VeilchenPower.de

2. Bundesliga 2004/05

Spielbericht

9. Spieltag - Sonntag, 24.10.2004 - 15:00

FC Erzgebirge Aue - MSV Duisburg 1:3 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Jörg Hahnel - Tomasz Kos, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Matthias Heidrich, Marco Kurth, Rüdiger Rehm, Dino Toppmöller - Skerdilaid Curri, Andrzej Juskowiak, Sebastian Helbig; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 73. Khvicha Shubitidze für Skerdilaid Curri, 73. Maik Kunze für Andrzej Juskowiak, 74. Hendrik Liebers für Rüdiger Rehm

Kader: Tomasz Bobel, Holger Hasse, Sven Günther, Gregor Berger, Ersin Demir

MSV Duisburg: Georg Koch, Alexander Bugera, Thomas Baelum, Pavel Drsek, Carsten Wolters, Peter van Houdt, Ivica Grlic, Andreas Voss, Holger Wehlage, Markus Kurth, Abdelaziz Ahanfouf; Trainer: Norbert Meier

Eingewechselt: 74. Miroslaw Spizak für Abdelaziz Ahanfouf, 83. Rob Maas für Andreas Voss, 89. Josef Ivanovic für Markus Kurth

Kader: Sven Beuckert, Dietmar Hirsch, Alexander Meyer, Nasir El Kasmi

Tore: 0:1 Abdelaziz Ahanfouf (Kopfball, 49. / Ivica Grlic); 0:2 Andreas Voss (70. / Holger Wehlage); 0:3 Markus Kurth (Kopfball, 76. / Peter van Houdt); 1:3 Khvicha Shubitidze (90. / Jörg Emmerich)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 12100 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: Dino Toppmöller (2.), Sebastian Helbig (2.) / Holger Wehlage

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Gegen den MSV Duisburg hat der FC Erzgebirge Aue heute eine weitere Heimniederlage hinnehmen müssen. Die Veilchen unterlagen den Zebras klar mit 1:3. Bis zur 91. Spielminute stand es noch 0:3. Shubitidzes Treffer in der Nachspielzeit war nur noch Kosmetik in einem Spiel, in dem der FCE schon lange zuvor als Verlierer feststand.
Schon der Beginn des Spiels ließ nicht viel Gutes erahnen. Emmerich und Trehkopf waren die ersten von etlichen Spielern, die trotz des herrlichen Herbstwetters auf dem Rasen im Erzgebirgsstadion ausrutschten und dem MSV nach zwei Minuten bereits zwei Eckbälle bescherten. Blieben die auch ohne Folgen, so setzte sich doch die Nervosität in der Auer Abwehr fort; es gab in der Folge nicht nur eine "Schwimmeinlage" gegen offensive Gäste, die mit drei Stürmern deutlich auf Sieg spielten. Trotz des klaren Erfolges in Erfurt spielte der FCE wesentlich weniger selbstbewusst als die konsequenten Gäste.
Nach knapp zehn Minuten wurde das Spiel jedoch ausgeglichener und auch die "Veilchen" kamen zu Chancen. Aues bester Kreativspieler Marco Kurth, der zumindest kämpferisch wie gewohnt ein Vorbild war, bediente nach 13 Minuten mit einem herrlichen Querpass Helbig. Der heute glücklose Auer Angreifer scheiterte jedoch mit einem satten Schuss aus halbrechter Position am überragenden Duisburger Georg Koch, der den Ball über die Latte kratzte. Vier Minuten später stand der Duisburger Keeper erneut im Mittelpunkt, als er Curris Eingabe kompromisslos mit dem Fuß klärte. Erschwerend war die tiefstehende Sonne für Koch, doch auch Fernschüsse (Kurth, 23.) bereiteten dem Duisburger Schlussmann keine Probleme. Zudem hatte Koch das Glück auf seiner Seite, als sich Heidrich abgefälschter Schuss (28.) aufs Tornetz senkte.
Insgesamt kamen jedoch viel zu wenige Ideen aus dem Auer Mittelfeld. Heidrich hatte oftmals viel Platz auf Rechtsaußen; ihm mangelte es jedoch nach wie vor an Selbstvertrauen. Statt konsequent in die Spitze zu spielen, zog "Matze" zumeist Alibipässe nach hinten vor; Toppmöllers Anwesenheit bemerkten die Zuschauer am ehesten dadurch, weil er von Stadionsprecher Peter Höhne in der Anfangself angekündigt worden war und Curri vernaschte mit seinen Finten längst nicht mehr die Gegner nach Belieben. Entsprechend "in der Luft" hing Andrzej Juskowiak, der auch nicht eben mit 110 Prozent Einsatz in den Kampf um lange Bälle ging.
Das Spiel offenbarte später immer mehr Parallelen zum Match gegen Trier: Aue spielte mit viel Aufwand (Gerd Schädlich), die Gäste aber hatten nicht nur das bessere Eckballverhältnis, sondern nach 37 Minuten auch die beste Chance. Voss' Kopfball nach Ecke ging nur ganz knapp über das Tor. Es wurde Zeit für den Halbzeitpfiff. Die letzte Auer Chance vor der Pause entsprang dann auch mehr dem Zufall: Heidrich fiel in 16 Meter Entfernung (44.) der Ball regelrecht auf den Fuß; der knallharte Volleyschuss ging jedoch am Tor vorbei.
Eine Fehlentscheidung des ansonsten guten Schiris Brych ging dem 0:1 nach 49 Minuten voraus. Emmerich korrekter Einsatz wurde als Foul geahndet; die folgende Ecke kam zurück zu Grlic, der konnte in Ruhe flanken und Ahanfouf nickte ebenso ungestört ein (49.). Danach hatte der FCE seine beste Phase. Doch sowohl Helbig (51., 22-Meter Schuss, und 53., nach Curri-Eingabe knapp drüber) als auch Juskowiak, der nach 55 Minuten in der Mitte frei stehend den Ball an Koch verschenkte und zwei Minuten später aus ebenso guter Position an Koch scheiterte, schafften nicht den Ausgleich. Zwischenzeitlich war auch noch Heidrich mit einem Volleyschuss aus spitzem Winkel an Kochs Reflexen gescheitert. Es war klar, dass solche Chancen nicht wiederkommen würden. "Wir hatten drei, vier gute Chancen, sind aber an Koch gescheitert." sagte Gerd Schädlich nach dem Spiel. "Aber es gibt auch Chancen, wo der Torwart keine Chance mehr haben darf." kritisierte der Coach die Chancenverwertung seiner Mannschaft.
Duisburg machte es besser. Voss nahm den Ball nach 70 Minuten aus 22 Metern direkt; sein Sonntagsschuss ging vom linken Innenpfosten ins Tor. Nur sechs Minuten später nickte Markus Kurth eine van Houdt-Flanke aus 15 Metern zum entscheidenden 0:3 ein. Emmerich hatte den Ball noch unhaltbar abgefälscht. Aue selbst wurde mit Flanken niemals mehr wirklich gefährlich. Vorne wie hinten wurde Nic Noveski vermisst. "Shubis" Ehrentreffer (spitzelte nach Doppelpass mit "Emma" den Ball schön in die rechte Ecke) half wohl am ehesten dem eingewechselten Stürmer selbst; vielleicht ist damit zumindest bei ihm der Knoten geplatzt. Ansonsten gab es trotz eines Chancenverhältnisses von 10:3 wenig Kreatives zu berichten.
Duisburgs Trainer Meier sprach am Ende von einer wunderbaren Geschichte. "Wir haben nach dem Heimsieg nachgelegt, haben kritische Situationen nach dem Führungstor gemeistert und sind nun auf Platz 3." Der FCE hat das "Nachwaschen" nach dem Sieg in Erfurt versäumt und steht nun - wie die Cottbuser selbst - in der Lausitz unter Druck, um nicht in die Abstiegszone zu geraten. (fm)