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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

13. Spieltag - Freitag, 09.11.2007 - 18:00

1. FC Köln - FC Erzgebirge Aue 3:2 (2:2)

1. FC Köln: Faryd Mondragon, Ümit Özat, Kevin McKenna, Youssef Mohamad, Fabrice Ehret, Aleksandar Mitreski, Maynor Suazo, Thomas Broich, Nemanja Vucicevic, Patrick Helmes, Milivoje Novakovic; Trainer: Christoph Daum

Eingewechselt: 57. Matthias Scherz für Maynor Suazo, 57. Adil Chihi für Thomas Broich, 81. Roda Antar für Nemanja Vucicevic

Kader: Thomas Kessler, Tobias Nickenig, Kevin Schöneberg, Marvin Matip

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Norman Loose, Tomasz Kos, René Trehkopf - Jörg Emmerich, Florian Heller, Nicolas Feldhahn, Skerdilaid Curri - Adam Nemec, Tomas Klinka; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 81. Marco Kurth für Jörg Emmerich, 81. Jiri Kaufman für Norman Loose, 86. Kevin Hampf für Tomas Klinka

Kader: Stephan Flauder, Carsten Sträßer, Thomas Paulus, Ljubisa Strbac

Tore: 1:0 Patrick Helmes (Rechtsschuß, 1. / Youssef Mohamad); 2:0 Milivoje Novakovic (Linksschuß, 10. / Aleksandar Mitreski); 2:1 Tomas Klinka (Linksschuß, 13. / Adam Nemec); 2:2 Adam Nemec (Kopfball, 45.); 3:2 Milivoje Novakovic (Rechtsschuß, 65. / Ümit Özat)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 34000 im Rhein-Energie-Stadion

Gelbe Karte: Matthias Scherz / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Schmeichelhaft, äußert schmeichelhaft. Mehr gibt es zu dem 3:2-Erfolg der Geißböcke nichts zu sagen. FC-Trainer Daum meinte zwar "es ist wieder Leben in der Mannschaft", doch da fragt man sich schon, ob der Christoph seine Nase wieder zu tief irgendwo reingesteckt hat. An diesem Abend war es einzig Novakovic, der den Aufstiegsfavoriten 1. FC Köln weiter im Rennen um die Rückkehr in die Bundesliga hielt. Alles andere war eine erschreckend schwache Vorstellung der Hausherren, welche in den ersten zehn Minuten mit zwei Glückstreffern zunächst in Führung gingen. Helmes vollendete nach einem Befreiungsschlag über 50 Meter von Mohamad aus kurzer Distanz und ließ Norman Loose und Keeper Axel Keller bereits nach 35 Sekunden ziemlich alt aussehen. Wenig später war dann Novakovic nach einem abgefälschten Schuss von Broich erfolgreich und es stand eben 2:0, mehr aber auch nicht.
Denn geschockt zeigten sich die Veilchen weiß Gott nicht und man spielte fortan munter nach vorne. Ohnehin sah Gerd Schädlich für die Aufstellung keinen Grund zu Änderungen. Da auch Skerdilaid Curri rechtzeitig fit geworden war, begann die gleiche Elf, die zuletzt Alemannia Aachen zu Hause mit 2:1 schlagen konnte. Der Weg ist das Ziel und dieser wurde in der 13. Minute konsequent eingeschlagen. Erst versuchte es Skerdilaid Curri von der rechten Seite. Den Querpass konnte McKenna vor Tomas Klinka zwar noch klären, jedoch nicht entlastbar genug. Denn als Adam Nemec den Ball in den Lauf von Tomas Klinka spitzelte und er somit vier Kölner Gegenspieler stehen ließ, schob der Tscheche aus sechs Metern zum Anschlusstreffer ein.
Von nun an waren die Kicker des kleinen gallischen Dorfes den Kölner Großstädtern läuferisch, spielerisch und kämpferisch überlegen, was folglich für Unruhe auf den Rängen, auf dem Platz ebenso wie auf der Trainerbank sorgte. Die Veilchen erkannten dies und zogen ihr eigenes Spiel durch. Florian Heller hätte bereits fünf Minuten nach dem Anschluss den Ausgleich herstellen können, doch entpuppte sich Skerdilaid Curri als unfreiwilliger Retter auf der Linie und wehrte den Schuss des Mittelfeldspielers ab. Nach einer halben Stunde dann die nächste dicke Chance. Eine Klinka-Hereingabe kam am Strafraum zu Florian Heller. Dessen Schuss wurde vor die Füße von Skerdlaid Curri abgefälscht, aber sechs Meter vor dem Kasten ist der kleine Albaner zu überrascht und vergab diese Möglichkeit. Vermehrt zog bei den Geißböcken notorische Panik auf und in ihrer Not versuchten sie es mit ein paar Konter, um die ansteigende Angst des Versagens zu übertünchen. Broichs Pass in den Lauf von Nova wäre demnach fast geglückt. Allerdings sprintete Axel Keller beherzt aus seinem Kasten und klärte die Kugel außerhalb des Strafraums, nur wenige Zentimeter vor dem Kölner Torjäger.
Ansonsten stand die Auer Abwehr seit dem letzten Gegentor sehr sicher, setzte zudem gekonnt die Abwehrfalle (9) ein und falls doch mal einer durchrutschen sollte, war der Mann mit den meisten Ballkontakten (90) in diesem Spiel, Fabian Müller, zur Stelle und lief seine Gegenspieler das ein oder andere Mal locker ab. Was nun noch fehlte, war das zweite Tor, welches Adam Nemec wenige Minuten später und nach zig missglückten Rettungsversuchen der FC-Abwehr vergönnt war. Welches Chaos dabei im Strafraum herrschte, zeigt die Entstehung. Tomas Klinka brachte den Ball per Fallrückzieher in die Mitte, Nicolas Feldhahn spitzelte ihn fast zurück, Skerdilaid Curris Versuch wird von McKenna an den linken Pfosten abgefälscht und schließlich setzte Adam Nemec dem Ganzen ein Ende und markierte mit seinem vierten Saisontor den Ausgleich und zugleich Halbzeitstand, welcher vom Kölner Anhang mit Pfiffen gewürdigt wurde. Eine Genugtuung für die 500 angereisten Schlachtenbummler.
Nach dem Seitenwechsel behielten die Veilchen die Oberhand und versprühten weiterhin Gefahr. Adam Nemec setzte hierbei in der 49. Minute einen Außenrist-Schuss an, doch sein Ball segelte knapp über die Querlatte. Auch der 25-Meter-Freistoßknaller von Florian Heller in der 51. Minute strich nur wenige Millimeter am Kasten von Mondragon vorbei. Daum versuchte es nun mit neuem Personal und setzte für Suazo und Broich die offensiveren Scherz und Chihi ein. Das Spiel gestaltete sich nun etwas ausgeglichener. Dennoch war es mehr als grotesk, dass dann den Kölnern erneut die Führung gelang. Özat flankte aus dem Halbfeld in die Mitte. Tomasz Kos, der bis dato glänzend agierte, verschätze sich bei diesem langen Ball, Novakovic konnte das Leder mit der Brust annehmen und vollstreckte aus elf Metern abgezockt. Unfassbar und dem Spielverlauf entsprechend unverdient. Dieses Tor kam völlig überraschend, denn auch nach dem Wechsel dominierte Aue das Spiel. Ein Beleg dafür sind die 4:18 Torschüsse und 0:6 Ecken aus Sicht der Kölner.
Sei's drum, mit dem eisernen Willen, der heuer in Jedem steckte, ist auch dieses Malheur auszubügeln, so glaubte man. Doch die Kölner schienen aus der ersten Halbzeit gelernt zu haben und wollten nun nachzusetzen. Scherz machte dies aber auf eine unfaire Art und kassierte dafür die allererste und zugleich einzigste gelbe Karte im Spiel. Die Veilchen versuchten wirklich alles, jedoch blieb ihre Torausbeute dem Aufwand entsprechend nicht würdig. Kämpferisch ohne jeden Tadel, aber allzuoft fehlte es an der Übersicht im Spielaufbau. Tomas Klinka war öfters alleine gelassen worden, allerdings kam der lange Pass zu ihm - warum auch immer - nie in Betracht. Zehn Minuten vor Schluss zog Gerd Schädlich seine letzten Trümpfe aus dem Ärmel, wechselte dabei Marco Kurth und Jiri Kaufman für Jörg Emmerich und Norman Loose sowie wenig später noch Kevin Hampf für Tomas Klinka ein. Sehr spielbeeinflussend war dieser Wechsel für Aue nicht, aber fast für die Geißböcke. Am Strafraum setzte sich Novakovic im Zweikampf gegen Marco Kurth durch, fällt dann foulverdächtig über die Linie, doch zum Glück ließ der ansonsten überzeugende Schiedsrichter Tobias Welz weiterspielen.
Die Nachspielzeit lief bereits und es folgte die allerletzte Aktion in dieser Partie. Bei einem Freistoß vom linken Flügel war selbst Keeper Axel Keller mit nach vorne geeilt, aber letztlich gewannen die Kölner glücklich gegen eine über weite Strecken dominierende Gästeelf. Ein ganz dickes Lob haben sich die Mannen von Gerd Schädlich verdient, für das man sich nur nichts kaufen kann. "Leider haben wir aus unseren Chancen keine Tore gemacht, selbst nach dem 3:2 hat nur eine Mannschaft gespielt, wir!" haderte Torhüter Axel Keller mit der Niederlage, aber er nimmt auch Positives aus dem RheinEnergieStadion mit: "Das Spiel hat gezeigt, dass wir Fußball spielen und eine Einheit sein können." In der Tabelle hat sich für den FC Erzgebirge Aue nicht so viel geändert. Mit Augsburg, Kaiserslautern und Jena verloren drei Kellerkinder, nur St. Pauli zog an den Veilchen vorbei. Die Hamburger werden nach der 14-tägigen Länderspielpause schon sehnsüchtig erwartet. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  0 Ecken 6
  9 Freistöße 18
  43,4% Ballbesitz 56,6%
  7 Torschüsse 21
  44 Zweikämpfe 49
  52.69% - davon verloren 47.31%
  32 lange Bälle 33
  51% - davon nicht angekommen 49%