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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Fabian Müller, Thomas Paulus, Thomas Birk, René Klingbeil - Kevin Schlitte, Marc Hensel, Skerdilaid Curri, Oliver Schröder, Jan Hochscheidt - Alban Ramaj; Trainer: Rico Schmitt
Eingewechselt: 46. Tobias Kempe für Fabian Müller, 46. Sebastian Glasner für Oliver Schröder, 77. Robert Strauß für Skerdilaid Curri
Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, Najeh Braham, Enrico Kern
Hertha BSC: Sascha Burchert, Christian Lell, Andre Mijatovic, Sebastian Neumann, Levan Kobiashvilli, Fanol Perdedaj, Fabian Lustenberger, Nikita Rukavytsya, Ronny, Adrian Ramos, Rob Friend; Trainer: Markus Babbel
Eingewechselt: 67. Valeri Domovchiyski für Nikita Rukavytsya, 80. Nico Schulz für Ronny, 83. Christoph Janker für Fanol Perdedaj
Kader: Richard Strebinger, Alfredo Morales, Sascha Bigalke, Marvin Knoll
Tore: 0:1 Adrian Ramos (Rechtsschuß, 14. / Fabian Lustenberger); 0:2 Rob Friend (Linksschuß, 44. / Fanol Perdedaj)
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 15000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Oliver Schröder (2.) / Sebastian Neumann, Fanol Perdedaj
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Komische Stimmung nach dem Abpfiff der letzen Heimpartie der Saison für die Veilchen: Hertha BSC bejubelte die Zweitliga-Meisterschaft, Erzgebirge Aue eine sensationelle Saison. Vor 15.000 Zuschauern im erstmals ausverkauften Erzgebirgsstadion sicherte sich das Gästeteam von Trainer Markus Babbel mit den Toren von Ramos (14.) und Friend (44.) die 'Zweitliga-Felge' genannte Trophäe für das beste Team im Unterhaus. Und die Veilchen ließen sich die Abschlussparty auch von der Niederlage nicht verderben, der Verein hat bereits jetzt die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt, mit einem dreifachen Punktgewinn wäre sogar ein neuer Vereinsrekord dazugekommen: 16 Erfolge gab es für die Mannschaft aus dem Erzgebirge noch nie in einer Saison. So gab es auch Glückwünsche von Hertha-Coach Babbel: "Der FC Erzgebirge hat als Aufsteiger Außergewöhnliches geleistet. Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft in dieser Saison präsentiert hat, ist bemerkenswert."
Die Lila-Weißen haben vor dem letzten Spieltag 53 Punkte auf dem Konto und besaßen außerdem für lange Zeit die Chance zum Durchmarsch in die 1. Bundesliga. "Wir hatten einen ganz tollen Herbst und eine tolle Hinrunde, davon haben wir lange gezehrt. Doch in der Rückrunde konnten wir unsere Heimstärke nicht mehr ausbauen, die Gegner waren besser vorbereitet auf uns, der Überraschungseffekt weg. Trotzdem hat mein Team eine sensationelle Saison gespielt und es auch in den letzten Spielen geschafft, die Fans wieder zurückzugewinnen", sagte der 42-jährige Rico Schmitt, dem anscheinend entgangen war, dass seine Elf nur eines der vergangenen sieben Spiele gewonnen hat. Obendrein war es das fünfte Heimspiel in Folge ohne Dreier (3 Remis, 2 Niederlagen). Wenigstens bleiben die Veilchen auch nach der dritten Heimniederlage der aktuellen Spielzeit auf Platz fünf. "Schade, dass wir heute verloren haben, aber wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt. Wir haben mehrere Vereinsrekorde gebrochen, das genießen wir und nehmen es mit", meinte Routinier Skerdilaid Curri nach seinem womöglich letzten Auftritt im Erzgebirgsstadion. Sein Vertrag läuft aus und noch ist unklar, ob er in der kommenden Saison weiterhin seine Schuhe für Aue schnüren wird.
Für fünf Akteure ist jedenfalls das Kapitel Erzgebirge Aue beendet. So wurde vor dem Spiel der 37-jährige Abwehrspieler und Kapitän Tomasz Kos, der sieben Jahre lang das Auer Trikot getragen hatte, zu Klängen von 'Time to say goodbye' verabschiedet (Karriereende). Zudem bedankte sich der Verein bei den mehr oder weniger ungewollten Abgängern Patrick Milchraum, Jörn-Andreas Wemmer, Najeh Braham und Sebastian Glasner für ihre Leistungen im Auer Dress. Letztgenannter durfte in diesem Spiel noch einmal ran, wenn auch erst nach der Halbzeitpause. Zuvor musste Rico Schmitt den Gelb-Rot gesperrten Innenverteidiger Adli Lachheb sowie kurzfristig auch noch Mittelstürmer Enrico Kern (eingeklemmter Nerv) ersetzen. Die Startelf, die sich mit einem großen Plakat bei ihren Fans für die Unterstützung in dieser Saison bedankten, zeigte trotz gutem Beginn in den Angriffsbemühungen dann zu wenig, um den Hauptstadtclub in Verlegenheit zu bringen. Und Hertha bewies auch ohne sechs Stammspieler, neben den gesperrten Raffael und Lasogga standen Ebert, Hubnik, Niemeyer und Torwart Aerts nicht zur Verfügung, ihre spielerische Klasse. Dem hatte der FCE nicht viel entgegenzusetzen, versuchte dennoch nach vorn zu spielen, aber mit der fehlenden Präzision im Abschluss. So vernaschte Jan Hochscheidt (6.) zwar Lell an der linken Strafraumgrenze, passte dann leider zu hart und unplatziert ins Zentrum, wo Skerdilaid Curri das Leder nicht wirklich kontrollieren konnte. Auch die Tatsache, als sich Alban Ramaj (12.) schön über die rechte Seite durchsetzte, aber in die verwaisten Mitte mit seiner Hereingabe keinen Mitspieler fand, zeigte die fehlende Qualität in der Auer Offensive.
Anders hingegen der BerlinerSportClub, der mit Ramos nicht nur Herthas Toptorschütze in seinen Reihen hat, sondern einen besitzt, der wohl das gnadenlose Vollstrecker-Gen in sich trägt. So nutzte der Kolumbianer nach 14 Minuten die erste torgefährliche Aktion prompt zum Führungstreffer der Gäste. Der Torjäger setzte sich gegen Kapitän René Klingbeil durch und zog aus 18 Metern einfach mal ab. Der Ball beschleunigte auf dem vor Anpfiff noch frisch gewässerten Rasen und schlug flach unten links ein. In der Folge hatte Hertha die Partie fest im Griff. Aue konnte sich kaum in Szene setzen. Nur Jan Hochscheidts Distanzschuss (33.) sorgte für Gefahr für das Tor von Herthas Nachwuchskeeper Burchert, von dessen Hand der Ball an den Pfosten prallte. Der Fußballgott war heuer eben kein Auer, den auch der im Anschluss an den Pfostenknaller hart geführte Zweikampf zwischen Neumann und Skerdilaid Curri sorgte zwar für Unmut bei den Auer Anhängern, aber nicht zum erhofften Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Florian Meyer.
Leider blieben auch nach dem Wachrüttler Aues Angriffsversuche viel zu harmlos und arm an Kreativität. Wie abgezockt man sein kann, zeigte der Bundesliga-Aufsteiger im Stile einer Spitzenmannschaft kurz vor der Pause. Perdedaj steckte auf Friend durch und der Stürmer erzielte per Heber die 2:0 Führung (44.). Ausgerechnet Rob Friend. Der Stürmer hatte seit dem 24. September (1:0 in Cottbus) keinen Treffer mehr erzielt und kam nur zum Einsatz, weil Lasogga wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung stand. Und die Lila-Weißen zeigten sich eben von ihrer gastfreundlichsten Seite. "In den entscheidenden Momenten waren wir einfach aufmerksamer", fand Gäste-Coach Babbel die treffenden Worte für soviel Effektivität. Zudem war seiner Meinung nach bei den Unsrigen die Luft raus: "Man hat gemerkt, dass die ganz große Power nicht mehr vorhanden ist."
Dem Gegenzuwirken ließ Rico Schmitt in der zweiten Halbzeit den blass gebliebenen Fabian Müller sowie den bereits gelbverwarnten Ex-Herthaner Oliver Schröder auf der Bank, dafür kamen wie oben geschrieben Sebastian Glasner und Tobias Kempe aufs sonnendurchflutete Grün. Allerdings stellte sich der erhoffte offensive Schwung durch die Wechsel nur kurzzeitig ein: Die beiden Distanzschüsse von Marc Hensel (46.) und Skerdilaid Curri (48.) sowie Tobias Kempes Direktabnahme (60.) verfehlten dabei ihr Ziel. So verlor der eh schon gemütlich anmutende Sommerfußball weiter an Tempo und guten Möglichkeiten. Hertha tat auch nur noch das Nötigste, blieb jedoch mit Konterfußball gefährlich: Rukavytsya scheiterte nach einem weiteren Klingbeil-Patzer ebenso an Torwart Martin Männel (63.) wie Ronny (79.).
Ohne weitere, nennenswerte fußballerische Leckerbissen endete die Partie zu Gunsten der Hauptstädter. Auch weil die langen Bälle aus der eigenen Auer Hälfte oft ins Nichts gingen oder bei den Berliner Verteidigern landeten. "Wir haben heute wieder gesehen, dass wir in der Offensive den größten Handlungsbedarf haben", sagte Rico Schmitt nach dem zehnten Spiel ohne eigenes Tor und hofft auf Verbesserung dieses Manko durch Neuverpflichtungen: "Wir sind in Gesprächen. Es gilt Spieler zu finden, die wir auf unserem Weg mitnehmen. Wir wollen eine Mannschaft formen und Spielerqualität finden, die meinen Ideen folgt." Doch zunächst muss noch der 34. und letzten Spieltag beim FSV Frankfurt über die Bühne gebracht werden - wenn es geht, erfolgreich... (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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0 |
Ecken |
3 |
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18 |
Fouls |
13 |
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1 |
Abseits |
3 |
| |
53.8% |
Ballbesitz |
46.2% |
| |
12 |
Torschüsse |
10 |
| |
86 |
Zweikämpfe |
86 |
| |
49% |
- davon gewonnen |
51% |
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23 |
lange Bälle |
17 |
| |
20 |
- davon nicht angekommen |
13 |
| |
1 |
Gelbe Karten |
2 |
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0 |
Gelb-Rote Karten |
0 |
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0 |
Rote Karten |
0 |
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