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Dynamo Dresden: Ignjac Kresic, Dexter Langen, Volker Oppitz, Mariusz Kukielka, Levente Csik, Karsten Oswald, René Beuchel, Ansgar Brinkmann, Christian Fröhlich, Joshua Kennedy, Klemen Lavric; Trainer: Christoph Franke
Eingewechselt: 59. Marco Christ für Karsten Oswald, 81. Daniel Jules Wansi für Klemen Lavric, 89. Ronny Scholze für Ansgar Brinkmann
Kader: Darko Horvat, Andre Weiß, Rico Kühne, Jan Seifert
FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Tomasz Kos, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Marco Kurth, Frank Berger, Tzvetomir Tchipev, Sven Günther - Skerdilaid Curri, Andrzej Juskowiak, Ersin Demir; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 39. Hendrik Liebers für Frank Berger, 54. Matthias Heidrich für Sven Günther, 67. Khvicha Shubitidze für Tzvetomir Tchipev
Kader: Jörg Hahnel, Uwe Ehlers, Gregor Berger, Kevin Hampf
Tore: 1:0 Klemen Lavric (21. / Karsten Oswald)
Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)
Zuschauer: 23940 (ausverkauft) im Rudolf-Harbig-Stadion
Gelbe Karte: Dexter Langen / Jörg Emmerich (4.), Frank Berger, Matthias Heidrich (7.)
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Verlieren kann man, aber nicht so und vor allem nicht beim Erzrivalen aus Dresden. Mit 10 Minuten Hurra-Fußball geht man selten als Sieger vom Platz. Die "Krake" Kesic verhalf dabei den Schwarz-Gelben die wichtigen 3 Punkte einzufahren und machten damit ihre Aufenthaltsgenehmigung für das zweite Jahr in der Kultliga rechtsgültig. Gerd Schädlich stellte dazu noch die in Vertragsschwebe stehenden Personalien auf und hoffte darauf, dass sich diese Spieler besonders reinhauen, was wohl größtenteils nicht der Fall war. Aber immer schön der Reihe nach.
Riesenstimmung zu Beginn des Derbys, auch der Regen ließ nun nach. Die rund 2400 Lila-Weißen sahen von den in komplett weiß spielenden Veilchen in den ersten Minuten wenig Überzeugendes. Daher war es nicht verwunderlich, dass die Gastgeber in der 7.Minute zur ersten größeren Chance kamen. Zunächst verlor Kos das Kopfball-Duell gegen Kennedy. Der Ball gelangte zu Lavric, der Emmerich ins Leere laufen ließ und aus 17m knapp am linken Pfosten vorbei schoss.
Von Aue war immer noch nichts Torgefährliches zu sehen. Die Dresdner hatten die Initiative übernommen und ließen ihr Spiel oft über Kennedy laufen. In der 15.Minute bewahrte Bobel den frühen Rücktand für Aue. Nach Fröhlichs Eckball, bereits die vierte Ecke für Dresden, reagierte Kennedy erneut schneller als Kos und Bobel kratzte den Kopfball aus dem rechten Eck. Die Auer spielten weiter ohne wirklich Gefahr zu verbreiten und wurden von den hoch motivierten und konzentrierten Dynamos regelrecht überrannt. In der 21. Minute war es dann passiert. Oswald erkämpfte sich den Ball an der Mittellinie(!) und setzte zum Solo an, gleich sechs(!) Auer ließ er wie Fahnenstangen stehen und konnte seelenruhig von der Strafraumgrenze abziehen. Zunächst bügelte Bobel die Fehler seiner Vorderleute aus, aber der auch völlig freistehende Lavric nutzte den Abstauber zum 1:0. Die gesamte Auer Hintermannschaft sah da nicht gut aus, man dachte da an das Beamtenspiel, wer sich bewegt hat verloren.
Nach dem Tor schalteten die Dresdner einen Gang zurück und die Veilchen kamen zu ihrer ersten Chance in der 30.Minute. Ein missglückter Abschlag von Kresic landete vor den Füßen von Ersin Demir. Der legte quer zu Juskowiak und Andrzej hätte sich für eine Ecke nur entscheiden müssen. Doch der hoch angesetzte Schuss bereitete Dynamos Keeper Kresic keine Probleme. Juskowiak hatte in der 39.Minute zum zweiten Mal eine 100% Torchance, aber nach Curris Maßflanke von der rechten Seite, strich sein Kopfball nur um cm am Dresdner Gehäuse vorbei. Gerd Schädlich wechselte noch vor der Pause den stark gelb-rot gefährdenden Frank Berger aus und brachte mit Hendrik Liebers auch einen Spieler, dessen Vertragsverlängerung noch ungeklärt ist. Aber in den 6 Minuten passierte nicht mehr viel und somit gings mit dem 1:0 in die Pause.
Nach dem Pausentee verflachte die Partie wieder und man spielte auf beiden Seiten mit viel Kampf. Matthias Heidrich kam für Sven Günther und man merkte gleich, dass die Variante Curri - Heidrich die besser eingespielte Kombination war. Denn in der 56.Minute passte Curri mit der Hacke zu Matze, der aber noch nicht mit den Platzverhältnissen zurechtkam und leider den Ball nicht voll traf. Das Spielniveau sank nun noch weiter und Schiri verteilte erst einmal paar Gelbe Karten. Dresden machte nur noch das Nötigste und den Veilchen fiel im Spielaufbau nichts Kreatives ein. Emma verteilte die Bälle auf die Außenbahnen, bekam sie aber gleich postwendend zurück - Fußball zum Abgewöhnen.
Selbst mit dem eingewechselte Khvicha Shubitizde brachte es nicht den erhofften Sturmlauf der Veilchen. Dabei hatte man in der 70.Minute noch Glück, als Emmerich nur die Gelbe Karte für das Foul an Lavric sah, obwohl er als letzter Mann aggierte. Auf dem Platz sowie auch auf den Rängen ist es nun noch ruhiger geworden. Erst in den letzten zehn Minuten läutete Aue zum Schlussspurt ein und der nun verdiente Ausgleich lag in der Luft. Aber weder Ersin Demir, der an Kresic scheiterte, sowie auch Matthias Heidrich, der den Ball aus kurzer Distanz an die Unterlatte hämmerte, wobei das Leder zum Glück für Dynamo nicht ins Tor, sondern zurück ins Spielfeld flog, konnten den Ausgleich für die Lila-Weißen erzielen. Mit dem 1:0 Endstand für die Fahrradbeleuchter aus Dresden verliert auch der Spruch "Jedes Jahr dasselbe, 3 Punkte an der Elbe" seine Daseinsberechtigung.
Am Ende ein glücklicher Sieg für Dresden, nachdem Aue 80 Minuten nichts gemacht hat und dann aber zu mehreren hundertprozentigen Chancen gekommen war, hätte wenigstens einen Punkt aus der Elbestadt rausspringen müssen. Aber hätte, wenn und aber zählt nun mal nicht, sondern einzig die Tore sind das Entscheidende. Gerd Schädlich sagte nach dem Spiel: "Glückwunsch an Dynamo. Ich habe nie daran gezweifelt, dass Dresden den Klassenerhalt schafft. Eigentlich habe ich mit einem Punkt geliebäugelt. Aber die ersten 30 Minuten waren wir praktisch nicht auf dem Platz. Wir haben um das Gegentor förmlich gebettelt. In der zweiten Halbzeit wollten wir das korrigieren, aber Kresic hat Weltklasse gehalten." Da war einfach mehr drin und erst recht in einem Derby. (arn) |
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