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Aue - Burghausen 'Vorschau'
Donnerstag, 19. November 2009
Wer hätte das gedacht. Sportlich stand der SV Wacker bereits als
Absteiger fest, bis die Oberbayern die Nachricht vom Zwangsabstieg der
finanzgebeutelten Kickers aus Emden zu hören bekamen. Burghausen war
somit wieder im Rennen und schusterte sich innerhalb kürzester Zeit ein
Team samt Trainer zusammen. Denn längst wurde für die Regionalliga
geplant, wertvolle Zeit ging verloren - von vornherein ein Handicap. 16
Abgänge standen nach dem vermeidlichen Abstieg fest, darunter etliche
Leistungsträger wie Calamita, Solga, Buchner und Lastovka, ebenso der
des Trainerpostens. Somit war der SVW gezwungen ein komplettes Team
aufzubauen und das, als der Spielermarkt schon ziemlich abgegrast war.
Dennoch kamen elf neue Spieler nach Burghausen und mit Jürgen Press ein
erfahrener Teammanager, der auch schon in Ingolstadt und Regensburg an
der Linie stand.
Geblieben sind der Torwart Manuel Riemann, der Ex-Plauener und fast
schon Dauerbrenner beim SVW Ronald Schmidt (aktuell rot-gesperrt) sowie
die offensiven Markus Grübl, Alessandro Belleri, Christian Cappek und
Thomas Kurz. Der Rest des Kaders wurde mit U-19- und U-23-Spielern
notgedrungen aufgefüllt, wie es scheint mit Erfolg. In der Abwehr stehen
dem Trainergespann um die verbliebenen Routiniers Björn Hertl und Sven
Kresin drei neue Kräfte zu Verfügung: Benjamin Gorka (Sandhausen),
Patrick Wolf (Nürnberg II) sowie Christoph Burkhard (1860 München). Auch
das Mittelfeld kann sich sehen lassen. Neben den Youngstern Andreas
Niederquell von den Amateuren und Bajram Nebihi von Zob Ahan Esfahan
wurde Michael Kokocinski, der bereits im Nachwuchs von Bayern München
seine Töppen schnürte und von Kickers Offenbach ins Salzachtal
wechselte, verpflichtet. Auf der Außenbahn konnte man mit dem ehemaligen
Zweitligaspieler Sascha Traut (Stuttgarter Kickers) einen weiteren guten
Spieler nach Burghausen lotsen. Christian Holzer wurde vom VfR Aalen als
zentrale Figur geholt und hat bereits drei Tore auf seinem Konto. Die
besten Schützen sind mit fünf Treffern die Stürmer Christian Cappek und
Neuzugang Fikri El Haj Ali (FSV Frankfurt).
Nicht nur beim Kader gab
es einen personellen Umbruch, sondern auch im Management. Komplett neu
ist der Trainerstab mit Press als Chef und seinen Assistenten Frank
Thömmes sowie dem seit September werkelten Torwarttrainer und früheren
Bundesliga-Keeper Uwe Gopodarek. Den Posten des früheren Sportdirektors
Peter Assion gibt es nicht mehr, Press hat dessen Manageraufgaben mit
übernommen. Überdies wurde ein Generationswechsel in der
Geschäftsführung vollzogen, wo der junge Florian Hahn (29) für Dr.
Wolfgang Grellner (60) kam. Und als Strippenzieher im Hintergrund mischt
der fußballbegeisterte Burghauser Bürgermeister Hans Steindl nun wieder
mehr mit.
Doch wohin geht die Reise für die Oberbayern wirklich? Zu
Saisonbeginn schien der Klassenerhalt mit der zusammengewürfelten Truppe
nur bedingt möglich. Kein leichtes Unterfangen dachten sich auch die
Experten bei den Vorzeichen vor der Runde. Doch das Press-Ensemble
mauserte sich zum Überraschungsteam der Liga. 30 Punkte stehen nach 16
Spieltagen auf der Habenseite, somit Tabellenplatz 2 mit nur einem Punkt
Rückstand auf Tabellenführer Kickers Offenbach. Nicht unverdient, denn
die Wacker-Schützlinge erwischten einen beachtlichen Saisonstart mit
fünf Siegen aus acht Spielen. Zu Hause verlor der SVW nur einmal beim
0:2 gegen die Eintracht aus Braunschweig.
Auswärts sah es bis zum
fünften Spieltag ebenfalls sehr imposant aus. Doch folgte eine
6:0?Klatsche in Ingolstadt mit der die Schwarz-Weißen gerade auf fremden
Plätzen immer noch zu kämpfen haben. In Jena gelang daraufhin zwar ein
torloses Remis, doch ein Auswärtsspiel später deklassierten die
Heidenheimer die Burghauser mit 1:6. Aus diesem Grund steht ein
negatives Torverhältnis von -1 zu Buche und täuscht über die
Gesamtleistung ein wenig hinweg, da Torhüter Riemann in den übrigen
Partien nur zehnmal hinter sich greifen musste. Zuletzt gelang ein
2:1-Sieg gegen Bayern München II. "Jetzt können wir ein bisschen
durchatmen", hatte Jürgen Press noch gescherzt, denn ein ruhige Kugel
schieben, konnten die Spieler nicht. Der Teammanager nutzte die
spielfreie Zeit ganz bewusst zu intensivem Training, zwei harte
Einheiten pro Tag. Ob die harte Vorbereitung sich auszahlt, wird man am
Samstag sehen.
Im Erzgebirgsstadion haben die Veilchen gegen
Burghausen jedenfalls noch nie verloren, weder in der zweiten noch in
der dritten Liga. Seit 2003 sahen die heimischen Fans ein Unentschieden
und vier Siege. Der Wunsch zum Erfolg Nummero fünf ist groß, denn aus
den vergangenen drei Partien holten die Veilchen nur einen Punkt, da man
sich auch mit der Favoritenrolle zuletzt sehr schwer tat. "Wir sind
gefordert, den Gegner unter Druck zu setzen. Wenn wir eine Einheit auf
dem Platz bilden, bin ich sicher, dass wir das Spiel gewinnen werden",
sagte Trainer Rico Schmitt, der ohne Personalprobleme, aber mit großen
Erwartungen in die Partie geht: "Es sind alle Mann an Deck und alle heiß
auf Burghausen." Schiedsrichter der Partie wird der bundesligaerfahrene
Thomas Metzen aus Mechernich sein, der es mit dem FC Erzgebirge zum
allerersten Mal aufnehmen wird.
So gingen die letzten fünf
Aufeinandertreffen aus:
08/09 3.Li 30.Spieltag 04.04.2009 FCE
vs. SVW 2:0
(7.400 Zuschauer, Schiedsrichter: Kuhl)
08/09 3.Li 11.Spieltag
25.10.2008 SVW vs. FCE 0:4
(2.400 Zuschauer, Schiedsrichter: Gorniak)
06/07 2.Bl 22.Spieltag
16.02.2007 FCE vs. SVW 3:0
(9.300 Zuschauer, Schiedsrichter: Stachowiak)
06/07 2.Bl 05.Spieltag
24.09.2006 SVW vs. FCE 1:1
(5.000 Zuschauer, Schiedsrichter: Schriever)
05/06 2.Bl 19.Spieltag
28.01.2006 FCE vs. SVW 1:1
(9.300 Zuschauer, Schiedsrichter: Weiner)