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FSV Zwickau: Benjamin Gommert - Sascha Gillert, Maik Baumann, Erik Fischer, Felix Lietz - Marcel Trehkopf, Marcus Jazwinski, Danny Troschke (106. Benjamin Brückner), Khvicha Shubitidze - Axel Fuchsenthaler (85. Tom Wilhelm), Jan Koziak (72. Nico Bazan); Trainer: Nico Quade
FC Erzgebirge Aue: Stephan Flauder - Pierre Le Beau, Marco Stark, Daniyel Cimen, Sven Schaffrath - Marc Hensel, Bashiru Gambo (66. Jan Hochscheidt), Nico Klotz, Manuel Hiemer (46. Sebastian Glasner), Jörn Wemmer (78. Skerdilaid Curri) - Alban Ramaj; Trainer: Rico Schmitt
Tore: 1:0 Khvicha Shubitidze (56.); 1:1 Skerdilaid Curri (90+2. / Pierre Le Beau); 1:2 Skerdilaid Curri (115.)
Schiedsrichter: Jens Oehme (Witzschdorf)
Zuschauer: 3267 im Westsachsenstadion
Gelbe Karte: Jan Koziak, Nico Bazan, Erik Fischer / Pierre Le Beau, Marc Hensel (2.), Manuel Hiemer (2.), Sebastian Glasner
Vergebener Elfmeter: Marcus Jazwinski (Foulelfmeter, 120+4., gehalten von Stephan Flauder) / -
Das traditionsreiche Westsachsenstadion hat gestern Abend einen denkwürdigen Fußballabend erlebt. Im Halbfinale um den sächsischen Landespokal lieferte der krasse Außenseiter FSV Zwickau dem haushohen Favoriten FC Erzgebirge Aue einen großen Kampf. Erst nach Verlängerung musste sich der von der Insolvenz bedrohte Oberligist mit 1:2 geschlagen geben. Nach der regulären Spielzeit hieß es 1:1 (0:0). Damit muss der FC Erzgebirge am 16. Mai zum Finale beim Regionalligisten Chemnitzer FC antreten. Bis kurz vor dem Abpfiff sahen die Zwickauer schon wie die sicherem Sieger aus. Doch in der Nachspielzeit riss der Zweitliga-Aufsteiger den FSV aus allen Pokalträumen. Curri (90+2) vollendete freistehend zum Ausgleich. Der kleine Albaner war erst in der 78. Minute eingewechselt worden, da Trainer Rico Schmitt zunächst nur mit drei Akteuren aus der Anfangself gegen Braunschweig antrat. Der Ausgleich war bis zu diesem Zeitpunkt äußerst glücklich, da die Rot-Weißen von Anfang an das Spiel bestimmten. Oftmals war kein Klassenunterschied zu erkennen. Den umjubelten Treffer zum 1:0 erzielte Shubitidze (58.). Der Mittelfeldregisseur konnte nach Vorarbeit von Fuchsenthaler freistehend aus Nahdistanz einschieben. In der Folgezeit drängte Aue vehement auf den Ausgleich. Doch die Angriffe waren zu ideenlos angelegt. Außerdem erwies sich die Abwehr der Zwickauer um Mike Baumann sattelfest. Nur in der Nachspielzeit konnte ihnen der wieselflinke Curri entwischen, der dann auch in der Verlängerung erfolgreich war. "Vielleicht haben wir zuviel gefeiert. Spätestens in der ersten Halbzeit der Verlängerung hätten wir das Spiel entscheiden müssen", resümierte der zweifache Torschütze. In der 121. Minute scheiterte Jazwinski mit einem Foulelfmeter an FCE-Torhüter Flauder. "Ich wollte in die rechte Ecke schießen, habe mich aber kurz zuvor für die linke Ecke entschieden. Das war mein Fehler", sagte der unglückliche Zwickauer. Besonders in der ersten Halbzeit hatten sich die Auer gegen den Außenseiter sehr schwer getan. Anstatt ihre spielerische Stärke auszuspielen, wirkten die Veilchen gehemmt und zögerlich. Hinzu kamen Ungenauigkeiten im Zusammenspiel. Bezeichnend war, dass die Gäste erst in der 35. Minute zu ihrer ersten Torchance kamen. Nach einer Flanke von Hensel prüfte Hiemer Zwickaus Torhüter Gommert, der aber parieren konnte. Anders dagegen der FSV Zwickau. Immer wieder versuchte der Oberligist, der in den vergangenen sieben Punktspielen ohne Sieg geblieben war, mit überlegtem Flügelspiel zum Erfolg zu kommen. Damit wurde die Auer Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit gebracht. Die größte Möglichkeit hatte dabei Koziak (23.), der nach einer Maßflanke von Gillert aus zehn Metern FCE-Torhüter Flauder zu einer Glanzparade zwang. Der Vertreter für Stammkeeper Männel konnte jedoch den platzierten Schuss noch um den Pfosten lenken. Während der 120 Minuten waren im Westsachsenstadion Zuschauer-Ausschreitungen ausgeblieben. 3267 Besucher des Pokal-Derbys bildeten eine stimmungsvolle Kulisse. Vor der Partie hatten FCE-Präsident Bernd Keller und Gerhard Neef vom Notvorstand des FSV bekannt gegeben, dass beide Traditionsvereine noch enger kooperieren wollen. (freie presse)
Mit viel Dusel, Joker Curri und Elfmeterheld Flauder hat Erzgebirge Aue das dramatische Sachsenpokal-Halbfinale beim FSV Zwickau mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen. Freuen darf sich damit auch der Chemnitzer FC, der drei Tage zuvor das Finale erreicht hatte und nun ein Ticket für den lukrativen DFB-Pokal sicher hat. Aue war als Zweitliga-Aufsteiger schon qualifiziert. Zwickau hatte sich sichtlich viel vorgenommen und begann die Partie forsch. Vor allem Fuchsenthaler wurde mit Flanken gesucht. Der Stürmer traf mit seinen Kopfbällen (12./18.) aber das Tor nicht. Zudem scheiterte Koziak (23.) mit zwei Schüssen. Der FSV war deutlich aktiver und hätte ein Führungstor durchaus verdient gehabt. Oft jedoch kam der letzte Pass nicht an. Die Gäste aus Aue hingegen kamen so gut wie gar nicht in Fahrt. Das erste und einzige Problem für FSV-Keeper Gommert war in der ersten Halbzeit ein 30-m-Schuss von Gambo in der 45. Minute. Stichwort Gambo: Der Ghanaer sorgte nach der Pause mit einer einzigartigen Aktion für die FSV-Führung. Vielleicht wollte er die Gastgeber vorführen - jedenfalls jonglierte er den Ball am eigenen Strafraum und spielte dann zu einem anderen Auer zurück. Doch Zwickaus Fuchsenthaler hatte den Braten gerochen, spritzte dazwischen und legte zu Shubitidze ab, der sicher vollendete. Danach erarbeitete sich Aue nach und nach mehr Spielanteile, zunächst jedoch ohne großartig gefährlich zu werden. Zwickau verließen langsam die Kräfte. Ein Ballverlust von Hochscheidt (80.) hätte Zwickau beinahe das 2:0 beschert, aber Fuchsenthalers Heber aus 20 m ging über den Kasten. Wenig später setzte FSV-Einwechsler Bazan (81.) einen Volleyschuss aus 16 m knapp neben das Tor. Die "Veilchen" wachten erst danach so richtig auf und warfen nun alles nach vorn. Bei Hensels 6-m-Schuss aus spitzem Winkel konnte Keeper Gommert zur Ecke klären. Dennoch wirkte das Anrennen planlos. In allerletzter Sekunde fiel doch noch der Ausgleich: Klotz flankte von rechts, Hensel köpfte an den Pfosten, der spät eingewechselte Curri staubte ab. In der Verlängerung war Aue das klar tonangebende Team. Vor allem Curri sorgte für viel Gefahr. Nun häuften sich auch die Chancen der "Veilchen". Ramaj (99.) hätte die Auer Führung dann machen müssen, schoss nach Vorarbeit von Klotz jedoch frei aus 8 m über das Tor. Die zweite Hälfte der Verlängerung begann mit einer Großchance für Zwickau. Bazan (106.) scheiterte aber aus 17 m an Keeper Flauder. Dennoch kam das 2:1 für die Auer nicht überraschend. Wieder staubte Curri erfolgreich ab. Zuvor hatte Glasner nur Torwart Gommert angeschossen, der den Ball abklatschen lassen musste. Richtig bitter für Zwickau wurde es erneut in der Nachspielzeit. Nach einem Foul von Stark an Bazan im Strafraum bekam der FSV noch eine Riesenchance, Jazwinski scheiterte aber mit seinem schwach geschossenen Elfmeter an Flauder. (mdr)
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