| SG Dynamo Dresden - FC Erzgebirge Aue 3:0 (1:0) Samstag, 22.08.2009 14:00 Uhr Vorbericht "Wir haben in den letzten vier Partien ein großes Selbstbewusstsein aufgebaut und sind vor allem in der Defensive sehr gut aufgestellt. So ein Auftritt wie im Januar wird kein zweites Mal vorkommen. Am Samstag wird sich die Mannschaft anders präsentieren", betonte Rico Schmitt die Stärken seiner Mannen vor dem Spitzenspiel des Jahres. Doch leider haben es seine Jungs nicht wirklich verstanden, um was es hier geht und ließen sich fast willenlos mit 3:0 abschlachten. Die bis dato im eigenen Stadion tor- bzw. auch punktlosen Landeshauptstädter können sich nun wieder erhobenen Hauptes und mit den nun noch lauter schallenden Schmähgesängen rühmen, Aue im Prestigeduell geschlagen zu haben und das zu Recht. "Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das war Angsthasen-Fußball. Jeder Spieler muss sich an die eigene Nase fassen.", haderte ein enttäuschter Skerdilaid Curri nicht nur mit sich selbst.Dabei sah es die ersten Minuten nicht danach aus, dass heuer im fast fertigen Rudolf-Harbig-Stadion überhaupt ein Team als Sieger vom Platz gehen würde. Ein sehr verhaltener Beginn mit vielen Fehlpässe und feinster Zurückhaltung - mit Selbstsicherheit hatte das wenig zu tun, was leider über 90 Minuten zumindest bei den Veilchen anhielt. "Dieser Auftritt war eine bodenlose Frechheit. Einige Spieler hatten Schiss. Die sollten mal in ihre Hose schauen", befand auch FCE- Kapitän Tomasz Kos, der des Öfteren nur Standfußball seiner Kameraden erlebte.Zwar hatte der FC Erzgebirge die erste große Möglichkeit im Spiel bereits nach elf Minuten, als der Linienrichter eine Ballberührung von Opitz übersah und den freistehenden Nico Klotz unberechtigt zurückwinkte, doch standen beide Abwehrketten relativ kompakt. Allerdings brachte der Ex-Plauener Soltau einen Eckball in der 24. Minute an den Fünfmeterraum und der von René Klingbeil nicht hart genug angegangene Savran köpfte zum 1:0 ein. Martin Männel war zwar noch dran, konnte den Ball aus der kurzen Entfernung nicht wirklich sicher aufhalten. Die Gastgeber merkten nun, dass die Lila-Weißen erneut heilsames Kanonenfutter waren und drückten weiter auf die Tube. Aue konnte sich nur noch mit Fouls helfen, so sahen Marco Stark, Daniyel Cimen und Sven Müller fast im Minutentakt den gelben Karton. Nach einer kurzen Beruhigung aller Akteure begannen die Veilchen endlich auch offensiv etwas beizusteuern. Curris Freistoß befand sich am Ende sogar im Tor, doch Wagefeld wurde zuvor von Thomas Paulus weggeschubst, sodass Najah Braham ganz seelenruhig zum 1:1 vollenden konnte (45.). Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover sah dies leider ebenso und entschied auf Freistoß für die Gastgeber. Die nächste zündende Idee folgte gleich im Anschluss - leider im negativen Sinne: Zwei Bengalos erblickten das Licht im Gästeblock und sorgten in der Pause für ordentlichen Zündstoff der angerückten Security. Nach kurzem hin und her sowie der Beruhigung der Zwölfhundert Auerfans wurde dann auch wieder Fußball gespielt. Beide Trainer brachten nach der Halbzeitpredigt frische Kräfte: Gerrit Müller kam für Dobry ins Dresdner Spiel und bei den Veilchen waren für die lustlos und völlig unmotiviert wirkenden Routiniers Sven Müller bzw. Marco Stark nun Manuel Hiemer und Bashi ru Gambo in die Partie gekommen. Doch nur zehn Minuten dauerte der Auftritt des Letztgenannten. Bei einem Zweikampf im Strafraum ging Gambo in der 55. Minute zu Boden und musste kurz darauf mit einer Trage aus dem Stadion abtransportiert werden. Der 30-jährige Ghanaer konnte die Rückfahrt im Mannschaftsbus mit antreten und wurde später im Helios Klinikum untersucht. Aues Teamarzt Torsten Seltmann zur Diagnose: "Bashiru hat sich einen Bruch in der Nasenspitze zugezogen. Zudem wurde eine Schädelprellung festgestellt. Die Verletzungen sind glücklicherweise weniger schlimm als zunächst befürchtet."Schön zu hören, aber schlimmer wurde es dann auf dem Grün. Nachdem Nico Klotz den nun häufiger fallenden statt spielenden Najeh Braham mustergültig bediente, doch der Tunesier das runde Leder überhastet über die Querlatte jagte (59.), ging Soltau auf der linken Seite durch, passte in den Strafraum zu Kegel, der mit einem Flachschuss aus zwölf Metern das 2:0 markierte (64.). Zum ersten Mal konnte hier der sonst kämpferische Pierre le Beau seinen Gegenspieler nicht stoppen, leider mit Folgen. Gefolgt ist sechs Minuten später auch die Vorentscheidung. Na ch einer nichtfunktionierenden Abseitsfalle (René Klingbeil hob diese 'gekonnt' auf) stand Savran völlig allein im Strafraum und schob seinen zweiten Tagestreffer locker an Martin Männel vorbei ins lange Eck (70.).Spätestens jetzt ergaben sich die Veilchen vor 14.650 Zuschauern ihrem Schicksal und waren am Ende mit dem 3:0 noch gut bedient. Denn Dynamo konnte sich schön in der Auer Hälfte den Ball zu spielen, ohne dass jemand ernsthaft störte. "Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Warum wir uns dann so schwach präsentieren, weiß ich im Moment auch nicht. Dieses Spiel müssen wir gründlich auswerten", urteilte Abwehrspieler René Klingbeil über die erneute Schmach innerhalb eines Jahres. Die Enttäuschung stand auch bei Trainer Rico Schmitt, der auf Marc Hensel (Rotsperre) und Alban Ramaj (Bauchmuskelzerrung) verzichten musste, deutlich ins Gesicht geschrieben. "Dynamo hat uns gezeigt, wie man leidenschaftlich Fußball spielt: laufen, kämpfen, was erzwingen", erklärte der 40-Jährige, der am Ende des Spiels noch eine Verletzung von Abwehrstratege Thomas Paulus hinnehmen musste. Da Schmitts Wechselkontingent mit Hiemer, Gambo und Glasner aufgebraucht war, spielte sein Elf nur noch zu zehnt. Zudem zeigten sich bei Nico Klotz bereits Krämpfe, doch biss der 21-Jährige auf die Zähne. Angenehmer ging die Partie für den Ex-Auer Axel Keller zu Ende. "Das war ein entspannter Nachmittag für mich. Dass ich keinen einzigen Ball abwehren muss, hatte ich natürlich nicht erwartet", war Dresdens Schlussmann fast schon überrascht vom leichten Durchmarsch seiner Vorderleute. Die Veilchen gingen damit zum ersten Mal in dieser Saison als Verlierer vom Platz, rutschten auf Platz 13 der Tabelle und können sich am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim mehr als nur rehabilitieren. |
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Aufstellung SG Dynamo Dresden
Einwechslungen: 46. Dobry für G. Müller 83. R. Trehkopf für Soltau 87. Kastrati für Kegel |
Aufstellung FC Erzgebirge Aue
Einwechslungen: 46. Gambo für S. Müller 46. Hiemer für Stark 58. Glasner für Gambo |
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Tore: 1:0 Savran (24.), 2:0 Kegel (64.), 3:0 Savran (70.) Gelb: Savran - Stark (2), Cimen (1), S. Müller (1), Braham (2) Gelb-Rot: Rot: |
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Zuschauer: 14.650 |
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| Fotos vom Spiel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||