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Stadionchronik von 2015 bis 2016

Nach über drei Jahren Vorbereitung gab es am 17. Juni 2015 endlich grünes Licht für den Komplettumbau des Erzgebirgsstadions. Auf der rund zweieinhalbstündigen Sitzung des Kreistages des Landkreises Erzgebirge stimmten 70 Abgeordnete für Ja, zehn waren strikt dagegen und ebenso viele enthielten sich ihrer Stimme. Damit war der Weg frei für die 19,86 Millionen teure Erneuerung des mit später 16.485 Plätzen ausgestatteten Stadions. Bleibt der FC Erzgebirge in der 3. Liga wird der Verein 250.000 Euro pro Jahr als Pacht zahlen müssen. Bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga erhöht sich die Summe um 100.000 Euro pro Saison. Rund 70 Auer Fans hatten sich im Atrium des Kreistages versammelt und verfolgten die Sitzung über eine Videoübertragung. Nach dem positiven Entscheid brach Jubel aus. "Das neue Stadion motiviert. Das wird einen Zuschauer-Boom auslösen. So schmerzlich der Abstieg war: Ich denke, heute ist ein Tag für einen Neubeginn. Wir werden mittelfristig wieder angreifen zur 2. Liga", sagte Bertram Höfer, stellvertr. Aufsichtsratsvorsitzender von Erzgebirge Aue. Unser besonderer Dank gilt dabei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe 'Stadion', der Stadioninitiative, den Mitgliedern des Kreisfinanzausschusses, des Lenkungsausschusses, den Kreistags-Fraktionen, den Planern und Architekten, dem Projektleiter des Landratsamtes, Herrn Meyer sowie insbesondere dem 2. Beigeordneten des Landkreises, Herrn Stark und vor allem auch unserem Landrat, Herrn Vogel, welcher sich von Beginn an für eine grundlegende Sanierung des Sparkassen-Erzgebirgsstadions ausgesprochen hat und das Projekt maßgeblich überhaupt auf den Weg brachte. Alle Beteiligten haben in konstruktiven Gesprächsrunden und Diskussionen dazu beigetragen, diese einzig richtige und zukunftsweisende Entscheidung im Sinne unseres Vereins und mithin gleichzeitig im Interesse der gesamten Region zu bewerkstelligen. Das Sparkassen-Erzgebirgsstadion ist unabhängig von der Ligazugehörigkeit des Vereins aufgrund der enormen Medienpräsenz bundesweit das Aushängeschild und mit unserem FCE gemeinsam der Werbeträger für unser schönes Erzgebirge.

Nach 87 Jahren war dann Schluss: Am 29. November 2015 rollte beim Spiel gegen Fortuna Köln, das Aue mit 2:0 gewann, zum letzten Mal im altehrwürdigen "Old Otto" der Ball. In den darauffolgenden Tagen begannen die Abrissarbeiten. Und um das Erzgebirgsstadion gebührend zu verabschieden, wurden vor Anpfiff im gesamten Stadion unzählige Fahnen geschwenkt. Zudem zündeten die Auer Fans eine große Menge an Pyrotechnik und läuteten damit die erste Bauphase des 20 Millionen Euro teuren Stadionprojekts ein. Zehn Tage, nachdem der erste Bagger im Auer Erzgebirgsstadion angerollt war, wurde nun der offiziell Baubeginn mit kräftigen Hammerschlägen auf ein paar alten Betonstufen aus Block O/P feierlich vollzogen. FCE-Präsident Leonhardt sprach von einem "historischen Tag für das Erzgebirge. Das Stadion sichert den Profifußball in unserem Verein." Unterstützt vom Bergmannsblasorchester Kurbad Schlema e.V. gaben Stadion-ARGE-Chef Ronny Erfurt, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Roland Manz, Erz-Landrat Frank Vogel, FCE-Präsident Helge Leonhardt, Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl und Veilchen-Fan Reinhard Lange den Startschuss für den zwei Jahre dauernden Umbau zur modernen Arena mit 16.500 Plätzen. Die bauvorbereitenden Arbeiten wie der Abbruch von Zaunanlagen im Baustellenbereich, die Umverlegung von Rohrleitungen der Rasen- und Gebäudeheizung, das Freischaltungen elektrischer Leitungen sowie das Entkernen der Versorgungseinrichtungen waren zu dem Zeitpunkt schon in vollem Gange bzw. bereits erledigt, wie das Entfernen der Tartanbahn und den Stehplatztraversen aus Block A/B.. Begleitet wurden die Maßnahmen durch Mitwirken von entsprechendem fachtechnischem Personal zur ordnungsgemäßen Lagerung, Wiederverwertung oder Entsorgung der vorgefundenen Materialien. Nach dem Abriss der Westtribüne und dem sich anschließenden Neubau der künftigen Stehplatzblöcke wurde in einer zweiten Bauphase die Nordtribüne mit dem Hauptgebäude bis zum Gästebereich erneuert. Daran anschließend die Südtribüne, bevor als Abschluss dieser dritten Bauphase das Stadion mit dem Neubau des Gästeblocks sowie durch Fertigstellung der Außenanlagen komplettiert wurde. In allen im laufenden Spielbetrieb realisierten Bauphasen musste eine Mindestkapazität von 10.000 Zuschauerplätzen zur Verfügung stehen.

Anfang Januar 2016 war mittlerweile der komplette Block O/P dem Erdboden gleichgemacht und auch die Videowand bestand nur noch aus einer Metallhülle. Die Arbeiten am neuen Stadion waren also voll im Gange und schon jetzt traten immer neue Herausforderungen für das Team von der Firma Abbruch & Erdbau Uwe Röckert e.K. auf. Neben der Anschlussverlegung der Rasenheizung und das teilweise Verfüllen des alten Spielertunnels war zusätzlich eine Bodenverbesserung im Bereich der Westtribüne unerlässlich. Denn zum einen mussten die Teilneubauten in sich standsicher und zum anderen der reibungslose Spielbetrieb sowie die Stadionsicherheit für jede der Bauphasen gewährleistet sein. Auch die Separierung der Heim- und Gästefans nach DFL-Richtlinien, welche von den Planungsexperten für die verschiedenen Bauzustände immer wieder überwacht wured, durfte in den Planungen nicht vergessen werden. Diesbezüglich wurde unterhalb von Block C der Zaun erhöht, da dieser nun als Stehplatzbereich umfunktioniert wurde. Trotz eines kleinen Wintereinbruchs ging es auf der Baustelle Sparkassen-Erzgebirgsstadion betriebsam vorwärts. Das Metallkorsett der 2004 von der VICTORIA gesponserter Videowand aus dem legendären Parkstadion in Gelsenkirchen war ebenso schnell demontiert, wie nun auch die komplette Süd-West-Kurve. Dabei angefallene Stoffe nach der Tiefenenttrümmerung der Blöcke M bis P wurden ordentlich getrennt und abtransportiert bzw. dem entsprechenden Entsorgungsweg zugeführt. Die noch verbliebene Wand in Verlängerung der Haupttreppe einschließlich der Erdmassen im Block A werden über kurz oder lang wohl noch verschwinden. Aber wie man sieht, wird nicht alles weggerissen, sondern auch Provisorisches erschaffen. So wurde der behelfsweise Anschluss der Rasenheizung derweil getestet und für gut befunden. Im Block C stehen mittlerweile alle Zäune zur Fantrennung, da dieser abgesonderte Bereich ersatzweise als Fantribüne O/P genutzt werden soll. Zudem gibt es paar Neuigkeiten zur öffentlichen Ausschreibung und Vergabe der insgesamt 25 Lose. Insgesamt wurden bisher ca. 55% der geschätzten Gesamtbaukosten vergeben. Jetzt am Montag hatte der Technische Ausschuss des Erzgebirgs-Kreistages die Lose 2 und 5 vergeben. Die gut sieben Millionen Euro teuren Aufträge für das neue Erzgebirgsstadion teilen sich auf in den erweiterten Rohbau (5.413.820,12 EUR) der Bietergemeinschaft bestehend aus dem Ingenieurbau George Bähr GmbH Dresden sowie der Heidelberger Betonelemente GmbH & Co. KG Chemnitz/Mittelbach und in den Stahlbau/Tribünendach (1.890.851,82 EUR) der österreichischen Firma Haslinger Stahlbau GmbH aus Feldkirchen. Laut Beigeordnetem Andreas Stark ist mit den zwei Vergaben aber noch nicht alles definitiv unter Dach und Fach, da zunächst alle Bieter über das Ergebnis informiert werden müssen und bei Unstimmigkeiten es zu Einsprüchen kommen kann.

Nach dem Abbruch des Bitumenbelages und dem Sandwichbau mit einem Grobschlag-Vlies-Mineralgemisch führte im Februar 2016 die Tiefbaufirma Keller Grundbau GmbH mit einem Spezialgerät eine sogenannte Rüttelstopfverdichtung durch. Dabei handelte es sich um das Einbringen von Kies- bzw. Schottersäulen in Böden, die oft eine ungenügende Tragfähigkeit und Steifigkeit besitzen. Dieses Verfahren ist auch für die Verbesserung von grobkörnigen Anschüttungen aus Bauschutt, Schlacke oder Abraum geeignet. Unterstützt von austretender Druckluft verdrängte der Rüttler beim Einfahren den Boden. Das Kies- bzw. Schottergemisch wurde zugegeben und beim Wiederversenken seitlich in den Boden gedrückt und verdichtet. So baute sich die Rüttelstopfsäule in abwechselnden Schritten bis zur geplanten Höhe auf. Innerhalb von vier Tagen war der Boden mit diesen Verfahren gefestigt und man konnte mit den Kanalarbeiten beginnen. Nach der baulichen Situation geht es nun zur finanziellen. Demnach muss der Erzgebirgskreis einen Teil der Fördergelder zurückzahlen. Die in den Jahren 2009/10 dringend notwendige Sanierungsarbeiten (Haupttreppe Auer Eingang, Dach Haupttribüne, Errichtung Toilettenanlage und Überdachung der Gegengerade) am Erzgebirgsstadion im Gesamtwertumfang von knapp 2,2 Millionen EUR wurden in Höhe von 1.758.600 EUR aus dem so genannten "Konjunkturpaket II" von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) realisiert, welche aber mit einer Zweckbindungsfrist von 25 Jahren verankert war. Da mit den Abbrucharbeiten an der Westseite auch das Haupttribünendach zu ca. 20 % abgerissen wurde, hat die SAB einen ersten (Teil)-Rückforderungsbescheid im Umfang von 63.273,11 EUR erlassen, weil das damals sanierte Dach nur 59 der 300 Zweckbindungsmonate komplett Bestand hatte. Mit Beginn des 2. Bauabschnittes (Abbruch und Neubau der Haupttribüne) ab Mai 2016 werden sich auch die weiteren an die KP-II-Fördermittelgewährung geknüpften grundlegenden Nutzungsbedingungen (Breiten- und Schulsport) nicht mehr aufrechterhalten lassen. Unmittelbar nach diesem Zeitpunkt ist mit dem Erlass des kompletten Widerrufs- und Rückforderungsbescheides in Höhe von voraussichtlich reichlich 1,3 Millionen EUR zu rechnen. Vorausschauend hatte der Erzgebirgskreis zur Absicherung des Förderrückzahlungsrisikos in der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2013 bereits eine Rückstellung in Höhe von rund 1,46 Millionen EUR gebildet, welche dem Kreis- und Finanzausschuss am 22. Februar 2016 seitens der Landkreisverwaltung per Beschluss vorgelegt werden soll.

Teil 4 (08.03.2016)
Nachdem in diesen Abschnitt des Umbaus die letzten Kanalbauarbeiten für Schmutz- und Regenwasser abgeschlossen wurden und auch die Trinkwassertrasse vom Team der Gehlert Heizungs- & Sanitärtechnik GmbH unter der Erde ist, hat die Bergsicherung Schneeberg den Hang abwärts der Treppe zwischen Block A und B mit Erd- und Zuganker sowie mit Spritzbeton gesichert, um Baufreiheit in der Süd-West-Ecke zu erhalten. Diesbezüglich konnte anschließend auch die Mauer Eingangs Block A abgerissen und der Hangauslauf an dieser Stelle angepasst werden. Beim Unterbau der ehemaligen Anzeigetafel wurde die Dachabdeckung komplettiert. Der Unterbau bleibt bestehen und wird neben seiner Funktion als Unterverteilung für den Flutlichtmast 1 zukünftig als Büro der Bauleitung genutzt. Des Weiteren wurde das Areal für den Rohbauer vorbereitet. Dazu gehörte auch ein befestigte Fläche für den Kran, welcher die Betonelemente für die Westtribüne an die richtigen Stellen heben soll. Bereits am 01. März 2016 wurde der erste Träger dafür in der Firma Heidelberger Betonelemente GmbH & Co KG in Mittelbach gegossen. Es handelt sich hier um einen Standardzahnbalken, der schräg und einseitig auf einer Stütze montiert wird. Stütze und Zahnbalken bilden die Grundkonstruktion für die neue Westtribüne. Die Zähne des Balkens sind oberseitig angeordnet. Auf diesen werden dann die Tribünenstufen für den Stehplatzbereich Heim aufgesetzt. Ein Träger wiegt 28,2 Tonnen und ist 18,70 m lang. Für die Westtribüne werden 14 derartige Träger benötigt.

Teil 5 (12.04.2016)
Nach dem letzten Baureport Anfang März ist viel geschehen auf der Baustelle Erzgebirgsstadion. Den Fundamentarbeiten gingen der Aushub und die Herstellung der sogenannten Betonsauberkeitsschicht, damit die Bewehrung nicht auf der Erde liegt, voraus, gefolgt von den Schalungs- und Bewehrungsarbeiten für jedes einzelne Fundament in Ortbetonbauweise. Für die Westtribüne wurden zirka 40 Tonnen Stahl und rund 300 Kubikmeter Beton verarbeitet. Neben den Fundamenten sind auch schon einige Bodenplatten für die WCs und Kioske realisiert worden. Die zukünftige WC-Anlage in der Süd-West-Ecke erhielt zudem auch hangseitig Stahlbetonwände, um den Erddruck aus der zukünftigen Böschung ableiten zu können. In dieser Woche sollen die 14 Außenstützen, auf denen dann die Standardzahnbalken ruhen, als Fertigteilstützen angeliefert und aufgestellt werden. Nun erkennt man auch so langsam, was für ein kolossales Bauwerk hier entsteht.

Teil 6 (13.05.2016)
Der Rohbau der Westtribüne im Erzgebirgsstadion, auf der später 5.500 Veilchen-Fans stehen werden, schreitet unübersehbar mit großen Schritten voran. Am 11. April startete die Montage der Fertigteile, beginnend mit den großen Tribünenstützen, die mit rund 13m Länge und einem Gewicht von rund 28t von einem entsprechenden Mobilkran vor Ort aufgerichtet wurden. Nach dem Ausrichten der Stützen wurden die Hüllrohre der Anschlussbewehrung und die Stützenfüße mit Spezialmörtel ausgegossen. Zeitgleich folgte die Montage von Vertikalverbänden und Koppelstäben, die in Einheit mit den Stützen und den Tribünenbalken die Gesamtstabilität der Tribünenkonstruktion gewährleisten. Im Anschluss konnte mit der Montage der Spielfeldwände, Tribünenstufen, Aufsatzelementen und Brüstungselementen begonnen werden. Die Montage des Tribünendaches im Bauabschnitt 1 beginnt unmittelbar nach Beendigung der Betonfertigteilmontage. Des Weiteren laufen die Arbeiten an den neuen Sanitär- und Versorgungseinrichtungen. Zum Einsatz kommt hier Porenbetonmauerwerk, welches eine zusätzliche Wärmedämmung für Räume dieser Art erübrigt. Auch die Decken werden aus Porenbetonelementen hergestellt, was auch hier einen schnellen Baufortschritt begünstigt. In der spielfreien Zeit ab KW 20 beginnen dann die Arbeiten zum Abbruch der alten Haupttribüne.

Teil 7 (09.06.2016)
Wie im letzten Baureport geschrieben folgten nahtlos zu der Betonfertigteilmontage die Arbeiten am Tribünendach, ausgeführt von der österreichischen Firma Haslinger Stahlbau GmbH aus Feldkirchen. Dabei sind die Stahlträger für die Trapezblech-Überdachung mit nur 12 Schrauben auf den Tribünenstützen befestigt und ragen gut 17 Meter ins Stadion hinein. Mit dem Anbringen der Fangnetze kann die Montage des Daches demnächst beginnen. Gut zehn Meter weiter unten werden derweil etliche Zaunpfosten auf den Spielfeldwänden und im Block selbst für das Doppelstabgitter, die zur Abtrennung dienen, verbaut. Eine Durchquerung des Stehplatzblocks ist dann nur noch im oberen/unteren Bereich möglich. In den gemauerten Gebäudeteilen wurde die Sanitär- und Elektrogrundinstallation vorgenommen. Ebenso sind die Trockenbauwände angelegt bzw. zum Teil schon fertiggestellt worden. Anfang Juni erfolgte in den Räumen unter der Westtribüne der Estricheinbau. Damit ist die notwendige Trocknungszeit bis zum Verlegen der Fliesen gegeben. Zudem sind die Innenwände der Räume bereits verputzt, nach Einbau der Außentüren werden auch die Außenwände geputzt. Währenddessen liefen die Vorarbeiten für den 2. Bauabschnitt (Haupttribüne) an. Hierbei verkaufte die Landkreisverwaltung die roten Sitzschalen für je 5 Euro. Rund 2.500 Einzelsitzschalen standen zur Verfügung, gut 1.300 davon findet man nun beim VfB Auerbach wieder, der seine Gegengerade demnächst mit Sitzplätzen ausstatten möchte. Und nachdem die ersten Entkernungs- und Demontagearbeiten an der Haupttribüne vollzogen waren, ging es auch schon ans Eingemachte. Erneut kam die Firma Abbruch & Erdbau Uwe Röckert e.K zum Einsatz, die sich nach den letzten Arbeiten am Kanalbau aus Los 1 nun vermehrt der Haupttribüne widmen. Die Außenfassade wurde vom Glas und Holz befreit, ehe die komplette Dachkonstruktion dem Bagger zum Opfer fiel. Innerhalb von zwei Tagen standen die Blöcke H bis K im Freien. Teilweise sind die alten Traversen schon entfernt wurden und der Lößnitzbach kommt zum Vorschein. Gleich nach dem Beginn jener Abbruchvorbereitungsarbeiten an der Haupttribüne wurde am 20. Mai 2016 der zweite Teilbetrag in Höhe von 1.318.298,59 EUR der im Zusammenhang mit dem Umbau des Sparkassen-Erzgebirgsstadions anstehenden Rückforderungen von für frühere Baumaßnahmen gewährten Fördermitteln an die Sächsischen Aufbaubank (SAB) geleistet bzw. gezahlt, da die weiteren an die KP-II-Fördermittelgewährung geknüpften grundlegenden Nutzungsbedingungen nicht mehr aufrecht erhalten lassen, z.B. der geforderte Anteil nichtprofessioneller Nutzung der Sportanlagen (überwiegend Breiten- und Schulsport). Deshalb musste nunmehr - wie bereits in der Kreistagsvorlage zum Stadionumbaubeschluss vom 20. Juni 2015 befürchtet und angekündigt - die Rückzahlung des monats- und wertumfangsanteiligen Restbetrages der gewährten Fördermittel in Höhe von 1.318.298,59 EUR erfolgen. Aus Sicht des Erzgebirgskreises ist der Vorgang damit weitgehend abgeschlossen, da mit dem noch ausstehenden endgültigen Widerrufs- und Erstattungsbescheid der SAB keine neuen Daten oder Erkenntnisse zu erwarten sind und eventuell anfallende Zinszahlungen für die wenigen Tage zwischen dem Beginn der Arbeiten am 2. Bauabschnitt und dem Einzahlungstag nur einen geringen Betrag ergeben werden.

Teil 8 (08.07.2016)
Optische Veränderungen an der Westtribüne sind auf der Webcam des Erzgebirgskreises kaum noch zu sehen. Die Montage der Dachdeckung einschließlich der ergänzenden Blecharbeiten (Dachrinnen, Fallrohre, Fugenabdeckungen, Montage Schneefang usw.) sind abgeschlossen und fast alle Wellenbrecher (verzinktes Stahlrohr; 89 mm; Höhe 1,10 m; Länge ca. 2 - 5 m) montiert. Auch die Installation der Tribünenbeleuchtung und -beschallung fallen ebenfalls nicht gleich auf den ersten Blick so auf. Für den gemeinen Fan erkennbare bauliche Fortschritte gibt es derweil in/an den gemauerten Gebäudeteilen im hinteren/unteren Bereich der Westtribüne zu verzeichnen. Die Sanitär- und Elektrogrundinstallation, die Estrich-, Innenputz- und Malerarbeiten sind innerhalb des vorgesehenen Terminplanes abgeschlossen und mit den Fliesenlegerarbeiten wurde begonnen. Das Areal unter der Westtribüne wurde beräumt und teilweise gepflastert. Parallel dazu läuft der Abriss der Haupttribüne weiter. Nach dem Teilabbruch des Hauptgebäudes gehörte die Freilegung, Stabilisierung sowie Erneuerung des unter der Haupttribüne verlaufenden Lößnitzbaches mit seinen Bachmauern dazu. Wie es vom Landratsamt heißt, wurde zudem in Absprache mit Polizei und FCE ein Container als Übergangslösung der Führungsstelle auf der neuen Tribüne platziert. Ein weiterer Container wurde zur Unterbringung der Stadionregie aufgestellt, ebenfalls mit Blickfeld auf die nutzbaren Tribünenbereiche und das Spielfeld. Weiterhin wird in Absprache mit der Polizei das vorhandene Videoüberwachungssystem auf Grundlage bestehender Verbandsbestimmungen so umgebaut, dass eine Überwachung der relevanten Bereiche gewährleistet wird.

Teil 9 (05.08.2016)
Man schaut schon ein wenig ungläubig, wenn man die Ausmaße sieht, wieviel Beton und Bewehrungsstahl für die Dachkonstruktion des Bachlaufes verbaut wurden. Aber da einige Tribünenstützen direkt auf der Dachüberbauung stehen werden und diese neben der Funktion als Abdeckung auch eine lastabtragende Wirkung hat, ist diese Maßnahme zwingend erforderlich. Die rückseitige Freilegung der stadionseitigen Bachmauer zeigte zudem eine unterschiedlich starke Ausführung derselben, mit lokalen Verstärkungen bei den vorherigen Lastabtragungsstellen. Zudem traten Schäden in Form von Ausspülungen zutage. Entgegen den Annahmen aus dem Baugrundgutachten fällt auch der hangseitige Fels stärker ab. Im Ergebnis dieser Erkenntnisse wurde im Sohlbereich der bestehenden Bachmauern ein lastabtragender Unterbau geschaffen, die Mauern in ihrem Wandaufbau durch Betonhinterfüllung stabilisiert, sowie die schadhaften wasserseitigen Stellen verschlossen. Im Anschluss an diese Stabilisierungsarbeiten wurde mit der planmäßigen Überbauung des Baches fortgefahren. Parallel dazu wurden bereits die ersten Baugruben und Fundamente für die Nordtribüne hergestellt. Auch wo vor kurzem noch das Hauptgebäude stand, wachsen so langsam Betonfundamente in den Himmel. Demzufolge sind die Abbrucharbeiten für den 2. Bauabschnitt abgeschlossen, was auch für die anderen Gewerke an der mittlerweile eröffneten Westtribüne gilt. Die Promenadenfläche wurde gepflastert und mit einer Zaunanlage, in die Fluchttore sowie eine Vereinzelungsanlage integriert wurden, abgegrenzt. Der Vorplatz selbst ist schlicht asphaltiert. An den Außenwänden und Tribünenstützen wurde die Blockbezeichnung aus dem alten Stadion wieder aufgegriffen. Die neue Westtribüne beinhaltet deshalb die bekannte Tribünenbeschilderung A, B, O, P. Hier ist der Bauherr dem von der Fanszene eingebrachten Wunsch gefolgt und hat diesen auf das gesamte Stadion übertragen - eine bleibende Erinnerung ans 'Old Otto'. Durch den Aufstieg mussten in Sachen Unterbringung Heim/Gastmannschaft nun einige Verbesserungen organisiert werden, denn der in Liga drei zum tragen gekommene Container hinter dem Vip-Zelt konnte den DFL-Auflagen nicht standhalten. Somit stellte der Verein für Heim- und Gästemannschaft sowie dem Schiedsrichterkollektiv die entsprechenden Räumlichkeiten bereit, welche sich nun im Internatsgebäude an der Turnhalle befinden.

Teil 10 (04.09.2016)
"Die Planung wurde erstellt und gelenkt, ich übergebe den Grundstein als Geschenk. Wir übernehmen heute mit Bedacht, einen Grundstein, für das neue Stadion gemacht. Er sei für jetzt und alle Zeit, mit Glück und Kraft, für das gesamte Erzgebirge bereit." - so der Weihspruch am 21. August 2016, als im Rahmen einer feierlichen Zeremonie, vollzogen von Frank Vogel (Landrat), Helge Leonhardt (FCE-Präsident) und Ronny Erfurt (Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Stadion Aue) sowie im Beisein von Vertretern des Bauherren, des Kreistages und der Gremien und Fans des FCE sowie Landespolitikern und in Gegenwart zahlreicher Medienvertreter, die Grundsteinlegung für das neue Hauptgebäude erfolgte. Aktuell liegt der Umbau mit der derzeitigen Bauphase 2, die im Mai 2016 planmäßig begonnen werden konnte, genau im Zeitplan. Die auch für Hauptgebäude und Haupttribüne erforderlichen Arbeiten zur Baugrundverbesserung im bewährten Rüttelstopfverfahren mit einem Spezialgerät die Tiefbaufirma Keller Grundbau GmbH wurden ab Anfang August durchgeführt und sind bereits wieder abgeschlossen. Parallel sind weitere Schmutz- und Regenwasserleitungen verlegt, sowie die Baugruben für die Fundamente im Bereich des Hauptgebäudes hergestellt worden. Ungefähr ein Viertel der Einzel- und Streifenfundamente sind bereits betoniert. Auf der Ostseite sind die Rohbauarbeiten schon so weit fortgeschritten, dass bereits die ersten fünf Ortbetonstützen stehen. Bereits Mitte Juli wurde der Flutlichtmast 3 (oberhalb vom Lößnitzbach) mit 22 neuen Scheinwerfern bestückt. Aktuell erfolgt die Umrüstung von Mast 1 (Haupteingang) mit 30 neuen Lampen, die bis zum kommenden Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am 09.09.2016 abgeschlossen sein wird. Unmittelbar danach ist Mast 2 (Gästeblock) an der Reihe und in der nächsten geeigneten Spielpause wird mit der Umrüstung von Mast 4 (Stadionverwaltung) die Erneuerung des Flutlichtes fast abgeschlossen sein. Das heißt 190 alte Lampen wurden dann durch 104 Neue ersetzt. Da aber der Schattenwurf der Dachkonstruktion nicht unerheblich ist, bedarf es zusätzlicher Ausleuchtung, die durch je 4 Extra-Lampen auf den Hintertorseiten und je 16 auf den beiden Längsseiten kompensiert werden soll. Ob dann auch die in den Medienrichtlinien geforderte Gleichmäßigkeit der vertikalen Beleuchtungsstärke in Richtung Kamera (Ecam) von mindestens 1.200 Lux gewährleistet ist, wird durch ein sogenanntes Flutlichtmessprotokoll eines unabhängigen Fachunternehmens beurteilt. Ein Berechnungs- und Messraster hilft dabei, die gewünschte Gleichmäßigkeit der Beleuchtung zu erreichen. Alle 5x5 Meter wird ein Berechnungspunkt veranschlagt. Zur Bestätigung der Beleuchtungsstärke wird jedoch nur alle 10x10 Meter gemessen. In der Breite von 68 Meter ergeben sich 8 Messpunkte, in der Länge von 105 Meter 11 Punkte (8x11 = 88 Messpunkte). Der Mittelwert ist dann die mittlere Beleuchtungsstärke.

Teil 11 (01.11.2016)
Nachdem im September/Oktober die Erd- und Gründungsarbeiten, die Verlegung von Medientrassen und Grundleitungen abgeschlossen sowie die komplette Bodenplatte und die Einzel- und Streifenfundamente des 2. Bauabschnittes fertiggestellt waren, arbeitet die Rohbaufirma nunmehr ausschließlich am Hochbau für das Hauptgebäude, welche bekanntlich, um die Leistungen verschiedener Gewerke parallel zu ermöglichen, in drei Bereiche geteilt wurde. In den Bereichen 1 und 3 (westliche und östliche Seite des Hauptgebäudes) wurden die Ortbetonstützen und -wände errichtet und die Decke über der Ebene 0 betoniert. Im ersten (westlichen) Abschnitt wird aktuell an den Wänden und Stützen der Ebene 1 gearbeitet. Bei den Wänden handelt es sich um tragende Innen- und Außenwände, sowie Wände für das Treppenhaus 1 und den Aufzugsschacht für den späteren Lastenaufzug. Im zweiten (mittleren) Bereich des Hauptgebäudes laufen die Schalungsarbeiten für die tragenden Ortbetonbauteile (Stützen) in der Ebene 0, soweit dies es zulässt. Denn aus montagetechnischen Gründen muss der Platz offen gehalten werden, da dort der Mobilkran aufgestellt wird, der die Tribünenfertigteile ab voraussichtlich Mitte November in den benachbarten Bereichen 1 und 3 hieven wird. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Arbeiten auf dem gesamten Stadiongelände, wo unter anderem eine neue Gasleitung, eine neue Fernwärmetrasse und weitere Medien verlegt wurden. Nicht unbemerkt blieb auch die Baumfällung rund um das Flutlichtmast-Fundament am Lößnitzbach. Grund hierfür sind bauordnungsrechtliche Gründe. Zwischen einem Wald und einem Gebäude müssen 30 m Abstand sein. Damit wird einerseits das Gebäude vor einer Beschädigung durch umstürzende Bäume geschützt und umgekehrt der Wald vor dem Gebäude (Schutz vor Brandentstehung, verursacht durch Heizungsanlagen). Dies war bisher nicht gewährleistet und wird nun im Zuge des Umbaus nachgeholt. Ebenso ist zu erwähnen, dass im Promenadenbereich für das Segment 2 (Ecke Nord/West) die Arbeiten in Form von Auffüllungen, Setzen von Borden und Herstellen des Unterbaus im Bereich der Umfahrung fortgesetzt werden. Auch die Zaun- und Vereinzelungsanlage für diesen Bereich sind schon zu erkennen. Alle genannten Leistungen können fast vollständig unabhängig vom Rohbau des Hauptgebäudes ausgeführt werden und haben deshalb nur geringen Einfluss auf die Fertigstellungstermine.

Teil 12 (03.12.2016)
Wer mit Hilfe der Webcams oder den Bildern bei uns, bei koma-kolonne-neustaedtel.de oder auf der offiziellen Seite das Baugeschehen verfolgt, hat sicherlich mitbekommen, dass die Nordtribüne bereits mit der unteren Hälfte der Traversen, wo sich später größtenteils die Vip- und Sponsoren-Sitzplätze befinden werden, bestückt wurde. Beginnend von der schon fertiggestellten Ecke Nordwest stellte der mobile 250-Tonnen-Kran der Chemnitzer Firma Ullrich-Krane zunächst die Zahnbalken auf, gefolgt von den Spielfeldwänden und Mundlöchern sowie den angesprochenen Tribünenstufen. Bekanntlich wurde der mittlere Bereich im Hauptgebäude (für die Montage der Fertigbetonteile) im Rohbau außen vor gelassen. Diese Lücke ist nun, nachdem der Kran alles an seinen Platz gehoben hatte, mit den vertrauten Schalungs- und Bewehrungsarbeiten der Decke in der Ebene 0 fast geschlossen. In den anderen Bereichen des Funktionsgebäudes, wo der Rohbau zwischenzeitlich bis zur zweiten Ebene vorangeschritten ist, haben stellenweise der Innenausbau und anderweitige Maßnahmen begonnen. So soll das zum Teil bereits im Gebäude stehende Blockheizkraftwerk Ende des Jahres in Betrieb genommen werden. Die Installation des Blitzschutzsystems und diverser Leitungen liegen ebenfalls im Aufgabenbereich verschiedener Gewerke. Auch auf der Ostseite vor der Turnhalle hat sich einiges getan. So stehen mittlerweile sieben von neun der 13 Meter hohen sowie 28 Tonnen schweren Außenstützen auf ihren vorgesehenen Betonfundamenten. Dabei wurden nach dem Ausrichten der Stützen die Hüllrohre der Anschlussbewehrung sowie die Stützenfüße mit Spezialmörtel ausgegossen und frostsicher gemacht. Der Einbau der Vertikalverbände und Koppelstäbe, die in Einheit mit den Stützen und den Tribünenbalken die Gesamtstabilität der Tribünenkonstruktion gewährleisten, ist ostseitig ebenfalls, wie die Montage der Zahnbalken und Spielfeldwände, abgeschlossen. Die Installation der Tribünenstufen ist für Januar geplant. Des Weiteren wurden die Medientrassen vervollständigt und Erdbau- und Auffüllarbeiten für die Kioske und WCs durchgeführt.