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FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Norman Loose, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Trehkopf - Nicolas Feldhahn, Marco Kurth, Tom Geißler - Skerdilaid Curri, Jiri Kaufman, Adam Nemec; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 46. Florian Heller für Thomas Paulus, 76. Tomas Klinka für Jiri Kaufman, 77. Ljubisa Strbac für Tom Geißler
Kader: Axel Keller, Jörg Emmerich, Kevin Hampf, Fiete Sykora
Borussia M'gladbach: Christofer Heimeroth, Tobias Levels, Roel Brouwers, Patrick Paauwe, Alexander Voigt, Sebastian Svärd, Marcel Ndjeng, Johannes van den Bergh, Sascha Rösler, Oliver Neuville, Rob Friend; Trainer: Jos Luhukay
Eingewechselt: 72. Marvin Compper für Johannes van den Bergh, 83. Steve Gohouri für Oliver Neuville
Kader: Uwe Gospodarek, Alexander Baumjohann, Eugen Polanski, Marko Marin, Nando Rafael
Tore: 0:1 Sascha Rösler (Linksschuß, 10. / Marcel Ndjeng); 0:2 Rob Friend (Rechtsschuß, 39. / Alexander Voigt); 1:2 Jiri Kaufman (Linksschuß, 48. / Adam Nemec); 2:2 Tom Geißler (Linksschuß, 58. / Adam Nemec); 2:3 Roel Brouwers (Kopfball, 65. / Marcel Ndjeng)
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 13500 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Tomasz Kos (2.), Marco Kurth / Sascha Rösler
Vergebener Elfmeter: - / Oliver Neuville (Foulelfmeter, 43., gehalten von Tomasz Bobel)
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Das Erzgebirgsstadion war nicht ganz ausverkauft, doch ließen es sich gut 13.500 Zuschauer an einem Montagabend nicht nehmen, das Finale des fünften Spieltags live zu erleben. Vor allem der Gästeblock war seit langen wieder gut gefüllt. Doch ein Platz blieb im weiten Rund leer. Jupp, alias Wolfgang Richter, verstarb Ende Mai im Alter von 50 Jahren. Er war nicht nur Fan von Wismut Aue sondern auch Mitglied von Borussia Mönchengladbach. Seinen großen Traum war er ganz nahe, einem Pflichtspiel zwischen Aue und Gladbach. An der Mittellinie mit Aue und Gladbachschal wollte er sitzen, leider haben ein paar Monate gefehlt. In Erinnerung an Jupp gab es vor dem Spiel einen letzten Gruß von beiden Fangruppen: "Heute geht sein größter Traum in Erfüllung" und "Einer von UNS - Einer von EUCH"
Nach der gemeinsamen Choreo und der prickelnden Gänsehautatmosphäre pfiff Schiedsrichter Knut Kircher die Partie pünktlich um 20:15 Uhr an. Die Veilchen hatten nach den zwei Siegen in Folge genug Selbstvertrauen getankt und gingen dennoch als Unterdog in die Partie. "Wir haben Heimvorteil und in den letzten Jahren schon recht gute Spiele gegen namhafte Teams abgeliefert. Dennoch denke ich, dass die Borussia auf Sieg spielen wird.", so Gerd Schädlich vor der Partie. Doch gerade der letzte Satz kam bei den Auern Akteuren wohl nicht so richtig an und man merkte sofort, dass die Gäste nicht mit einer Punkteteilung nach Hause fahren wollten. Das überraschende VfL-Offensivspiel passte den Veilchen nicht so richtig ins Geschehen und hatten daher arge Probleme ihren eigenen Stiefel runterzuspielen. Vielleicht war auch die Aussicht auf Tabellenplatz drei eine Art Erfolgsdruck, mit dem bekanntlich der FCE noch nie so richtig umgehen konnte.
Die Hoffnung vom FCE-Coach, dass die Truppe von Jos Luhukay noch etwas Zeit braucht, sich zu finden, starb daher bereits nach zehn Minuten. Ndjeng schlug einen Eckball von rechts in den Strafraum und Rösler hämmerte das Leder völlig freistehend ins Tor. Der Beginn für einen rabenschwarzen Tag von Thomas Paulus. Was Tomasz Kos noch zu retten versuchte, wurde mit vielen individuellen Abspielfehlern wieder über den Haufen geworfen. Vor allem Nicolas Feldhahn, Norman Loose und der angesprochene Thomas Paulus brachten den Gegner immer wieder leicht in Ballbesitz. Gerd Schädlich ließ daraufhin Florian Heller warmlaufen.
Doch auch im Sturm wirkte nicht alles harmonisch. Skerdilaid Curri war zwar überall zu finden, zählbares an Torchancen gab es aber in Hälfte eins noch nicht. Die beiden anderen Sturmpartner Jiri Kaufman und Adam Nemec blieben ebenso blass. Die einzig wirklich beste Möglichkeit verbuchten die Veilchen quasi mit dem Pausenpfiff, als Geißler einen Freistoß in den Strafraum schlug und Adam Nemec sich die Ecke aussuchen konnte, jedoch in die Arme von Heimeroth köpfte. Zu diesem Zeitpunkt stand es hingegen schon 2:0 für die Fohlen. Friend wurde von Voigt bedient und sein Schuss wurde von Thomas Paulus unglücklich ins Tor abgefälscht. Beinahe wäre noch ein dritter Treffer für die Gäste gelungen. Van den Bergh wurde von Keeper Tomasz Bobel etwas unsanft im Strafraum gebremst. Der Verursacher bügelte seinen Fehler selbst wieder aus, indem er Neuville's Schuss vom ominösen Punkt und zugleich auch die Vorentscheidung mit einer starken Parade verhinderte.
Was dann folgte, war ebenfalls fast "Aue-typisch". Wie ausgewechselt kamen die komplett in lilaspielenden Kicker aus den Stadionkatakomben und präsentierten sich nun spritziger. Auch die Einwechslung von Florian Heller für Thomas Paulus sorgte für neuen Schwung und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der "Neue" sprintete über den rechten Flügel und spitzelte das Leder scharf vor das Tor. Am langen Pfosten wartete Jiri Kaufman, der nach Zuspiel von Adam Nemec aus verdammt spitzem Winkel den Ball irgendwie an VfL-Keeper Heimeroth vorbei ins Tor bugsieren konnte. Nur noch 1:2. Die Umstellung auf ein Fünfermittelfeld und einer Dreierabwehrkette erwies sich vorerst als ein gutes Mittel. Doch blieben die Gäste weiterhin gefährlich. Erst rettete Florian Heller für den geschlagenen Tomasz Bobel vor der Linie, ehe der folgende Eckball von Tom Geißler auf der Linie abgewehrt werden konnte.
Was für ein Krimi und die Euphorie auf den Rängen nahm deutlich zu. Als Voigt einen Schuss von Florian Heller mit dem Ellenbogen abwehrte und Schiedsrichter Kircher keinen Strafstoß gab, wurde es mit "Hoyzer"-Rufen nochmals lauter. In der 58. Minute flippten dann alle aus. In leichter Abseitsposition wurde Tom Geißler von Adam Nemec per Kopf bedient und der Nummer 22 verwandelte sicher zum 2:2-Ausgleich. Was für eine Aufholjagd.
Leider blieb diese am Ende unbelohnt. Denn erneut pennte die Hintermannschaft nach einer Standartsituation. Ndjeng's-Freistoß touchierte Brouwers nur leicht mit dem Kopf und der Ball fand den Weg irgendwie ins Tor. 2:3 aus Sicht der Auer. In den Schlussminuten erhöhten die Veilchen noch einmal den Druck, doch vergebens. Auch die neu ins Spiel gekommenen Offensivkräfte, Tomas Klinka und Ljubisa Strbac, konnten die erste Heimniederlage der Saison nicht mehr verhindern. Nun heißt es am Freitag in Osnabrück zu punkten. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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3 |
Ecken |
9 |
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16 |
Freistöße |
24 |
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55,3% |
Ballbesitz |
44,7% |
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8 |
Torschüsse |
16 |
| |
51 |
Zweikämpfe |
77 |
| |
60,16% |
- davon verloren |
39,84% |
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29 |
lange Bälle |
30 |
| |
51% |
- davon nicht angekommen |
49% |
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