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2. Bundesliga 2005/06

Spielbericht

13. Spieltag - Sonntag, 20.11.2005 - 15:00

TSV 1860 München - FC Erzgebirge Aue 1:1 (0:1)

TSV 1860 München: Timo Ochs, Fabian Lamotte, Lukas Szukala, Rodrigo Costa, Torben Hoffmann, Remo Meyer, Matthias Lehmann, Daniel Baier, Patrick Milchraum, Stefan Reisinger, Jiayi Shao; Trainer: Reiner Maurer

Eingewechselt: 52. Michal Kolomaznik für Stefan Reisinger, 54. Marcel Schäfer für Fabian Lamotte, 81. Paul Agostino für Lukas Szukala

Kader: Michael Hofmann, Slobodan Komljenovic, Marco Gebhardt, Emmanuel Krontiris

FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Tomasz Kos, Jörg Emmerich, René Trehkopf - Sven Günther, Florian Heller, Christian Mikolajczak, Richard Dostalek - Tomas Klinka, Andrzej Juskowiak, Ersin Demir; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 61. Norman Loose für Tomasz Kos, 71. Marco Kurth für Florian Heller, 77. Sebastian Helbig für Ersin Demir

Kader: Jörg Hahnel, Hendrik Liebers, Daniel Jungwirth, Skerdilaid Curri

Tore: 0:1 Ersin Demir (Rechtschuss, 36.); 1:1 Jiayi Shao (Linksschuss, 68. / Patrick Milchraum)

Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Otterndorf)

Zuschauer: 51700 in der Allianz-Arena

Gelbe Karte: Rodrigo Costa, Matthias Lehmann / Richard Dostalek, Christian Mikolajczak (3.), Andrzej Juskowiak (3.), Ersin Demir (3.), Marco Kurth (2.), Sebastian Helbig (3.)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Um 07:00 Uhr ging's nun endlich los zur Löwenjagd. Trotz des über Nacht gefallen Schnee's war man recht zügig auf der Autobahn unterwegs und man erreichte Garching bereits in der elften Stunde. Danach begann das 'Warm-up' in einer (den Name weiß ich immer noch nicht) vorher reservierten Gerstensafttankanlage. Das Ende des Ansturms auf diese Oase des Bieres war noch lange nicht in Sicht und gegen 12:30 Uhr war dann jeder Tisch dieser Lokalität besetzt und diverses Liedgut schallte aus den Kehlen.
Weiter ging es mit der U-Bahn Richtung Löwentempel und man folgte, vorbei an den über hundert geparkten Bussen, dem Sturmlauf aufs Schlauchboot. Die Gendarmerie hielt sich auffällig im Hintergrund und selbst die "Leibesvisitationen" liefen ohne Probleme ab. Im Inneren angekommen war man erstmal sprachlos, denn da hatte man wirklich was Sehenswertes aus dem Boden gestampft. Nachdem man sich nun alles genau angeschaut hatte und 20 Minuten damit verbracht hatte, sich am wohl einzigsten Örtchen anzustellen, ging es auch schon los.
Gerd Schädlich ließ die Startformation, wie sie gegen die Offenbacher zusehen war, auflaufen. Einzig Günther für Kurth und Heller für Loose waren die personellen Veränderungen. Am Anfang war Abtasten auf beiden Seiten angesagt. Die Veilchen dabei noch etwas passiver in der Spielweise. Dies änderte sich nach einer Viertelstunde, da man mehr von der Offensive der Löwen erwartet hatte. So begann man mit schnellen direkten Spielzügen Richtung gegnerischem Tor, doch der finale Pass blieb allzu oft hängen. In der 29.Minute hatte Sven Günther die Führung auf dem Fuß, indem er in halbrechter Position an der Strafraumgrenze frei zum Schuss kam und Keeper Ochs das Leder gerade noch ans Außennetz lenken konnte.
Die Veilchen nun weiter am Drücker und man erarbeitete sich Chancen im Minutentakt. Die nächste hatte Andrzej Juskowiak. Nach einer Hereingabe von Tomas Klinka wehrte Szukala direkt vor die Füße von Andrzej Juskowiak ab, doch aus neun Meter Entfernung fand er seinen Meister im bis jetzt fehlerfreihaltenden Keeper Ochs. Auch gegen den Schuss aus fünfundzwanzig Meter von Sven Günther konnte Ochs noch klären, aber nur eine Minute später war er chancenlos. Nach einem Missverständnis zwischen Szukala und Costa nutze Ersin Demir die Gunst der Stunde, schnappte sich das Leder, umspielte Ochs und traf aus spitzem Winkel zur Auer Führung. 1:0. Die Löwen nun endgültig von der Rolle und die Erzgebirgler hätten noch kurz vor der Pause erhöhen können. Doch Richard Dostaleks Schuss aus fünfzehn Meter Entfernung wurde ins Seitenaus abgelenkt. Somit ging es mit dem 1:0 für die Veilchen in die Pause.
Nach dem Wechsel erst einmal das gleiche Bild wie immer, Aue im Vorwärtsgang. Und bereits nach einer Minute wäre die Vorentscheidung in Person vom stark aufspielenden Tomas Klinka gefallen. Voraus ging wieder ein Missverständnis in der Löwenabwehr. Tomas Klinka schaltete seinen Turbo ein und lief allein auf Ochs zu. Nur wenige Zentimeter fehlten am Ende und er hätte sein zweites Saisontor im Kasten gehabt. Danach flachte die Partie ab und es tat sich längere Zeit sehr wenig in der Allianz Arena.
Löwencoach Maurer versuchte mit zwei neuen Kräften mehr Belebung ins Münchner Offensivspiel zu bringen. Doch die Veilchenabwehr ließ den TSV das ein oder andere Mal verzweifeln. Erst nach einer Stunde wurden die Löwen aggressiver und durch den verletzungsbedingten Ausfall von Abwehrspieler Tomasz Kos (Zusammenprall im Kopfballduell gegen Shao), begann die Auer Hintermannschaft ins Schleudern zu kommen, da Norman Loose die Lücke noch nicht schließen konnte. So war es eine Frage der Zeit, wie lange man die Führung noch halten würde.
Leider nicht allzu lange, denn in der 68.Minute staubte Shao nach einer Rettungstat von Bobel ab und erzielte den Ausgleich. 1:1. Die Veilchen standen nach dem Gegentreffer teilweise mit allen Spielern im eigenen Strafraum und man kam nicht mehr über die Mittellinie hinaus. München weiter im Vorwärtsgang, doch so langsam gingen auch den Löwen die Ideen und die Kraft aus. Die Veilchen verteidigten das Unentschieden mit Glück und Geschick über die restliche Spielzeit und mussten nur noch einmal zittern als Milchraum aus acht Metern in halblinker Position drüberschoss (85.).
Den letzten Aufreger gab es aber in der Nachspielzeit, als Sebastian Helbig auf der Strafraumlinie zu Fall gebracht wurde und Schiedsrichter Schriever nur auf Freistoß entschied. Diesen hämmerte Christian Mikolajczak in die Wolken und so blieb es bei diesem Punktgewinn gegen den TSV 1860 München. Letztendlich kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein, da man versäumte, den Sack bereits in der ersten Halbzeit zuzumachen und in der letzten halben Stunde die 60er das Spiel bestimmten.
Gerd Schädlich nach dem Spiel: "Das war eine engagierte Leistung von uns. Bis zum Ausgleich waren wir die bessere Mannschaft. Allerdings haben wir es verpasst, mehr aus unseren Möglichkeiten zu machen. Nach dem Ausgleich haben wir viel zu wenig nach vorn getan. Da hatte ich einige Male Angst, dass wir leer ausgehen könnten. In der 94. Minute hätte es nach dem Foul an Helbig Elfmeter geben müssen. Aber insgesamt können wir mit dem 1:1 zufrieden sein." Löwencoach Reiner Maurer lag die letzte Aktion der Partie immer noch im Magen: "Helbig hätte Gelb-Rot sehen müssen. Das war eine klare Schwalbe, wie auch der Schiedsrichterassistent bestätigt hat". (arn)