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18. Spieltag 2. Bundesliga 2018/19
Sonntag, 23. Dezember 2018 13:30 Uhr, Erzgebirgsstadion
FC Erzgebirge Aue - 1. FC Union Berlin 3:0 (2:0)
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Chronik des Vereins

Wie alles begann

Die Ursprünge des Fußballs in unserer Region reichen weit zurück. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Aue und der Umgebung Fußball gespielt. Vereine wie SV Aue, Alemania, VfR Auerhammer und Sportlust zeugen von dieser Zeit.
Auch die Geschichte des Stadions im Lößnitzgrund begann in diesen Jahren. Die Arena war damals jedoch nicht Heimstätte eines bestimmten Vereins, sondern in ihr fanden Spiele sowie Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten statt.


Die vierziger Jahre


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neue Sportvereine und -clubs gegründet. Am 4. März 1946 schlug die Geburtsstunde von Aue. Als Trägerbetrieb fungierte der Auer Werkzeugbau.
1949 änderte man den Namen in BSG Pneumatik Aue und ein Jahr später dann in BSG Zentra Wismut Aue, benannt nach dem neuen Träger: Zentralbetrieb Wismut. Kurt Gogsch aus Auerbach war erster Trainer der Elf. Mit der SAG, später SDAG Wismut, im Rücken begann der Aufstieg zur führenden Mannschaft Ostdeutschland in jener Zeit.


Die fünfziger Jahre

Von 1954 bis 1963 spielte die Wismut Elf unten dem Namen SC Wismut Karl-Max-Stadt und bestimmte zwischen 1956 und 1959 das Meisterschaftsgeschehen in der DDR. In jener Zeit gingen drei Meisterschaftstitel ins Erzgebirge.
Die Mannschaft zählte ausgezeichnete Spieler in ihren Reihen, deren Namen Europa weit bekannt waren: Bringfried "Binges" Müller in der Verteidigung, die "Wölfe" Karl und Siegfried im Mittelfeld sowie Klassestürmer Heinz Satrapa, Willy Tröger und Armin Günther.
Der Neuling Aue spielte bereits zu Beginn des Jahrzehnts hervorragend und belegte 1954/55 völlig verdient den 2. Tabellenplatz hinter Erfurt. Den ersten richtigen DDR-Meistertitel eroberten die Kicker vom SC Wismut 1956. Auch 1957 und 1959 reichte es für die Erzgebirger zum Titel.


Die sechziger und siebziger Jahre

In den 60-er und 70-er Jahren waren die größten Triumphe vorbei. Zum einem hatten Leistungsträger ihre Laufbahn beendet und zum anderen durfte Wismut nach 1963 zwar wieder mit dem Zusatz Aue antreten, doch als BSG besaß man schlechtere Bedingungen als der neu geschaffene SC Karl-Marx-Stadt, der zum Leistungszentrum des Bezirkes werden sollte.
Die Zeiten der Karriere von Willy Tröger, den Gebrüdern Wolf oder Manfred Kaiser näherten sich dem Ende. Neue Spieler wurden im Kader eingebaut, darunter Klaus Zink, Lothar Killermann, Dieter Erler und Gottfried Eberlein. Für sie galt es, die alten Haudegen würdig zu vertreten. 1965/66 wurden weitere junge Akteure in die Mannschaft integriert, so Dieter Schüßler, Konrad Schaller, Wilfried Göcke und Wolfgang Fischer.
Mit Bringfried Müller trat ein neuer Trainer an, der auf mehr Druck und Modifikation setzte. Die Mannschaft gewann an Kampfstärke und zeigte Moral. Dies zahlte sich aus, stets gelang es damals Wismut Aue, dem Abstieg aus eigener Kraft zu entrinnen.
Wismut Aue war 20 Jahre in der DDR-Oberliga. Die BSG behaupteten sich sportlich gegen die "privilegierten" Kontrahenten - schon dies verdiente Respekt. 1975 drohte der Abstieg. Wiederaufsteiger Halle und Wismut hatten Mühe, die Klasse zu halten. Im Grotewohlstadion sicherten sich die Erzgebirger zwar die Punkte, jedoch gelang in jener Saison nur ein einziger Auswärtssieg: 1:0 in Leipzig. So musste man sich am Ende beim Stralsunder Torhüter Schönig bedanken, der im Spiel gegen Hansa Rostock Achim Streichs Elfmeter in letzter Sekunde parierte - er sicherte den Veilchen damit den Klassenerhalt
1975/76 schaffte die Mannschaft den 6. Tabellenplatz. Ulrich Ebert löste 1970 Manfred Fuchs im "Kasten" ab. Der Saisonstart '76 misslang. Obendrein fühlte sich Bringfried Müller bei seiner Trainerarbeit bevormundet und kündigte. Manfred Fuchs übernahm von da an die sportliche Verantwortung. In jenen Jahren war es das Wichtigste nicht abzusteigen. Und das gelang!


Die Achtziger Jahre

Ein Aufschwung zeichnete sich ab. Man besann sich stärker auf alte Tugenden wie Kampf- und Teamgeist. Jürgen Escher, Holger Erler und Harald Mothes sind die Motoren, und 1981 tritt mit Hans-Ulrich Thomale jener Trainer an, der die Mannschaft Schritt für Schritt bis in internationale Wettbewerbe führt. Er brachte frischen Wind und ließ sich in seine Trainerarbeit nicht reinreden. Mit Steffen Krauß und vor allem Jörg Weißflog glückte jungen Spielern der Durchbruch.
In der Saison 1983/84 gelang die Qualifikation für den IFC-Wettbewerb. Die folgende Oberliga-Punktserie beendete Wismut als Tabellenvierter. So gut platziert war man seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr gewesen. Diesen Erfolg konnte die Elf 1987 wiederholen. Erneut wurde europäische Fußballkost in Aue serviert: Gegen Viking Stavanger, Eintracht Braunschweig und Silvia Prag blieben die Veilchen auf eigenem Platz in Intertoto-Wettbewerb ungeschlagen.
In den Achtzigern trat Wismut sogar im Uefa-Cup an: Dnepr Dnepropetrowsk, Valur Reykjavík, Flamurtari Vlora waren die Gegner. National freilich musste man sich im zu Ende gehenden Jahrzehnt wieder auf die Abstiegskämpfe orientieren. Die kräftezehrenden internationalen Verpflichtungen, Abgänge von Leistungsträgern wie Holger Erler und Jürgen Escher und häufige Trainerwechsel charakterisieren jene Zeit.
1988/89 rangierte die Wismutelf auf einem achtbaren siebten Rang, dies bedeutete erneut die Qualifikation für den IFC-Wettbewerb. Ein Jahr später geschaht das Unfassbare: In der vorletzten DDR-Oberligasaison musste Wismut Aue in die 2. Liga absteigen.


Die Neunziger Jahre

Nach dem Oberligaausstieg dampfte der Wismutzug Richtung Profifußball. Mit Klaus Toppmöller sollte es ein Trainer aus dem Westen schaffen. Der neue Coach blieb nicht nur die beiden vereinbarten Spiele bis Halbserienschluss, sondern wollte die Mannschaft in die 2. Bundesliga bringen. Sein "Co-Trainer" war Heinz Eisengrein. Aue startete seine Aufholjagd. Obwohl die Toppmöller-Jungs in Zwickau siegten, blieb der FSV Zwickau Tabellenführer, weil ein Spielabbruch nach Fanrandalen ein höheres Ergebnis verhinderte.
1991/92 versuchte Wismut unter Trainer Eisengrein erneut den Sprung in den bezahlten Fußball zu schaffen. Am Ende reichte der Rand zwei nicht aus: Aue blieb im Amateurbereich.
Drei bekannte Fußballer prägten die 90-er Jahre mit: Lutz Lindemann und Ralf Minge, Frank Liebermann. Lutz Lindemann ist von da an als Manager des FCE tätig und mit Gerd Schädlich wurde 1999 ein ausgezeichneter Fußballlehrer gefunden.


Das neue Jahrtausend

Am 1. Juli 1999 übernahm der damals 46-jährige Gerd Schädlich das Amt des Cheftrainers. Sofort im ersten Jahr konnte man sich für die neu gegründete Regionalliga Nord qualifizieren. Im Jahr 2003 wurde Erzgebirge Aue Meister der Regionalliga Nord und stieg somit in die 2. Bundesliga auf. Dies gilt bis heute als der größte Erfolg in der Geschichte des Vereins. Dort belegte der Verein nach der ersten Saison den 8. Tabellenplatz und konnte in den beiden folgenden Spielzeiten (2004/05 und 2005/06) jeweils den siebten Platz erreichen, 2006/07 wurde der FC Erzgebirge Zehnter.
Nach einer 0:5-Niederlage im letzten Spiel vor der Winterpause in der Saison 2007/08 bei 1860 München und dem damit verbundenen "Überwintern" auf einem Abstiegsplatz trat Schädlich am 17. Dezember 2007 nach mehr als acht Jahren von seinem Trainerposten in Aue zurück. Auch mit dem neuen Cheftrainer Roland Seitz rangierte der Traditionsverein jedoch weiter auf einem Abstiegsplatz. Am 21. April 2008 gab der FC Erzgebirge Aue dann offiziell die Trennung von Seitz bekannt. Nachfolger wurde Heiko Weber, der zuvor die 2. Mannschaft von Energie Cottbus betreute.
Im März gab Präsident Leonhardt bekannt, ab der kommenden Saison nicht mehr als Präsident zur Verfügung zu stehen und sein Amt nach 17 Jahren niederzulegen. Er wird in den Aufsichtsrat wechseln. Die Führung des Vereins soll dann in einer sportlichen und einer finanziellen untergliedert sein.