VeilchenPower.de

2. Bundesliga 2004/05

Spielbericht

33. Spieltag - Sonntag, 15.05.2005 - 15:00

FC Erzgebirge Aue - 1. FC Saarbrücken 2:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Uwe Ehlers, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Sven Günther, Matthias Heidrich, Marco Kurth, Rüdiger Rehm - Skerdilaid Curri, Andrzej Juskowiak, Khvicha Shubitidze; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 37. Ersin Demir für Andrzej Juskowiak, 72. Gregor Berger für Marco Kurth, 82. Fabian Bröcker für Khvicha Shubitidze

Kader: Jörg Hahnel, Holger Hasse, Kevin Hampf

1. FC Saarbrücken: Peter Eich, Aimen Demai, Tamandani Nsaliwa, Echendu Adiele, Stephan Kling, Matthias Hagner, Torsten Reuter, Thorsten Nehrbauer, Alessandro Caruso, Yilmaz Örtülü, Gunter Thiebaut; Trainer: Horst Ehrmantraut

Eingewechselt: 77. Christian Stuff für Thorsten Nehrbauer, 82. Henrich Bencik für Alessandro Caruso

Kader: Tobias Rott, Vinh Long Willemin, Matej Sucurovic, Julian Lücke, Peter Buljan

Tore: 1:0 René Trehkopf (Linksschuß, 73.); 2:0 Ersin Demir (Kopfball, 90. / Gregor Berger)

Schiedsrichter: André Stachowiak (Duisburg)

Zuschauer: 13600 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: Marco Kurth (6.), Sven Günther (5., gesperrt), Fabian Bröcker / Alessandro Caruso (2.)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Dieses Spiel sollte eigentlich für den gemeinen Fußballfan das nonplus-ultra werden, denn nach den Heimpleiten gegen Frankfurt (0:5) und Köln (1:2) wollten sich die Spieler für die geile Saison bei den Anhängern bedanken und im letzten Heimspiel alles dafür geben. Was dann doch nicht so überzeugend war, dazu beigetragen hatten auch die kurzfristigen Änderungen in der Mannschaftsaufstellung, dabei fielen verletzungsbedingt Helbig, Tchipev und Liebers aus. Außerdem war Kos zu seinem schwererkrankten Vater gefahren, wodurch auch Hasse spielen sollte, doch dieser gab dem Coach eine Absage, was wohl noch ein Nachspiel für ihn haben wird. In der Offensive gabs auch noch eine Überraschung, Publikumsliebling Shubitidze durfte erstmals im Jahr 2005 von Beginn an spielen. "Shubi hat diese Woche sehr gut trainiert. Deshalb habe ich ihn aufgestellt", meinte Trainer Gerd Schädlich. Shubitidze gab sich auch alle Mühe, rannte, arbeitete und offenbarte dennoch, warum er keinen neuen Vertrag bekommt.
Die erste große Chance für die Veilchen hatte eben jener Aufstiegsheld, dabei setzte er in der 4.Minute nach einer Flanke von Curri zum Fallrückzieher an, aber er verfehlte leider den Ball - das wäre ein Einstand gewesen. Dies war aber auch der einzigste Aufreger in den ersten Minuten, obwohl Aue sehr angagiert in die Zweikämpfe ging und die Saarbrücker nicht aus ihrer Hälfte kommen ließen - erster Saarbrücker Torschuss von Hagner aus etwa 20 m in Minute 12 - sprang nichts Überragendes dabei heraus. Den Fans war’s anscheinend erstmal egal und ließen die LAOLA durchs Stadion laufen, was aber keine Wirkung bei den Spielern zeigte. Die Partie wurde allmählich zur Schlafnummer, außer einem 25-m-Hammer von Trehkopf in der 18.Minute, sah man sonst viel Mittelfeldgeplänkel. Aue spielte mit viel Aufwand und wenig Nutzen, bei Saarbrücken dasselbe Bild, nur dass die Gäste noch weniger zum Spiel beitrugen.
Diese Abwehrtaktik der Saarbrücker hätte sich für Aue aber fast ausgezahlt, doch weder Khvicha Shubitidze (24.) noch Andrzej Juskowiak (28.) konnten den Ball im Gehäuse unterbringen, wobei dem völlig freistehenden Shubi 4m vorm Tor wohl die Nerven versagten. Kurz vor der Pause verletzte sich auch noch Juskowiak, für ihn kam Ersin Demir ins Spiel und somit standen bei den Veilchen die wohl kleinstmögliche Sturmvariante der Kultliga auf dem Platz. Trotzdem versuchte es man mit hohen Bällen in den Strafraum, was aber schon vornherein zum Scheitern verurteilt war. Bevor die Spieler in die unverdiente Pause gingen, fasste sich Emmerich ein Herz und zog aus gut 20m ab. Doch Eich rettete Weltklasse und die darauf folgende Ecke köpfte Ehlers nur an den Außenpfosten. Es konnte nur besser werden, denn dass bisher gezeigte Spielniveau war auch nicht mehr zu unterbieten.
Beide Mannschaften kamen unverändert auf den Rasen zurück und die Veilchen begannen wieder druckvoll mit starken offensiven Pressing. Da war sogar Gästetorwart Eich überrascht, denn er nahm den Ball von Saarbrückens Spieler Adiele auf, Schiri Stachowiak pfiff auf Rückpass und somit Freistoß für die Veilchen 8m vor der Torlinie. Matthias Heidrich holte zwar den "Hammer" raus, doch der Ball blieb auch beim zweiten Versuch in der Mauer hängen. Wenig später konnte auch Kurth eine Vorlage von Eich nicht verwerten und schoss überhastet drüber. So langsam musste das 1:0 doch mal fallen, denn Shubitidze hatte die nächste Riesenchance auf dem Fuß, aber nach Flanke von Günther traf er mit einem Volleyschuss leider nur den Pfosten. In den ersten 10 Minuten gab es mehr Torchancen als wie in der ersten Halbzeit von beiden Mannschaften zusammen.
Da geht doch noch was, dachten sich auch die offiziell 13.600 Zuschauer. Aber wieder einmal verflachte die Partie zunehmend, bloß warum weiß keiner sogenau. Grauenhaft viele Fehlpässe und Missverständnisse bei beiden Teams. Auf den ideenlosen Spielaufbau folgten alsbald auch erstmals Pfiffe von den Rängen in dieser Saison. Es war wirklich kein gutes Spiel. Erlösung gabs aber in der 73.Minute mit dem Freistoß-Tor aus 20 Metern von Rene Trehkopf. "Solche Standardsituationen sind meine Spezialität. Ich hatte schon beim Anlaufen ein gutes Gefühl, dass der Ball rein geht", meinte der Abwehrspieler nach dem Spiel, der vor Beginn der Partie seine Vertragsverlängerung bei den Veilchen bekannt gab.
Nach dem Führungstreffer spielte nur Aue, obwohl Saarbrücken nun wieder voll im Abstiegskampf steckte, taten sie zu wenig, um selbst gefährlich zu werden. In der 90. Minute dann die Entscheidung für Aue durch Ersin Demir. Nach einer Flanke von Gregor Berger erzielte er mit einem Flugkopfball seinen vierten Saisontreffer und machte mit dem 2:0 alles klar. Was für ein Finish im letzten Heimspiel, das ganze Stadion erstrahlte im Lila-Weiß, die Fans feierten ihre Mannschaft und mit 50 Punkten hat man das Saisonziel erreicht.
"Der Sieg war eine schwere Geburt. Mit dem letzten Aufgebot haperte es etwas am spielerischen Niveau, aber die Einstellung stimmte. Die Mannschaft wollte sich unbedingt mit einem Sieg verabschieden. Unter dem Strich geht das Ergebnis aber am Ende in Ordnung.", so Gerd schädlich nach dem Spiel. Die Party ging dann aber weiter und tausende Aue-Fans feierten mit ihren Lieblingen bis spät in die Nacht hinein. Dabei wurden auch Skerdilaid Curri vor Sebastian Helbig und Jörg Emmerich zum "Spieler des Jahres" gewählt und die Spieler, die den Verein verlassen werden, wurden gebührend mit Sprechchören verabschiedet. (arn)