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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

9. Spieltag - Sonntag, 07.10.2007 - 14:00

1. FSV Mainz 05 - FC Erzgebirge Aue 4:1 (0:1)

1. FSV Mainz 05: Christian Wetklo, Tim Hoogland, Neven Subotic, Nikolce Noveski, Christian Demirtas, Miroslav Karhan, Daniel Gunkel, Milorad Pekovic, Mario Vrancic, Petr Ruman, Felix Borja; Trainer: Jürgen Klopp

Eingewechselt: 41. Srdjan Baljak für Petr Ruman, 46. Chadlj Amri für Mario Vrancic, 83. Damir Vrancic für Felix Borja

Kader: Daniel Ischdonat, Bo Svensson, Stefan Markolf, Ranisav Jovanovic

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Norman Loose, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Fabian Müller - Nicolas Feldhahn, Marco Kurth, Skerdilaid Curri, Florian Heller, Jiri Kaufman - Adam Nemec; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 66. Kevin Hampf für Nicolas Feldhahn, 76. Daniel Rupf für Jiri Kaufman, 76. Fiete Sykora für Adam Nemec

Kader: Stephan Flauder, Carsten Sträßer, Ljubisa Strbac

Tore: 0:1 Florian Heller (Rechtsschuß, 23. / Norman Loose); 1:1 Felix Borja (Linksschuß, 59. / Chadlj Amri); 2:1 Chadlj Amri (Rechtsschuß, 60. / Daniel Gunkel); 3:1 Felix Borja (Rechtsschuß, 66. / Srdjan Baljak); 4:1 Daniel Gunkel (Rechtsschuß, 85. / Srdjan Baljak)

Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)

Zuschauer: 19500 im Bruchwegstadion

Gelbe Karte: Felix Borja / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: FSV-Manager Heidel war überrascht, dass die Gäste sich zuletzt selbst schlecht redeten: "Mit Glück hätte Aue in Freiburg auch gewinnen können und gegen Hoffenheim fiel der Ausgleich in letzter Sekunde." Niemand solle denken, der Gegner werde "einfach so aus dem Stadion geschossen". Tja und genau dieses "Glück" fehlte erneut und die Veilchen wurden im Bruchwegstadion doch abgeschossen. Seit dem 23. Spieltag der ersten Zweitligasaison steht der FCE wieder unterm ominösen Strich und mit nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen ist man vorerst auf dem Tiefpunkt angekommen. Was in der Mannschaft steckt, hat man in Hälfte Eins gesehen. Was der Mannschaft immer noch fehlt, sah man in Hälfte Zwei.
Verletzungssorgen gab es vor dem Spiel in beiden Reihen und die wohl spannendste Frage für die rund 800 angereisten Schlachtenbummler war wohl die, ob der grippegeschwächte Axel Keller, der für den nun in der Hinrunde komplett ausfallenden Tomasz Bobel im Kasten stehen wird, auflaufen kann oder ob der 21-jährige Stephan Flauder seine Premiere feiern wird. Dieser Lichtblick für den Stammkeeper der Zweiten Mannschaft ging nicht in Erfüllung. Selbst Jörg Emmerich hoffte auf einen Einsatz. Allerdings stand der Kapitän, der seine muskulären Probleme nicht rechtzeitig auskurieren hat können, nicht einmal im Kader.
Das betraf auch Tomas Klinka, den Gerd Schädlich nicht wegen der vergebenen Torchance in Freiburg, sondern aufgrund leichter Unstimmigkeiten unter den Spielern ebenfalls zu Hause ließ. Für ihn rückte Skerdilaid Curri auf die Position. Der kleine Albaner sorgte auf der rechten Außenbahn von Beginn an für viel Unruhe und brachte die 05er Defensive mit seinen Dribbeleinlagen ins Schwitzen. Allerdings machte er es in der 43. Minute nicht viel besser als sein tschechischer Sturmkollege im Breisgau. Nachdem Pekovic den Ball an Skerdilaid Curri verloren hatte und das Geburtstagkind - wurde am Tag zuvor 32 - nach Doppelpass mit Adam Nemec den Abschluss suchte, blieb FSV-Keeper Wetklo im Duell leider Sieger und die dicke Chance kurz vor der Pause auf 2:0 zu erhöhen war dahin.
Dies wäre ein krönender Abschluss der ersten Hälfte gewesen, da man seit der ersten Minute die Räume geschickt zu machte und den Hausherren daraufhin sehr wenig einfiel. Mainz kam damit überhaupt nicht zurecht und blieb im Spielaufbau immer wieder im Mittelfeld stecken. In der 23. Minute war es auch nicht verwunderlich, dass ein blitzschneller Angriff über die rechte Bahn die Auer Führung brachte. Skerdilaid Curri bediente zunächst Norman Loose. Der Abwehrspieler legte den Ball von der Grundlinie zurück auf Florian Heller, dieser zog aus 15 Metern ab und verwandelte so seinen dritten Saisontreffer. Kurz darauf hätte Norman Loose selbst nachlegen können. Doch sein Schuss aus 25 Metern strich knapp über das Tor. Die Rheinhessen, die bis dato kein Konzept gefunden hatten, waren nahe am Zerfall. Einzig durch Borja (36./45.) kamen die 05er in Halbzeit eins zu Möglichkeiten. Beide Male waren jedoch Axel Keller und Norman Loose auf ihren Posten.
Der Pausentee war angerichtet und die Zuschauer pfiffen gleich nach dem Schiedsrichter. Dies veranlasste den Stadionsprecher zu einer ungewöhnlicheren Durchsage. Er bat die Fans des Bundesligaabsteigers, die Unmutsbekundungen einzustellen und lieber die Mannschaft zu unterstützen. Pfeifen habe Fußballerbeine noch nie schneller gemacht, das könne man immer noch nach dem Abpfiff machen, wenn die Jungs weiter so schlecht spielten. Eine gute dreiviertel Stunde später wurde indes nicht gepfiffen, sondern nur noch gefeiert. Denn die Mannen von FSV-Trainer Jürgen Klopp kamen wie ausgewechselt aus der Kabine und überrollten förmlich die Veilchen, welche vor allem in der Abwehr nach und nach auseinanderbrachen. Die Hausherren agierten nun verbissener um jeden Ball im Mittelfeld. Das Spiel erschien dadurch ruppiger und mit kleinen verdeckten Fouls wurde der Spielfluss in den Auer Reihen oftmals unterbrochen. Das nutzte Mainz aus und begann mit seinem sechsminütigen Sturmlauf.
Amri, der zur Pause für M. Vrancic ins Spiel kam, avancierte dabei zum Matchwinner. Zunächst parierte Axel Keller noch sensationell gegen Hoogland (52.), dann rettete die Latte bei einem Schuss von Amri, doch den Abpraller nutzte Borja in der 58. Minute zum Ausgleich. Zwei Minuten später setzte sich Amri links im Strafraum gegen den desinteressiert wirkenden Marco Kurth durch und vollendete per Rechtsschuss in den linken Winkel. Gerd Schädlich haderte derweil mit dem rätselhaften Zusammenbruch seiner bis zum Gegentor so stabilen Abwehr und der vergebenen Chancen: "Wir hätten in der ersten Halbzeit hundertprozentig das zweite Tor machen müssen. In der Defensive haben wir heute zu viele Fehler gemacht. Wie wir uns in der Abwehr angestellt haben, war dilettantisch." So folgte unwiderruflich das 3:1. Baljak setzte sich auf der linken Außenbahn durch und legte den Ball passgenau vor die Füße des hereinrutschenden Borja. Thomas Paulus und Axel Keller blieb wiederum nur die Statistenrolle. Dem hohen Tempo der ersten Hälfte wurde nun Tribut gezollt und das einheitliche Auftreten der Hintermannschaft um Abwehrchef Tomasz Kos wurde immer vielspaltiger.
Noch gut zehn Minuten waren zu spielen. Der FC Erzgebirge hatte sich zwar noch nicht ganz aufgegeben, doch gelang nach dem Doppelwechsel von Fiete Sykora für den schwachen Jiri Kaufman sowie Daniel Rupf für Adam Nemec nicht mehr besonders viel. Im Gegenteil. Die Mainzer setzten dem Ganzen mit dem vierten Tor die Krone auf. Erst köpfte Gunkel den Ball aus wenigen Metern an die Latte, dann hämmerte er ihn mit einem Scherenschlag artistisch ins Tor (85.). Zu dieser Zeit lag jedoch Tomasz Kos angeschlagen am Boden und fehlte deshalb hinten als Abräumer. Schiedsrichter Marc Seemann hatte nun auch genug und pfiff die Partie pünktlich ab. Was bleibt ist wieder das gleiche wie in den Spielen zuvor. Gut gespielt, aber nicht gut genug. 45 Minuten, egal ob in der ersten oder zweiten Hälfte, reichen in dieser Schweineliga eben nicht aus, um etwas Zählbares zu ergattern. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  2 Ecken 3
  15 Freistöße 28
  48,4% Ballbesitz 51,6%
  13 Torschüsse 6
  45 Zweikämpfe 60
  57,14% - davon verloren 42,86%
  22 lange Bälle 19
  46% - davon nicht angekommen 54%