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Hallescher FC - FC Erzgebirge Aue 'Scheenes Ding'

Drei Punkte im Sack bzw. im gestrickten Bierbecherhalter.
Drei Punkte im Sack bzw. im gestrickten Bierbecherhalter.
Der Hallescher FC ist für den FC Erzgebirge Aue in dieser Saison ein sehr guter Punktelieferant. Hat der Kumpelverein bereits das Hinspiel mit 3:1 gewinnen können, so gingen die Veilchen auch in der gestrigen Rückrundenpartie an der Saale mit 3:2 als Sieger vom Platz, konnten damit nicht nur einen Drittligagegner doppelt schlagen, sondern auch gegen den HFC zum zweiten Mal einen Rückstand zu ihren Gunsten drehen – alles schön eingepackt in einer mehr als ereignisreichen Begegnung. Die seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg wartenden Hallenser gingen durch ihren Goalgetter Baumann in Führung (20.), den Ausgleich durch Marco Schikora (38.) drehte Gayret (40.) erneut. Kurz vor der Pause schlug Marcel Bär (44.) für Aue zurück. Nach einer Notbremse an Aues Toptorjäger sah HFC-Verteidiger Vollert (65.) die Rote Karte, Marvin Stefaniak (66.) verwandelte vor 9.326 Fans den daraus resultierenden Foulelfmeter zum dritten Auswärtssieg der Saison.
 
Auf dem Grund des alten Kurt-Wabbel-Stadions präsentierte sich der restlos ausverkaufte Gästeblock lautstark und siegessicher.
Auf dem Grund des alten Kurt-Wabbel-Stadions präsentierte sich der restlos ausverkaufte Gästeblock lautstark und siegessicher.

Pavel Dotchev, der mit der Hereinnahme von Mirnes Pepic für Erik Majetschak nur eine personelle Veränderung vornahm, war über den Ausgang des Spiels nicht überrascht: “Das war ein verrücktes Spiel, wie ich es erwartet habe”, sagte der Auer Coach und betont: “Es wäre ein GAU gewesen, wenn man bei den vielen Chancen nicht gewonnen hätte, denn eine Niederlage wäre ein richtiges Handicap gewesen.” Für den 58-jährigen Bulgare liegt der Fokus nämlich schon auf das nächste Prestige-Duell am kommenden Sonntag zu Hause gegen Dynamo Dresden: “Das sind alles ganz besondere Spiele, nicht nur für den Club und die Fans, sondern für die ganze Region. Daher gibt uns dieser Sieg viel Selbstvertrauen.”

Bis es soweit war, mussten die 1.400 mitgereisten Auefans im abermals proppenvollen Gästeblock zunächst wilde 90 Minuten über sich ergehen lassen. Für den ersten Aufreger sorgten wie so oft in den vergangenen Wochen die Protestaktionen gegen die Investorenpläne der Deutschen Fußball Liga. So flogen nach zwölf Minuten allerhand Tennisbälle aus dem HFC-Block aufs Feld. Als Schiedsrichter Nico Fuchs nach dreiminütiger Unterbrechung wieder anpfeifen wollte, erfolgte die nächste Welle.
 
Die Proteste gegen den DFL-Investoreneinstieg gingen am Wochenende weiter, auch in Halle.
Die Proteste gegen den DFL-Investoreneinstieg gingen am Wochenende weiter, auch in Halle.

Mit der Androhung eines Spielabbruchs ging es nach insgesamt sechseinhalb Minuten weiter. Der Konzentration von Niko Vukancic hatte die Unterbrechung leider nicht gutgetan. Ein Rückpass des Verteidigers zu Schlussmann Martin Männel geriet zu kurz, Halles Routinier Baumann spritzte dazwischen und erzielte aus spitzem Winkel sein 13. Saison-Tor.

Die Veilchen, die die 2:5-Schmach aus der vergangenen Saison noch nicht vergessen hatten, taten sich auch weiterhin schwer, Chancen zu kreieren. Nichtsdestotrotz zappelte der Ball in der 38. Minute im Netz. Marco Schikora köpfte zu seiner Torpremiere in dieser Saison einen Stefaniak-Freistoß ins lange Eck. Doch die Freude hielt nur kurz. Gayret brachte seine Farben bereits zwei Minuten später durch einen abgefälschten Standard aus 20 Metern erneut in Führung. Bitter zudem, die Entscheidung auf Foulspiel von Omar Sijaric konnte nicht wirklich nachvollzogen werden. Und ehe Schiedsrichter Nico Fuchs den ersten Durchgang beendete, stellte Aue abermals den Ausgleich her. Für die flache Hereingabe von Kilian Jakob fühlte sich in der HFC-Abwehr keiner zuständig, Marcel Bär sagte Danke und drückte seinen elften Saisontreffer zum 2:2-Pausenstand über die Linie.
 
Zwischen Freud und Leid liegen oft nur Sekunden - Niko Vukancic muss mit einer Schulterverletzung vom Platz.
Zwischen Freud und Leid liegen oft nur Sekunden - Niko Vukancic muss mit einer Schulterverletzung vom Platz.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Veilchen die reifere Spielanlage, standen in der Abwehr endlich stabiler und hätten in der 52. Minute durch Omar Sijaric, der HFC-Keeper Schulze aus fünf Metern nicht überwinden konnte, in Führung gehen müssen. Was für ein Brett. Der nächste Kummer ließ nicht lange auf sich warten. Niko Vukancic fiel unglücklich auf die Schulter und wurde mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ausgewechselt. Doch nach Regen folgt meistens Sonne.
 
Zwischen Freud und Leid liegen oft nur Sekunden - ein demütiger Marvin Stefaniak nach dem verwandelten Foulelfmeter zum 3:2-Auswärtssieg.
Zwischen Freud und Leid liegen oft nur Sekunden - ein demütiger Marvin Stefaniak nach dem verwandelten Foulelfmeter zum 3:2-Auswärtssieg.

So geschehen in der 65. Minute, die zum Knackpunkt des Spieles wurde. Vollert griff im HFC-Strafraum gegen Marcel Bär zur Notbremse, erhielt dafür die Rote Karte und Marvin Stefaniak verwandelte den Elfmeter souverän zum 3:2 für Aue, welches bis zum Schluss Bestand haben sollte. Der FCE gewonnen, der EHV am Freitag ebenfalls - scheenes Ding und Dresden kann kommen.

Spielbericht
Fotos vom Spiel

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