« Älterer Beitrag | Newsarchiv | Neuerer Beitrag »
Aue - Ingolstadt 'Statistikvorschau'
Donnerstag, 15. Dezember 2011
"Einen versöhnlicher Jahrsabschluss vor heimischen Publikum", dass sind
die vor der Winterpause meistgehörten Wünsche. Ingolstadt hat dies
zumindest geschafft. Im letzten Heimspiel dieses Jahres gegen den FC St.
Pauli sollte endlich der erste Heimsieg her und die Durststrecke von
neun sieglosen Partien für Ingolstadt eine Ende haben. Und siehe da,
Joker und 500.000-Euro-Einkauf Akaichi, erst in Minute 86 eingewechselt,
drückte das Leder nach mehreren Anläufen aus kürzester Distanz doch noch
über die Linie und ließ damit seinen neuen Trainer erstmals jubeln
(89.). Vor knapp einem Monat hatten Thomas Linke als Sportdirektor und
Tomas Oral als Trainer das Ruder in die Hand genommen. Nach drei
Partien, aus denen nur ein Punkt als Gewinn zu verzeichnen ist, schaffte
der Möhlmann-Nachfolger am vergangenen Wochenende die Sensation gegen
den Aufstiegsanwärter. Mit nunmehr 13 Punkten gab man damit die rote
Laterne an Hansa Rostock ab.
Allerdings ist in Bayern nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die
Defensivleistung in der bisherigen Spielzeit war eine bescheidene. Mit
38 Gegentreffern in 18 Partien stellt der FC Ingolstadt die
zweitschlechteste Abwehr der Liga, nur der Karlsruher SC (40) erreicht
einen höheren Wert. Auch die Auswärtsauftritte sind erschütternd. Nur
ein einziger Zähler bei einem Torverhältnis von 7:26 wurde in fremden
Gefilden eingefahren. Nach etlichen misslungenen Versuchen machten sich
die Oral-Schützlinge am 27. November nach einem 0:0 bei Energie Cottbus
erstmals mit einem Punktgewinn auf die Heimreise. Dafür stehen sie
besser vor eigenem Publikum als die Unsrigen da. Drei Siege, drei
Unentschieden und drei Niederlagen sorgen bei einem Torverhältnis von
13:12 für Rang 12 in der Heimtabelle, drei Plätze dahinter befinden sich
die Veilchen (2S-2U-4N), die seit dem 1:0-Heimerfolg gegen Hansa Rostock
am 10. Spieltag nicht mehr gewinnen konnten. Soll heißen, nur acht von
24 möglichen Punkten holten die Auer im Erzgebirgsstadion. Zudem stand
seit dem Spiel gegen die Hanseaten das letzte Mal hinten die Null - kein
anderes Team wartet aktuell so lange auf eine weiße Weste.
Dies
muss genauso verbessert werden, wie die Effizienz im Torabschluss. 15
Treffer in 18 Partien sind ein Armutszeugnis. Selbst bei Ingolstadt
stehen 20 Tore auf der Habenseite. Fast ein Drittel davon steuerte
Angreifer Buddle (6) bei. Sturmkollege Hartmann (fällt mit
Innenbandanriss bis zur Winterpause aus) traf fünf Mal, so dass allein
dieses Duo mehr als die Hälfte aller Ingolstadt-Tore erzielt hat. Des
Weiteren trafen Leitl (3), Buchner (2), Knasmüllner (1), Metzelder (1),
Pissot (1) und der frische gebackene Torschütze Akaichi. Es wird ein
Spiel auf Augenhöhe, Ingolstadt spielte gegen Pauli nicht wie ein
Abstiegskandidat. So wird Tomas Oral, der am 10. November 2011 den FC
Ingolstadt mit 9 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz übernahm, die
Mannschaft auch mit den ein oder anderen Verstärkungen zur Winterpause
sicherlich zum Klassenerhalt führen. Die Defensive ist unter dem
ehemaligen Trainer des FSV Frankfurt und von RB Leipzig schon mal
stabilisiert wurden. Bei nur zwei Gegentoren in vier Begegnungen sind
seine Jungs auf dem richtigen Weg. Auch letzte Saison spielten die
Schanzer eine schwache Hinrunde (zwölf Punkte, diesmal zehn), retteten
sich aber durch einen tollen Schlussspurt. Ein Auswärtsdreier wäre die
Krönung.
Für Rico Schmitt und Co. steht morgen Abend ebenfalls
viel auf dem Spiel. Das 2:1 im Sachsenderby in Dresden am 15. Spieltag
war Aues einziger Sieg in den letzten acht Spielen - vier der
vergangenen sechs Partien gingen verloren. Falls das Ding erneut den
Baum läuft, überwintert der FCE zwar auf Rang 13, doch ist der Vorsprung
zur Abstiegszone auf zwei Punkte geschrumpft. Der Trainer bittet dennoch
um viel Geduld und Nervenstärke, auch wenn die Partie nicht so verlaufen
sollte, wie gewünscht - "Das Ergebnis ist das schlagende Argument." Wohl
dem, ein Heimsieg und die Überschreitung der 20-Punkte-Marke wären für
alle Beteiligten das beste Geschenk kurz vor Weihnachten. Alles andere
kommt für das mürrische Bergvolk eh nicht in Frage. Doch nimmt man die
letzten drei Begegnungen beider Teams unter die Lupe, so fallen drei
Unentschieden ins Auge. Auch das Hinspiel in dieser Saison am 22. Juli
fand mit 0:0
keinen Sieger. Dazu passend die Aussage von Rico Schmitt eines "51:49
Spiels". In der Drittliga-Bilanz siegte jeweils der gastgebende Verein.
Und das ging nur mit Kampf und Leidenschaft, wie zuletzt beim 1:1 in
Aachen. Aues Coach, der alle Stammspieler an Deck hat, ist demnach
zuversichtlich: "Die Mannschaft, die entschlossen und geschlossen
auftritt, wird am Saisonende über dem Strich stehen."
Schiedsrichter
der Partie wird Martin Petersen aus Stuttgart sein. Bekannt ist der
26-jährige Immobilienkaufmann nur aus den Drittligapartien zu Hause
gegen Offenbach, als man einen 0:2-Pausenrückstand in ein sensationelles
4:2 drehte, und auswärts durch die 2:1 Niederlage bei Jahn Regensburg.
Der erst in diesem Jahr in die 2. Bundesliga aufgestiegene Referee (vier
Spiele) wird an den Linien unterstützt von Markus Sinn und Thomas Münch
sowie Sven Jablonski als vierter Offizieller.
So gingen die letzten
Aufeinandertreffen aus:
11/12 2.Bl 02.Spieltag 24.07.2011 FCI vs. FCE
0:0
(6.043 Zuschauer, Schiedsrichter: Korb)
10/11 2.Bl 32.Spieltag
30.04.2011 FCI vs. FCE 0:0
(12.350 Zuschauer, Schiedsrichter: Thielert)
10/11 2.Bl 15.Spieltag
05.12.2010 FCE vs. FCI 1:1
(7.300 Zuschauer, Schiedsrichter: Kampka)
09/10 3.Li 21.Spieltag
19.12.2009 FCI vs. FCE 5:1
(3.502 Zuschauer, Schiedsrichter: Ittrich)
09/10 3.Li 02.Spieltag
28.07.2009 FCE vs. FCI 1:0
(8.600 Zuschauer, Schiedsrichter: Fischer)