| FC Erzgebirge Aue - 1. FC Heidenheim 0:1 (0:1) Samstag, 29.08.2009 14:00 Uhr Vorbericht Ein Saisonauftakt wäre mit neun Punkten noch akzeptabel, doch wiederholt gab es kein Happy End und die vollen Hosen haben wohl deutliche Spuren im Kopf hinterlassen. "Wir schießen einfach zu wenig Tore. Im Abschluss fehlen der letzte Biss und die letzte Konsequenz. Das müssen wir intern besprechen", sagte Trainer Rico Schmitt, der mit Najeh Braham allerdings nur einen echten Stürmer in der Anfangsformation aufgeboten hatte. Diese dünnbesetzte Offensive brachte schon einige Diskussionen mit sich. Gerade zu Hause sollte sich Rico Schmitt mehr trauen und mit zwei Stürmern auflaufen. In fünf Spielen nur drei Tore ist und bleibt die schlechteste Ausbeute in Liga drei. Allerdings mangelt es auch ein wenig an Alternativen. Sebastian Glasner oder Eric Agyemang besitzen nicht das Format eines Alban Ramaj, der sich leider noch mit der verflixten Bauchmuskelzerrung herumplagt.Ebenso verantwortlich für die magere Ausbeute ist das komplette Mittelfeld. Zwar war Marc Hensel nach seiner Rotsperre als Sechser wieder dabei, allerdings vermisste man in den entscheidenden Situationen mehr Durchsetzungsvermögen. Ebenfalls von Beginn an durfte Manuel Hiemer auf der linken Außenbahn, rechts übernahm Skerdilaid Curri. Des Weiteren zogen die bundesligaerfahrenen Daniyel Cimen und Sven Müller ihre Kreise in der Mitte des Ensembles. Die Abwehr wurde wie zu Saisonbeginn mit René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus und Sven Schaffrath besetzt. Alles in Allem nicht so schlecht. Die Veilchen versuchten sofort Druck aufzubauen und schnürten die Heidenheimer regelrecht in ihre Hälfte ein. Doch typisch für die lila-weißen Kicker, der präzise Abschluss versumpfte. So hob Skerdilaid Curri das Leder in der vierten Minute aus halbrechter Position weit über das Tor. Ein direkter Knaller auf Heidenheims Ersatzkeeper Baum oder ein Pass zum besserpostierten Najeh Baham schien hier die sinnvoller und auch wohl die effektivere Lösung. Seis drum, kämpferisch gaben die Jungs alles, doch spielerisch fehlten die Mittel, um für einen Aha-Effekt zu sorgen. Fast schon hausbacken rannten die Mannen von Rico Schmitt auf die vielbeinige Abwehr zu und ließen Vollstreckerqualitäten missen. Manuel Hiemer zum Beispiel setzte einen Kopfball von der Fünfmeterlinie schon beachtlich über das Gehäuse (20.). Sven Müller, der nach kurzer Orientierungslosigkeit seinen zweiten Ball gegen Babceci gewann, sorgte hierbei unfreiwillig für die Vorarbeit. Keineswegs geschockt von der eben liegengelassenen Möglichkeit überwand Manuel Hiemer in der 24. Minute auf der linken Seite Bagceci und Feistl auffällig souverän, flankte auf den a m Elfmeterpunk freistehenden Sven Müller, der allerdings den nur knapp im abseitsbefindlichen Najah Braham bediente, anstatt selber aufs Tor zu köpfen.Sechs Zeigerumdrehungen später vergeigte Najeh Braham die nächste dicke Möglichkeit endlich die Führung für den FC Erzgebirge zu machen. Nach schnellem Einwurf von René Klingbeil setzte sich der dribbelstarke, wenn auch zu ballverliebte Skerdilaid Curri auf der rechten Seite durch, passte präzise auf den Tunesier, der ebenfalls das Kunststück schaffte, aus kurzer Entfernung das Runde über das Eckige zu köpfen. Mehr Chancen kann man eigentlich nicht bekommen und wenn man diese nicht nutzt, ja dann...fünf Euro ins Phrasenschwein. Kapitän Tomasz Kos fing einen der seltenen Heidenheimer Vorstöße ab und wollte das Spiel schnell machen. Einen Querpass zum durchstarteten Sven Schaffrath war noch nicht der Krebsschaden, erst als Manuel Hiemer das Leder in die Spitze hämmerte und die FCH-Abwehr blitzschnell umschaltete, nahm das Grauen seinen harten, ungerechten Lauf. Ein langer Ball auf Schnatterer, der vom aufgerückten Sven Schaffrath nicht mehr am flanken gehindert werden konnte, fand im Anschluss genau den Kopf von Damm, der nach der unfreiwilligen Auflösung der Viererabwehrkette freistehend das Leder unhaltbar für Keeper Martin Männel im Tor versenkte (31.). Der Aufsteiger aus Baden-Württemberg stellte somit den Spielverlauf völlig auf den Kopf. Nun dachte man, der Neuling zieht sich zurück und ruht sich auf der überraschenden Führung aus. Pustekucken, eine Angriffswelle nach der anderen rollte gegen die nun immer mehr verunsicherten Auer. Einzig Martin Männel war es zu verdanken, dass es 'nur' 1:0 für die Gäste stand. Beim Sololauf von Damm (34.) bleib er genau so Sieger, wie auch beim Schuss von Meier (38.), der nach einer ganzen Flipperstafette von Auer Befreiungsschlägen den Ball vor die Füße bekam. Der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Thomas Gorniak begleitet durch vereinzelte Pfiffe der dürftigen 6.700 Zuschauer war eine Wohltat für alle. Aber auch nach dem 15-minütigen Sammeln der Kräfte sowie der Einwechslung von Nico Klotz, fehlte den Veilchen heuer einfach das Glück wie aus den vergangenen Auftaktpartien. Zwar entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, doch ohne den nötigen Erfolg. Selbst im Doppelpack - Marc Hensel und Najeh Braham köpften mit schöner Flugeinlage eine Hereingabe von Skerdilaid Curri auf den Heidenheimer Kasten - kam es nicht zum Ausgleich (50.). Bemüht waren sie, aber halt nicht zielstrebig genug. So fanden die Möglichkeiten von Najeh Braham (52. / 73.) und Marc Hensel (56.) nicht den Weg ins Ziel. Als dann Rico Schmitt durch Eric Agyemang und Sebastian Glasner mit zwei nominellen Sturmspitzen agierte, war es fast schon zu spät. Zwar köpfte der Ghanaer nach Vorlage des starken Manuel Hiemer das Spielobjekt an den Querbalken (80.), doch krönte dies nur eine Serie von katastrophalen Chancenverwertungen. Die Ausführungen der Eckbälle lässt obendrein an gesunden Fußballverstand zweifeln.Zu guter Letzt übersah Skerdilaid Curri in der 84. Minute noch die in der Mitte wartenden Sebastian Glasner sowie Nico Klotz und hämmerte ohne den Blick für den Nebenmann aber mit der Wut der Verzweiflung volle Zacke auf Heidenheims Schlussmann Baum, der diesen Schuss ohne Mühe zur Ecke abwehren konnte. Schluss, Aus, Vorbei - die Blamage ist perfekt und Aue bleibt im vierten Spiel in Folge ohne Punkte. Jetzt heißt es gegen den Wuppertaler SV im Kellerduell zu gewinnen, um nicht den Anschluss komplett zu verlieren. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Aufstellung FC Erzgebirge Aue
Einwechslungen: 58. Krebs für Bagceci 74. Endler für Essig 84. Heidenfelder für Spann |
Aufstellung 1. FC Heidenheim
Einwechslungen: 46. Klotz für S. Müller 64. Agyemang für Cimen 74. Glasner für Braham |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tore: 0:1 Spann (31.) Gelb: Agyemang, Glasner - Bagceci, Meier Gelb-Rot: Rot: |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Zuschauer: 6.800 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fotos vom Spiel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||