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FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Tomasz Kos, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Sven Günther, Matthias Heidrich, Tzvetomir Tchipev, Rüdiger Rehm - Skerdilaid Curri, Andrzej Juskowiak, Sebastian Helbig; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 74. Maik Kunze für Andrzej Juskowiak, 89. Uwe Ehlers für Sven Günther, 90+1. Ersin Demir für Skerdilaid Curri
Kader: Jörg Hahnel, Hendrik Liebers, Marco Kurth, Frank Berger
FC Rot-Weiß Erfurt: René Twardzik, Andreas Richter, Stephan Keller, Thorsten Traub, Henning Bürger, Pavel David, Angelo Barletta, Markus Kreuz, Markus Dworrak, Ronny Hebestreit, John van Buskirk; Trainer: Jan Kocian
Eingewechselt: 65. Senad Tiganj für John van Buskirk, 88. Rudolf Zedi für Henning Bürger
Kader: Rainer Behnke, Sven Kresin, Alexander Schnetzler, Ralf Klingmann, Zoran Pavlovic
Tore: 1:0 Matthias Heidrich (Rechtsschuß, 3. / Rüdiger Rehm); 2:0 René Trehkopf (Linksschuß, 47.); 3:0 Tzvetomir Tchipev (64.); 3:1 Stephan Keller (67. / Andreas Richter); 3:2 Markus Dworrak (78. / Ronny Hebestreit)
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Mainz)
Zuschauer: 14200 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: - / Henning Bürger, Markus Kreuz
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: In einem dramatischen Zweitligaderby hat der FC Erzgebirge Aue heute mit 3:2 gegen Rot-Weiß Erfurt gewonnen. Das Spiel war nach 64 Minuten eigentlich entschieden - da führten die Gastgeber mit 3:0. Danach verkürzten die Thüringer und bescherten den Erzgebirgern eine Zitterpartie. Glücklicherweise blieb es bei einem blauen Auge für die Veilchen, die den Sieg glücklich über die Zeit retten konnten.
Dabei gab es vor 14.200 Zuschauern und grausigem Wetter (Schneetreiben & viel Wind) einen Start nach Maß: In der 3. Minute flankte Rehm von links eigentlich relativ harmlos und hoch in den Erfurter Strafraum, doch seine Flanke fiel für Keeper Twardzik regelrecht aus dem Flutlicht. Der machte beim Fausten keine gute Figur. Heidrich nahm das Geschenk dankend an und hob den Ball überlegt über "Freund und Feind" hinweg ins Tor. Zum zweiten Mal gefährlich wurde es nach acht Minuten, als Heidrich flankte und die Gästeabwehr eben noch zur Ecke klären konnte. Doch insgesamt hatten die Gäste nach dem Rückstand mit dem Wind im Rücken mehr Ballbesitz. Allerdings fehlte es an individueller Klasse, um den FCE wirklich in Gefahr zu bringen. Beim Lattenkopfball von David (30.) nach Freistoß von Kreuz hatte Aue jedoch auch einmal Glück, denn Bobel wäre da ohne Chance gewesen.
Beide Torleute machten danach bis zur Pause mangels Beschäftigung in erster Linie individuelle Warmhalteübungen. Das Spiel war nicht hochklassig, aber auch nicht ganz uninteressant.
Die zweite Hälfte begann in etwa wie die erste. Bereits in der 47. Minute hämmerte Trehkopf einen Freistoß aus halbrechter Position zum 2:0 ins Tor. Trehers drittes Freistoß-Tor sei kein Zufall, anerkannte auch Gerd Schädlich die eingeübte Variante mit Trehkopf als Vollstrecker. Allerdings gab Gästetrainer Jan Kocian seinem Keeper auch hier eine Mitschuld, obwohl der Schuss platziert und sehenswert war. Twardzik war noch dran, jedoch rutschte ihm der Ball etwas über die Hand.
Viel gab es in der Folge nicht zu berichten; Aue ließ mit dem vermeintlich sicheren Vorsprung nicht viel anbrennen, ohne selbst Bäume auszureißen. Nach 64 Minuten tauchte aber Tchipev wie aus dem Nichts zu seiner besten Aktion auf: Eine Kopfball-Abwehr von Traub hämmerte er aus 22 Metern unhaltbar ins rechte Eck. Ansonsten blieb Tchipev blass, "konnte auch keine Ruhe reinbringen, als es drauf ankam", sagte Gerd Schädlich nach dem Spiel mit Blick auf das, was nach dem 3:0 folgte: "Alles, was wir vorher richtig gemacht haben, machten wir dann falsch. Wir haben Erfurt wieder ins Spiel gebracht."
Ein Bobel-Fehler nährte erste Hoffnung bei Rot-Weiß: Der FCE-Keeper ging bei einer Flanke halbherzig aus dem Tor, ohne an den Ball zu kommen. Keller bekam halblinks den Ball und schob in problemlos ins leere Tor (67., 1:3). Glück hatte Aue noch, als Hebestreit nach 72 Minuten eine Ablage halbrechts direkt nahm und knallhart und knapp drüberschoss. Helbig hätte im Gegenzug alles klar machen müssen, als er nach Curri-Ablage im Strafraum frei vorm Kasten stand. Doch er lupfte den Ball neben das Tor.
Erfurt wurde nun immer überlegener, weil Aue mit dem Wind im Rücken planlos nach vorn spielte und kaum Pässe an den eigenen Mann brachte. Der ansonsten kämpferisch und zumeist auch spielerisch überzeugende Curri leitete mit einem (seltenen) Ballverlust das 2:3 ein. Hebestreit schickte prompt den rechts freien Dworrak und der lupfte den Ball ins linke Eck (78.).
Das Spiel schien zu kippen, die Auer Abwehr "zerbröselte" zusehends unter dem Druck der Gäste. Allerdings retteten die Veilchen mit Kampf den Dreier über die Zeit. So blieb es auch nach drei Nachspielminuten des kleinlichen Schiris Dr. Drees, der "in England nicht pfeifen könnte" (Schädlich) beim knappen, aber verdienten Sieg in einem Ost-Derby, das nicht besonders hochklassig, aber durchaus unterhaltsam war.
Aue bleibt damit, egal wie am Sonntag gespielt wird, Sechster. Und noch eine gute Nachricht gab es am Ende: Gerd Schädlich verlängerte heute seinen Vertrag in Aue. "Wir werden noch viele Jahre Freude mit Herrn Schädlich haben!" versprach Schatzmeister Bertram Höfer zur Pressekonferenz. Details zum Vertrag wurden nicht genannt, aber: die Betonung liege auf "Jahre", machte Höfer Geschmack auf viele weitere spannende Spiele mit dem Erfolgs-Coach als "Macher" an der Linie. (fm) |
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