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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

22. Spieltag - Freitag, 29.02.2008 - 18:00

Borussia M'gladbach - FC Erzgebirge Aue 2:0 (1:0)

Borussia M'gladbach: Christofer Heimeroth, Kasper Bögelund, Roel Brouwers, Steve Gohouri, Filip Daems, Patrick Paauwe, Marcel Ndjeng, Marko Marin, Sascha Rösler, Oliver Neuville, Rob Friend; Trainer: Jos Luhukay

Eingewechselt: 64. Alexander Voigt für Patrick Paauwe, 71. Sharbel Touma für Marko Marin, 86. Soumaila Coulibaly für Sascha Rösler

Kader: Uwe Gospodarek, Thomas Kleine, Tobias Levels, Nando Rafael

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Tomasz Kos, Adam Petrous, Norman Loose - Marco Kurth, Jörg Emmerich, Leandro Grech, Skerdilaid Curri - Adam Nemec, Sanibal Orahovac; Trainer: Roland Seitz

Eingewechselt: 64. Tom Geißler für Jörg Emmerich, 73. Florian Heller für Leandro Grech

Kader: Steffen Süßner, Carsten Sträßer, Thomas Paulus, Dusan Pavlovic, Nicolas Feldhahn

Tore: 1:0 Oliver Neuville (Rechtsschuß, 33. / Rob Friend); 2:0 Rob Friend (Rechtsschuß, 57. / Marko Marin)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Thallichtenberg)

Zuschauer: 33451 im Stadion im Borussia-Park

Gelbe Karte: Marko Marin / Tomasz Kos (7.), Marco Kurth (3.)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Bisher sahen die Anhänger der Lila-Weißen fern des Erzgebirges eher Magerkost ihrer verschworenen Heldentruppe - 19 der letzten 21 Auswärtsauftritte gingen hierbei verloren. Dennoch machten sich wieder 600 reiselustige, partywillige und wismutsüchtige Anhänger auf den Weg, um im Borussia-Park dem Spitzenreiter der zweiten Liga zu zeigen, aus welchem Holz ein Aue-Fan geschnitzt ist. Dazu gehörte auch ein zusammen gewirbelter Haufen ewiger Studenten, Schreibtischhocker, Sauerbratenkochweltmeister, Grenzgängern, Randtschechen, verhinderter Könige, Tornados, Polen, Schnuffis und noch viele weitere verkrachte Existenzen. Diese skurrile Reisegesellschaft der "Bergkgeschreyer" wurde stimmungstechnisch unterstütz durch 'Stef'an Gerlach, der die Spannung auf die ausstehende Begegnung, in der die Vorzeichen nicht unterschiedlicher hätten sein können, musikalisch erhöhte.
Der Tabellenführer gegen den Abstiegskandidaten, das Rückrundenschlusslicht gegen die Kantersieger. Und nach den bisherigen Auswärtsauftritten war wahrscheinlich für viele klar, dass man wieder mit leeren Händen nach Hause fahren würde. Aber vielleicht lag ja genau darin die Chance. Irgendwann muss es ja wieder zu einem Punkt, eventuell auch einem Dreier reichen, warum nicht hier beim VfL Borussia Mönchengladbach, der schon fast in der Pflicht stand, den ersten Rückrundensieg unter Dach und Fach zu bringen. Das Ende ist bekannt und dieses Match wurde, wie die anderen elf in dieser Saison, mit einer Niederlage beendet. "Es ist ärgerlich, dass man auswärts immer wieder auf die Negativserie angesprochen wird. Ich glaube, wir haben uns heute trotzdem gut verkauft, vor allem wenn man an unsere letzten Auswärtsauftritte in Führt und Wehen denkt. Wir hatten gute Chancen durch Orahovac und Curri, konnten sie aber leider nicht nutzen. Wenn wir in Zukunft auswärts weiter so auftreten, werden wir unsere nötigen Punkte einfahren.", resümierte Roland Seitz nach dem Spiel.
Die Fohlen waren an diesem Freitagabend in fast allen Belangen überlegen, aber nicht unbesiegbar. Erst nach zwanzig Minuten kam die Borussia zu einer deutlichen Spieldominanz, doch stand Aue in der Abwehr sehr konzentriert und sicher. Fabian Müller agierte für den verletzten Hendrik Liebers auf der linken Außenbahn, Tomasz Kos war neben Adam Petrous in der Innenverteidigung zu Gange und Norman Loose wechselte nach rechts. Gladbachs-Trainer Luhukay hatte seine Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls umgestellt: Bögelund sowie Marin rückten für Levels und Coulibaly in die Startelf. Daems wurde für Voigt vom Mittelfeld zurück in die linke Defensivposition gesetzt und auch Rösler war wieder mit von der Partie, der sich heuer das ein oder andere Mal den Groll der Lila-Weißen Anhänger und vor allem den von Marco Kurth zuzog.
Spielerisch zeigten die Veilchen nicht allzu viel und man konzentrierte sich ganz auf die Abwehr, was dazu führte, dass in der Offensive zunächst wenig zu Stande kam. Einzig Sanibal Orahovac hätte für einen Traumstart sorgen können, als er in der 4. Minute im Strafraum Gohouri austanzte, dann aber weit über das gegnerische Gehäuse schoss, anstatt den in der Mitte lauernden Adam Nemec zu bedienen und wenig später zum Zweiten, als der Ex-Karlsruher allein vor dem VfL-Tor auftauchte, sich jedoch das Leder etwas zu weit vorlegte und Keeper Heimeroth den Schuss noch abwehren konnte (22.). Ansonsten blieb der Sturmdrang überschaubar, man hielt kämpferisch dagegen und nach einer halben Stunde stand weiterhin das von Trainer Seitz erhoffte 0:0 auf der Videowand.
Die Mauertaktik ging auf, bis, ja bis der viel gescholtene Kapitän Jörg Emmerich im Mittelfeld den Ball gegen Ndjeng verlor. Die im Vorwärtsgang befindlichen Auer konnten dem gedankenschnellen Umschalten der Gladbacher nicht Folge leisten und nachdem Friend, der mit seinem Pass in die Tiefe die gesamte Auer Abwehrkette aushebelte, Neuville bediente, traf der Nationalstürmer aus 14 Metern ins linke Eck zur Führung der Hausherren (33.). Dieses Ei hat man sich wieder selbst ins Nest gelegt. Nun musste Aue mehr nach vorne machen und Adam Nemec hatte dann kurz später die Ausgleichschance, als er nach einem Stellungsfehler von Brouwers frei vor Heimeroth auftauchte, aber aus der Drehung am Keeper scheiterte. Den Abpraller brachte Skerdiladi Curri aus 4 Metern ebenfalls nicht am Schlussmann vorbei. Bis zur Pause bestimmte die Borussia eindeutig das Spiel, Aue setzte auf sehr wenige Konter. Diese waren durch Sanibal Orahovac durchaus gefährlich, mussten aber konsequenter abgeschlossen werden, wenn man hier noch etwas holen wollte.
Ab in die Kabinen, aus denen die Veilchen wie ausgewechselt empor stachen. Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit gehörten nämlich den Erzgebirglern, die ihre Chancen nun aber mal nicht nutzten. Erst konnte Adam Nemec einen Leandro-Rückpass nicht verwerten und im Anschluss fand Sanibal Orahovac, der aus 14 Metern halbrechter Position abzog, in Heimeroth seinen Meister. Nach der anschließenden Ecke gab es erneut Unordnung in der Gladbacher Deckung, Rösler konnte gerade noch vor dem einschussbereiten Tomasz Kos den Ball weggrätschen. Leider auf eine etwas unfaire Weise, sodass Schiedsrichter Christian Dingert aus Thallichtenberg auf den Punkt hätte zeigen müssen. Da diese Entscheidung ausblieb und nebenbei auch noch Tomasz Kos' Schuh in Mitleidenschaft gezogen wurde, nahm Marco Kurth, wie oben beschrieben, die Sache mit seinem "besten Freund" Rösler selbst in die Hand, welches mit dem gelben Karton für den nun besänftigten Mittelfeldmalocher geahndet wurde.
Undankbarerweise erzielte Friend genau in der Druckphase der Auer das 2:0. Marin spitzelte das Leder vorbei an Fabian Müller in den Fünfmeterraum, wo Friend den Fuß nur noch hinhalten musste (57.). Die Vorarbeit zu diesem Genickschlag lieferte Rösler, der zu diesem Zeitpunkt nach Schwalbe (Gelb) und dem Foul an Tomasz Kos (Gelb-Rot) schon beim duschen hätte sein müssen. Auch den von Axel Keller glänzend parierten Rösler-Freistoß in der 70. Minute wäre nicht im Spielbericht aufgetaucht. Nunja, jammern hilft da auch nicht. Das wusste auch Aue und ließ sich nicht hängen. Die Offensivsignale von Trainer Roland Seitz wurden verstärkt. Leandro Grech machte Platz für Florian Heller, der nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte. Die Gladbacher agierten nun etwas sorgloser, hatten keine Zuordnung mehr in der Abwehr, so dass der eben eingewechselte Heller in der 78. Minute noch einmal zu einer Schusschance kam. Bögelund klärte für seinen schon geschlagenen Keeper Heimeroth vor der Linie.
Auch bei Borussia setzte sich noch ein eingewechselter Spieler in Szene. Nachdem Touma selbst einen Angriff eingeleitet hatte, bekam er wenig später auch die Chance zum Abschluss - zum Glück traf er per Kopf nur den Pfosten (81.). In der Schlussphase geriet Keeper Axel Keller immer mehr in den Mittelpunkt, der den dritten Gladbacher Treffer mehrfach verhinderte und es nur beim 2:0 für die Hausherren blieb. Vor 33.451 Zuschauern hat am Freitagabend im Borussia Park der VfL verdient seinen ersten Sieg in der Rückrunde eingefahren. Die Veilchen waren im Abschluss zu inkonsequent und konnten die Hausherren nicht mit einem Treffer verunsichern. Gemauert, gekämpft und wieder verloren - der FC Erzgebirge Aue hat seine Negativserie weiter ausgebaut. Dennoch war irgendetwas anders. "Wir haben uns anständig verkauft und hatten einige gute Chancen. Das sollte uns Mut machen.", stellte auch Roland Seitz fest. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  6 Ecken 2
  26 Freistöße 15
  65.2% Ballbesitz 34.8%
  21 Torschüsse 7
  64 Zweikämpfe 54
  45.76% - davon verloren 54.24%
  51 lange Bälle 10
  16% - davon nicht angekommen 84%