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VfL Osnabrück: Tino Berbig, Assimiou Touré, Marcel Schuon, Thomas Cichon, Andreas Schäfer, Matthias Heidrich, Alexander Nouri, Paul Thomik, Bilal Aziz, Thomas Reichenberger, Rouwen Hennings; Trainer: Claus-Dieter Wollitz
Eingewechselt: 69. Nico Frommer für Bilal Aziz, 78. Joe Enochs für Alexander Nouri, 83. Gaetano Manno für Rouwen Hennings
Kader: Martin Geisthardt, Marko Tredup, Kweku Essien, Daniel Chitsulo
FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Florian Heller, Tomasz Kos, Norman Loose, René Trehkopf - Nicolas Feldhahn, Marco Kurth, Tom Geißler - Skerdilaid Curri, Adam Nemec, Jiri Kaufman; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 46. Jörg Emmerich für Marco Kurth, 46. Tomas Klinka für Skerdilaid Curri, 66. Fiete Sykora für Nicolas Feldhahn
Kader: Axel Keller, Fabian Müller, Thomas Paulus, Kevin Hampf
Tore: 1:0 Matthias Heidrich (Rechtsschuß, 31.); 2:0 Thomas Reichenberger (Rechtsschuß, 68. / Bilal Aziz); 2:1 Adam Nemec (Kopfball, 80. / Tomas Klinka)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Ingolstadt)
Zuschauer: 11000 in der Osnatel-Arena
Gelbe Karte: Bilal Aziz / Florian Heller (2.), Fiete Sykora
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Nach der zweiten Hälfte am Montag im Spiel gegen Mönchengladbach waren viele der Meinung, die Mannen von Gerd Schädlich haben sich nun endlich gefunden und man spielt wieder mit mehr Emotionen, Kampf, Leidenschaft und vor allem mit unbedingten Siegeswillen. Doch erneut wurden die gut 250 Anhänger vor Ort und die unzähligen Premiere-fetischisten, Liveticker-gugger und Radiostream-lauscher enttäuscht. Das gleiche Bild wie in den Spielen zuvor. Da nützte auch der in neuem Look strahlende Mannschaftsbus nichts, welcher auf seiner "Jungfernfahrt" ohne Punkte zurück ins Erzgebirge fahren musste. "In erster Linie sind für mich nicht Taktik oder Personen für den Erfolg entscheidend, sondern die Einstellung jedes einzelnen Spielers auf dem Rasen und da muss die zweite Halbzeit gegen Gladbach die Orientierung sein. Was dann am Ende rauskommt, werden wir sehen.", so Gerd Schädlich vor der achten Begegnung gegen die anderen Lila-Weißen aus Osnabrück.
Was rausgekommen war, ist gelinde gesagt überhaupt Nichts. Auch blieben viele Fragen hinsichtlich der Aufstellung offen, dessen Antworten wohl nur der Trainer zu kennen vermag. Die Wichtigste war wohl an diesem Abend: Warum durfte Marco Kurth wieder von Beginn an ran? Auch die Nominierung von René Trehkopf, der mit Fabian Müller mehr Konkurrenz bekommen hat, jedoch keine Verbesserung beim 27-Jährigen zeigte, bleibt seit Wochen ein Rätsel. Dass Florian Heller nach seinem souveränen Darstellung gegen die Gladbacher in der Startelf stehen würde, war ja verständlich, aber dass er als offensiver Mittelfeldspieler in die Außenverteidigung sein Glück versuchen sollte, war eigentlich Verschwendung, da Jörg Emmerich wie auch Thomas Paulus vorerst auf der Bank Platz nahmen. Skuriler wurde es nach dem Wechsel, als der Abwehrchef die zentrale Mittelfeldposition von Marco Kurth übernahm und Florian Heller weiter sein Können in der Defensive preisgab.
Zum eigentlichen Spielgeschehen auf dem Rasen bedarf es vor allem in der ersten Hälfte nicht viel. Nach bescheidenem Mittelfeldgeplänkel und Abtasten gelang den Hausherren in der 8. Minute der erste Torschuss. Nach einem Eckball bediente hierbei Hennings Schuon, der legte zurück in die Mitte auf Reichenberger. Der folgende Fallrückzieher landete, nachdem die Hintermannschaft etwas indisponiert wirkte, genau in den Armen von Tomasz Bobel. Das war es auch schon mit Torgefahr. Beide Teams kamen eine halbe Stunde lang nicht zu weiteren gefährlichen Möglichkeiten. Wie harmlos Aue wirklich war, zeigte der Nachschuss von Marco Kurth, der in einem Einwurf für die Gäste endete. Da war es auch nicht verwunderlich, dass Adam Nemec einen 35-Meter-Freistoß von René Trehkopf nicht im Tor unterbringen konnte. Der Neuzugang, der bis jetzt in jedem Spiel mitwirkte, war offensichtlich überrascht von der möglichen FCE-Führung und schob das Leder aus 4m am Tor vorbei.
Überraschend dann auch das 1:0 für den VfL in der 31. Minute. Nouri schlug einen Eckball von rechts vor das Tor, im Strafraum versuchte Tomasz Kos zu klären, brachte den Ball aber vor den Kasten und von da hämmerte Heidrich die Kugel in die Maschen. Ab diesem Zeitpunkt spielten die Osnabrücker munter auf und waren dem zweiten Treffer sehr nahe. Zum Glück gelang es Tomasz Bobel bis zur Pause die in orangespielenden Veilchen vor einem größeren Rückstand zu bewahren. Auch bei einem weiten Freistoß von Nouri, dessen Abklatscher Cichon an die Latten-Unterseite setzte, blieb der Auer Schlussmann Sieger.
Erfreulicherweise fand Gerd Schädlich wiederholt die richtigen Worte in der Kabine und man präsentierte sich wie ausgewechselt mit einem zweiten Gesicht. Nichtsdestotrotz war der Weg aus dem Spiel heraus bis zum gegnerischen Sechzehner sehr beschwerlich - kurz davor bedeutete immer Endstation. Über Standards wurde es da schon gefährlicher. Nach einem Geißler-Freistoß mit Zug auf's Tor, verpasste Jiri Kaufman dem Leder die nötige Richtung zu geben und verfehlte das Gehäuse in der 52. Minute nur knapp. Der FCE rückte nun weit auf, störte früh, aber so hatte Osnabrück die Chance auf Konter. Thomik, der nach einem Zusammenstoß mit dem für Tomas Klinka zur Pause ausgewechselten Skerdilaid Curri, einen Kopfverband trug, fand nach seinem Sololauf keine Anspielstation im Sturmzentrum.
Leider sprudelten die Geistesblitze in den Auer Reihen nur schubweise, gefolgt von Aussetzern. So auch der von Norman Loose gegen Hennings. Als letzter Mann verliert er in einem Zweikampf gegen den VfLer den Ball. Tomasz Bobel war aber auf dem Posten und parierte den Schuss aus spitzem Winkel souverän (59.).
Nicolas Feldhahn machte nach gut einer Stunde Platz für Fiete Sykora, welcher aber außer einem Foulspiel und anschließender gelber Karte, unauffällig agierte. Der VfL wechselte ebenfalls. Frommer für Aziz, der einen Sonderapplaus von den 9.500 Zuschauern in der Osnatel-Arena bekam. Denn nur Sekunden vor seiner Auswechslung, bediente er Reichenberger mit einem verdammt langen Ball. René Trehkopf und auch Tomasz Bobel hatten hierbei viel Zeit sich darauf einzustellen, doch überließen sie Reichenberger die Gunst der Stunde und gewährten ihm das 2:0. Einfacher kann man es dem Gegner nun wirklich nicht mehr machen, außer man haut sie selbst rein.
So bedarf der Aussage von VfL-Trainer Klaus-Dieter Wollitz - "Der Sieg ist für uns verdient. Heute haben wir Nervenstärke bewiesen und verdient gewonnen. Endlich war einmal zu sehen, dass wir dem aufkommenden Gegendruck standhalten konnten." - ein klein wenig Verharmlosung. Denn wenn man wie Jiri Kaufman eine letzte tausendprozentige Torchance kurz vor Ultimo so fahrlässig vergeigt, hat das nichts mit dem Gegner sondern mit der individuellen Spielklasse zu tun. Auch dass die Mannschaft erst nach dem Anschlusstreffer von Adam Nemec, der per Kopf nach einer halbrechts in den Strafraum gebrachten Flanke von Tomas Klinka sein ersten Saisontor markierte (80.), aufwachte, lag an der Einstellung der Spieler und wie beschrieben nicht am Gegner. Der war an diesem Abend ebenbürtig und genauso schwach. Nur verhalf der FCE dem VfL, ob freiwillig oder nicht, zum Punktgewinn.
"Ich denke, es war eine ganz schwache Anfangsphase von beiden Mannschaften. Leider haben wir auch selbst ganz schlecht nach vorn gespielt, und waren nach 30 Minuten nach einem Standard wieder einmal nicht im Bilde. Nach der Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen, aber in diese Drangphase fiel das 2:0. Dies war schon eine Art Vorentscheidung. Wir haben zwar noch den Anschlusstreffer gemacht, aber am Ende fahren wir verdient mit leeren Händen nach Hause.", so das Resümee von Gerd Schädlich. Bereits am kommenden Dienstag geht es in der Liga weiter und eine Niederlage zu Hause gegen die TSG Hoffenheim wird höchstwahrscheinlich die jetzt schon brodelnde Trainerdiskussion zum Überkochen bringen. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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6 |
Ecken |
6 |
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16 |
Freistöße |
16 |
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46,6% |
Ballbesitz |
53,4% |
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18 |
Torschüsse |
14 |
| |
58 |
Zweikämpfe |
53 |
| |
47,75% |
- davon verloren |
52,25% |
| |
13 |
lange Bälle |
29 |
| |
69% |
- davon nicht angekommen |
31% |
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