1926 - So sah der ursprüngliche Bauplan aus1927 - Der Lößnitzbach musste für die neue Sportstätte aufwendig verlegt werden
In den 1920er Jahren beklagten die Auer Bürger den Mangel an öffentlichen Sport- und Spielstätten. Der Bau eines neuen Stadions sei längst überfällig. 1925 wurde deshalb das Bauamt der Stadt mit der Planung einer großen Sportplatzanlage beauftragt. Die Verwaltung entschied sich auf der Suche nach einem geeigneten Platz schließlich für die Bechergutswiesen in der Nähe des damaligen Schlachthofs. Das Gelände auf dem Zeller Berg, am Ortsausgang in Richtung Lößnitz gelegen, bot sich auch wegen der landschaftlich schönen Stadtrandlage an. Als nachteilig wurde damals der anscheinend sehr wasserreiche Grund angeführt. Dennoch begann der Bau am 16. Juni 1926. Der Lößnitzbach musste für die neue Sportstätte aufwendig verlegt werden. Knapp zwei Jahre später (27. Mai 1928) wurde das 29.000 Quadratmeter große "Städtische Stadion" mit zwei Tennisplätzen und je einer 400- und einer 100-Meter-Laufbahn sowie mit Schlackendecken versehene Übungsfelder für Fußball, Handball und Hockey seiner Bestimmung übergeben. Statt der im Vorprojekt angedachten Massivbauten wurden zunächst nur Holzbauten errichtet, die ein kleines Kassenhäuschen, Erfrischungsräume mit Küche, eine kleine Sportgaststätte sowie eine kleine Wohnung beinhalten. In einer weiteren einstöckigen Baugruppe gab es Kleiderablagen, Wasch- und Duschräume für Damen und Herren, Geräte- und Sanitätsräume. Auf dem neuen Areal konnten auch Kugelstoßen, Wurf- und Springübungen ausgeführt werden. Die Arena war somit fortan Schauplatz herausragender Spiele und Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten. Der Zuschauerstand bot für 12.000 bis 15.000 Zuschauer Platz. Drei Jahre nach der Eröffnung erlebte das Stadion seinen ersten fußballerischen Höhepunkt. Am 31. Oktober 1931 spielte, vor immerhin 8.000 Zuschauern, der damals berühmte Dresdner Sportclub mit Richard Hofmann gegen eine Erzgebirgself, die sich mit 1:12 geschlagen geben musste.
In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war die Durchführung von Spielen im Städtischen Stadion mit Schwierigkeiten verbunden. Einheiten der Roten Armee nutzten es zur Ausbildung und zu Wettkämpfen. Weiterhin waren die materiellen Bedingungen denkbar schlecht. Aus diesem Grund gründete sich 1946 die Sportgemeinschaft Aue, aus der zwei Jahre später die BSG Pneumatik Aue hervorging. Trägerbetrieb war ab 1949 die SDAG Wismut, die sich zum größten Betrieb des Erzgebirges entwickelt hatte. 1950 spielte man auch wieder erfolgreichen Fußball. Die arg strapazierte Sportstätte war dem enormen Andrang jedoch nicht mehr gewachsen. Somit entstand nach nur viermonatiger Bauzeit anstelle des städtischen Stadions eine Arena mit Wettkampfstätten für Leichtathleten, Schwimmer und Ballsportler. Die Einweihung nahm am 20. August 1950 der damalige Ministerpräsident der DDR Otto Grotewohl vor. Seinen Namen trug das Stadion, welches 22.000 Sitzplätze bot, bis 1991. So zog das "Old Otto" in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht nur durch den Fußball (Länderspiel DDR-Algerien, Olympiaqualifikationsspiel DDR-Portugal) die Aufmerksamkeit auf sich. In den Jahren 1955 und 1957 fanden in Aue auch Leichtathletik-Länderkämpfe gegen Bulgarien und Rumänien statt.
Mit den großartigen Erfolgen der Wismut-Fußballer in den 50er Jahren (1956, 1957 und 1959 gewann man den DDR-Titel sowie 1955 den FDGB-Pokal) lockte man immer mehr Zuschauer ins Otto-Grotewohl-Stadion, worauf weitere Investitionen erforderlich waren. 1955 wurde das Sportlerheim fertiggestellt, das auch Wohnungen für Spieler, Trainer und Gäste beherbergte. Heute befindet sich in dem Gebäude die Vereinsgeschäftsstelle und die Stadiongaststätte 'Stadionblick'. Ein Jahr darauf wurde die Tribüne fast über die gesamte Platzlänge hin überdacht und bot somit rund 3.000 Zuschauern erstmals einen Wetterschutz. Parallel dazu wurde ein neuer Spieler-Einlauftunnel fertiggestellt, sodass die Protagonisten hinter dem Spielfeld durch einen unterirdischen Gang das Stadion erreichen konnten. Der Ausstieg ragte an der höchsten Stelle ca. 65 cm über Gelände, wobei die zweiflüglige, damals noch Brettertür, mit Pappeindeckung eine Neigung von rund 11 Grad erhielt. Im Herbst 1958 erfolgten weitere Verbesserungsarbeiten im Stadion und man wandelte die Kurven in Stehplätze um. Man trug abermals den erhöhten Zuschaueraufkommen in dieser Zeit Rechnung. 1964 wurde dann der Turm mit Uhr und Anzeigetafel abgerissen, um die Einfahrt für die Radsportler der Friedensfahrt zu vergrößern. Der Ersatzbau des Anzeigeturmes befand sich später oberhalb der unüberdachten Gegengeraden. Dort wurden neben dem aktuellen Spielstand auch die Bruttospielzeit einer Halbzeit angezeigt. Dafür gab es eine spezielle Uhr, mit nur einem Zeiger, der sich im Dreiviertel-Stunden-Takt drehte. Überdies entstand auch ein zusätzlicher Ausgang von der Gegengeraden zum Sportlerheim und Haupteingang am Bahnübergang Richtung Aue.
Im November 1968 gab es den Neubau des 14 Meter langen Kassengebäude am Haupteingang. Die Kosten beliefen sich auf 58.472 Ostmark. Über den zehn Kassen-Schaltern prangten zudem die markanten Groß-Buchstaben Otto-Grotewohl-Stadion, die bis Ende der 1980er Jahre, als das Stadion abermals umfassend umgebaut wurde, Bestand haben sollten.
Beim Bau des Otto-Grotewohl-Stadions im Jahre 1950 wurde auch ein Freibad hinter der Haupttribüne geschaffen. Das Schwimmbecken hatte eine Größe von 50 mal 20 Meter und besaß einen Dreimetersprungturm. Das Becken begann mit einer Anfangstiefe von 1,10 Meter und war dann im Sprungbereich 4,50 Meter tief. Das Schwimmbassin war erst im Sommer 1952 für die Allgemeinheit zugänglich gemacht worden und entwickelte sich schnell zum Anziehungspunkt für die Freunde des Schwimmsports. Den Badegästen standen eine große Zahl Ruhebänke und Liegepritschen zur Verfügung und auch eine schöne, schattige Liegeweise am Waldesrand. Das Bad wurde als öffentliche Anlage der Stadt Aue bis 1986 genutzt. Hier fand auch, jedoch nur bei schönem Wetter, das Training der Schwimmer von Wismut Aue statt. Aber nur am späten Nachmittag oder am Abend. Dafür wurden zwei Bahnen vom öffentlichen Badebetrieb abgetrennt. Bei schlechtem Wetter und in den Wintermonaten wurde es in die Schwimmhalle der Zeller Schule verlegt. Im Sommer 1995 wurde das Freibad dann endgültig zugeschüttet. Es war seit Sommer 1986, mit Beginn der damaligen Umbaumaßnahmen im Otto-Grotewohl-Stadion, aus Sicherheitsgründen nicht mehr in Betrieb.
Von Sommer 1986 bis August 1992 gingen die Umbau-Maßnahmen also von neuem los, da das Otto-Grotewohl-Stadion den damaligen internationalen Ansprüchen nicht mehr gerecht wurde und zudem die Teilsperrung nach dem Einsturz der damaligen Auer Stehplatz-Fankurve im März 1981 zwingende Maßnahmen erforderten. Politischen Erwägungen, eine BSG wie Wismut Aue durfte kein attraktiveres Stadion besitzen als ein DDR-Club, und ökonomische Zwänge gestalteten den Bauablauf wesentlich aufwendiger als vorher erdacht und geplant. Trotz dieser Schikanen ging es nach fünfjähriger Planung dem baufälligem Stadion ans Eingemachte. Die Gegengeraden wurden komplett abgerissen und neue Zuschauertraversen mit rund 3.300 unüberdachten Sitzplätzen aufgebaut. Weiterhin wurden die Tribünenüberdachung in den Kurven erweitert, eine Regiezentrale mit VIP-Raum und Reporterkabinen nach West-Standard eingerichtet, moderne Umkleidekabinen und Sozialräume geschaffen, der Eingangsbereich neu gestaltet sowie eine Tartanlaufbahn aus dem Boden gestampft.
Besonders stolz war man auf die vier im Herbst 1988 errichteten Flutlichtmasten. Am 9. Spieltag in der DDR-Oberliga empfing Wismut Aue im heimischen Otto-Grotewohl-Stadion den 1. FC Union Berlin. 10.500 Zuschauer bewunderten an jenem 22. Oktober 1988 bei diesig-trüben Wetter Aues neue Flutlichtanlage. Die Montage der vier Masten begann unmittelbar nach dem Heimspiel zuvor gegen den FC Hansa Rostock (2-0) Ende September 1988. Die BSG-Leitung hatte extra für diesen Kraftakt zwei Auswärtsspiele in Folge beim DFV Samstag beantragt. An den beiden folgenden Oberligaspieltagen 7 und 8 mussten die Wismut Fußballer in Halle beim HFC Chemie (Fr. 30.9./1-1) und beim Bezirksrivalen in Karl-Marx-Stadt (Mi.12.10./2-4 Niederlage) antreten. Zwischen diesen beiden Punktspielen gab es für Wismut außerdem noch in Eisenhüttenstadt ein Pokalspiel zu absolvieren. In der 2. Hauptrunde des FDGB-Pokals (Sa. 8.10.) gewann die Mannschaft von Trainer Uli Schulze dort beim damaligen Zweitligisten mit 5-0. Zwischen den beiden Heimspielen gegen Rostock und Union hatten die Bauleute nur ganze 27 Tage Zeit um die vier Masten zu montieren. Denn das Oberligaspiel gegen die Berliner konnte ebensowenig verschoben werden, wie den damals zweitgrößten Kran der DDR, ein Gottwald AK 350/270 von der VEB IMO Merseburg mit einer Hubkraft von 270 t, länger als vertraglich vorgesehen am Einsatzort zu belassen. Es war schon damals im Jahre 1988 eine kleine Sensation, das eine Betriebssportgemeinschaft eine Flutlichtanlage bekam. Aue war somit erst das 11. Stadion in der DDR, das so eine Anlage bekam. Bis dahin war es nur 9 Clubs vorbehalten sowie den Zentralstadion in Leipzig. Die spätere Verkabelung sowie die Montage der insgesamt 190 Flutlichtscheinwerfer übernahm die Schwarzenberger PGH Elektroanlagenbau, Projektierung und Autolicht. Die Genossenschaft war spezialisiert auf den elektrischen Ausbau von Sportstätten und hatte schon an den Flutlichtanlagen in den Stadien Magdeburg und Erfurt mitgewirkt. Der damalige Meister Klaus die alten Lampen aus der CSSR importierten Halogen-Metalldampflampen RVI 2000. Foto: Burg Wendler erinnert sich: „Für das Hochschaffen der einzelnen Scheinwerfer je Mast entwickelten wir extra einen Seilaufzug. Jede Lampe musste nach einem Belichtungsplan einzeln per Hand eingestellt werden. Das dauerte Stunden.” Die komplette Anlage wurde dann anläßlich des 1000. Oberliga Spiel von Wismut Aue gegen den damaligen Spitzenreiter 1. FC Magdeburg am 13. Oktober 1989 einem torlosen Unentschieden eingeweiht.
Die neue große Anzeigetafel ging zum IFC-Spiel gegen Örgryte Göteborg (0:1) am 1. Juli 1989 in Betrieb. Im Oktober 1991 übereignete die Treuhandanstalt das Stadiongelände, das bis dahin Eigentum der SDAG Wismut war, dem damaligen Landkreis Aue. Der alte Stadionname wurde einen Monat später ebenfalls abgelegt und durch den seinerzeit amtierenden Landrat Heinz-Günther Krauß feierlich in "Erzgebirgsstadion" getauft. Zur Stadionnamen-Weihe am 26. November 1991 hatte sich der zuvor in FC Wismut Aue umbenannte Verein den damaligen Bundesligist 1. FC Nürnberg eingeladen. Leider boten die Franken nur ihre zweite bzw. dritte Garnitur auf, was mit Pfiffen von den Rängen quitiert wurde. Einzig der Wismut gebührte an diesem Abend und nach dem klaren 3:0-Erfolg die Anerkennung, auch weil man sich vor vor den Fans wieder zu rehabilitieren versuchte. Denn Sportlich war Aue da schon auf dem absteigenden Ast, was im Mai 1990 mit dem ersten Abstieg seit Oberligazugehörigkeit anfing. 1991 verfehlte man nur durch das schlechtere Torverhältnis die Relegationsspiele zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Zuschauerzahlen gingen danach in den vierstelligen, teilweise sogar dreistelligen Bereich zurück. Der Umbau schritt aber dennoch weiter voran und konnte am 19. September 1992 endlich als beendet vermeldet werden. Zwölf Jahre lang wurde im Erzgebirgsstadion neben den Regionalliga-Partien des mittlerweile umbenannten FC Erzgebirge Aue vermehrt Großveranstaltungen durchgeführt. So nutzten Herbert Grönemeyer (Mai 1991) und die Kelly-Family (Juni 1995) das Areal für ihre Konzerte und auch die Zeugen Jehovas hielten in den Jahren 1993, 1999, 2001, 2002 und 2003 im Stadion diverse Bezirkskongresse ab. Viermal konnte der DFB-Ligapokal (1997, 1989, 1999 und 2002) ins Erzgebirge geholt werden. Als am 03. August 1998 das Halbfinale des Ligapokals ausgetragen wurde, platzte des Stadion auch aufgrund der Begegnung Bayer 04 Leverkusen gegen Bayern München (0:1) mit 20.000 Besuchern seit langem wieder einmal aus allen Nähten.
Dies änderte sich erst wieder mit dem sagenhaften Zweitliga-Aufstieg im Juni 2003. Der Verein und seine Partner sowie als Eigentümer der Landkreis mussten nun neben bautechnische, auch DFL-Anforderungen umfassend erfüllen. Die Liste der weiteren Investitionen war lang. Neue Kommunikationsanlagen, ein großer und ein kleiner Naturrasenplatz, zwei Kunstrasenplätze (einer davon beheizbar), Kameraturm, eine normgerechte und stabile 2,20 Meter hohe Zaunanlage, Blitzschutzanlage, eine neue unterbrecherfreie Notstromversorgung, ein neuer Gästeeingang mit neuem Kassenbereich, Hochwasserschutz, zusätzliche Parkflächen im VIP-Bereich, WC für Behinderte und manches mehr. Demzufolge starteten am 24. Mai 2004 gleich nach dem Ende der ersten Auer Zweitligasaison die Umbauarbeiten für die Modernisierung des Erzgebirgsstadion. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Einbau der Rasenheizung und der Tartanbahn. In vier Tagen mussten 4.000 Tonnen Aushub weggeschafft und 5.000 Tonnen neues Material aufgebracht werden. Den alten Rasen konnte man für 5 € pro m² kaufen. Danach erfolgten die Arbeiten für die komplette Entwässerung einschl. 2 km Sickerleitungssystem und der Beregnungsanlage. Als die Firma Gehlert die Rasenheizung verlegt hatte, wurden 8000 m² bzw. 200 Tonnen Rollrasen aufgebracht. Da teilweise unter schlechter Witterung gebaut werden musste, hatte man schon Sorgen, den Termin (15. August 2004 - 1. Heimspiel gegen 1860 München) nicht zu halten. Denn für das Aufspritzen und Trocknen der neuen Tartanbahn aus wasserdurchlässigem Polyurethanbelag brauchte man dafür viel Sonne. Das Wetter spielte mit und seitdem strahlt die Tartanbahn in den Vereinsfarben Lila-Weiß.
--> zur Fotostrecke Stadionumbau 2004
Zwischenzeitlich bekamen wir - als "Geschenk" sozusagen - vom ehemaligen Hauptsponsor 'Victoria Versicherungen' eine Videoleinwand, welche ihre Dienste früher im alten Parkstadion auf Schalke verrichtete. Dabei musste die alte Anzeigetafel, die 15 Jahre das ein oder andere befriedigende Ergebnis ins weite Rund ausstrahlte, abgerissen und die alten Fundamente vergrößert werden. Die Pixelgröße bzw. Rastermaß der "Neuen" betrugen 28mm, die Fläche von 64,24m² ergab sich aus den Maßen 7,17m Höhe und 8,96m Breite. Von nun an wurde der Zuschauer noch besser und umfassender vorm, während und nach dem Spiel informiert. Dazu zählte auch die Wiederholung von Toren für die Wismut. Mit der Installation der Schalensitze auf der überdachten Tribüne wurden neben dem verbesserten Sicherheitskonzept schrittweise auch die Auflagen der DFL erfüllt - summasumarum 5 Millionen Euro. Das Geld wurde neben den FCE-Eigenmitteln vor allem vom Landkreis und Regierungspräsidium bereitgestellt. Enthalten ist zudem ein Anteil aus dem Fluthilfefonds des Freistaates Sachsen, denn das Hochwasser im August 2002 hatten schwere Schäden auf den Plätzen sowie an der eben aufwändig sanierten Sporthalle verursacht.
--> zur Fotostrecke Videowand
Bis zum Sommer 2010 setzte der Erzgebirgskreis zur Modernisierung der Auer Sportstätte noch eins drauf. Ausgaben von rund 2,2 Millionen Euro waren dafür insgesamt geplant, wovon der Landkreis als Eigentümer der Immobilie etwa 400.000 Euro beisteuerte. Der Rest kam aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Markantester und mit geschätzten 1,2 Millionen Euro zugleich teuerster Teil war das Überdachen der Sitzplätze gegenüber der Haupttribüne. Nachdem die 80 Tonnen schwere Stahl-Konstruktion mit den fünf leider auch im Sichtbereich gelegenen Stützen in den Vereinsfarben Lila und Weiß von der Stützengrüner Firma Stahl- und Anlagenbau Schädlich GmbH quasi zum Richtfest übergeben wurde, bedeckte das Alufalz-Dach mit einer Gesamtfläche von 1.900 Quadratmeter die darunterliegenden lila-weißen Sitzschalen im 'FCE AUE'-Schriftzug. Das Fassungsvermögen änderte sich aber von nun mehr 16.500 auf 15.690 (9.390 überdachte Sitzplätze und 6.300 nicht überdachte Stehplätze).
Der Zugang für die drei schwebenden Kameraplattformen sowie die Neugestaltung der Komentatorenbühne wurde ebenfalls mit eingearbeitet. Für einen aufhellenden Touch sorgte zudem die Bearbeitung der Traversen mit dem Sandstrahlgerät, welche, wie auch die Haupttreppe am Auer Eingang, mit einer neuen Oberfläche beschichtet wurde. Komplett neu war auch der rund 3.000 Quadratmeter große Dachbelag der Haupttribüne, was zugleich auch für die Toilettenanlage hinter der Gegengerade galt. Hierzu wurden acht WC-Einheiten mit Druckspülung bei den Damen und zwölf an der Zahl bei den Herren installiert, die zudem die obligatorischen Urinale in Form von Edelstahlrinnen vorgefunden haben. Der Bodenestrich bekam eine Fußbodenheizung aufgebrummt, damit die anthrazitfarbenen Fliesen im Winter nicht zur Rutschpartie wurden. Des Weiteren sorgte eine neue Lautsprecheranlage für die nötige Beschallung und die (Not)Beleuchtung für den gewissen Durchblick unter der neuen Tribüne. Zum ersten Heimspiel der Saison 2010/11 am 14. August 2010 gegen den VfL Bochum konnten sich die Fans des zum zweiten Mal aufgestiegenen Zweitligisten selbst ein Bild von der neuen Gegentribüne machen.
--> zur Fotostrecke Stadionumbau 2010
Am 16. März 2011 hatte sich der Verein den Verkauf ihres Stadionnamens bis Ende der Saison 2020/21 mit 500.000 Euro pro Saison vergolden lassen. Künftig hieß die Heimstätte der Veilchen also "Sparkassen-Erzgebirgsstadion". Bereits drei Monate später gab es einen neuen Rasen von der Rolle. Nach fünf anstrengenden Tagen für die Leute der Firma Dr. Alex Rollrasen aus Döbrichau bei Torgau strahlte das Spielfeld für rund 150.000 Euro Sanierungskosten wieder in sattem Grün. Für den bestens präparierten Untergrund haben zuvor die Jungs von Barthel Sportanlagen GmbH Großwig den alten Rasen und Teile des Bodens entfernt, die Rasenheizung auf Vordermann gebracht, danach die eingefrästen Drainschlitze mit Kies befüllt und Sand sowie eine organische Mulchenschicht aufgetragen. Nebenbei brachte die Großwiger Firma noch die Trainingsplätze auf Vordermann. Damit sich die Sichtverhältnisse auf den Behindertenplätzen deutlich verbessern, wurde der Zaun im Bereich der Gegengeraden (Blöcke C, D, E) abgesenkt und auch die Mauer im Vip-Bereich von Block L musste weichen, um Platz für die wachsende Sponsorenschar zu schaffen. Die neuen Trainer- und Mannschaftsbänke, für jede Mannschaft in lila-weiß gehaltenen 18 RECARO-Sportsitze, sollen nicht nur für mehr Sitzkomfort sorgen, sondern erlebten gleich einen Standortwechsel unter das Dach der Gegentribüne. Im Juli 2011 wurde am Haupteingang der Grundstein für die sogenannte' Wall of Fans' direkt unter dem neuen "Sparkassen-Erzgebirgsstadion - Wir sind Erzgebirge!"-Schriftzug gelegt. Sponsoren und Anhänger des FC Erzgebirge konnten sich darauf mit ihrem ganz perönlichen Stein namentlich oder auch mit einer ganz persönlichen Botschaft verewigen, so ihre Verbundenheit zeigen und mit dem Kauf eines Steins ihren Verein natürlich auch finanziell unterstützen.
--> zur Fotostrecke Stadionumbau 2011