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FC Augsburg: Sven Neuhaus, Benjamin Kern, Ingo Hertzsch, Sören Dreßler, Timo Wenzel, Patrick Mölzl, Mourad Hdouad, Robert Strauß, Lars Müller, Michael Thurk, Imre Szabics; Trainer: Ralf Loose
Eingewechselt: 46. Roland Benschneider für Timo Wenzel, 46. Froylan Ledezma für Robert Strauß, 71. Mamadou-Lamine Diabang für Imre Szabics
Kader: Patrick Platins, Vaclav Drobny, Peter Hlinka, Marco Küntzel
FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Thomas Paulus, Jörg Emmerich, Tomasz Kos - Marco Kurth, René Trehkopf, Fabian Müller, Skerdilaid Curri, Florian Heller - Sanibal Orahovac, Adam Nemec; Trainer: Roland Seitz
Eingewechselt: 20. Norman Loose für René Trehkopf, 58. Adam Petrous für Marco Kurth, 74. Leandro Grech für Florian Heller
Kader: Steffen Süßner, Dusan Pavlovic, Tom Geißler, Fiete Sykora
Tore: 0:1 Sanibal Orahovac (Linksschuß, 35. / Adam Nemec); 1:1 Michael Thurk (Linksschuß, 57. / Lars Müller)
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Mainz)
Zuschauer: 15123 im Rosenaustadion
Gelbe Karte: Lars Müller, Patrick Mölzl (2.) / Leandro Grech, Jörg Emmerich (5., gesperrt), Marco Kurth (5., gesperrt), Skerdilaid Curri, René Trehkopf (5., gesperrt)
Vergebener Elfmeter: Michael Thurk (Foulelfmeter, 18., Michael Thurk schießt Foulelfmeter über das Tor (18.)) / -
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Die Veilchen konnten zwar im Rosenaustadion jubeln und obwohl die schwarze Serie von zwölf Auswärtsniederlagen in Serie gestoppt wurde, bleibt wenig Grund zum Feiern, denn der erhoffte Befreiungsschlag im Kampf um den Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga wurde damit klar verpasst und man schwebt immer noch in akuter Abstiegsgefahr. Erneut war es wie gegen den VfL Osnabrück ein Sechs-Punkte-Spiel indem Aue nicht als Sieger vom Platz schritt. Derzeit beträgt der Rückstand au f den ersten Nichtabstiegsplatz durch das glückliche Schwächeln der Konkurrenz immer noch sechs Punkte, aber sehr lange dauert die Saison nicht mehr. Etwas Positives sah Jörg Emmerich dennoch: "Ob der Punkt zu wenig war, wird sich noch zeigen, immerhin sind wir jetzt drei Spiele hintereinander ungeschlagen." Im Abstiegskampf zählt jeder Punkt und dieser war immens nötig, um den FC Carl Zeiss Jena nicht noch passieren zu lassen. Die Thüringer gewannen das Kellerduell mit dem dritten Sieg in Folge gegen den SC Paderborn 3:0 und stehen nun Punktgleich mit Aue und Kaiserslautern in Lauerstellung. Nur die leicht bessere Trefferbilanz bewahrte die Seitz-Elf vor dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz.
Für die zuvor in fünf Spielen sieglosen Augsburger ist die Gefahr des Abrutschens in den Keller ebenfalls ein tägliches Thema, doch die zuletzt schlechte Serie mit nur vier Punkten aus den letzten sieben Spielen ist allerdings auch starken Gegnern aus dem oberen Tabellendrittel geschuldet. Augsburgs Coach Ralf Loose versuchte es daher mit dem altbekannten Rotationsprinzip: Hlinka, Ledezma und Benschneider fanden sich nur auf der Bank wieder und wurden wie die beiden Verletzten Möhrle (Grippe) und Küntzel (Oberschenkelverhärtung) durch Hertzsch, Müller, Mölzl, Strauß sowie Szabics ersetzt. Unter der Woche setzte außerdem Angreifer Thurk das Training grippegeschwächt aus, stand dem ungeachtet trotzdem in der Anfangsformation, was nicht ohne Folgen bleiben sollte.
Keine Änderungen dagegen auf Auer Seite. Trainer Roland Seitz ließ nach dem 3:3-Remis gegen Mainz die gleiche Elf auflaufen und vertraute erneut auf die Dreier-Abwehrkette um Kapitän Jörg Emmerich, dem Fünfer-Mittelfeld und auf das Sturmduo Adam Nemec und Sanibal Orahovac. Doch so richtig konnte man an die guten Leistungen der beiden vergangenen Heimspielen nicht anknüpfen und überlies zunächst den Hausherren das Zepter. Gegen ballsichere Fuggerstädter standen die in orange agierenden Veilchen zu weit weg vom Mann. Die Gastgeber konnten so den Ball laufen lassen, wirkten insgesamt flüssiger im Spielaufbau. Vor allem über die rechte Seite initiierten sie gefährliche Angriffe. So verbuchte auf Seiten der Augsburger Szabics nach knapp einer Viertelstunde die er ste sehenswerte Aktion. Strauß nahm eine Flanke mit dem Kopf an, Jörg Emmerich blockte ihn ab und Szabics kam aus etwa acht Metern per Fallrückzieher zum Schuss. Aue-Keeper Tomasz Bobel parierte reaktionsschnell und konnte den Ball gerade noch über die Latte heben.
Zuvor hatten die rund 1.200 Auer Schlachtenbummler selbst den Torschrei auf den Lippen. Sanibal Orahovac zirkelte einen Freistoß von der Seitenauslinie in den Strafraum, Adam Nemec setzte sich im Luftduell durch und köpfte ein (9.). Doch der Jubel verhallte schnell wieder, da an der Seite die Abseitsfahne von Assistent Arne Aarnink (Nordhorn) flatterte und so Schiedsrichter Dr. Jochen Drees (Mainz), der seine vierte Saisonpartie pfiff, das Tor zu Recht aberkannte. Fragwürdiger da schon die Entscheidung des anderen Assistenten Kuno Fischer (Leer), der sich nach einem vermeintlichen Foul von Skerdilaid Curri an Hertzsch zu seinen Chef wandte und dieser folgedessen auf Strafstoß entschied. Thurk nahm die Herausforderung an und vergab kläglich. "Heute ist für mich alles katastrophal gelaufen, nach fünf Minuten war ich platt", schimpfte der Stürmer, was bei FCA-Trainer Loose auf wenig Mitleid stieß: "Das sei eine schlechte Ausrede mit der Müdigkeit."
Die linke Problemseite versuchte Roland Seitz zu stabilisieren und nahm den gelb-rot-gefährdeten sowie angeschlagenen René Trehkopf vom Platz. Der neue Mann Norman Loose rückte ins rechte Mittelfeld, Fabian Müller übernahm den linken Part und hatte fortan den schnellen Strauß im Griff. Im Weiteren war das Spiel von Ungenauigkeiten geprägt. Augsburg kombinierte etwas gefälliger, Aue fightete etwas entschlossener, doch aus dem Spiel heraus ergibt sich wenig Überzeugendes. Erst nach gut einer halben Stunde kamen die Veilchen mehr und mehr zu guten Chancen. Zunächst steckte Skerdilaid Curri (35.) den Ball gut auf Sanibal Orahovac durch. Der Montenegriner passte aber zu lässig auf Adam Nemec in der Mitte. FCA-Torwart Neuhaus fing den Ball ab.
Nur wenige Augenblicke später veranschaulichte Adam Nemec den Begriff 'fehlgeschlagene Abseitsfalle' eindrucksvoll, oder anders gesagt, so seziert man eine Viererkette: mit einem f einen Diagonalpass schickte der Slowake den lauernden Sanibal Orahovac. Sein Gegenspieler Dreßler kann nur noch hinterherlaufen und sah wie der Ex-Karlsruher sich die Chance nicht nehmen lies und überlegt ins linke untere Ecke zur Führung einschob. 1:0 für Aue. Der FCA war geschockt und Pfiffe gemischt mit Wismut-Rufen prägten die Partie bis zur Pause. Der verschossene Elfmeter sorgte für den Knick im Spiel der Augsburger Mannschaft, in der nun jegliches Aufbäumen fehlte. Mit Frust ging Mölz gegen Norman Loose vor und sah zu Recht für das gestreckte Bein Gelb. Mit dem ersten Auswärtstor diesen Jahres und zugleich einer Führung im Rücken ging es in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel reagierte Augsburgs Trainer Loose, brachte Benschneider und Ledezma für Strauß sowie Wenzel und setzte somit auf Offensiv-Fußball. Für Aue ergaben sich dadurch gute Kontermöglichkeiten, doch zog man keinen Nutzen aus dieser starken Phase. So verpasste Adam Nemec die Führung auszubauen, als er einen Steilpass hinterherächtetete, Neuhaus ausspielte, sich aber den Ball zu weit vorlegte und so die dicke Chance vergab (50.). Im Gegenzug dann fast der Ausgleich: Tomasz Bobel sprang an Müllers Freistoß vorbei, der Ball klatschte an den Pfosten. Der Weckruf der Augsburger. Und als auf der Gegenseite Sanibal Orahovac ein weiteres Mal durch war, den Ball aber von der Strafraumgrenze knapp am linken Pfosten vorbei zirkelte, war der Gastgeber vollends wachgerüttelt. Roland Seitz versuchte noch die Abwehr zu stärken, doch ehe Adam Petrous für den schwer verwarnten Marco Kurth zum Einsatz kam, fiel der Ausgleich. Dabei ging der Augsburger Müller steil auf links in den Strafraum und legte quer, wo Thurk am langen Pfosten völlig frei wartete und nur noch den Fuß hinhalten musste (57.). Nun war es ein Spiel auf Messers Schneide. Bei jedem Angriff Herzinfarktgefahr und nur sieben Minuten später zog Hdiouad aus 18 Metern einfach mal ab und traf die Querlatte. Auf der Gegenseite krachte auch der Kopfball von Adam Nemec ans Gebälk (76.). Das Spiel wog hin und her mit völlig offenem Ende. Beide Seiten suchten, unterstützt durch neue Kräfte, die Entscheidung - Diabang ersetzte Szabics und auf Auer Seite kam mit Leandro Grech ein schneller Konterspieler für Florian Heller. Der Ex-Pfullendorfer machte sofort auf sich aufmerksam, aber nur in Form einer gelben Karte.
In den Schlussminuten erspielten sich die Hausherren ein Übergewicht und vergaben reihenweise Einschussmöglichkeiten: Thurk, der völlig frei vor Tomasz Bobel auftauchte, wählte wieder den Himmel statt der Maschen des Netzes (79.); Jörg Emmerich vertändelte an der Strafraumgrenze als letzter Mann den Ball, Diabang legte quer und der aufgerückte Hertzsch verfehlte drei Meter vor dem Kasten ebenfalls das Ziel. Schließlich rettete Bobel mit einem Klassereflex gegen Ledezma (86.) wenigstens das nun glückliche Remis. Bitter hingegen die Ahndung des Fouls von Jörg Emmerich an Thurk. Der Kapitän sah, wie auch René Trehkopf und Marco Kurth zuvor, die fünfte Gelbe Karte und wird deshalb am Freitag gegen den Abstiegskonkurrenten Kaiserslautern fehlen.
Am Ende blie b es bei einem Unentschieden, was nach einer turbulenten Schlussphase für die Veilchen durchaus glücklich war, denn der FCA hatte den Treffer mehrfach auf dem Fuß. "Wenn man die Chancen der Gastgeber sieht, müssen wir wohl mit einem Punkt zufrieden sein.", befand auch Skerdilaid Curri. Der Abschlussschwäche der Gastgeber war es zu verdanken, dass beide 'Kellerkinder' immerhin einen Punkt aus dieser intensiven und in der zweiten Hälfte auch sehr ansehnlichen und schnellen Partie mitnahmen. So richtig aber hilft der im Abstiegskampf nicht. Augsburg bleibt nach dem Remis auf dem zwölften Tabellenplatz, allerdings punktgleich mit den Rängen 13-14 und den Veilchen hat das Unentschieden auch nicht weitergeholfen. Zwar holte Aue den ersten Auswärtspunkt seit mehr als einem halben Jahr, steckt aber auf dem Abstiegsrang 16 fest mit sechs Punkten Abstand zum rettenden Ufer. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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9 |
Ecken |
3 |
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15 |
Freistöße |
19 |
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44.9% |
Ballbesitz |
55.1% |
| |
16 |
Torschüsse |
9 |
| |
50 |
Zweikämpfe |
53 |
| |
51.46% |
- davon verloren |
48.54% |
| |
40 |
lange Bälle |
20 |
| |
33% |
- davon nicht angekommen |
67% |
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