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FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Tomasz Kos, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Matthias Heidrich, Sven Günther, Marco Kurth, Rüdiger Rehm - Ersin Demir, Andrzej Juskowiak, Sebastian Helbig; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 14. Holger Hasse für Jörg Emmerich, 52. Dino Toppmöller für Holger Hasse, 76. Frank Berger für Andrzej Juskowiak
Kader: Jörg Hahnel, Hendrik Liebers, Tzvetomir Tchipev, Khvicha Shubitidze
Dynamo Dresden: Oliver Herber, Dexter Langen, Volker Oppitz, Jan Seifert, Rico Kühne, Karsten Oswald, René Beuchel, Marco Christ, Christian Fröhlich, Joshua Kennedy, Klemen Lavric; Trainer: Christoph Franke
Eingewechselt: 46. Ronny Scholze für Christian Fröhlich, 63. Steffen Heidrich für Marco Christ, 71. Daniel Jules Wansi für Rico Kühne
Kader: Ignjac Kresic, Levente Csik, Alen Basic, Christian Hauser
Tore: 1:0 Andrzej Juskowiak (Kopfball, 7. / Ersin Demir); 1:1 Klemen Lavric (Rechtsschuß, 29. / Christian Fröhlich); 2:1 Andrzej Juskowiak (Kopfball, 38. / Rüdiger Rehm); 3:1 Ersin Demir (83. / Sebastian Helbig); 4:1 Matthias Heidrich (Rechtsschuß, 90+2. / Marco Kurth)
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 16500 (ausverkauft) im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Matthias Heidrich (3.), Ersin Demir, Sebastian Helbig (4.), Tomasz Kos (4.), Dino Toppmöller (4.) / Volker Oppitz, Christian Fröhlich, Rico Kühne, Karsten Oswald
Rote Karte: - / René Beuchel (84., grobes Foulspiel)
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Mit einem 4:1 Sieg schossen unsere Veilchen Dynamo Dresden in den Tabellenkeller und kletterten nun selber auf Platz 7. Im ausverkauften Erzgebirgsstadion sah man eine souveräne kämpferische Leistung unserer Mannschaft mit prickelnder Derbyatmosphäre. Die Zahl der Gästefans bleibt wohl immer noch offen. Auf jeden Fall sah es so aus, als wolle man durch Aue einen Castortransport führen. Überall grüne Männchen. Irgendwann kam die Horde auch am Stadion an. Viele Dresdner mit den üblichen Antirufen. Die Stimmung war auf beiden Seiten hervorragend.
Aue begann druckvoll und wurde bereits nach sieben Minuten belohnt. Einen abgefälschten Freistoß des guten Rene Trehkopf beförderte Ersin Demir per Seitfallzieher zurück vors Tor. Andrzej Juskowiak hatte wenig Mühe, aus Nahdistanz einzuköpfen. Sieben Minuten später mussten die Gastgeber jedoch einen Schicksalsschlag wegstecken. Jörg Emmerich verletzte sich bei einem Zweikampf schwer im Gesicht. Mit mehreren Frakturen und einem Schädel-Hirn-Trauma musste der Kapitän ins Krankenhaus gebracht werden. Holger Hasse übernahm "Emmas" Part in der zentralen Defensive. Hasse konnte Emmerich jedoch nicht gleichwertig ersetzen, zumal er sich wenig später ebenfalls verletzte.
Vorerst drückte der FCE jedoch auf das zweite Tor. Heidrichs gefährliche Eingabe (17.) verpassten jedoch alle Angreifer. Helbigs Heber vier Minuten später ging an die Latte. Danach kam der FCE innerhalb von zwei Minuten zu vier Ecken und Sven Günther schoss nach 26 Minuten aus 20 Metern knapp drüber - es bleib beim 1:0.
Die Menge der vergebenen Chancen sollte sich rächen. Etwas aus heiterem Himmel kam Dynamo nach 29 Minuten zum Ausgleich. Aues Abwehr um Hasse sah in dieser Aktion alles andere als gut aus; Lavric schoss aus 10 Metern unhaltbar ins rechte unter Eck ein.
Chancen gab es danach auf beiden Seiten reichlich, weil sich die Defensivabteilungen etliche Schnitzer leisteten. Glück hatte Aue, als Oswald nach einem Konter (37.) knapp links vorbei hämmerte. Juskowiak machte es im Gegenzug besser: Rehms Flanke köpfte der Pole mühelos zur erneuten Führung ein - sein zweiter Treffer.
Dresden wechselte zur Halbzeit: Der rotgefährdete Fröhlich blieb in der Kabine. Bei Aue wechselte nur die Kapitänsbinde - von Hasse zu Juskowiak. Nach 52 Minuten musste jedoch auch Hasse passen. Für ihn kam Toppmöller. "Hasse sagte zur Halbzeit, dass es geht" verteidigte Gerd Schädlich den Wechsel sieben Minuten später. Schädlich wollte nicht ein zweites Mal die Abwehr umstellen. Letztendlich blieb ihm jedoch nichts anderes übrig. Heidrich war als letzter Mann jedoch ein echter Glücksgriff. Er spielte solide, rettete nach 70 Minuten für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie. Nach vorne leistete er sich allerdings einige Fehlabspiele.
Insgesamt hatte Dresden nach dem Wechsel mehr vom Spiel. Bobel rettete mehrmals in höchster Gefahr. Sein Dresdner Kollege hatte dagegen lange kaum Beschäftigung. Wäre der Ausgleich gefallen, hätte das Spiel kippen können.
In den letzten zehn Minuten schwanden bei den Gästen jedoch die Kräfte. Helbig konnte nach 83 Minuten einen langen Pass an der Strafraumgrenze in aller Ruhe annehmen. Danach passte er auf Demir und der schob aus 10 Metern mühelos ins rechte Eck. Dresden schwächte sich danach außerdem, als Beuchel nach Foulspiel an Rehm rot sah. Es war kein allzu schlimmes Foul, doch der Feldverweis lag nach neun gelben "Kartons" in einem rassigen Derby förmlich in der Luft.
Demir hätte den Sack zumachen können, doch er schoss aus 4 Metern völlig freistehend drüber (88.). Trotz zweier vergebener Großchancen wird Demir aber immer mehr zu einer Bereicherung. Er setzte im Mittelfeld, das ansonsten wieder einige Wünsche offen ließ, die meisten Akzente. Und so bleib die "Zugabe" Heidrich vorbehalten. In der 92. Minuten spielte Kurth eine Ecke in den Rückraum. Heidrich nahm den Ball aus 22 Metern direkt und er zimmerte ihn Herbert regelrecht über den Kopf ins Tor. Der Keeper hatte bei dem Tor-des-Monats-verdächtigen Treffer keine Chance, die Arme noch nach oben zu bringen. Danach stand das Erzgebirgsstadion Kopf.
"Es war ein rassiges Derby, alles dabei, nur einen Vorwurf muss ich machen: Wir hätten das Ergebnis in der ersten Halbzeit klarer gestalten müssen." sagte Gerd Schädlich. Der Trainer lobte "Matze" Heidrich. "Ich konnte ja nicht wissen, dass er seine Sache so gut macht." entschuldigte er sich, dass er nicht früher reagiert hatte. Zu den Einwechslern Toppmöller und F. Berger sagte er: "Die waren nicht so richtig auf Betriebstemperatur. Da müssen wir was Neues machen." Toppi wird nicht so schnell in die Stammelf zurück kehren; von Berger war das nicht unbedingt zu erwarten. Heidrich dürfte dagegen auf Emmas Position in Saarbrücken "gesetzt" sein. (fm) |
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