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FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - René Trehkopf, Norman Loose, Tomasz Kos, Fabian Müller - Nicolas Feldhahn, Jörg Emmerich, Florian Heller - Tomas Klinka, Adam Nemec, Jiri Kaufman; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 63. Hendrik Liebers für René Trehkopf
Kader: Axel Keller, Thomas Paulus, Daniel Rupf, Kevin Hampf, Ljubisa Strbac, Fiete Sykora
1899 Hoffenheim: Andreas Haas, Denis Bindnagel, Per Nilsson, Zsolt Löw, Luiz Gustavo, Matthias Jaissle, Isaac Vorsah, Francisco Copado, Sejad Salihovic, Chinedu Obasi, Demba Ba; Trainer: Ralf Rangnick
Eingewechselt: 70. Vedad Ibisevic für Demba Ba, 79. Tobias Weis für Denis Bindnagel, 79. Dragan Paljic für Zsolt Löw
Kader: Thorsten Kirschbaum, Christoph Janker, Andreas Mayer, Kai Hesse
Tore: 0:1 Chinedu Obasi (Kopfball, 8. / Sejad Salihovic); 1:1 Adam Nemec (Kopfball, 12. / Jiri Kaufman); 2:1 Florian Heller (Rechtsschuß, 76. / Jörg Emmerich); 2:2 Vedad Ibisevic (Linksschuß, 90. / Per Nilsson)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Nürnberg)
Zuschauer: 8000 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Tomasz Kos (3.), Jörg Emmerich / Chinedu Obasi, Per Nilsson, Tobias Weis, Sejad Salihovic
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: "Wie müssen kompakt, geschlossen und leidenschaftlich Auftreten. Und das nicht nur über 45, sondern über 90 Minuten", forderte Gerd Schädlich vor dieser Partie und er fand Gehör bei seinen Spielern. Seit langem boten die Veilchen wieder ein kampfbetontes, kompromissloses und ebenfalls furioses Zweitligaspiel. Leider trübt der bittere Ausgleich in letzter Minute die kämpferische Energieleistung zu stark. "Natürlich ist das bitter, wenn man in der letzten Minute das 2:2 kassiert. Aber wir müssen das Positive aus diesem Spiel mitnehmen. Wenn wir das schaffen, dann ist mir für die kommenden Aufgaben nicht bange", meinte Jörg Emmerich, der als Staubsauger vor der eigentlichen Abwehrkette sehr gut zu recht kam und positive Akzente im Spielaufbau setzten konnte. Der Kapitän schlug dabei viele kluge Pässe und tat sich mit gutem Stellungsspiel hervor. Mit seiner Präsenz spielte die komplette Mannschaft aggressiver und konzentrierter als noch in der Vorwoche. Auch Fabian Müller glänzte in seinem Saisondebüt als Abwehrspieler auf der rechten Außenbahn, wodurch weitere Einsätze von ihm, nichts im Wege stehen dürfte.
Die Begegnung der Tabellennachbarn selbst, begann alles andere als ruhig und nach vier gespielten Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz. Im Anschluss einer Freistoßablage zog René Trehkopf aus gut 20 Metern ab, aber Jiri Kaufman versperrte im Abseits stehend Hoffenheims-Keeper Haas die Sicht. Dies erkannte auch Schiedsrichter Deniz Aytekin und hatte trotz richtiger Entscheidung den Unmut der ca. 8.000 Auer Zuschauer schon frühzeitig auf sich und seine Assistenten gezogen. Nach dem nicht gegebenen Treffer für Aue und weiteren vier Minuten setzte sich Hoffenheim erstmals vor dem Kasten von Tomasz Bobel fest. Der dritte Eckball in Folge für die Rangnick-Elf konnte Chinedu Ogbuke Obasi, oder einfach "Ey du", nach einer Hereingabe von Salihovic mit einem sehenswerten Flugkopfball zur unverhofften Gästeführung abschließen.
Allerdings zeigten sich die Veilchen völlig unbeeindruckt und blieben ihrer kämpferisch und bissigen Linie treu. "Wir müssen kratzen, beißen und kämpfen, denn wir stehen mit dem Rücken zur Wand", so die ausgegebene Zielrichtung von Tomasz Kos, welche gnadenlos und dank Adam Nemec gewinnbringend umgesetzt wurde. Fabian Müller flankte hierbei aus dem rechten Halbfeld in den Hoffenheimer 16er. Jiri Kaufman bediente den freistehenden Adam Nemec und dem Slowaken gelang per Kopf sein zweites Saisontor. 1:1 nach zwölf Minuten.
Ab diesem Zeitpunkt hatten die Veilchen das Spiel komplett übernommen und kamen immer wieder gefährlich in den Strafraum der Hoffenheimer. Den Freistoßhammer vom auffälligen René Trehkopf konnte TSG-Schlussmann Haas gerade noch um den Pfosten lenken (16.). Nach einer kleinen Kunstpause auf dem Rasen versuchten es beide Mannschaften mit langen Bällen, mit denen die Innenverteidiger meistens kaum Probleme hatten. Gut eine halbe Stunde war nun absolviert, da stand Schiedsrichter Aytekin wieder im Mittelpunkt und trieb Gerd Schädlich die Zornesröte ins Gesicht. Bei einem Zusammenprall zwischen Adam Nemec und Löw, der den Ellbogen ausgefahren hatte, entschied der "Unparteiische" auf Stürmerfoul. "Ein großes Kompliment der Auer Mannschaft, wie sie gegen zwölf Mann gespielt hat", befand FCE-Präsident Uwe Leonhardt und konnte manche Auslegung ebenfalls nicht begreifen. Kurz vor dem Pausenpfiff zeigte das "Millionen-Ensemble" doch noch was von ihrem Können. Salihovic prüfte mit einem satten Linksschuss aus gut 25 Metern Tomasz Bobel, der aber blitzschnell im unteren Eck war und zur Ecke klären konnte.
Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine und "Ey du" vergab zugleich die erste Möglichkeit für die Hoffenheimer nach dem Seitenwechsel. Im Anschluss eines Copado Steilpasses ging der Nigerianer zwar schön an Tomasz Bobel vorbei, konnte aber den Ball danach nicht im leeren Tor unterbringen. An der nächsten und sehr unschönen Aktion war der Hoffenheimer ebenfalls beteiligt. Der mit gelb vorbelastete Stürmer foulte René Trehkopf sehr rustikal. Aber auch hier zeigte der Schiri Sympathien für die TSG und ließ die Ampelkarte stecken. Für René Trehkopf ging es nur kurz weiter und Hendrik Liebers nahm den Platz für den heraushumpelten Blondschopf ein. In der 63. Minute besaßen die in gelb-schwarz spielenden Gäste erneut eine gute Möglichkeit, als Jaissle`s Volleyschuss den Pfosten streifte.
In der Offensive kamen nun beide Mannschaften besser zum Zug und langsam entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, den die Veilchen vorerst erfolgreich abschließen konnten. In der 75. Minute hebelten hierbei Florian Heller und Jörg Emmerich die Gästeabwehr mit einem Doppelpass aus, ehe der unermüdliche Florian Heller zur Führung traf. Im Anschluss setzte Gäste-Trainer Rangnick alles auf eine Karte und tauschte mit dem Wechsel von Paljic für Löw und Weis für Bindnagel zwei Spieler aus der Viererkette gegen Offensivkräfte aus. Folglich wurde es sehr brenzlig im Auer Strafraum. Nach einer Ecke versuchten gleich drei Hoffenheimer den Ball ins Tor zu bringen, jedoch scheiterten allesamt. Das Strohfeuer der Gäste war schnell wieder erloschen und die Veilchen blieben in den letzten Minuten spielbestimmend.
Leider hielt dies bekanntermaßen nicht bis zum Schluss, denn wie aus dem Nichts fiel der Ausgleich. Ibesevic nutzte nach einem Zuspiel von Nilsson und einer kleinen Unachtsamkeit der Auer Hintermannschaft die allerletzte Chance des Spiels und verwandelte mit einem verkorksten Torschuss zum 2:2-Endstand. "Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Wir haben heute von Anfang an so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Ein Punkt ist aber eindeutig zu wenig", sagte ein enttäuschter René Trehkopf. Auch Gerd Schädlich war nach dem Spiel alles andere als gut gelaunt: "Unsere Mannschaft hatte sich einiges vorgenommen, was wir in den ersten 45 Minuten gut umgesetzt haben, jedoch nach der Pause nicht mehr so gut. Es ist ärgerlich und bitter, wenn man so noch zwei Punkte verliert." (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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6 |
Ecken |
8 |
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23 |
Freistöße |
17 |
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56,8% |
Ballbesitz |
43,2% |
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12 |
Torschüsse |
13 |
| |
57 |
Zweikämpfe |
60 |
| |
51,28% |
- davon verloren |
48,72% |
| |
27 |
lange Bälle |
13 |
| |
33% |
- davon nicht angekommen |
68% |
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