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Sachsen-Pokal 2006/07

Spielbericht

Viertelfinale - Samstag, 10.02.2007 - 14:00

1. FC Lok Leipzig - FC Erzgebirge Aue II 0:3 (0:1)

1. FC Lok Leipzig: Jan Evers, Anton Köllner, Holger Krauß, Pierre Trinko, Sven Dobiasch, Mark Gerloff, Stephan Knoof, René Ledwoch, Kai-Uwe Metzner, Christopher Blümel, René Heusel; Trainer: Rainer Lisiewicz

Eingewechselt: 53. Rico Engler für Christopher Blümel, 53. Robert Sommer für Mark Gerloff, 66. Eric Eiselt für Kai-Uwe Metzner

FC Erzgebirge Aue II: Stephan Flauder, Marcel Andrä, Pierre Le Beau, Ronny Liebold, Andreas Lobsch, Tino Oechsner, Daniel Rupf, Sebastian Seifert, Christian Siemund, Roy Blankenburg, Marcel Nolde; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 70. Kai Enold für Andreas Lobsch, 75. Sylvio Schwitzky für Sebastian Seifert, 89. Stefan Mohr für Daniel Rupf

Tore: 0:1 Christian Siemund (33.); 0:2 Daniel Rupf (51.); 0:3 Sylvio Schwitzky (88.)

Schiedsrichter: Ralf Schinköthe (Dresden)

Zuschauer: 5327

Gelbe Karte: Kai-Uwe Metzner, René Heusel, Mark Gerloff, Pierre Trinko / Andreas Lobsch, Tino Oechsner, Daniel Rupf, Sebastian Seifert

Gelb/Rote Karte: Holger Krauß (84.) / Marcel Nolde (88.)

Besondere Vorkommnisse: Das Spiel wurde aufgrund von Feuerwerkskörpern aus dem Gästeblock für 13 Minuten unterbrochen (47.).

Die zweite Mannschaft des FC Erzgebirge Aue steht nach dem klaren 3:0-Erfolg am Samstag beim 1. FC Lok Leipzig im sächsischen Pokal-Halbfinale. Dort dürfte nach Lage der Dinge mit dem FC Sachsen das nächste Leipziger Team auf die Veilchen warten. Die Leutzscher haben demnächst im Viertelfinale den VfB Auerbach zu Gast und sind haushoher Favorit. Die Auer machten in ihrem Viertelfinalspiel im Bruno-Plache-Stadion Nägel mit Köpfen und zeigten vor mehr als 5000 Zuschauern dem Bezirksligisten seine Grenzen auf. Die Leipziger begannen allerdings sehr druckvoll und hatten zunächst die bessere Spielanlage. Die Gäste mussten auf dem Schneeboden höllisch aufpassen, um einen frühen Rückstand zu verhindern. FCE-Torhüter Stefan Flauder musste zweimal Kopf und Kragen riskieren. Als die Veilchen sich immer besser auf die Probstheidaer einstellten und besser ins Spiel kamen, brachte Christian Siemund die Gäste per Kopfball in Führung (33.). "Das gab uns Sicherheit, nun spielten wir schnörkellos nach vorn", sagte Aues Trainer Rico Schmitt. Daniel Rupf erhöhte so nach einem Abwehrpatzer auf 2:0 (55.). Die jetzt klar besseren Lila-Weißen hatten große Räume zum Kontern, Lok hingegen keine richtige Torchance mehr. Dem eingewechselten Silvio Schwitzky gelang bei einem Tempogegenstoß in der Schlussminute noch das 3:0. (freiepresse)

Lisiewicz-Elf unter Wert geschlagen

Das Ergebnis stellt den Spielverlauf auf den Kopf. Mit 0:3 (0:1) verlor Bezirksligist 1. FC Lok das Sachsenpokal-Viertelfinalspiel gegen die Zweite des FC Erzgebirge Aue. 5327 Zuschauer sahen ein umkämpftes Match, das die Probstheidaer in Halbzeit eins dominierten, dabei aber drei hochkarätige Chancen ausließen. Die Landesligazweite indes nutzte seine erste zum 1:0. Die Gastgeber haderten mit dem Schiedsrichtergespann, dass im Zweifelsfalle stets für Aue entschied. "Ich weiß nicht, warum der Referee zwei Tore von uns nicht gibt und uns einen Elfmeter verwehrt", wetterte Lisiewicz. "Wenn unser Torwart nicht mehrfach toll gehalten hätte, wäre es vielleicht eng geworden", so Aue-Coach Rico Schmitt. (Leipziger Volkszeitung)

Fußballfans machen Jagd auf Polizisten

Ostdeutschland erlebt eine neue Form der Gewalt von Fußballfans: Überfallartig stürmten 800 Randalierer nach dem Spiel Leipzig gegen Aue auf die Polizisten vor dem Stadion zu und lieferten sich eine Straßenschlacht. 36 Beamte wurden verletzt, mehrere mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wie der Leiter der Polizeidirektion Leipzig, Mario Luda, SPIEGEL ONLINE bestätigte, wurden 36 Beamte bei den schweren Ausschreitungen nach der Partie Lokomotive Leipzig gegen Erzgebirge Aue II (0:3) verletzt. "Die Kollegen erlitten Schürfwunden, Hämatome und Prellungen." Einige davon mussten, so Luda, im Krankenhaus behandelt werden, wurden inzwischen aber wieder entlassen. "Bei den eingesetzten Polizisten war der Körperschutz komplett angelegt, ansonsten wären noch viel schlimmere Verletzungen zu befürchten gewesen", so der Direktionsleiter, der von einer gezielten Aktion von Gewalttätern aus dem Lokomotive-Lager sprach. "Selbst Kollegen, die öfter bei Auseinandersetzungen dabei gewesen sind, sprechen von einer Form von Gewalt, die ihnen bisher nicht bekannt war", erklärte Luda. Nach dem mehrfach unterbrochenen Pokalspiel hatten rund 800 Randalierer in unmittelbarer Stadionnähe die 300 eingesetzten Polizeibeamten angegriffen. Dabei wurden auch sechs Zivilisten verletzt und 21 Einsatzfahrzeuge beschädigt. Selbst die acht eingesetzten Pferde der Reiterschaft mussten ärztlich behandelt werden. "Die Angreifer warfen mit Ziegelsteinen, Betonplatten und Feuerwerkskörpern", sagte Luda. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray setzten sich die Einsatzkräfte zur Wehr. Einige Angreifer wurden von Hunden gebissen. Ein Zivilbeamter musste in akuter Notlage sogar einen Warnschuss abgeben, Kollegen mussten ihm zur Hilfe kommen. Ein anderer Polizist wurde im Dienstfahrzeug sitzend mit einer Schreckschusspistole beschossen. Fünf Täter im Alter zwischen 19 und 30 Jahren wurden inzwischen festgenommen. Gegen sie wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Der Staatsanwalt prüft derzeit die weitere Vorgehensweise. Außerdem habe die Leipziger Ermittlungsgruppe Fußball eine Kommission eingerichtet, um Videomaterial auszuwerten und so weitere Täter zu identifizieren. Der erste Vorsitzende von Lokomotive Leipzig, Steffen Kubald, distanzierte sich von den Ereignissen. "Das waren keine Lok-Fans, das waren Chaoten, die uns als Trittbrett benutzen", sagte er SPIEGEL ONLINE. Zu der Partie waren 350 Anhänger aus Aue und 5000 Leipziger Fans ins Bruno-Plache- Stadion gekommen. Die Kritik, es habe zu wenige Sicherheitskräfte im Stadion gegeben, wies Kubald zurück. "Es waren sogar zu viele da, wir hatten mehr als 70 Ordnungskräfte im Einsatz." Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) forderte Unterdessen Konsequenzen. "Mir reicht es nicht, wenn sich die Verantwortlichen der Vereine jedes Mal nach solchen Ereignissen lediglich distanzieren", sagte Buttolo. Nötig seien "deutlichere Signale. Ich werde keine italienischen Verhältnisse in und um die sächsischen Stadien zulassen." Das Problem habe nunmehr eine neue Qualität bekommen. Bereits während des Spiels war es zu Problemen gekommen, als Feuerwerkskörper und Rauchbomben zwischen den Fanblöcken flogen - unerklärlich für Direktionsleiter Luda: "Die Kontrollen sind nicht konsequent durchgeführt worden, sonst wären diese Zwischenfälle nicht möglich gewesen." Kubald konterte: "Wir können doch nicht alle Zuschauer ausziehen." Der Verein werde aber die Behörden bei der Suche der Schuldigen in vollem Umfang unterstützen, damit diese zur Rechenschaft gezogen werden können. Zudem schloss der Lok-Vorsitzende seinen eigenen Rücktritt nicht aus. "Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden sich zusammensetzten, dort wird über die Ereignisse gesprochen", erklärte er SPIEGEL ONLINE. Die Sitzung soll morgen Abend stattfinden. (Spiegel-Online)