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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

12. Spieltag - Freitag, 02.11.2007 - 18:00

FC Erzgebirge Aue - Alemannia Aachen 2:1 (1:1)

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Norman Loose, Tomasz Kos, René Trehkopf - Jörg Emmerich, Florian Heller, Nicolas Feldhahn, Skerdilaid Curri - Adam Nemec, Tomas Klinka; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 64. Tom Geißler für Skerdilaid Curri, 64. Jiri Kaufman für Tomas Klinka, 78. Carsten Sträßer für Florian Heller

Kader: Stephan Flauder, Thomas Paulus, Marco Kurth, Kevin Hampf

Alemannia Aachen: Stephan Straub, Laurentiu Reghecampf, Thomas Stehle, Alexander Klitzpera, Benjamin Weigelt, Cristian Fiél, Matthias Lehmann, Patrick Milchraum, Szilard Nemeth, Lubos Pecka, Marius Ebbers; Trainer: Guido Buchwald

Eingewechselt: 64. Tudor Kolev für Szilard Nemeth, 86. Emmanuel Krontiris für Lubos Pecka, 89. Abdul Özgen für Benjamin Weigelt

Kader: Thorsten Stuckmann, Hrvoje Vukovic, Mirko Casper, Pekka Lagerblom

Tore: 1:0 Florian Heller (Foulelfmeter, 11.); 1:1 Marius Ebbers (Kopfball, 39. / Laurentiu Reghecampf); 2:1 Norman Loose (Rechtsschuß, 82. / Tomasz Kos)

Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg)

Zuschauer: 9450 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: Norman Loose, Nicolas Feldhahn (3.) / Thomas Stehle

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Einer war an diesem Freitagabend ganz und gar nicht zufrieden. Aachens Trainer Guido Buchwald fand keine Worte, wie man gegen "solch einen schwachen Gegner mit so einem erfahrenen Erstliga-Kader verlieren kann." Kurioserweise fand Buchwald den schwarzen Peter bei der DFL, die den Aachener zwischen dem erfolgreichen Pokalspiel am Mittwoch gegen den VfL Bochum und dem Punktspiel in Aue zu wenig Zeit zum Erholen gab. Und weil die Spieler so geschwächt waren, schickte er sie nach der Rückkehr aus Aue um 4 Uhr früh zum Rundendrehen raus auf dem Rasen des Tivoli. Es ist wohl eine Schande gegen Aue zu verlieren?
Nun ja, der dritte Heimsieg für die Veilchen war nach der enttäuschenden Niederlage in Kaiserslautern etwas Balsam für die geschundenen Auefans, die sich teilweise zu Beginn des Spiels auf der ehrwürdigen Treppe des Old Otto versammelten und so gegen die Ordnerwillkür auf dem Betzenberg protestieren. "Das Fass wurde in Kaiserslautern endgültig zum Überlaufen gebracht. Nicht nur von der Mannschaft, sondern auch von Seiten der Ordnungskräfte. Es muss endlich etwas passieren und wir werden deshalb die ersten 19:46 min des Spiels am oberen Ende der großen Treppe verbringen. Es kann nicht sein, dass eine Mannschaft mit diesem Potential dermaßen schwach spielt und sich nicht bis zum allerletzten den Arsch für unseren Verein aufreißt. Es kann nicht sein, dass wir Fans Woche für Woche mit Fußball verwöhnt werden, welcher das Prädikat Fußball nicht verdient.", so der Wortlaut des Flyers. Ob die Auer Spieler sowie die Verantwortlichen in Kaiserslautern diese Aktion überhaupt mitbekommen bzw. auch richtig aufgefasst haben, steht jedenfalls auf einem anderen Blatt.
Nichtsdestotrotz spielten die Mannen von Gerd Schädlich vor allem in der ersten Hälfte wie ausgewechselt, wobei es in der Startformation personell kaum Veränderungen gab. In der Viererkette ersetzte René Trehkopf in linker Position Carsten Sträßer, in der Mitte hielten die Abwehrtürme Tomasz Kos sowie Norman Loose den Luftraum sauber und Fabian Müller agierte nun wieder auf der rechten Seite. Jörg Emmerich bewies sich zentral davor als offensiver Staubsauger und für den verletzten Hendrik Liebers kam Nicolas Feldhahn zum Einsatz, der zusammen mit Florian Heller die Sturmspitzen Adam Nemec sowie den für Fiete Sykora neu in die Partie gekommenen Tomas Klinka mit Flanken füttern sollte. Auch Skerdilaid Curri durfte nach dem "Versagen" in Kaiserslautern ebenfalls von Beginn an ran und schaffte es in der 10. Minute sogar einen Foulelfmeter herauszuholen. Klitzpera legte den kleinen Albaner im Strafraum und den fälligen Elfmeter verwandelte die Nummer 11 in der elften Minute sicher zur 1:0-Führung. Dies war Florian Hellers viertes Saisontor, der sich damit als bester Veilchen-Goalgetter huldigen lassen kann.
Mit diesem Vorsprung im Rücken blühten die Veilchen so richtig auf und setzten den Bundesliga-Absteiger stetig unter enormen Druck. Ein 2:0 wäre bereits nach weiteren zehn Minuten völlig verdient gewesen. Doch verpassten erst Adam Nemec und Tomas Klinka den scharf aufs Tor gebrachten Volleyschuß von René Trehkopf um Haaresbreite und nur eine Zeigerumdrehung später versuchte es Tomas Klinka per sehenswerten Fallrückzieher. Von Verunsicherung in den Auer-Reihen war nichts zu sehen. Wie befreit setzten sie einen Angriff nach dem Anderen und hatten wenig Gegenwehr zu ertragen. Einzig die Chancenverwertung darf man da als großes Manko in den Raum werfen.
Eine halbe Stunde war gespielt und nachdem Pecka Fabian Müller gefoult hatte, brachte René Trehkopf das Leder an den kurzen Pfosten, wo Adam Nemec zum Kopfball kam und die Statik des Tors prüfte - Latte! In der nächsten Hundertprozentigen versagten Adam Nemec erneut die Nerven. Skerdilaid Curri wurde von Nicolas Feldhahn bedient, der bis zur Grundlinie spritzte und im Anschluss quer auf Adam Nemec passte. Der Slowake schob den Ball aber genau in die Arme des Schlussmannes der Gäste (32.). Die Alemannia zeigte sich weiterhin geschockt und wachten erst nach einem Fastmissgeschick von René Trehkopf auf, der die Hereingabe von Milchraum knapp über das eigene Tor lenkte.
Dann folgte der Ausgleich aus dem sprichwörtlichen Nichts. Reghecampf hatte sich über rechts nach vorne gewagt und erst Nemeth bedient, dessen Kopfball der bis dato arbeitslose Axel Keller mit der Faust zwar klären konnte, doch der zweite Versuch von Reghecampf landete bei Ebbers am langen Pfosten, der nur noch den Kopf hinhalten musste (39.). Schade eigentlich, denn die Veilchen hatten die Partie schwung- und druckvoll begonnen und so die richtige Antwort auf die Schlappe gegen Kaiserslautern gegeben. Der TSV hatte lange nichts zu melden, kam spät ins Spiel, was aber zum Ausgleich reichte. Die Gäste setzten beflügelt duch den Treffer nochmals nach, aber der Pausenpfiff unterband zum Glück das aufkommende Strohfeuer der Alemannen.
Im zweiten Spielabschnitt neutralisierten sich beide Mannschaften und kamen nur noch selten vors gegnerische Tor. Die Anfangseuphorie bei den Veilchen legte sich und es schien so, als ob nun das zweite schlechtere Gesicht zum Vorschein kommen sollte. Allerdings rissen die Aachener auch keine Bäume aus und bis auf Einzelaktionen war die Luft jetzt schon raus. Erst nach gut einer Stunde wurde es für die Gäste wieder brenzlig. René Trehkopf bediente über links Adam Nemec, der aber im erneut gut parierenden TSV-Keeper Straub seinen Meister fand.
Der Doppelwechsel von Jiri Kaufman für Tomas Klinka und Tom Geißler für Skerdilaid Curri sorgte zwar für frische Kräfte, aber frischen Wind hauchte dieser der Partie nicht ein. Schlimmer noch, viele Anhänger konnten erneut die Auswechslung des kleinen Wirbelwindes nicht ganz nachvollziehen und pfiffen erstmals gegen den Trainer. "Ich habe ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Skerdi und wollte beim Stand von 1:1 einfach etwas für die Offensive tun", stellte Schädlich klar, der dieses Mal auch vom Publikumsliebling Verständnis bekam. Spielerisch wurde es jedoch erstmal nicht besser. Symptomatisch auch das Malheur von Adam Nemec, der einen Ball mit der Brust noch großartig stoppte, dann aber wegrutschte und den Boden in Aachens Strafraum genauer untersuchte.
Eine gute Viertelstunde vor Schluss setzte Gerd Schädlich nun doch lieber auf einen sicheren Punktgewinn und schickte den defensiven Carsten Sträßer für den ausgepumpten Florian Heller aufs Grün. Eigentlich sah es schon fast nach einem Unentschieden aus, aber "heute hatten wir das nötige Glück" meinte auch der Trainer. Begonnen hat das "Glück" nach einer guten Eckenvariante von Tom Geißler, der in den Rücken der Abwehr zu René Trehkopf passte und dieser es per Alles-oder-Nichts-Hammer versuchte. Das Leder wurde aber durch die versammelte Gruppe im Strafraum gestoppt und im Riesendurcheinander - jeder durfte sich mal versuchen - war es dann Norman Loose vergönnt, aus wenigen Metern sein erstes Saisontor einzustochern (82.). 2:1-Führung mit einem Treffer der Art nicht schön aber drin. Doch fast blieb der Freudenschrei der gut 10.000 Zuschauer im Halse stecken, denn der für Nemeth eingewechselte Kolev hatte noch die Riesenchance zum Ausgleich, vergab aber leichtfertig per Hackentrick, sodass Axel Keller das Leder und den Sieg sicher in den Händen halten konnte.
Dieser Dreier war nicht nur wichtig für die Mannschaft sondern auch für den gesamten Verein. Denn im Vorfeld wurden schon Spekulationen laut, die bei einer erneuten Nullnummer Gerd Schädlichs Rücktritt bedeuten würden. "Wir haben zu viele Leute in der Mannschaft, die mit Lob nicht richtig umgehen können", so Trainer Gerd Schädlich und fordert das nun Erschaffene nicht gleich wieder mit dem Arsch einzureißen. Was wiederum am kommenden Freitag in Köln passieren kann... (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  5 Ecken 3
  20 Freistöße 18
  49,4% Ballbesitz 50,6%
  14 Torschüsse 18
  43 Zweikämpfe 43
  50% - davon verloren 50%
  22 lange Bälle 35
  61% - davon nicht angekommen 39%