|
FC Erzgebirge Aue: Jörg Hahnel - Tomasz Kos, Holger Hasse, Hendrik Liebers - Sven Günther, Marco Kurth, René Trehkopf, Dino Toppmöller - Skerdilaid Curri, Andrzej Juskowiak, Sebastian Helbig; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 88. Khvicha Shubitidze für Sebastian Helbig, 90. Matthias Heidrich für Andrzej Juskowiak
Kader: Tomasz Bobel, Rüdiger Rehm, René Krasselt, Tzvetomir Tchipev, Maik Kunze
TSV 1860 München: Michael Hofmann, Remo Meyer, Slobodan Komljenovic, Rodrigo Costa, Matthias Lehmann, Roman Tyce, Harald Cerny, Marco Gebhardt, Karlheinz Pflipsen, Michal Kolomaznik, Paul Agostino; Trainer: Rudi Bommer
Eingewechselt: 74. Emmanuel Krontiris für Matthias Lehmann
Kader: Timo Ochs, Patrick Milchraum, Daniel Baier, Marcel Schäfer, Pascal Ojigwe, Francis Kioyo
Tore: 1:0 Andrzej Juskowiak (Kopfball, 15. / Skerdilaid Curri); 1:1 Michal Kolomaznik (Rechtsschuß, 18. / Marco Gebhardt); 2:1 Sebastian Helbig (Rechtsschuß, 35. / Sven Günther); 3:1 Sebastian Helbig (Kopfball, 77. / Sven Günther)
Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Dorum)
Zuschauer: 16500 (ausverkauft) im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Skerdilaid Curri, Sebastian Helbig, Tomasz Kos / Michal Kolomaznik, Karlheinz Pflipsen
|
Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Der FC Erzgebirge hat am Freitagabend in einem packenden Spiel Bundesligaabsteiger 1860 München verdient mit 3:1 geschlagen. Die Veilchen bleiben damit weiter Tabellenführer. Gerd Schädlich forderte aber trotz eines Fußballabends, "bei dem alles stimmte" dazu auf, "schön ruhig zu bleiben!". Sein Kollege Rudi Bommer fasste das Spiel ebenfalls in kurze Worte allerdings aus anderen Gründen: "Viel ist über meine Mannschaft nicht zu erzählen. Nur drei gute Szenen in 92 Minuten - Aue hat es vorgemacht, wie es geht."
In der Tat setzten die Gastgeber ihre hohen Ziele von Anfang an besser in die Tat um. Das massive Forechecking behagte den dann immer nervösen Gästen wenig. Bereits nach sechs Minuten kamen die Auer so zum ersten Eckball und zur ersten Chance. Andererseits wurde deutlich, dass die umgestellte Auer Abwehr ohne ihren "Kopf" Emmerich Abstimmungsprobleme hat. Der Löwen-Gegenzug über rechts bescherte den Gästen den ersten Eckball. Hahnel durfte dabei unter Beweis stellen, dass er längst wieder topfit ist. Bis auf einen Fehlpass war der Auer Keeper fehlerlos.
Wie Bommer schon feststellte, musste Hahnel aber auch nur wenige kritische Situationen meistern. Die Auer Offensivabteilung sorgte weit mehr für Entlastung. Toppmöller hatte Pech, als ihm der Ball nach einem Doppelpass mit Helbig etwas zu weit fort sprang (14.), Hofmann konnte retten. Zwei Minuten später konnte der Münchner Schlussmann aber nur noch hinterher schauen: Juskowiaks Kopfball flog unter dem Jubel der 15.500 Auer Zuschauer (insgesamt 16.500 - ausverkauft) unhaltbar ins lange Eck - 1:0.
Eine Unachtsamkeit in der Auer Abwehr machte den Vorsprung jedoch bereits drei Minuten später zunichte: Ein Pass in die Tiefe hebelte die gesamte Auer Defensive aus und Hahnel hatte gegen Kolomazniks Schuss keine Chance. Der Ausgleich lähmte das Spiel, es wurde wieder ausgeglichener. Aue blieb jedoch weitgehend Herr im eigenen Hause.
In der 35. Minute wurde auch für Laien deutlich, welchen Qualitätssprung Schädlichs Neueinkäufe langfristig bewirken könnten: Sven Günther setzte sich auf rechts einmal mehr unwiderstehlich durch. In Höhe der Mittellinie "drosch" er den Ball über 50 Meter überaus präzise und gewollt auf den halblinks gestarteten Sebastian Helbig. Der konnte nur schießen und tat es, ohne zu überlegen. Hofmann war gegen den halbhohen Schuss ohne jede Chance. Ein Klassetor!
Fast schon traditionell kam der FCE vor der Pause noch einmal zwei Minuten unter Druck, doch die Führung hatte Bestand. Kritischer wurde es, als Pflipsen nach 49 Minuten frei vor Hahnel auftauchte. Der Lupfer war jedoch kein Problem für den Tormann. Danach machte 1860 auf. Der Platz im Mittelfeld beschleunigte das Spiel, zumeist zum Vorteil der Auer: Die konterten jetzt im eigenen Stadion. Auch die Abwehr stand von Minute zu Minute besser, bescherte den Münchnern erst in der 85 (!) Minute wieder eine Chance. Dazwischen war längst die Entscheidung gefallen.
In der 77. Minute vernaschte Skerdi Curri seine(n) Gegenspieler links wieder nach Belieben. Seine kreuzgefährliche Eingabe verfehlten jedoch sämtliche Spieler. Anschließend durfte Sven Günther von rechts zum zweiten Versuch ran. Den nickte Helbig - ebenfalls wieder sehenswert - zum Endstand ein. Die von den namhaften Münchner Ex-Erstliga-Angreifern befürchteten "Nadelstiche" setzte der FCE in eindrucksvollster Art und Weise.
Die Schlussphase "zauberte" der FCE - völlig K.O. (Juskowiak, Curri) - regelrecht zu Ende. Sie wurde gekrönt von Helbigs und Juskowiaks gefeiertem Abgängen. Shubitidze und Heidrich durften dafür ran.
Herausheben wollte Gerd Schädlich jedoch niemandem. Er lobte ausdrücklich die geschlossene Mannschaftsleistung ohne Ausfälle. "Die Mannschaft hat sich noch besser als in Essen präsentiert." Allerdings sei der TSV auch ein anderer Gradmesser gewesen. Aufstiegsprämie und Stadionerweiterung waren jedoch zur Pressekonferenz nur ein Thema der fragenden Journalisten (W. Konetzke). Coach Gerd Schädlich erinnerte an die SpVgg Unterhaching, die 2003/04 mit vier Siegen gestartet war und erst am letzten Spieltag mit dem 3:3 in Aue den Klassenerhalt feiern durfte. Jeder Punkt ist (momentan noch) einer gegen den Abstieg... (fm) |
|