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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

28. Spieltag - Freitag, 11.04.2008 - 18:00

FC Erzgebirge Aue - 1. FC Kaiserslautern 0:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Fabian Müller, Thomas Paulus, Tomasz Kos, Norman Loose - Adam Petrous, Florian Heller, Leandro Grech, Skerdilaid Curri - Sanibal Orahovac, Adam Nemec; Trainer: Roland Seitz

Eingewechselt: 73. Dusan Pavlovic für Norman Loose, 79. Tom Geißler für Adam Petrous, 86. Markus Müller für Florian Heller

Kader: Steffen Süßner, Carsten Sträßer, Fiete Sykora

1. FC Kaiserslautern: Tobias Sippel, Christopher Lamprecht, Moussa Ouattara, Sascha Kotysch, Benjamin Weigelt, Sebastian Reinert, Georges Mandjeck, Stefan Lexa, Axel Bellinghausen, Erik Jendrisek, Marcel Ziemer; Trainer: Milan Sasic

Eingewechselt: 46. Mathieu Beda für Moussa Ouattara, 66. Aimen Demai für Erik Jendrisek, 79. Sven Müller für Stefan Lexa

Kader: Luis Robles, Fabian Schönheim, Steffen Bohl, Marc Gross

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer: 12700 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: Florian Heller (4.), Tom Geißler (3.) / Sascha Kotysch, Marcel Ziemer, Mathieu Beda (2.)

Gelb/Rote Karte: - / Georges Mandjeck (63., wiederholtes Foulspiel)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Auch nächstes Jahr wird Aue wieder auf zum 'Betze' fahren, leider halt in Liga drei. Zwar sind noch 18 Punkte in sechs Spielen für jede Mannschaft bis zum Saisonende zu vergeben - rein rechnerisch könnten also der FCE und die Gäste aus der Pfalz noch auf 46 Punkte kommen - doch daran glauben selbst die größten Optimisten im Lager der abstiegsbedrohten Veilchen nicht mehr. Das 'Unternehmen Klassenerhalt' nimmt nun allmählich tragische Züge an. Die Punktverluste auf eigenem Platz gegen Freiburg (2:2), Mainz (3:3) und auswärts in Augsburg (1:1) wiegen nun in der Tat doppelt schwer. Auch zeigt sich, wie gewaltig die verlorene Partie gegen den VfL Osnabrück (0:1) und auch die zuletzt diskussionswürdigen Schiedsrichterleistungen ins Gewicht fallen. Was schon länger abzusehen war und durch die in den letzten Spieltagen schwächelnde Konkurrenz niemand so richtig wahr haben wollte, ist nun zur bitteren Realität geworden - der Gang zurück in die Steinzeit.
Was an dem torlosen Unentschieden wirklich unangenehm aufstößt, ist die Tatsache, dass ein ebenfalls schwach agierender Gegner, der wohl nach FCK-Trainer Sasic's verordnetes Straf-Bepöbeln-Lassen in der eigenen Kurve noch mehr verunsichert war, nicht mit 3:0 aus dem ehrwürdigen 'Old Otto' geschossen wird. Bei den Sechs-Punkte-Spielen war Aue halt nie ganz auf der Höhe des Geschehens, obwohl der Einsatz und die Einstellung stimmten. Doch die Nerven sind in solchen Kellerduellen einfach nicht stark genug, so fehlte es banal gesagt an der Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss. Nun braucht auch keiner mehr vom Abstiegsgespenst zu reden: Aue ist jedenfalls erst mal ganz sicher für die 3. Liga qualifiziert.
Dabei begann die in Gedenken an Wismut-Idol Steffen Krauß mit Trauerflor spielende Elf von Roland Seitz, der auf die komplette defensive Mittelfeldabteilung verzichten musste, zwar kämpferisch überzeugend, spielerisch blieben allerdings viele Wünsche offen. Die 'Löcher', die sich nach den Gelb-Sperren von Jörg Emmerich, René Trehkopf und Marco Kurth auftaten, konnten Adam Petrous, Norman Loose und Leandro Grech gut stopfen. Auch die damit verbundene Systemumstellung auf eine Viererabwehrkette, welche in den ersten 45 Minuten wenig bis gar nicht gefordert wurde, war nicht der Knackpunkt im Spiel sondern der Sturm und die damit sträflichst vergebenen Möglichkeiten zur Führung am Anfang der Partie waren es.
Nach sechs Spielen ohne Sieg begannen die Hausherren nämlich wie die Feuerwehr, aber ohne Fortune. Adam Petrous, der die zentrale Defensivposition im Mittelfeld übernahm, setzte Sanibal Orahovac in Szene. Der Montenegriner zwang so FCK-Keeper Sippel bereits nach vier Minuten zu einer Glanztat. Den anschließenden Nachschuss von Florian Heller blockte Lambrecht im letzten Moment ab. Die Veilchen drückten weiter und tauchten in der 10. Minute wieder gefährlich vor das Gehäuse des FCK auf. Kapitän Florian Heller zog aus der zweiten Reihe ab, Sippel konnte den Ball nur abklatschen und Skerdilaid Curri wurde nach seiner Dribbeleinlage unsanft vom Schlussmann gefällt. Ein Pfiff ertönte. Elfmeter!!! dachten die gut 12.700 Zuschauer, doch Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover entschied nach Weisungen seinen Assistenten Karl-Markus Schuhmacher (Oberhausen) anders. Der kleine Albaner soll beim Nachsetzen bereits passiv im Abseits gestanden haben und griff dann aktiv ins Geschehen ein - wohl alles korrekt entschieden. Die nächste heiße Szene ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Sanibal Orahovac zog aus der Drehung vom Strafraum ab (14.), traf den Innenpfosten. Von dort hoppelt der Ball schön langsam in Richtung linken Pfosten und letztlich aus dem Tor. Der noch heranstürmende Florian Heller verpasste nur knapp und sank frustriert zu Boden. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Gegner bereits k.o. gewesen, doch die mangelnde Chancenverwertung in der die letzte Präzision fehlte, strapazierte mächtig das Nervenkostüm.
Vor den Augen des neuen Vorstandsvorsitzenden des 1. FC Kaiserslautern Stefan Kuntz und gut 500 Anhängern aus der Pfalz befreiten sich die 'roten Teufel' Mitte der ersten Hälfte aus der Umklammerung, waren aber in der Offensive nach wie vor harmlos. Während die Mannen von Roland Seitz mit hübschem Kombinationsspiel die Lücke in der Pfälzer Deckung suchten, versuchten es die Lauterer auf der Gegenseite eher brachial, aber wirkungslos. Fast eine halbe Stunde lang tümpelte das Spiel vor sich hin und man bekam den Eindruck, als wäre der Punkt für die Pfälzer fast schon ausreichend. Eine klare Linie sowie der Zug zum Tor waren beim Gast nicht zu erkennen. Den ersten guten Lauterer Angriff gab es daher erst fünf Minuten vor der Pause. Ziemer lief auf das Tor von Tomasz Bobel zu, sein Schuss ins lange Eck war jedoch nicht ernsthaft genug, um den Polen in Bedrängnis bringen zu können. Eine für abstiegsgefährdete Kandidaten mäßige erste Halbzeit ging somit 0:0 zu Ende.
Die Veilchen-Elf kam unverändert aus der Kabine zurück und auf Gästeseite brachte FCK-Trainer Sasic für den angeschlagenen Ouattara Beda ins Spiel, wohl auch die einzige Veränderung die es zu erwähnen gab. Denn spielerisch tat sich leider Gottes wenig. Der Kampfgeist war da, es fehlte nur allen das Fußballerische. Dem guten Auftreten der Veilchen aus Halbzeit eins folgte das Anpassen auf die auf Regionalliganiveau spielenden Lauterer. Der erste 'Wachmacher' folgte nach knapp einer Stunde. Jendrisek's Schuss strich dabei nur knapp über das Gehäuse von Tomasz Bobel. Der Zweite entsprang fast im Gegenzug. Sanibal Orahovac kam von zwei Lauteren bedrängt im Strafraum zu Fall, doch Schiedsrichter Rafati winkte ab und entscheid auf weiterspielen, worauf beide Teams aber auch nicht reagierten und noch verhaltener zur Sache gingen. Einzig der Lauterer Mandjeck steckte nicht auf und gab alles, obgleich zu viel des Guten, denn nach einem Foul auf Höhe der Mittellinie gegen Florian Heller musste der 19-Jährige mit der Ampelkarte vom Feld (62.). Vielleicht waren es auch die rot-weiß gestreiften Stutzen, die dem Schiedsrichter nicht gefielen und so zog, bedingt durch den Platzverweis, wieder eine einheitliche Stutzenfarbe bei den Gästen ein. FCK-Trainer Sasic reagierte prompt und brachte mit Demai für Jendrisek einen neuen Mann für das defensive Mittelfeld.
Leider konnten die Veilchen nicht von der Überzahlsituation profitieren. Die nun noch dichter gestaffelte FCK-Abwehr stellte die Auer Offensivabteilung vor arge Probleme und man trauerte wohl immer noch den vergebenen Chancen aus Hälfte eins nach. Auch die Auflösung der Viererkette mit der Hereinnahme von Dusan Pavlovic für die Offensive, brachte wenig Erfolgversprechendes. Wenn es Aue einmal schaffte, den Abwehrriegel zu übertrumpfen, stand da immer noch der beste Pfälzer als letzter Mann auf dem Platz. So behielt der Schlussmann auch in der Eins-zu-Eins-Situation gegen Sanibal Oharovac die Nerven und behauptete den Ball mit selbstlosem Einsatz vor dem einschussbereiten Winterneuzugang.
Nachdem das Wechselkontingent auf beiden Seiten aufgebraucht war, auf Auer Seite Tom Geißler und Markus Müller für Adam Petrous sowie Florian Heller bzw. Sven Müller für Lexa auf Seiten der Gäste, entwickelte sich ein Spiel auf Messer's Schneide. Erst hatte Skerdilaid Curri Sanibal Orahovac auf der rechten Seite bedient, der hatte Bellinghausen ausgetanzt und den Ball auf die lange Ecke geschnibbelt. Aber Sippel hält mit einer spektakulären wenn auch unnötigen Flugdarbietung seinen Kasten sauber. Dann wäre es fast auf der Gegenseite passiert. Nach einem Demai-Freistoß hatte Tomasz Bobel Probleme den wieder scharf aufs Tor gezirkelten Ball festzuhalten und durfte sich im Nachhinein bei Adam Nemec bedanken, der das 'krumme Ding' von der Linie gekratzt hatte.
Fast im Anschluss ging der Pole souveräner zur Sache und klärte gegen den frei vor ihm auftauchenden Ziemer, der mit gestrecktem Bein gegen den Keeper einstieg und dafür gelb sah, besser. Die letzte Möglichkeit für den immens wichtigen Dreier hatte der glücklos ackernde Sanibal Orahovac. Sein Frustschuss aus zehn Metern ging aber über das Tor. So blieb es beim Unentschieden, dass keiner der beiden Mannschaften weiterhalf und so gemeinsam den Gang nach unten antreten werden. Dabei hatten sich die Veilchen so viel vorgenommen. Doch "das war zu wenig. Wir haben das Endspiel nicht gewonnen. Zwar stirbt die Hoffnung zuletzt, doch man muss realistisch sein. Jetzt wird es ganz, ganz schwer.", sagte der wohl am Ende gescheiterte? Trainer Roland Seitz.
Dieses Ergebnis nützt niemandem, allenfalls der Konkurrenz, denn die punkteten durch die Bank weg und setzten sich weiter nach oben ab. Genauer gesagt sind es nun acht Punkte zu einem Nichtabstiegsplatz. Aber vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder, das zweite nach dem Aufstieg von Aue, meinte auch FCE-Präsident Uwe Leonhardt. Wichtig ist es, dass sich die Mannschaft jetzt nicht aufgibt und bei den Spielen gegen Aachen und Köln einen ehrenwerten Auftritt hinlegt. Aber eins ist sicher, die Planungen für die 3. Liga müssen in Angriff genommen werden, da fast alle Spielerverträge nur für die zweite Liga Gültigkeit besitzen. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  1 Ecken 3
  24 Freistöße 19
  65% Ballbesitz 35%
  12 Torschüsse 8
  68 Zweikämpfe 55
  44.72% - davon verloren 55.28%
  31 lange Bälle 13
  30% - davon nicht angekommen 70%