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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

11. Spieltag - Sonntag, 28.10.2007 - 14:00

1. FC Kaiserslautern - FC Erzgebirge Aue 2:0 (2:0)

1. FC Kaiserslautern: Tobias Sippel, Sven Müller, Mathieu Beda, Fabian Schönheim, Alexander Bugera, Sebastian Reinert, Esben Hansen, Steffen Bohl, Axel Bellinghausen, Emeka Opara, Erik Jendrisek; Trainer: Kjetil-Andre Rekdal

Eingewechselt: 17. Patrice Bernier für Steffen Bohl, 68. Aimen Demai für Sebastian Reinert, 77. Björn Runström für Emeka Opara

Kader: Luis Robles, Moussa Ouattara, Josh Simpson, Marcel Ziemer

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Carsten Sträßer, Norman Loose, Tomasz Kos, Fabian Müller - Jörg Emmerich, Florian Heller, Hendrik Liebers, Skerdilaid Curri - Adam Nemec, Fiete Sykora; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 31. René Trehkopf für Hendrik Liebers, 46. Tom Geißler für Skerdilaid Curri, 69. Tomas Klinka für Fiete Sykora

Kader: Stephan Flauder, Thomas Paulus, Nicolas Feldhahn, Marco Kurth

Tore: 1:0 Patrice Bernier (Rechtsschuß, 22.); 2:0 Erik Jendrisek (Linksschuß, 36.)

Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Sigmertshausen)

Zuschauer: 21040 im Fritz-Walter-Stadion

Gelbe Karte: Mathieu Beda / Carsten Sträßer, Fabian Müller, René Trehkopf

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Nicht alles ist Friede-Freude-Eierkuchen oder anders gesagt - langsam reichts. Viele Fragen bleiben nach dem schwachen Auftritt der zunehmend welkenden Veilchen auf dem Betzenberg offen. Selbst die allerletzten Optimisten müssen nach diesem Spiel einsehen, dass mit so einer beschämenden Mannschaftsleistung die Klasse wohl nicht zu halten ist. Lustlosigkeit par excellence, eine Gleichgültigkeit die zum Himmel schreit und die erneute Verarsche am Fan passt da ganz gut als Fazit. Den absoluten Siegeswillen hat man leider schon lange nicht mehr in den Augen der vor sich hindümpelnden, sich permanent selbst überschätzenden sowie willenlosen Spielern gesehen.
Auch ist es nicht eine Frage der Zweikampfstärke, des Dribbelns oder die des genial gespielten Passes, nein, es liegt einzig an der Einstellung der Mannschaft und dazu gehört eben auch der Trainer. Wobei sich gerade heuer der Verdacht aufdrängt, dass er mit seinen störrischen Aufstellungen und skurrilen Wechselspielchen sein gekränktes Ego wieder gerade rücken möchte. Ein absolutes Armutszeugnis stellte dabei die Auswechslung von Skerdilaid Curri in der Halbzeitpause dar. Der bis dato einsatzfreudigste Mann auf dem Platz war Gerd Schädlich wohl schon vor der Partie mit dessen Aussage "der Trainer hat in den vergangenen Jahren viele Spieler für das offensive Mittelfeld nach Aue geholt, der Richtige war wohl nicht dabei" ein Dorn im Auge und konterte hinterher auf der Pressekonferenz mit "von Curri habe ich auf seiner Lieblingsposition nichts gesehen" sehr höhnisch. Solche privaten Fehden gehen hierbei einfach zu Lasten der Mannschaft.
Selbst die Nichtnominierung von Ljubisa Strbac und Jiri Kaufman bleiben ein Geheimnis des Trainers. Auf jeden Fall wären sie nicht schlechter als Fiete Sykora oder Adam Nemec aufgelaufen, die im ganzen Spiel nicht eine einzige Torchance vorweisen konnten. Erst als Tomas Klinka in der 69. Minute für den schwachen Neuzugang aus Jena den Platz einnahm, sahen die 600 angereisten Schlachtenbummler so etwas wie Torgefahr. Jedoch stellte der Schuss des Tschechen den FCK-Keeper Sippel nicht vor all zu große Probleme. Zudem musste der 19-Jährige im gesamten Spiel nie richtig eingreifen und hatte genug Zeit, um sich die Entgleisungen seines Gegenparts anzuschauen. Doch der Reihe nach.
Der FCK war von Beginn an Herr im eigenen Stadion und kam in der 11. Minute nach einem Fehlpass von Jörg Emmerich zur ersten Großchance. Opara eroberte den Ball, passte gleich auf Jendrisek, der vorerst noch am gut reagierenden Axel Keller scheiterte. Beim Nachschuss behinderten sich Opara und Bohl, der sich in dieser Szene verletzte und wenig später für Bernier raus musste, gegenseitig, sodass die Null zum Glück noch stand.
In der 22. Minute dann der erste Nackenschlag für Aue. Axel Keller bugsierte, der durch den Rückpass von Norman Loose in Bedrängnis geraten war, den Ball genau auf den Fuß des eben eingewechselten Bernier, der aus 20 Metern ins verwaiste Tor traf - 1:0 für den FCK, welcher zuvor auch noch drei, vier gute Möglichkeiten ausgelassen hatte. Mit dem Führungstreffer war der Bann bei den "Roten Teufeln" gebrochen. Die Veilchen selbst hatten bis dato wenig Ballbesitz und wenn, dann wurden diese mitunter selbst durch individuelle Fehler vertändelt oder auch unfair vom Gegner beendet. Diese Erfahrung machte schmerzlicherweise auch Hendrik Liebers, der an der Mittellinie von Beda mit gestrecktem Bein rüde gefoult wurde und durch René Trehkopf ersetzt werden musste.
Nichtsdestotrotz war es für alle Anwesenden erschreckend. Seit der zehnten Minute ging im Spiel nichts mehr zusammen und der Schockzustand wurde durch den nächsten dicken Patzer von Axel Keller noch intensiviert. Nach einem Bugera Eckball landete die viel zu kurze Faustabwehr des Bobel-Ersatzes vor den Füßen von Jendrisek. Der Lauterer nahm den Ball unbedrängt an und schoss ihn ohne Gegenwehr aus 15 Metern ins Tor (36.). Das Stadion war am Ausrasten, nur Gerd Schädlich hingegen saß völlig ratlos auf seiner Bank - welch sonderbares Verhalten.
Die einzigste Reaktion, die der Trainer zur Pause als Antwort parat hatte, war wie oben beschrieben, die Auswechslung von Skerdilaid Curri statt den, sagen wir mal, unglücklich agierenden Kapitän Jörg Emmerich in der Kabine zu lassen. Tom Geißler sollte es nun besser als der kleine Albaner machen und überraschenderweise begann Aue die zweite Halbzeit ein wenig rasanter. Der Druck in Richtung FCK-Tor nahm langsam an Fahrt auf. Allerdings ließen es die Lauterer durchaus etwas lockerer angehen, was leider gegen eine harmlose Truppe immer noch reichte.
Im weiteren Spielverlauf zogen sich die Roten noch weiter zurück und warteten auf Konter. In der 69. Minute wäre trotz des defensiven FCK-Auftretens beinahe die Vorentscheidung gefallen. Nach Zuspiel von Bellinghausen köpfte Jendrisek den Ball an den Pfosten. Axel Keller machte zwar diesmal keinen Fehler, wäre aber auch nicht mehr an den Ball gekommen. Zehn Minuten vor Schluss verwaltete Lautern seine Führung und wartete auf die Auer Offensivbemühungen, wobei der FCK an diesem Tage vergeblich hätte ausharren müssen. Selbst in aussichtsreichen Freistoßpositionen versemmelten erst Florian Heller, im Anschluss René Trehkopf und zu guter Letzt Tom Geißler die Dinger ohne Gefahr zu Erzeugen ins Toraus oder in die Mauer. Die letzte sehenswerte Szene in dieser Partie gehörte den Pfälzern. Vier Minuten vor dem Ende stand der eingewechselte Runström plötzlich alleine vor Axel Keller, doch blieb sein Versuch ihn mit einem Lupfer zu überwinden nur eine gute Idee und scheiterte kläglich mit einem Schuss in die Hände des Keepers.
Schluss, aus, alles vorbei? Wir werden es bereits am Freitag gegen Alemannia Aachen sehen, ob die Ratlosigkeit bei Gerd Schädlich anhält: "Zur ersten Halbzeit fällt mir nichts mehr ein. Unser Auftreten ist mir einfach zu hoch. Lautern hätte ohne Torhüter spielen können. In der zweiten Hälfte waren wir zwar etwas mehr in Ballbesitz, aber es kam nichts Zwingendes heraus. Die Köpfe müssen bis zum nächsten Spiel frei werden." (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  7 Ecken 4
  14 Freistöße 26
  42,3% Ballbesitz 57,7%
  17 Torschüsse 10
  34 Zweikämpfe 64
  65,31% - davon verloren 34,69%
  29 lange Bälle 28
  49% - davon nicht angekommen 51%