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FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Norman Loose, Tomasz Kos, René Trehkopf - Jörg Emmerich, Hendrik Liebers, Nicolas Feldhahn, Skerdilaid Curri - Adam Nemec, Tomas Klinka; Trainer: Gerd Schädlich
Eingewechselt: 37. Fiete Sykora für Adam Nemec, 73. Carsten Sträßer für Nicolas Feldhahn, 73. Jiri Kaufman für Tomas Klinka
Kader: Stephan Flauder, Thomas Paulus, Marco Kurth, Ljubisa Strbac
FC St. Pauli: Patrick Borger, Ralph Gunesch, Marcel Eger, Fabio Morena, Ian Paul Joy, Thomas Meggle, Fabian Boll, Charles Takyi, Timo Schultz, Filip Trojan, Marvin Braun; Trainer: Andre Trulsen
Eingewechselt: 67. Alexander Ludwig für Marvin Braun, 76. Florian Bruns für Filip Trojan
Kader: Benedikt Pliquett, Tim Petersen, Björn Brunnemann, Jonathan Bourgault, Morike Sako
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Otterndorf)
Zuschauer: 12500 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: - / Timo Schultz, Filip Trojan, Marvin Braun, Ian Paul Joy
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: 0:0 - eine Punkteteilung, die dem Aufsteiger aus St. Pauli mehr hilft als den Veilchen, die nun nach zuletzt zwei Heimsiegen gegen Alemannia Aachen und den FC Augsburg es verpassten, sich mit einem weiteren Sieg etwas Luft im Abstiegsk ampf zu verschaffen. Im Gegenteil: Durch das Remis hat sich der Abstand auf Platz 15 sogar verringert, beträgt aktuell nur noch einen Zähler. "Wir sind natürlich enttäuscht", sagte Gerd Schädlich nach dem Abpfiff. "Wir waren über weite Strecken überlegen, aber nicht in der Lage, das Tor zu treffen" haderte der Trainer mit seinen Schützlingen. Die Hamburger hingegen feierten ihr zweites Unentschieden in der Fremde nacheinander wie einen Sieg. "Wenn wir nicht nur leidenschaftlich gekämpft, sondern auch etwas mehr Fußball gespielt hätten, dann wäre vielleicht sogar ein Dreier für uns drin gewesen. Aber ein Zähler bei den heimstarken Auern - damit sind wir zufrieden", sagte Gästetrainer André Trulsen.
Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams überhaupt in einem ganz schwachen Zweitligaspiel. Auch wenn der FC Erzgebirge einen Punkt geholt hat und zum vierten Mal in Folge zu Hause ohne Niederlage geblieben ist, hätte gegen einen so defensiv eingestellten Gegner am Ende mehr rauspringen müssen. Schmerzlich vermisst wurde dabei Florian Heller, der seine freien Gelenkkörper nicht erst in der Winterpause, sondern sofort korrigiert haben möchte, sodass er für die komplette Hinrunde ausfallen wird. Sein Ersatzpart Nicolas Feldhahn konnte den spiel- und dribbelstarken Ex-Greuther Fürther im rechten Mittelfeld zu keinem Zeitpunkt gleichwertig ersetzen. Auf der linken Seite gelang Hendrik Liebers schon etwas mehr, doch zufrieden stellend war dies ebenfalls nicht. Ohne Frage waren die Lila-Weißen über weite Strecken optisch dominierend, doch wurden kaum einmal die Mittel gefunden, die dichtgestaffelte sowie eingespielte Pauli-Deckung aufzureißen. Das Auer Gedränge und Gewürge war meist zu einfallslos und mit häufigen Fehlabspielen behaftet. Schon früh stellte sich heraus, dass die 12.500 Zuschauer keinen fußballerischen Leckerbissen erwarten durften.
Beide Torhüter waren in diesem Spiel ebenso nicht zu beneiden, da sie bei gefühlten und laut Gästekeeper Borger brutalen fünf Grad minus, kaum etwas zu tun bekamen. Selbst beim ersten Höhepunkt auf dem Spielfeld, als Braun, Hamburgs einzige Sturmspitze, aus gut 19 Metern den Ball an den rechten Außenpfosten schlenzte, musste Axel Keller nicht eingreifen, da er diesem "Geschoss" sowieso nur hinterher schauen konnte. Zwar zeigten sich die Hausherren in der Folgezeit als die etwas bissigere Mannschaft, doch das Zusammenspiel klappte noch nicht so ganz - Pässe und Flanken kamen zu ungenau. Die Harmlosigkeit der Veilchen fand in der traurigen Bilanz, dass sie in der gesamten ersten Halbzeit nur durch Tomas Klinka zu einer richtigen Torchance kam, ihren entsprechenden Ausdruck. Hendrik Liebers trieb hierbei den Ball in der 32. Minute nach vorne, doch das Zuspiel auf den mitgelaufenen Tschechen war zu ungenau, sodass er den Fuß nicht mehr hinter den Ball bekam.
Als dann noch Adam Nemec verletzt aufgeben musste und Fiete Sykora sein Glück versuchen sollte, war die Begeisterung im weiten Rund noch gedämpfter als ohnehin. Schlimmer noch, als der Neuzugang aus Jena ohne Blick für die Mitspieler den Abschluss selber suchte und das Leder weit über dem generischen Kasten jagte, war die Nummer 16 bei manchen schon als Fehleinkauf abgestempelt. Der Unparteiische Thorsten Schriever konnte dem bis dahin aufgebotenem Trauerspiel auch nichts abgewinnen und bat die 22 Akteure zum Pausentee.
Mit dem Wiederanpfiff erhöhten die Veilchen das Engagement und kamen zur zweiten guten Möglichkeit. Fiete Sykora spitzelte den Ball zentral vor das Tor, wo Nicolas Feldhahn diesen nicht unter Kontrolle bekam und daher ein gezielter Torschuss ausblieb. Wie schon in Hälfte eins kontrollierte der FC Erzgebirge Aue in seinem 150. Zweitligaspiel die Partie, allerdings ohne dabei eine gewisse Torgefahr auszustrahlen. Kämpferisch gab es an der Einstellung der Mannen von Gerd Schädlich nichts zu rütteln, nur abgeklärt und durchdacht sah das Ganze nicht aus. "Von der Leidenschaft und vom Engagement her, kann man uns sicher keinen Vorwurf machen. Vor dem gegnerischen Tor sind wir aber nicht konsequent genug hingegangen", bemängelte selbst Hendrik Liebers. Dabei hätte Skerdilaid Curri in der 56. Minute die nächste dicke Gelegenheit zur Führung gehabt. Nach einem Trojan-Foul an Nicolas Feldhahn kam Aue zum Freistoß aus aussichtsreicher Position. René Trehkopf zirkelte die Kugel an den langen Pfosten, wo der "Kleinste" auf dem Feld nur knapp verpasste und sich schlussendlich selbst im Tor wieder fand.
Auf den Rängen wurden e s endlich wieder lauter. Jedoch nahm das Niveau der ohnehin eher schwächeren Zweitligapartie abermals ab und die Frösteltemperaturen eingerechnet. Aue machte unbeeindruckt dessen weiterhin das Spiel, fand gegen die sattelfeste Defensive der Braun-Weißen aber wie allzu oft nie das passende Rezept und es daher fast schon langweilig wurde. Richtig Aufregendes gab es nur kurzzeitig zu sehen, als St. Paulis eingewechselter Ludwig von rechts in den Strafraum passte und Trojan haarscharf an dem Siegtreffer vorbeigrätschte (69.). Zuvor brachte Gerd Schädlich frischen Wind in die Angriffsreihe. Jiri Kaufman ersetzte Tomas Klinka und Carsten Sträßer übernahm die Rolle von Nicolas Feldhahn, was zunächst nicht harmonierte und dies die Gäste fast ausgenutzt hätten.
Die Schlussphase war geprägt von hektischen Treiben. Viele kleine Fouls, aufgeregte Rufe von den Trainerbänken und das kräftezerrende Umherirren der Profis gehörten da zum guten Ton. Der Kiez-Klub zog sich noch weiter zurück, machte die Räume enger und stand den Schüssen der Auer stets im Wege. Zwingend war dies, wie die (Nicht)-Verwertung von Standards (8:3 Ecken), auf beiden Seiten allemal nicht. Auch der überaus engagierte Fabian Müller zirkelte entkräftet nach einem Sololauf über rechts eine Hereingabe genau in die Arme von Gästekeeper Borger. Die letzte Chance im Spiel hatte Skerdilaid Curri, der von Jiri Kaufman mit einem hohen Ball bedient wurde, aber solche Zuspiele sind halt nichts für die kleine Zaubermaus.
Am Ende bleibt nur der Tabellenplatz 13 sowie 15 Punkte. Die zuletzt demonstrierte Heimstärke kam nicht zur Geltung und "jetzt müssen wir halt endlich auswärts etwas reißen", so die Marschroute von Kapitän Jörg Emmerich. Die nächste Chance dazu besteht bereits am Freitag im Ost-Derby beim Tabellenletzten aus Jena. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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8 |
Ecken |
3 |
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17 |
Freistöße |
13 |
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53,8% |
Ballbesitz |
46,2% |
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11 |
Torschüsse |
8 |
| |
50 |
Zweikämpfe |
29 |
| |
36.71% |
- davon verloren |
63.29% |
| |
28 |
lange Bälle |
18 |
| |
39% |
- davon nicht angekommen |
61% |
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