Finale Sachsenpokal 2006/07

FC Erzgebirge Aue II - Dynamo Dresden 0:2 (0:1)
Sonntag, 10.06.2007 15:00 Uhr


Die aus Auer Sicht erhoffte Sensation im Landespokalfinale ist ausgeblieben. Gegen die zwei Klassen höher spielende Mannschaft von Dynamo Dresden hatte die Veilchen-Reserve gestern im Erzgebirgsstadion letztlich keine Chance. Der kämpferisch lobenswerte Auftritt der Landesliga-Kicker vor mehr als 7.000 Zuschauern endete mit einer 0:2-Niederlage. So durften die etwa 3.000 mitgereisten Dynamo-Fans zumindest den Saison-Trostpreis mitnehmen und hoffen nun in der ersten Runde des DFB-Pokals auf einen attraktiven Gegner. "Trotz des klaren Erfolgs zeigte Dresden wenig, tat nur das Nötigste. Der Sieg war aber mehr als verdient", sagte Christian Schennerlein aus Dresden, dessen Freundin FCE-Fan ist. "Wir haben sehr gut begonnen und gestatteten den Dresdnern wenig. Knackpunkt des Spiels war sicherlich das dumme erste Gegentor. Ansonsten können wir mit der gezeigten Leistung gegen eine Spitzenmannschaft der Regionalliga zufrieden sein", schätzte Aues Kapitän Ronny Liebold ein, der zu den Besten gehörte. Im Kampf David gegen Goliath sorgte ausgerechnet ein Spieler mit dem Namen David für die Entscheidung. In der 29. Minute bestrafte Pavel David eine Schaltpause von Sebastian Seifert eiskalt und nutzte die einzige Chance für Dynamo in Halbzeit eins zum 1:0. "Wenn wir das 0:0 länger halten, wäre vielleicht mehr drin gewesen", analysierte FCE-Trainer Rico Schmitt. Einen Vorwurf wollte er seiner Elf, die sich bis auf einen Kopfball von Pierre le Beau knapp neben den Pfosten (53.) keine weiteren Möglichkeiten erarbeiten konnte, aber nicht machen. "Alle haben bis zum Umfallen gekämpft. Und dass man beim Aufeinandertreffen zwischen einem Landes- und Regionalligisten einen Unterschied sieht, das habe ich von Dynamo einfach erwartet. Es fehlte aber vor allem der Druck aus dem Mittelfeld.", betonte der 38-Jährige. Nach dem Seitenwechsel war es dann erneut David, der mit einem Flachschuss FCE-Torhüter Stephan Flauder keine Chance ließ (56.). "Die Dresdner waren abgezockter und machten aus drei Torchancen zwei Treffer - leider. Dennoch war es ein richtig geiles Gefühl, vor so einer Riesenkulisse zu spielen und solche tollen Fans im Rücken zu haben. Natürlich wirst du ganz anders gefordert als in der Landesliga.", so der Innenverteidiger Pierre le Beau. Weniger toll war allerdings, was sich nach der Partie abspielte. Wenige Minuten nach dem Abpfiff stürmten Fans von Dynamo Dresden das Spielfeld. Erst nachdem sich einige von ihnen vor dem Auer Fanblock postiert und provoziert hatten, schritt die Polizei ein und verhinderte Schlimmeres. Durch den Einsatz von Pfefferspray wurden zwei Dresdner verletzt. "Wir hatten mit dem sächsischen Fußballverband die klare Absprache, dass wir nur bei Straftaten im Stadioninnenraum einschreiten", berichtete Polizeisprecher Heinz Junghans, der insgesamt eine positive Bilanz zog. Mehrere Hundertschaften der Bereitschafts- und Bundespolizei waren im Einsatz und sorgten bis auf einen kleineren Zwischenfall Mitte der ersten Halbzeit, als durch Feuerwerkskörper zwei Polizeibeamte leicht verletzt wurden, für einen reibungslosen Ablauf vor, während und nach der Partie. Erst als nach dem Abpfiff ein Dresdner Ordner vor dem Gästeblock das Tor zum Innenraum geöffnet hatte, geriet die Lage kurzzeitig außer Kontrolle. "Das macht auch mir langsam keinen Spaß mehr", kommentierte der Präsident der Sächsischen Fußball-Verbandes, Klaus Reichenbach, das Geschehen und drohte Dynamo mit Konsequenzen "bis hin zum Spielklassenentzug." "Mit Vernunft lässt sich offenbar nichts mehr machen. Die Chaoten schütten sich ein paar Bier in die Birne und randalieren", klagte Reichenbach. Die Pokalübergabe geriet dadurch fast nur Nebensache. Trainer Norbert Meier verfolgte die Übergabe des Oddset-Cups an sein Team abseits stehend und emotionslos. "Glückwunsch an Aue, die junge Mannschaft hat bravourös gekämpft. Bei den heißen Temperaturen war es nicht einfach, Fußball zu spielen. Umso mehr freue ich mich, dass meine Elf die kämpferische Note nicht vermissen ließ", sagte Meier und ergänzte: "Der Einzug in den DFB-Pokal garantiert uns zusätzliche finanzielle Einnahmen und eine sportliche Herausforderung."
Bericht von Freie Presse.de

Aufstellung FC Erzgebirge Aue II: Flauder - le Beau, Liebold, Lobsch, Seifert - Georgi (55. Enold), Mohr (67. Müller), Oechsner, Siemund - Nolde (46. Schwitzky), Blankenburg

Aufstellung Dynamo Dresden: Herber - Stocklasa, Ernemann, Knackmuß, Pelzer - Hauser, Lerchl (90. Süß), Cozza - David, Würll, Koejoe (80. Vorbeck)

Tore:
0:1 David (28.), 0:2 David (56.)

Gelb: Lobsch, le Beau - Stocklasa, David, Koejoe
Gelb-Rot:
Rot:

Zuschauer: 7.123

Schiedsrichter: Dirk Engelmann (TuS Pegau)

Fotos vom Spiel
Video vom Platzsturm


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