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2. Bundesliga 2011/12

Spielbericht

4. Spieltag - Sonntag, 14.08.2011 - 13:30

TSV 1860 München - FC Erzgebirge Aue 4:0 (2:0)

TSV 1860 München: Gábor Király - Antonio Rukavina, Christopher Schindler, Kai Bülow, Arne Feick - Dominik Stahl, Daniel Bierofka, Stefan Aigner, Daniel Halfar - Benjamin Lauth, Kevin Volland; Trainer: Reiner Maurer

Eingewechselt: 66. Manuel Schäffler für Kevin Volland, 76. Sandro Kaiser für Daniel Halfar, 79. Sebastian Maier für Dominik Stahl

Kader: Timo Ochs, Dennis Malura, Jonatan Kotzke, Bobby Wood

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Thomas Paulus, Adli Lachheb, Fabian Müller - Oliver Schröder, Marc Hensel, Kevin Schlitte, Tobias Kempe, Jan Hochscheidt - Mike Könnecke; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 46. Guido Kocer für Tobias Kempe, 46. Ronny König für Oliver Schröder, 66. Skerdilaid Curri für Mike Könnecke

Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, Nicolas Höfler, Christian Cappek

Tore: 1:0 Daniel Halfar (Linksschuß, 10. / Benjamin Lauth); 2:0 Daniel Halfar (Linksschuß, 45. / Daniel Bierofka); 3:0 Benjamin Lauth (Linksschuß, 69. / Antonio Rukavina); 4:0 Manuel Schäffler (Rechtsschuß, 72. / Daniel Halfar)

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Assistenten: Jan Seidel (Hennigsdorf), Martin Bärmann (Leipzig)
Vierter Schiedsrichter: Marcel Göpferich (Bad Schönborn)

Zuschauer: 24600 in der Allianz-Arena

Gelbe Karte: Christopher Schindler / Thomas Paulus (2.), Marc Hensel (2.), Kevin Schlitte (2.)

 
1 Männel
4 Paulus   5 Lachheb
      15 Klingbeil   30 Müller      
     
20 Schröder   22 Hensel
6 Schlitte     27 Kempe  17 Hochscheidt
     
8 Könnecke
     
   
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Die Statistik muss auch nach dem elften Aufeinandertreffen beider Teams nicht geändert werden. Drei Punkte für die jeweilige Gastmannschaft bleiben in den Duellen von Aue und 1860 weiterhin unberücksichtigt. Mit wenigstens einem Zähler wären die gut 2.000 Auer Schlachtenbummler aber schon zufrieden gewesen. Doch so kann man die sechste Ausfahrt zu den Bayern getrost in die Kategorie "Außer Spesen nicht gewesen" schieben. Und wenn diese Flaute weiterhin anhält, kommen sicherlich noch ein paar Nullrunden dazu. Die Tendenz entwickelt sich momentan in die falsche Richtung. Nach dem Auftaktsieg gegen Alemannia Aachen (1:0) und einer Punkteteilung bei den Ingolstädtern (0:0) folgte zuletzt gegen Karlsruhe die erste Saisonniederlage (0:2), nach der man eigentlich eine gewisse Trotzreaktion erwartet hätte. Das 0:4-Debakel spricht aber eine andere, deutliche Sprache. Zudem verliert der FC Erzgebirge zum zweiten Mal in Folge ohne einen eigenen Treffer erzielt zu haben. Die von Trainer Rico Schmitt bereits vor dem Saisonstart prognostizierte schwere Spielzeit ist so bereits nach dem 4. Spieltag eingetreten.
Es liegt so manches im Argen, wobei einiges auch hausgemacht zu sein scheint. Das Funkeln in den Augen ist den Spielern schon lange abhanden gekommen. Die Abwehr, ein Prunkstück aus längst vergangenen Zeiten, wackelt und die Stürmer, die von Spiel zu Spiel mit einer sehr hohen Rotationsgeschwindigkeit leben müssen, treffen nicht ins gegnerische Tor. Thomas Paulus, einer der wenigen Spieler, die sich nach der "Watschn" den Fans stellte, findet den schlechten Saisonstart aber nicht gänzlich überraschend. "Letztes Jahr als Aufsteiger hatten wir eine Euphorie und konnten damit von Spiel zu Spiel auf einer Welle reiten. Man sieht es ja jetzt auch bei Braunschweig. Dass es im zweiten Jahr wesentlich schwerer wird, war uns klar", sagte der 29-jährige Innenverteidiger. "Die Situation ist schwierig, aber nicht ausweglos", betont Rico Schmitt, der nach wie vor fehlende Bissigkeit sowie schwammige Zweikampfhärte bei seinen Akteuren bemängelt und auch dem Umfeld, wodurch seiner Meinung nach mit zu hohen Erwartungen in ein Spiel von Lila-Weiß gegangen wird, eine gewisse Teilschuld gibt. "Wir sind im Moment nicht in der Lage, den Gegner so zu attackieren, dass er sich nicht drehen und einen Konter starten kann", sagte der 42-jährige Coach nach dem Kantersieg der Münchner. Und so bleibt erneut viel Redebedarf bei allen Beteiligten. "Nur wenn wir uns jetzt jeder an die eigene Nase packen und nicht Vorwürfe gegen den anderen erheben, können wir uns von den letzten beiden Rückschlägen erholen", bemerkte Keeper Martin Männel, dem zusammen mit seinen Mannschaftskameraden einige schwierige Tage bevorstehen.
Die Löwen hingegen schwimmen förmlich auf ihrer Erfolgswelle weiter. Ein Torverhältnis von 12:4 nach vier Spieltagen spricht Bände. Schnell, schnörkellos und dank guter Individualisten immer auch mit einer überraschenden Note - so lässt sich deren Angriffsspiel beschreiben. "Im Spiel nach vorne war Aue ein Bummelzug, 1860 dagegen ein ICE-Express", zeigte sich Rico Schmitt jedenfalls tief beeindruckt. Zehn Minuten und zwei Chancen von Volland (4./8.) waren verstrichen, da zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Der nach einem missratenen Klärungsversuch von Kevin Schlitte vermeidbare Eckball wurde von 1860 kurz ausgeführt, Halfar lief entschlossen zur Strafraumgrenze und knallte die Kugel unhaltbar für den wegen fehlenden Durchblicks überraschten Martin Männel ins lange Eck. Ab da war die Messe für die Kicker aus dem Erzgebirge bereits gelesen. "Mit dem 0:1 ist uns auch ein bisschen der Glaube an uns selbst abhanden gekommen", konstatierte Rico Schmitt, dessen personelle Änderungen mit Fabian Müller und Jan Hochscheidt für Ronny König und Pierre Le Beau kaum für Spielverständnis in den eigenen Reihen sorgte. Offensivaktionen, wie der Kopfballversuch von Solosturm Mike Könnecke (19.) nach Hochscheidt-Hereingabe, waren seltene Momente im Spiel nach vorne. Zwar erarbeiteten sich die Veilchen fortan mehr Ballbesitz im Mittelfeld, doch war am gegnerischen Sechzehner die allbekannte Endstation. Die Mannschaft besitzt erwiesenermaßen einfach zu wenig Durchschlagskraft. Marc Hensels (24.) Distanzschuss aus 23 Metern, der wie Tobias Kempes Versuch (34.) links am Kasten von Király vorbeistrich, belegte dieses Manko deutlich. Aber auch bei der zuvor spielerisch überlegenen Maurer-Elf wurden die Möglichkeiten seltener. Außer einem Linksschuss von Lauth, den Martin Männel aus dem rechten unteren Eck kratzte, verbuchten die Löwen seit der 22. Minute kaum noch Zwingendes. Das Tempo hatte sichtlich nachgelassen. Dennoch wurde die Partie nicht nur wegen den hochsommerlichen Temperaturen auf dem Rasen hitziger - Gelb für Kevin Schlitte und Thomas Paulus. Zu allen Überfluss mussten die in grün aufspielenden Auer auch noch den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Nach Konter der Münchner stand Halfar frei vor dem herausgeeilten Martin Männel und lupfte die Kugel über den Keeper hinweg ins Tor zum 2:0-Pausenstand (45.).
Im zweiten Spielabschnitt zeigten die Veilchen zumindest ansatzweise Entschlossenheit, sich nicht kampflos geschlagen zu geben. Mit den eingewechselten Ronny König und Guido Kocer für Oliver Schröder und Tobias Kempe kam etwas mehr Schwung in die Offensive, allerdings fehlte es wiederholt an der Durchschlagskraft. Zu selten wurden die Angriffe profitabel zu Ende gespielt. Bei Ronny Königs Torschuss aus 14 Metern fehlte es obendrein an der Genauigkeit (54.) bzw. auch am Blick für den Nebenmann und Passgeber Kevin Schlitte. Selbst aus Standards konnte der FC Erzgebirge kein Kapital schlagen: Zwei Freistöße und fünf Eckbälle innerhalb von sieben Minuten blieben (auch mit tatkräftiger Unterstützung des Referees) allesamt ungenutzt. In der 65. Minute wäre der Anschlusstreffer durchaus verdient gewesen. Nach feiner Kombination über Marc Hensel und Ronny König zog Jan Hochscheidt aus dem linken Rückraum ab, der abgefälschte Ball strich nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Mittenrein in die Auer Drangphase zeigte der Gastgeber eindrucksvoll, was den Unsrigen fehlte - Vollstreckerqualitäten. Rukavina flankte von rechts zentral an den 16er, wo Lauth den zögerlich agierenden Adli Lachheb aussteigen ließ und die Kugel im Anschluss ins linke untere Eck zum 3:0 platzierte. Nur 180 Sekunden später prangerte auch noch das 4:0 an der Videowand. Martin Männel konnte den durchgebrochenen Halfar im Fünfmeterraum zwar unsanft stoppen, doch Schiedsrichter Daniel Siebert entschied auf Vorteil, da der eingewechselte Schäffler an den Ball kam und aus fünf Metern nur noch ins leere Tor einschob (72.). Die Sache war damit gegessen und Aue bekam seine Grenzen eiskalt aufgezeigt. Selbst ein Ehrentor wollte nicht gelingen: Ronny König hatte sich rechts durchgesetzt, bediente den seit der 66. Minute mitwirkenden Skerdilaid Curri, der am Elfmeterpunkt stehend die Kugel volley aber auf den zweiten Rang der Allianz-Arena ballerte (81.). Der überpünktliche Abpfiff des Unparteiischen kam den Mannen von Rico Schmitt daher ganz recht. Doch wartet am kommenden Samstag bereits der nächste schwere Brocken auf das angeknackste Auer Team. Die Veilchen sind hierbei zu Gast beim ambitionierten Aufsteiger Braunschweig. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
FCE Homepage 55% Ballbesitz 45%
1860 Homepage 11 Torversuche 12
Block-A 6 Schüsse aufs Tor 1
Kicker 5 Schüsse neben das Tor 11
MDR 21 Freistöße 10
  5 Eckbälle 8
  0 Abseits 0
  26 Einwürfe 15
  1 Gehaltene Bälle 2
  14 Abstöße 10
  10 Fouls 21
  1 Gelbe Karten 3
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0