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FC Erzgebirge Aue - VfB Lübeck 'Sieg zum Abschluss der englischen Woche'

Die Erleichterung über das 2:0 war merklich spürbar - Bei Fans und Spielern!
Die Erleichterung über das 2:0 war merklich spürbar - Bei Fans und Spielern!
Es zog sich durch wie ein roter Faden. Schaut man in die Statistik der Partien in der 1., 2. und 3. (Bundes)Liga, so wird man feststellen, dass es verhältnismäßig viele Elfmeter und Platzverweise gab. Insgesamt zwölfmal zeigten die Unparteiischen auf den Punkt, stellten sieben Spieler vom Platz, vier davon mit glatt Rot. Auch der FC Erzgebirge Aue hat bei dieser Statistik mit eingewirkt, beanspruchte ebenfalls einen Elfmeter und einen Platzverweis für sich. Am Ende blieben die drei Punkte dennoch im Erzgebirge. Mit 2:0 gewann der Kumpelverein gegen den weiterhin abstiegsbedrohten VfB Lübeck und sprang vorübergehend auf den achten Platz der 3. Liga.

Aufgrund zweier Gelbsperren musste Pavel Dotchev seine Elf bereits gegen Lübeck dementsprechend umbauen. Für die Pausierenden Marvin Stefaniak und Niko Vukancic durften Kilian Jakob und Korbinian Burger ran. Die ersten Minuten der Partie waren fast ein Abklatsch des vergangenen Heimspiels gegen Rot-Weiss Essen. Die Gäste gleich mal mit richtig Druck auf dem Füller, liefen hoch an und fackelten nicht lange beim Abschluss. Einzig der frühe Gegentreffer bleib aus, da Martin Männel gegen Sommer sensationell parierte (2.).
 
Bei Marcel Bärs zehntem Saisontreffer konnte der ehemalige Auer Keeper Philipp Klewin nicht mehr entscheidend eingreifen.
Bei Marcel Bärs zehntem Saisontreffer konnte der ehemalige Auer Keeper Philipp Klewin nicht mehr entscheidend eingreifen.

Durch das weite Aufrücken der Lübecker, die mit Philipp Klewin und Ulrich Taffertshofer zwei Rückkehrer an alter Wirkungsstätte hatten, bekam Aue allerdings viel Platz zum Kontern. Verfehlten die Abschlüsse von Mirnes Pepic (5.) und Omar Sijaric (11.) noch ihr Ziel, so war der dritte Schuss aufs Tor drin. Bei einem blitzsauberen Konter bediente der auf links durchgestartete Kilian Jakob den eingerückten Marcel Bär, der sich sein zehntes Saisontor aus wenigen Metern nicht mehr nehmen ließ (14.). Die Lebensversicherung des FCE ist mittlerweile zum viertbesten Torjäger der Liga avanciert.

Mit der Führung im Rücken hatte Aue Blut geleckt, rannte unentwegt Richtung Gästetor und ließ Lübeck kaum Zeit für Entlastung. Das große Manko bei den Veilchen jedoch, es blieb trotz guter Möglichkeiten nur beim 1:0-Pausenstand, da Borys Tashchys Kopfball zu hoch angesetzt war (25.), Tim Danhofs überraschender Abschluss noch pariert werden konnte (27.) und der höchstwahrscheinlich elfte Saisontreffer von Marcel Bär aufgrund einer Abseitsposition nicht gegeben wurde (35.). So hatten die Lila-Weißen die von Aues Sportgeschäftsführer Matthias Heidrich geforderten Eigenschaften, wie Spielfreude, Mut im Ballbesitz, variable und zielstrebige Angriffe, erfolgreich umgesetzt, nur an der Chancenverwertung haperte es noch ein wenig.
 
Die erste glatt Rote Karte der Saison für Aue musste Nachrücker Korbinian Burger einstecken.
Die erste glatt Rote Karte der Saison für Aue musste Nachrücker Korbinian Burger einstecken.

Im zweiten Durchgang und einem Dreifachwechsel von Gäste-Coach Schnorrenberg entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie, die ab de 57. Minute aber zu kippen drohte. Startelf-Nachrücker Korbinian Burger brachte sich durch einen Stockfehler selbst in Bedrängnis und lief Velasco in die Parade. Schiedsrichter Dr. Max Burda wertete den Zusammenprall kurz nach der Mittelinie als Notbremse, die mit glatt Rot geahndet wurde. Das mit 6.219 Zuschauern halbleere Erzgebirgsstadion nun völlig aufgebracht, da auch die weiteren Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns fast nur gegen Aue liefen. Der Unruhe und die Empörung auf den Rängen erfasste auch die Akteure auf dem Grün - es wurde hitziger und die Zweikämpfe härter, mit teils wildem Einsteigen. Erst nach 15 Minuten beruhigten sich alle Protagonisten wieder und erlebten eine Schlussphase, die es in sich hatte.

Während die Lübecker alles versuchten, auf den Ausgleich zu drängen, aber immer in der vielbeinigen Abwehr der dezimierte Erzgebirger steckenblieben, sollte nach den zwei vergebenen Chancen von Sean Seitz (74. / 83.) sein drittes Dribbling erfolgreich für Aue enden. Sommer fuhr den für Borys Tashchy eingewechselten Außenbahnspieler in die Beine, Schiedsrichter Dr. Max Burda entschied sofort auf Strafstoß, den Mirnes Pepic zum wohl vorentscheidenden 2:0 für Aue verwandelte. In Sack und Tüten war die Begegnung allerdings noch nicht, denn Maximilian Thiel humpelte seit der 87. Minute verletzungsbedingt ‘wie eine Kurbelwelle’ übern Platz. Aue spielte quasi nur noch zu neunt und stand in der fünfminütigen Nachspielzeit auch noch wütenden Angriffe des VfB gegenüber. Breiers Abschluss klärte Erik Majetschak mit dem Kopf auf der Linie (90. +2) und Sommers abgefälschter Ball parierte Martin Männel sensationell mit blitzartigen Reflex (90. +4). Danach war zum Glück Feierabend und der FCE behielt zum Abschluss der englischen Woche zum zweiten Mal nacheinander die drei Punkte im Gebirge.
 
Lübecker Anhang - ein Sammelsurium aller Berufsgruppen, auch Gas- und Wasser(de)installateure
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Für die Lübecker endete hingegen die Serie von drei Spielen ohne Niederlage. Die Gästefans aus der Hansestadt hatten sich wohlweislich darauf eingestellt, ließen ihren Unmut bereits vor Anpfiff freien Lauf und demolierten die Toilettenanlagen und Waschbecken im Gästebereich. “Man versucht ein guter Gastgeber zu sein und den Stadionaufenthalt für die Gäste so angenehm wie möglich zu gestalten und dann finden sich einige Unverbesserliche, die das Ganze trüben”, sagte Aues Vorstandsmitglied Robert Scholz. Ob die sanitären Anlagen für das kommende Heimspiel gegen 1860 wieder benutzbar sind, scheint fraglich. Der Verein stellte zunächst Strafanzeige und hofft, so die Randalierer ausfindig zu machen und in Regress nehmen zu können.

Spielbericht
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