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FC Erzgebirge Aue: Jörg Hahnel - Tomasz Kos, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Holger Hasse, Sven Günther, Matthias Heidrich, Dino Toppmöller - Skerdilaid Curri, Andrzej Juskowiak, Sebastian Helbig; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 61. Marco Kurth für Holger Hasse, 70. Maik Kunze für Andrzej Juskowiak, 80. Khvicha Shubitidze für Skerdilaid Curri
Kader: Tomasz Bobel, Rüdiger Rehm, Tzvetomir Tchipev, Ersin Demir
Alemannia Aachen: Stephan Straub, Wilfried Landgraf, Alexander Klitzpera, Moses Sichone, Emil Noll, Reiner Plaßhenrich, Simon Rolfes, Cristian Fiél, Sergio Pinto, Erik Meijer, Kai Michalke; Trainer: Dieter Hecking
Eingewechselt: 68. Jens Scharping für Sergio Pinto, 75. Florian Bruns für Cristian Fiél, 86. Dennis Brinkmann für Reiner Plaßhenrich
Kader: Kristian Nicht, Frank Paulus, Thomas Stehle, Chris Iwelumo
Tore: 1:0 Skerdilaid Curri (Kopfball, 57.); 1:1 Kai Michalke (Kopfball, 58. / Emil Noll)
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 11500 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Sven Günther (3.), Holger Hasse / Cristian Fiél, Emil Noll
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: In einem mäßigen Zweitligaspiel trennte sich heute der FC Erzgebirge Aue 1:1-Unentschieden von Alemannia Aachen. Tribünengast Hans Meyer sagte zu Anfang der Partie: "Man muss kein Prophet sein: Wer heute hier verliert, bekommt richtig Probleme." Einen Verlierer hatte das Spiel nicht. Es hatte aber auch keinen Sieger (verdient). Das sahen nach der Partie auch beide Trainer so: Sie sprachen von einem leistungsgerechten Remis und sie mussten nach dem Spielverlauf mit dem Punkt zufrieden sein.
Die sichtbaren Bemühungen der Gastgeber um Wiedergutmachung nach zuletzt herber Kritik waren ein Strohfeuer. Toppmöllers Kopfball (1., vorbei) nach Curri-Flanke und Curris Schuss aus spitzem Winkel nach Heidrich-Einwurf (2., Außennetz) waren auf lange Zeit die einzigen Chancen nervöser Gastgeber. Aachen kam immer besser ins Spiel und dominierte danach die gesamte erste Hälfte. "Wir haben die erste Halbzeit nicht nur optisch bestimmt, leider ohne in Führung zu gehen", kritisierte Gästecoach Hecking den Spielverlauf.
In der Tat hatte Aue mehrfach das Glück auf seiner Seite. Sowohl Rolfes (9.) als auch da Silva (18.) wurden zentral schön frei gespielt. Rolfes schoss jedoch knapp vorbei und da Silvas Heber landete auf dem Tornetz. Hahnel rettete zudem großartig gegen den halbrechts in den Strafraum eingedrungenen Plaßhenrich (29.). Einige Auer Spieler waren bei diesem schnellen Angriff auch nur halbherzig und halbschnell in die eigene Hälfte zurück gerannt, das fiel auf. Hundertprozentiger Einsatz sieht noch immer anders aus!
Bezeichnend für das Auer Spiel war eine Szene in der 34. Minute. Heidrich musste bei einem Freistoß im Anlauf stoppen, weil der Ball zu spät abgelegt wurde. Entsprechend harmlos war sein Fernschuss. Aachen war zumeist gedanklich einen Schritt schneller und auf einigen Positionen unübersehbar besser besetzt. Zwei halbe Auer Chancen in denn letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit sind nicht wirklich erwähnenswert.
Die zweite Halbzeit begann kaum besser, als die erste zu Ende gegangen war. Beide Teams egalisierten sich vorerst im Mittelfeld. Bezeichnenderweise Jörg Emmerich heute wieder einer der besseren blies nach 52 Minuten zum Sturm: Erst wurde seine Flanke zum Problem für Keeper Straub, der den Ball aus dem Angel fischte; dann schoss der Auer Kapitän selbst aufs Tor (53., gehalten). Mit seinen Vorstößen versuchte "Emma" das total harmlose Auer Mittelfeld zu überbrücken. "Über die Leistung des Mittelfeldes muss man reden", meinte dann auch Gerd Schädlich. Nicht nur Matthias Heidrich hatte einen schlechten Tag erwischt. "Er war auswechslungsreif", sagte Schädlich, "aber ich wollte vorne was tun."
Vor den Wechseln sah der Trainer unter den Augen von 11.500 Zuschauern (davon weniger als 100 Aachener) jedoch das etwas überraschende 1:0: Helbig ging energisch in den Strafraum, doch er scheiterte mit seinem Schuss an Straub. Den Abpraller köpfte Curri (!) überlegt in hohem Bogen ins leere Tor (57.).
Die Führung hielt jedoch keine Minute. Im Gegenzug verlor Curri an der Mittelinie den Ball, als er ihn zu weit vorlegte. Den ungewöhnlichen Stockfehler des Auer Stürmers nutzte Noll zu einem Sturmlauf auf der linken Seite. Seine Flanke köpfte Michalke ebenso sehenswert zum Ausgleich ein.
Danach kamen die angesprochenen Wechsel. Schädlich brachte Kurth für Hasse (60.), Kunze für Juskowiak (70.) und Shubitidze für Curri (78.). Besonders Kurth und Kunze sorgten für etwas mehr Druck, kämpften vorbildlich. Die Wende vermochten sie aber auch nicht mehr einzuleiten, weil zu viele ihrer Kollegen nach wie vor ihre Form suchen. Zwei Freistöße von Trehkopf (63., 30m, knapp drüber) und Shubitidze (80., Straub faustet knapp vor den Auer Angreifern) sowie Kunzes Schuss (88., knapp links vorbei) waren die Höhepunkte der letzten zwanzig Minuten, wobei die Führung nie mehr wirklich in der Luft lag.
"Wir sind keine Spitzenmannschaft, wir können aber besser spielen" hakte Gerd Schädlich das Spiel vorerst ab. Er bekam Blumen für sein 200. Spiel als Auer Trainer. Über drei Punkte hätte er sich wohl wesentlich mehr gefreut. (fm) |
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