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2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

6. Spieltag - Samstag, 25.09.2010 - 13:00

Arminia Bielefeld - FC Erzgebirge Aue 0:1 (0:0)

Arminia Bielefeld: Dennis Eilhoff, Manuel Bölstler, Baldassare di Gregorio, Markus Bollmann, Arne Feick, Nils Fischer, Sebastian Heidinger, Kevin Kerr, Franck Manga Guela, Oliver Neuville, Besart Berisha; Trainer: Christian Ziege

Eingewechselt: 60. Alon Abelski für Besart Berisha, 65. Marwin Studtrucker für Sebastian Heidinger, 88. Orhan Mustafi für Kevin Kerr

Kader: Patrick Platins, Markus Schuler, Christ Kasela Mbona, Ensar Baykan

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Adli Lachheb, Thomas Paulus, Kevin Schlitte - Fabian Müller, Marc Hensel, Skerdilaid Curri, Oliver Schröder, Jan Hochscheidt - Sebastian Glasner; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 68. Enrico Kern für Sebastian Glasner, 72. Tobias Kempe für Jan Hochscheidt, 83. Jörn Wemmer für Skerdilaid Curri

Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, Tomasz Kos, Thomas Birk

Tore: 0:1 Thomas Paulus (Rechtsschuß, 87.)

Schiedsrichter: Christian Bandurski (Oberhausen)

Zuschauer: 9217

Gelbe Karte: Dennis Eilhoff, Sebastian Heidinger, Baldassare di Gregorio, Marwin Studtrucker / Sebastian Glasner, Adli Lachheb (2.), Oliver Schröder

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: "Den muss ich machen", das waren die wohl mit Abstand meistwiedergegeben Worte nach dem Spiel auf der Alm, wo die Veilchen sich mit einem späten 1:0-Elfmetertreffer völlig verdient aus der Affäre gezogen haben. Zuvor versiebten Feick (6.), Bollmann (10.) und Neuville (44.) auf Seiten der Bielefelder, Sebastian Glasner (24.), Skerdilaid Curri (31.) sowie zweimal Marc Hensel (52. /82.) für den FC Erzgebirge beste Tormöglichkeiten fast schon fahrlässig und unfassbar. Genauso unfassbar, das nach dem sechsten Spiel bereits der vierte Sieg samt einem Unentschieden auf der Habenseite der Auer stehen. Die Veilchen können sich über den besten Saisonstart aller Zeiten freuen. In sechs Jahren Zweitligaangehörigkeit sprangen nach sechs Spielen noch nie so viele Punkte heraus. Ein Wahnsinns Start: Tabellenplatz fünf, punktgleich mit dem Tabellenzweiten aus Cottbus - dies hätte vor der Saison wohl niemand gedacht. Zwar ist die minimalistische Torausbeute mit sechs Treffern in vier 1:0-Erfolgen nicht rekordverdächtig, dafür stehen die Veilchen mit der besten Abwehr im bezahlten Profifußball zur Stelle: Viermal zu Null gespielt, nur drei Gegentore bekommen und zwar allesamt in Osnabrück.
"Sensationell", stellte auch Trainer Rico Schmitt nahezu ungläubig fest. Zudem waren seine in "wild lime" spielenden Schützlinge, unterstützt von rund 250 mitgereisten Schlachtenbummler, zum ersten Mal in einem Auswärtsspiel dieser Saison auch spielerisch die bessere Mannschaft. Aue glaubte an seinen Erfolg und steckte bis zum Schluss nicht auf. Der Elfmeter drei Minuten vor Ultimo war der verdiente Lohn: Nach einem schnellen Spielzug über Jörn Wemmer hatte DSC-Schlussmann Eilhoff den für Sebastian Glasner eingewechselten Enrico Kern, der ihn umspielt hatte, am Torschuss gehindert und im Strafraum zu Fall gebracht. Thomas Paulus zeigte im Anschluss keine Nerven und verwandelte souverän ins linke untere Eck. "Der Sieg war völlig verdient", stellte Schmitt klar und befand: "Wir haben mit mehr Esprit gespielt und sind das Spiel etwas anders als beim 0:0 in München angegangen. Wir haben die Arminia eher und aggressiver gestört."
Sein Bielefelder Pendant Christian Ziege widersprach nicht: "Wenn es so läuft, muss ich einen Punkt mitnehmen und den Mund abputzen. Da kann man nicht bei einem Freistoß mit so vielen Leuten nach vorne rennen und dann aus einem Konter das entscheidende Tor kassieren." Das sei "anfängerhaft und dämlich" gewesen. Aue habe völlig verdient gewonnen. Der Auswärtssieg ging speziell aufgrund der zweiten 45 Minuten in Ordnung. Denn da kam von Arminia gar nichts mehr. Nur zur Beginn der ersten Hälfte zeigte der einstige Bundesligist seine stärkste Phase der Partie. Dabei köpfte der ehemalige Auer Arne Feick in der sechsten Minute das Leder nach einer Ecke von der Strafraumkante einen Meter neben das Tor und Bollmann machte es vier Minuten später ebenfalls nach einem Eckball nicht besser - drüber.
Doch nach dieser Sturm- und Drangphase bekamen die Lila-Weißen die Partie besser in den Griff. Mit gutem Pressing setzten die Erzgebirger Bielefeld dermaßen unter Druck, dass die Hausherren bald nicht mehr aus ihrer Hälfte herauskamen. Die Balleroberung klappte früh, nur der Abschluss passte nicht. So traf Sebastian Glasner die Hereingabe von Fabian Müller volley aus kurze Eck nicht richtig (24.). Sieben Minuten später legte der Solosturm mit dem Kopf auf den völlig freistehenden Skerdilaid Curri ab. Der 34-jährige Mittelfeldregisseur wollte seinerseits den etwas weit vor seinem Tor stehenden Keeper mit dem Kopf überlupfen, doch bekam dieser noch irgendwie die Fingerspitzen dazwischen und bugsierte den Ball aufs Tornetz. Bis zum Ende der ersten Halbzeit drückte Aue weiter aus Tempo. Selbst der erneut konsequente Abwehrhüne Adli Lachheb hielt es in der 42. Minute nicht mehr hinten aus, spielte im Vorwärtsdrang auf der linken Seite zwei Bielefelder aus, doch seinen Pass konnten weder Marc Hensel noch Sebastian Glasner in der Mitte verwerten.
Fast hätte sich die mangelnde Chancenauswertung trotz Feldüberlegenheit zwei Minuten später gerecht. Nach einem leichtfertigen Ballverlust im Mittelfeld stand Aue über die rechte Seite völlig offen. Die scharfe Hereingabe von Feick verpasste Thomas Paulus nur knapp und der hinter ihm stehende Neuville schoss den Ball aus drei Metern am Tor vorbei. "Diese Phase haben wir mit etwas Glück überstanden, räumte Schmitt ein. Mit einer Führung im Rücken hätte Bielefeld vielleicht mehr Sicherheit in die Aktionen bekommen können.
Und so änderte sich nach dem Wiederanpfiff nichts: Aue ergriff sofort die Initiative. Die Veilchen waren bissiger und technisch klar besser. Allein die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Vor allem Marc Hensel war seinem dritten Saisontreffer näher denn je. Zunächst kam er aus zehn Metern in halbrechter Position frei zum Schuss, platzierte den Ball aber neben den langen Pfosten (52.) und beim zweiten Versuch konnte der Mittelfeldspieler die Hereingabe von Fabian Müller nur mit dem Oberschenkel "weiterleiten" und setzte die Kugel ebenfalls neben das Tor (82.).
Die Ostwestfalen versuchten sich mit langen Bällen aus der Umklammerung zu befreien, doch war dies für Neuville und Co. mit gut 20 Zentimeter Untermass gegen Thomas Paulus und Adli Lachheb ein schweres Unterfangen. Ein 16-Meter-Flachschuss des ehemaligen Nationalspielers, den sich der sonst beschäftigungslose Martin Männel sicher schnappte, markierte die einzige Möglichkeit der Arminia im zweiten Durchgang (80.). Schiedsrichter Christian Bandurski aus Oberhausen hatte trotz sieben gelber Karten das Spiel im Griff, was aber bei den Blauen des Öfteren für Diskussionsstoff sorgte. Glasklar hingegen waren der Pfiff und der Fingerzeig auf den ominösen Punkt, von dem die Veilchen mit dem verwandelten Elfer schlussendlich den Platz als Sieger verließen. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  3 Ecken 5
  23 Freistöße 14
  50.5% Ballbesitz 49.5%
  11 Torschüsse 13
  108 Zweikämpfe 108
  44% - davon gewonnen 56%
  12 lange Bälle 22
  7 - davon nicht angekommen 16
  4 Gelbe Karten 3
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0