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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

10. Spieltag - Sonntag, 21.10.2007 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - FC Augsburg 3:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Carsten Sträßer, Tomasz Kos, Norman Loose, Fabian Müller - Florian Heller, Jörg Emmerich, Skerdilaid Curri, Hendrik Liebers - Adam Nemec, Fiete Sykora; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 77. René Trehkopf für Hendrik Liebers, 85. Tom Geißler für Florian Heller, 88. Jiri Kaufman für Adam Nemec

Kader: Stephan Flauder, Thomas Paulus, Marco Kurth, Tomas Klinka

FC Augsburg: Sven Neuhaus, Ingo Hertzsch, Vaclav Drobny, Roland Benschneider, Timo Wenzel, Mourad Hdouad, Patrick Mölzl, Benjamin Kern, Lars Müller, Sebastian Becker, Stephan Hain; Trainer: Ralf Loose

Eingewechselt: 60. Robert Strauß für Sebastian Becker, 62. Anton Makarenko für Stephan Hain

Kader: Philipp Pentke, Uwe Möhrle, Sören Dreßler, Patrick Pircher, Bajram Nebihi

Tore: 1:0 Skerdilaid Curri (Rechtsschuß, 58. / Adam Nemec); 2:0 Tomasz Kos (Rechtsschuß, 65. / Fiete Sykora); 3:0 Adam Nemec (Linksschuß, 81. / Florian Heller)

Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)

Zuschauer: 9500 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: Tomasz Kos (4.), Tom Geißler (2.), Adam Nemec / Ingo Hertzsch, Patrick Mölzl

Gelb/Rote Karte: - / Benjamin Kern (83., wiederholtes Foulspiel)

Vergebener Elfmeter: Jörg Emmerich (Foulelfmeter, 22., gehalten von Sven Neuhaus) / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Das Kellerduell wurde am Ende deutlich mit 3:0 gewonnen. Dennoch war die erste Hälfte sehr ausbaufähig und der gemeine Fan hatte sicher nach dem Trainingslager in Bad Schlema sowie den Einzelgesprächen der Spieler mit der Vereinsführung etwas mehr erwartet. Die Angst des Versagens und dem daraus resultierenden Fall ins Niemandsland der Tabelle war allgegenwärtig, auch beim Gegner. Der FC Augsburg musste zudem auf seine komplette Offensivabteilung verletzungsbedingt verzichten und brachte bei seinem erstmals eingesetzten 4-2-3-1-System den 19-jährigen Hain aus der Landesliga-Mannschaft als einzige zentrale Sturmspitze.
Für die leicht personell abgeänderte Abwehrreihe der Veilchen stellte der Youngster vorerst keine große Gefahr dar. Tomasz Kos und Norman Loose behielten in der Innenverteidigung immer die Übersicht und konnten sich auf ihr Außenleute Fabian Müller und den wiedergenesenen Carsten Sträßer verlassen. Im Mittelfeld setzte Gerd Schädlich erstmals auf Skerdilaid Curri, der hinter den beiden Spitzen Adam Nemec sowie Fiete Sykora agierte. Im defensiven Bereich zog Jörg Emmerich die Fäden und auf den Außenbahnen komplettierten Hendrik Liebers und Florian Heller die Startelf.
Nach vorsichtigem Abtasten und der Suche nach einem festen Stand auf dem aufgeweichten Boden, erspielte man sich so langsam ein Übergewicht und die Gäste kamen kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Bis zur 20. Minute blieb die Augsburger Abwehr ohne Fehler. Jedoch stellte sich Drobny im eigenen Strafraum so ungeschickt an oder besser gesagt, Adam Nemec ließ seinem Gegenspieler keine andere Wahl als ein Foulspiel, dass der sehr einseitig pfeifende Schiedsrichter Kempter auf den Elfmeterpunkt zeigen musste. Allerdings behielt FCA-Torhüter Neuhaus die Nerven, welche Jörg Emmerich völlig versagten. Bei ihm war die Souveränität wie weggeblasen. Schon bei einem Freistoß in der zehnten Minute war der 33-Jährige nicht ganz bei der Sache und entschied sich da für einen Pass ins Nirwana. Und nun vergab der Kapitän in seinem 120. Zweitligaspiel auch vom ominösen Punkte aus kläglich. "Ich hatte halbhoch geschossen, das war ein dankbarer Ball für jeden Torwart. Bei so einem Regenwetter muss ich flach schießen", resümierte ein glückloser Jörg Emmerich.
Was für die Veilchen wie ein Schlag ins Gesicht war, wirkte für die Augsburger aufbauend, welche nun sogar den Vorwärtsgang einlegten und fast im Gegenzug die Partie hätten drehen können. Denn nur eine Zeigerumdrehung später stand Kern nach schöner Vorarbeit von Hain frei vor Torhüter Axel Keller. Zum Glück blieb der stark haltende Schlussmann hier wie auch bei Hain's Nachschuss Sieger. In der 38. Minute musste sich Axel Keller jedoch geschlagen geben, als Mölzl sich gegen den heranrutschenden Florian Heller durchsetzen konnte und frei zum Schuss kam. Allerdings war die sonst bei solchen Situation lethargisch wirkende Abwehrkette auf dem Posten und somit kratzte ein befreit aufspielender Fabian Müller das Leder noch von der Linie. Nach diesem Aufreger brauchten die 9.500 Zuschauer erstmal eine Pause. Schiedsrichter Kempter befand dies ebenfalls für notwendig und pfiff zum Pausentee. Eine Nullnummer rund um - Null Tore, Null Ecken und wohl auch Null Sicht auf Besserung.
Ohne personelle Veränderungen ging es unter strömendem Regen weiter. Nach einer kurzen offensiven Drangperiode der Schwaben, die sich im Anschluss aber gleich wieder sehr weit zurückzogen, überließen die Gäste den Veilchen das Spielgeschehen. Zunächst wirkte das noch alles zu statisch und ohne Ideen. Doch mittenrein in diese Ruhephase ließ Skerdilaid Curri sein Können aufblitzen. Der Albaner setzte kurzerhand zum Sololauf an und nach Doppelpass mit Adam (oder laut DSF Anton) Nemec schob der "Kleinste" auf dem Platz das Leder flach ins lange Eck und zur Führung ein (58.). Fabian Müller glänzte hierbei mit einem schnellen Antritt von der Mittellinie aus als Wegbereiter für den ersten Saisontreffer des kleinen Wirbelwindes, der sich nach eigenen Aussagen auf dieser Position am Wohlsten fühlt. Mit diesem Treffer wurde auch verdeutlicht, was Gerd Schädlich nach dem Spiel mit "Es wurden zu viele Bälle in den Raum und zu wenig in den Fuß gespielt." meinte. Ein gepflegtes Kurzpassspiel war an diesem Tage eben effizienter als hohe Bälle in das Abwehrbollwerk der Augsburger zu jagen.
Nach der erlösenden Führung und den einzigen beiden Wechsel beim FC Augsburg (Makarenko für Hain und Strauß für Becker) legten die Veilchen nach. Die bis dato gut stehende Augsburger Hintermannschaft bekam nach einer Ecke den von Neuhaus parierten Loose Kopfball nicht aus der Gefahrenzone, Fiete Sykora traf im Nachsetzten den rechten Pfosten und Tomasz Kos erzielte mit wenig Eleganz, aber viel Wucht das 2:0 (65.). In der Folgezeit setzten die Veilchen auf Sicherheit, durchzogen die Wechselspielchen (René Trehkopf für Hendrik Liebers) und warteten eigentlich nur noch auf den Schlusspfiff. Die Augsburger waren bedient und konnten dem Ganzen nichts mehr entgegensetzen.
Die Verunsicherung bei den Mannen von FCA-Trainer Ralf Loose hielt mehr und mehr Einzug und Wenzel war dafür das beste Beispiel. Fast unbedrängt setzte er in der 81. Minute mit seinem Fehlpass Florian Heller in Szene, der einige Schritte ging und in die Mitte auf Adam Nemec spielte. Der Slowake drückte das Leder aus 15 Metern eiskalt ins linke Eck zum 3:0. Der Drops war gelutscht. Kern hatte auch genug und ging nach einem Foulspiel an Jörg Emmerich mit der Ampelkarte schon frühzeitig duschen. Festzuhalten wäre noch der erste Ballkontakt von Tom Geißler, der nach seiner Einwechslung für Florian Heller den gelben Karton gezeigt bekam und die Einsicht, dass Fiete Sykora außer einem Flugkopfball in der 31. Minute wenig auffiel.
Den Schlusspunkt setzten die in Unterzahl spielenden Gäste. Hdiouad fand jedoch erneut in Axel Keller seinen Meister, als der Schlussmann den Distanzschuss an die Latte lenkte. Der FC Erzgebirge Aue verschaffte sich nun ein wenig Luft im Abstiegskampf und tauschte in der aktuellen Tabelle den Platz mit Augsburg. Nun heißt es im zweiten Kellerduell am kommenden Sonntag dem 1.FC Kaiserslautern die Punkte abzunehmen. Dies wäre nach Aussage von FCE-Präsident Uwe Leonhardt durch aus machbar, wenn "der Kessel unter Dampf gehalten wird." (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  3 Ecken 0
  21 Freistöße 23
  59,2% Ballbesitz 40,8%
  12 Torschüsse 8
  54 Zweikämpfe 49
  47,57% - davon verloren 52,43%
  38 lange Bälle 20
  34% - davon nicht angekommen 66%