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34. Spieltag 2. Bundesliga 2018/19
Sonntag, 19. Mai 2019 15:30 Uhr, Merck-Stadion
SV Darmstadt 98 - FC Erzgebirge Aue 1:0 (1:0)
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Chronik des Stadions

Der Bau des Erzgebirgsstadions fiel in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts und war zur damaliger Zeit ein besonderes Ereignis. Das Gelände am Zeller Berg in Richtung Lößnitz war als idealer Platz für die Sportstätte auserkoren. Am 27. Mai 1928 wurde das 29.000 Quadratmeter große "Städtische Stadion" mit einer 400 m und einer 100 m - Laufbahn sowie einem Übungsplatz und zwei Tennisplätzen seiner Bestimmung übergeben. Die Arena war fortan Schauplatz herausragender Spiele und Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten.


In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war die Durchführung von Spielen im Städtischen Stadion mit Schwierigkeiten verbunden. Einheiten der Roten Armee nutzten es zur Ausbildung und zu Wettkämpfen. Weiterhin waren die materiellen Bedingungen denkbar schlecht. Aus diesem Grund gründete sich 1946 die Sportgemeinschaft Aue, aus der zwei Jahre später die BSG Pneumatik Aue hervorging. Trägerbetrieb war ab 1949 die SDAG Wismut, die sich zum größten Betrieb des Erzgebirges entwickelt hatte. 1950 spielte man auch wieder erfolgreichen Fußball. Jahr für Jahr rückte man eine Spielklasse höher und so lockte man immer mehr Zuschauer ins Auer Stadion. Die Sportstätte war dem enormen Andrang jedoch nicht mehr gewachsen. Somit entstand in nur viermonatiger Bauzeit anstelle des städtischen Stadions eine Arena mit Wettkampfstätten für Leichtathleten, Schwimmer und Ballsportler.


Nach der Einweihung am 20. August 1950 erhielt das Stadion den Namen des damalige Ministerpräsidenten der DDR Otto Grotewohl. Das neue Stadion bot 22.000 Sitzplätze. Das Stadion zog in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht nur durch den Fußball die Aufmerksamkeit auf sich. In den Jahren 1955 und 1957 fanden in Aue Leichtathletik-Länderkämpfe gegen Bulgarien und Rumänien statt. Zu den Fußballerischen Höhepunkten gehörten natürlich das Länderspiel DDR-Algerien und das Olympiaqualifikationsspiel DDR-Portugal.


Die großartigen Erfolge der Wismut-Fußballer in den 50er Jahren einerseits und der Arbeiter der SDAG-Wismut andererseits machten weitere Investitionen im Auer Stadion möglich. 1955 wurde das Sportlerheim fertiggestellt, dass auch Wohnungen für Spieler, Trainer und Gäste beherbergte. Heute befindet sich in dem Gebäude die Vereingeschäftsstelle. Ein Jahr darauf wurde die Tribüne fast über die gesamte Platzlänge hin überdacht und bot somit rund 3000 Zuschauern Wetterschutz. Im Herbst 1958 erfolgten weitere Verbesserungsarbeiten im Stadion. In dieser Zeit wurden wahrscheinlich auch die Sitzplätze in den beiden Kurven in Stehplätze umgewandelt. Das Fassungsvermögen stieg auf 25.000 Plätze. 1964 wurde dann der Turm mit Uhr und Anzeigetafel abgerissen, um die Einfahrt für die Radsportler der Friedensfahrt zu vergrößern.


Von Sommer 1986 bis August 1992 wurde das Otto-Grotewohl-Stadion so rekonstruiert, dass es den damaligen internationalen Ansprüchen gerecht wurde: Neue Zuschauertraversen, die Gegengeraden wurden komplett abgerissen und neue aufgebaut. Die Tribüneüberdachung in den Kurven wurde erweitert, Regiezentrale mit VIP-Raum und Reporterkabinen nach Weststandart, moderne Umkleidekabinen und Sozialräume, der Eingangsbereich wurde total neu gestaltet, sowie eine Tartanlaufbahn wurde geschaffen. Am 13. Oktober 1989 wurde die neue Flutlichanlage zum 1000. Oberligaspiel gegen den 1. FC Magdeburg eingeweiht. Die neue große Anzeigetafel ging zum IFC-Spiel gegen Örgryte Göteborg (0:1) am 1. Juli 1989 in Betrieb. Der alte Stadionname wurde ebenfalls abgelegt und durch den damaligen Landrat Heinz-Günther Krauß feierlich in "Erzgebirgsstadion" umbenannt.


Am 24. Mai 2004 starteten die Umbauarbeiten für die Modernisierung des Erzgebirgsstadion. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Einbau der Rasenheizung und der Tartanbahn. In 4 Tagen mussten 4.000 Tonnen Aushub weggeschafft und 5.000 Tonnen neues Material aufgebracht werden. Den alten Rasen konnte man für 5 € pro m² kaufen. Danach erfolgten die Arbeiten für die komplette Entwässerung einschl. 2 km Sickerleitungssystem und der Beregnungsanlage. Als die Firma Gehlert die Rasenheizung verlegt hatte, wurden 8000 m² bzw. 200 Tonnen Rollrasen aufgebracht. Da teilweise unter schlechter Witterung gebaut werden musste, hatte man schon Sorgen, den Termin (15. August 2004 - 1. Heimspiel gegen 1860 München) nicht zu halten. Denn für das Aufspritzen und Trocknen der neuen Tartanbahn aus wasserdurchlässigem Polyurethanbelag braucht man dafür viel Sonne. Das Wetter spielte mit und seitdem strahlt die Tartanbahn in den Vereinsfarben Lila-Weiß.
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Zwischenzeitlich bekamen wir, als "Geschenk" sozusagen, vom ehemaligen Hauptsponsor "Victoria Versicherungen" eine Videoleinwand, welche ihre Dienste früher im alten Parkstadion auf Schalke verrichtete. Dabei musste die alte Anzeigetafel, die 15 Jahre das ein oder andere befriedigende Ergebnis ausstrahlte, abgerissen und die alten Fundamente vergrößert werden. Die Pixelgröße bzw. Rastermaß der "Neuen" beträgt 28mm, die Fläche von 64,24m² ergibt sich aus den Maßen 717cm Höhe und 896cm Breite. Von nun an wird der Zuschauer noch besser und umfassender vorm, während und nach dem Spiel informiert. Dazu zählt auch die Wiederholung von Toren für die Wismut. Es aber noch weitere Veränderungen rund ums Stadion. Hierbei musste man aufgrund des erhöhten Zuschauer- und Medieninteresses den VIP-Bereich erweitern. Es entstand nebenbei noch ein neuer zweiter Naturrasen- und Kunstrasenplatz. Durch den Einbau mehrerer Zäune als Blocktrennung realisierte man die Auflagen der DFL, die ein neues Sicherheitskonzept forderten. Insgesamt investierte man 1,5 Millionen Euro in das Erzgebirgsstadion.
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Im Sommer 2010 setzte der Erzgebirgskreis zur Modernisierung der Auer Sportstätte noch eins drauf. Ausgaben von rund 2,2 Millionen Euro waren dafür insgesamt geplant, wovon der Landkreis als Eigentümer der Immobilie etwa 400.000 Euro beisteuerte. Der Rest kam aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Markantester und mit geschätzten 1,2 Millionen Euro zugleich teuerster Teil war das Überdachen der Sitzplätze gegenüber der Haupttribüne. Nachdem die 80 Tonnen schwere Stahl-Konstruktion in den Vereinsfarben Lila und Weiß von der Stützengrüner Firma Stahl- und Anlagenbau Schädlich GmbH quasi zum Richtfest übergeben wurde, bedeckt das Alufalz-Dach mit einer Gesamtfläche von 1.900 Quadratmeter die darunterliegenden lila-weißen Sitzschalen. Der Zugang für die drei schwebenden Kameraplattformen sowie die Neugestaltung der Komentatorenbühne wurde ebenfalls mit eingearbeitet.


Für einen aufhellenden Touch sorgte zudem die Bearbeitung der Traversen mit dem Sandstrahlgerät, welche, wie auch die Haupttreppe am Auer Eingang, mit einer neuen Oberfläche beschichtet wurde. Komplett neu ist auch das Dach der Haupttribüne, was auch die Toilettenanlage hinter der Gegengerade betrifft. Hierzu wurden acht WC-Einheiten mit Druckspülung bei den Damen und zwölf an der Zahl bei den Herren installiert, die zudem die obligatorischen Urinale in Form von Edelstahlrinnen vorfinden werden. Der Bodenestrich bekam eine Fußbodenheizung aufgebrummt, damit die anthrazitfarbenen Fliesen im Winter nicht zur Rutschpartie werden. Des Weiteren sorgt eine neue Lautsprecheranlage für die nötige Beschallung und die (Not)Beleuchtung für den gewissen Durchblick unter der neuen Tribüne. Das Fassungsvermögen änderte sich aber von nun mehr 16.500 auf 15.690 (9.390 überdachte Sitzplätze und 6.300 nicht überdachte Stehplätze).
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Am 16. März 2011 hat sich der Verein den Verkauf ihres Stadionnamens bis Ende der Saison 2020/2021 mit 500.000 Euro pro Saison vergolden lassen. Künftig soll die Heimstätte der Veilchen als "Sparkassen-Erzgebirgsstadion" firmieren. Bereits drei Monate später gab es einen neuen Rasen von der Rolle. Nach fünf anstrengenden Tagen für die Leute der Firma Dr. Alex Rollrasen aus Döbrichau bei Torgau strahlte das Spielfeld für rund 150.000 Euro Sanierungskosten wieder in sattem Grün. Für den bestens präparierten Untergrund haben zuvor die Jungs von Barthel Sportanlagen GmbH Großwig den alten Rasen und Teile des Bodens entfernt, die Rasenheizung auf Vordermann gebracht, danach die eingefrästen Drainschlitze mit Kies befüllt und Sand sowie eine organische Mulchenschicht aufgetragen. Nebenbei brachte die Großwiger Firma noch die Trainingsplätze auf Vordermann. Damit sich die Sichtverhältnisse auf den Behindertenplätzen deutlich verbessern, wurde der Zaun im Bereich der Gegengeraden (Blöcke C, D, E) abgesenkt und auch die Mauer im Vip-Bereich von Block L musste weichen, um Platz für die wachsende Sponsorenschar zu schaffen. Die neuen Trainer- und Mannschaftsbänke, für jede Mannschaft in lila-weiß gehaltenen 18 RECARO-Sportsitze, sollen nicht nur für mehr Sitzkomfort sorgen, sondern erlebten gleich einen Standortwechsel unter das Dach der Gegentribüne.
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