DFB-Pokal 2004/05

Spielbericht

1. Hauptrunde - Samstag, 21.08.2004 - 15:00

VfL Osnabrück - FC Erzgebirge Aue 3:2 (3:1)


VfL Osnabrück: Tino Berbig - Wolfgang Schütte, Jan Schanda, Dave de Jong, Fabian Ewertz - Björn Joppe (77. Joseph Enochs), Alexander Nouri, Matthias Koch, Andreas Schäfer - Markus Feldhoff, Thomas Reichenberger (79. Yaw Donkor); Trainer: Claus-Dieter Wollitz

FC Erzgebirge Aue: Jörg Hahnel - Hendrik Liebers (46. Rüdiger Rehm), Tomasz Kos, Holger Hasse - Marco Kurth, Sven Günther, René Trehkopf, Dino Toppmöller (66. Matthias Heidrich) - Skerdilaid Curri, Sebastian Helbig (66. Khvicha Shubitidze), Andrzej Juskowiak; Trainer: Gerd Schädlich

Tore: 1:0 Thomas Reichenberger (25.); 2:0 Markus Feldhoff (Handelfmeter, 31.); 3:0 Markus Feldhoff (33.); 3:1 Andrzej Juskowiak (Kopfball, 45.); 3:2 Khvicha Shubitidze (81.)

Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg)

Zuschauer: 7500 in der Osnatel-Arena

Gelbe Karte: Matthias Koch / Tomasz Kos, Holger Hasse, Sebastian Helbig, Rüdiger Rehm

Vergebener Elfmeter: Björn Joppe (Foulelfmeter, 75., gehalten von Jörg Hahnel) / -


In Liga zwei Tabellenführer, im DFB-Pokal erneut gescheitert: Für Erzgebirge Aue war nach einer verdienten Niederlage bei Regionalligist VfL Osnabrück zum fünften Mal bereits in der ersten Pokalrunde Endstation. Aue bestimmte im Stadion an der Bremer Brücke zunächst das Geschehen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Zu durchsichtig und umständlich präsentierten sich die Erzgebirgler vor dem Gehäuse, die Aktionen verliefen weitgehend im Sand. Der Zweitliga-Absteiger aus Osnabrück schaute sich das Geschehen zunächst zurückhaltend an, dann schlugen die Niedersachsen aber eiskalt zu und gingen innerhalb von nur sieben Minuten 3:0 in Führung. Zunächst traf Thomas Reichenberger (26.), ehe Markus Feldhoff mit einem Doppelpack (32., 33.) innerhalb weniger Sekunden für klare Verhältnisse sorgte. Kurz vor der Pause gelang Aues Torjäger Andrzej Juskowiak noch der Anschlusstreffer zum 1:3. Nach dem Seitenwechsel war Aue bemüht, den Anschluss herzustellen. Die Mannschaft von Trainer Gerd Schädlich agierte jedoch weiterhin nicht zwingend genug, um die Gastgeber, die bei Kontern immer gefährlich blieben, in Gefahr zu bringen. Das 2:3 des eingewechselten Schubitidze in der 83. Minute kam zu spät, um in der Defensive solide stehende Osnabrücker ernsthaft in Gefahr zu bringen. Der VfL zieht so nicht unverdient in die nächste Runde ein, Aue tanzt nun nur noch auf einer Hochzeit. (kicker)


Für Erzgebirge Aue bleibt der DFB-Pokal ein Trauma. Wie bei den letzten Starts scheiterten die "Veilchen" auch dieses Jahr in der ersten Runde - diesmal am Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück. Die 2:3-Niederlage im Stadion an der Bremer Brücke "verdiente" sich die Elf von Aue-Trainer Schädlich durch einen desolaten Auftritt vor der Pause. In der Abwehr löchrig, im Mittelfeld ohne Akzente und im Angriff zu pomadig, lag Aue bereits nach gut einer halben Stunde 0:3 hinten. In den acht Minuten zwischen der 26. und 34. trafen Reichenberger (1:0) und Feldhoff (2:0, 3:0) jeweils aus Nahdistanz. Die Auer Innenabwehr stand ließ die beiden aus Uerdingen nach Osnabrück gewechselten Stürmer jeweils sträflich unbeobachtet. Entsprechend sauer war Aues Trainer Schädlich nach dem Spiel: "Ich will zwar jetzt nicht in Einzelkritik gehen, aber so wie in der ersten Hälfte darf die Abwehr nicht auftreten," so der 51-Jährige. Doch Schädlich hatte für sein Team auch Lob übrig: "In der zweiten Halbzeit haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Es war durchaus möglich, die Verlängerung zu erreichen." Nach dem 1:3 durch Juskowiak mit dem Halbzeitpfiff schöpfte Aue wieder Mut und als Schädlich nach dem Wechsel zudem die Abwehr umstellte, kamen die Sachsen besser ins Spiel. Die Vielzahl der Chancen blieb aber meist ungenutzt. Nur Shubitidze staubte kurz vor dem Ende aus acht Metern ab. In der turbulenten Schlussphase wurde Aue schließlich noch ein Elfmeter verwehrt: Curri war im Strafraum zu Fall gebracht worden, der Pfiff blieb aber aus (93.). (mdr)


Erzgebirge Aue ist beim Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Damit blieben die Veilchen auch in ihrem sechsten Anlauf nach 1991, 2000, 2001, 2002 und 2003 in der ersten Runde hängen. Dabei sah es in den ersten zwanzig Minuten der Partie nicht danach aus, denn der Tabellenführer der 2. Bundesliga übernahm sofort das Kommando und spielte pass- und ballsicher gegen viel Respekt zeigende Osnabrücker. Doch nach zwei Schüssen in Richtung VfL-Tor von Curri (13. und 23.) legten die Hausherren jegliche Zurückhaltung ab und stürzten die Abwehr der Gäste von einer Verlegenheit in die andere. "Diese acht Minuten waren natürlich total inkonsequent von uns. In einigen Situationen sind wir zu spät gekommen, weil wir im Kopf vielleicht nicht klar waren", legte Gerd Schädlich schonungslos den Finger in die Wunde. Beim 1:0 nutzte Ewertz eine Unaufmerksamkeit der Auer-Abwehr auf der völlig verwaisten linken Seite. Seine Eingabe drückte Reichenberger (26.) vor Hahnel über die Linie. Nur sechs Minuten später nahm VfL-Kapitän Feldhoff ein Geschenk des Schiedsrichters dankend an und verwandelte einen umstrittenen Handelfmeter sicher zum 2:0. Dem dritten Tor ging ein zu lasches Zweikampfverhalten von Liebers voraus. Die etwa 300 mitgereisten Auer Schlachtenbummler schöpften fast mit dem Halbzeitpfiff noch einmal Hoffnung. Juskowiak verkürzte nach Vorarbeit von Trehkopf und Curri auf 1:3. Der zweite Durchgang sah jetzt durchaus gewillte Auer Gäste. Doch trotz offensiver Bemühungen und Feldvorteilen agierte man zu umständlich und ohne Durchschlagskraft vor dem Tor. Helbig verstolperte zwei Meter vor dem Tor (59.) und wurde wie auch Toppmöller nach einer guten Stunde vom Platz geholt. Der Ersatz hätte für die Wende sorgen können, doch Shubitidze (67.), schön freigespielt von Heidrich, versagten völlig frei vor Torwart Berbig die Nerven. Nachdem der Schiedsrichter, diesmal zu Recht, zum zweiten Mal auf den Punkt gezeigt (74.) und Hahnel den Strafstoß von Joppe bravourös gehalten hatte, machte es der Georgier beim Pfostenschuss von Curri besser und drückte den Nachschuss über die Linie (83.). Dieses Anschlusstor kam aber zu spät, der VfL brachte den Sieg clever über die Zeit. (vogtland-anzeiger)