihn zum aufgeben. Bashiru Gambo, mit lila getünchten Haaren, nahm dessen Platz ein. Im Spielaufbau folgte trotzdem keine Veränderung. Lange Bälle auf den mittlerweile eingewechselten Nico Klotz (für Sven Müller im Spiel) wurden gar nicht erst versucht, dafür ging es das ein oder andere Mal sturköpfig über die linke Seite - ohne zählbaren Erfolg. Beide Teams hätten wohl noch eine Stunde weiter spielen können - ein Treffer wäre auch dann nicht gefallen.
So fand in 78. Minute nach einem Curri-Ecke auch der straffe Kopfball vom heranrauschenden Pierre le Beau nicht das Ziel. Selbst für die Trainer war der Punktgewinn bereits unter Dach und Fach oder warum sollte Rico Schmitt in der 90. Minute nochmals wechseln? Auch Trainerkollege van Eck schien nicht unzufrieden mit der Situation und tätigte seinen ersten Wechsel erst drei Minuten vor Schluss. Er selbst hätte wohl durchspielen lassen, doch der Bänderanriss im rechten Knöchel bei Amirante verhinderte das Vorhaben. So kam Eckhardt wie auch bei den Veilchen Manuel Hiemer nochmals zu einem Kurzeinsatz, ohne Veränderung im Ergebnis - 0:0. Der FC Erzgebirge hatte dem Spitzenreiter einen Punkt abgerungen und verharrt mit drei Remis und einem Sieg im Mittelfeld der Tabelle.


Aufstellung FC Erzgebirge Aue

1 Männel
15 Klingbeil 4 Paulus
2 le Beau 18 Schaffrath
23 Stark
13 S. Müller 6 Cimen
28 Ramaj 14 Curri
9 Braham

Einwechslungen:
64. Gambo für Cimen
73. Klotz für S. Müller
90. Hiemer für Ramaj

Aufstellung FC Carl Zeiss Jena

1 Nulle
2 Petersen 14 Riemer
13 Sievers 6 Sträßer
7 Ziegner
21 Truckenbrod11 Hähnge17 Nagy
10 Smeekes 9 Amirante

Einwechslungen:
87. Eckardt für Amirante




Tore:
Fehlanzeige


Gelb: - Ziegner, Amirante
Gelb-Rot:
Rot:


Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Sigmertshausen)Zuschauer: 11.400
Assistenten: Thomas Stein, Simon Marx

Fotos vom Spiel


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