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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

16. Spieltag - Freitag, 07.12.2007 - 18:00

FC Erzgebirge Aue - TuS Koblenz 0:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Carsten Sträßer, Thomas Paulus, Norman Loose, Hendrik Liebers - Jörg Emmerich, Nicolas Feldhahn, Marco Kurth, Skerdilaid Curri - Jiri Kaufman, Tomas Klinka; Trainer: Gerd Schädlich

Eingewechselt: 71. Tom Geißler für Marco Kurth, 71. Kevin Hampf für Jiri Kaufman, 79. Ljubisa Strbac für Skerdilaid Curri

Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, René Trehkopf, Christian Siemund

TuS Koblenz: Dennis Eilhoff, Martin Forkel, Matej Mavric, Branimir Bajic, Marko Lomic, Manuel Hartmann, Goran Sukalo, Du-Ri Cha, Anel Dzaka, Kenan Sahin, Fatmir Vata; Trainer: Uwe Rapolder

Eingewechselt: 55. Ardijan Djokaj für Kenan Sahin, 72. Tayfun Pektürk für Martin Forkel, 82. Frank Wiblishauser für Anel Dzaka

Kader: Michael Gurski, Brenny Evers, Josh Grenier, Rüdiger Ziehl

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Christian Fischer (Hemer)

Zuschauer: 7500 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: Thomas Paulus (3.) / Marko Lomic, Branimir Bajic

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: "Viele Köche verderben den Brei, doch auch nur ein Koch ist Schädlich.", so könnte man derzeit in Aue meinen. Jedoch waren sich Präsident und Vorstand nach der mehrstündigen Krisensitzung am späten Dienstagabend einig, den heiß diskutierten Trainerposten nicht in Frage zu stellen. "Wir stecken momentan in der schwierigsten Krise seit unserer Zweitliga-Zugehörigkeit. Die branchenüblichen Mechanismen werden in Aue aber nicht greifen. Wir haben die Arbeit von Gerd Schädlich kritisch hinterfragt und sind davon überzeugt, dass der Trainer die Zügel fest in der Hand hält und die Mannschaft erreicht." betonte Vereinschef Uwe Leonhardt in seiner Videobotschaft vor der Partie gegen Koblenz.
"In allen Mannschaftsteilen, außer im Tor, wird es vier bis fünf Neuzugänge geben. Notfalls wird dabei die Grenze des Möglichen überschritten.", sagte Leonhardt und meinte damit, dass wohl erstmals Schulden aufgenommen werden. Oberstes Ziel sei der Klassenerhalt, dem alles untergeordnet werde. Bislang war in Aue peinlichst darauf geachtet worden, dass man schwarze Zahlen schreibt. Neuverpflichtungen waren meist erst vorgenommen worden, wenn auch Abgänge feststanden. "Jeder Profi kann sich in den noch ausstehenden Spielen gegen Koblenz und München einbringen und anbieten.", gab der Präsident seinen Schützlingen zu verstehen und auch Gerd Schädlich hat diesbezüglich seine eigene Meinung: "Ich habe in den vergangenen Wochen nicht den Eindruck gehabt, dass auch der Letzte mit aller Entschlossenheit um seine Position kämpft. Und dass ein Profi nur halbherzig zur Sache geht, das können wir uns nicht gefallen lassen."
Ob diese Zäsur nun wirklich eintritt oder ob am Ende für den Verein wie in der Klimaschutz-Kooperation "Rettet unsere Erde" das Licht ausgeht, bleibt nur zu hoffen. Jedenfalls setzten die Ultras Aue zu Beginn des Treibens ihr eigenes Zeichen. Ein überdimensionaler Schwibbogen mit jeweils zwei Grubenlampen an den Seiten und dem Spruch "Wu de Bargleit früh fahren zer lange Schicht ei, do is unnre Haamit un daar bleibn mir trei!" leitete das letzte Heimspiel in diesem Jahr ein. Allerdings sahen diese Choreo gerade einmal 7.500 Anhänger, so wenig wie noch nie in dieser Saison und zugleich zweitschlechtester Wert hinter dem Gastauftritt von Lübeck ebenfalls am 16. Spieltag in der Saison 03/04 mit 7.100 Zuschauern.
Für die richtigen Entscheidungen auf dem Platz sollte Christian Fischer aus Hemer sorgen, der erstmals eine Partie mit Auerbeteiligung piff. Personell gab es bei den Gästen nur drei Veränderungen. TuS-Coach Uwe Rapolder brachte dabei Forkel, Mavric und Du-Ri Cha für Evers, Grenier und Pektürk neu in die Mannschaft. Gerd Schädlich verzichtete gänzlich auf Fiete Sykora, der im Spiel in Jena bemerkenswert schwach geblieben war, dafür kam Jiri Kaufman in die Startelf. Der gelbgesperrte Tomasz Kos wurde durch Thomas Paulus vertreten und Hendrik Liebers rutsche für René Trehkopf in die Abwehrkette. Marco Kurth sollte den freien Posten im Mittelfeld besetzen. Jedoch blieb die komplette linke Seite im gesamten Spiel eher verwaist und man versuchte es weitestgehend über die rechte Außenbahn mit Carsten Sträßer, Nicolas Feldhahn und Tomas Klinka. Die hausbackenen Spielzüge zu erkennen und abzuwehren, stellte die Koblenzer Defensive deshalb vor keine großen Probleme. Zwar spielten die Veilchen nach anfänglicher Unsicherheit engagierter und mit gutem Einsatz, jedoch verpuffte der große Kraftaufwand an der Strafraumgrenze. Die Koblenzer beruhten sich auf schnelles Kontern und kamen in der elften Minute in ihrer ersten Aktion dem Tor näher als die Veilchen zuvor. Vata flankte zentral auf das Tor von Axel Keller und Du-Ri Cha verpasste nur knapp.
Nachdem Thomas Paulus Sahin von den Beinen holte und als erster Spieler den gelben Karton sah, setzte der eben Verwarnte ein erstes Achtungszeichen. Marco Kurth zirkelte einen Freistoß in den Strafraum, den Abwehrversuch eroberte Skerdilaid Curri, der im Anschluss Thomas Paulus bediente. TuS-Keeper Eilhoff musste sein ganzes Können aufbieten, um den Kopfball des Ex-Nürnbergers über den Querbalken zu lenken. Die Veilchen erspielten sich nun ein deutliches Übergewicht, doch blieb erneut die schwache Offensive das Hauptmanko. Die wenigen Bälle, die das tschechische Sturmduo Tomas Klinka und Jiri Kaufman bekam, konnte es nicht verwerten. So auch die zweite gute Aktion auf Seiten der Auer über die Stationen Skerdilaid Curri, Jiri Kaufman und im Abschluss Tomas Klinka, der im Strafraum flach abzog und Eilhoff zu einer Fußabwehr zwang. Da waren bereits 35 Minuten gespielt.
Bis zur Pause drückten die Lila-Weißen nochmals aufs Tempo und hatten plötzlich Platz im Spielaufbau. Marco Kurth ließ zwei Gegenspieler stehen und passte auf die linke Außenbahn zu Skerdilaid Curri, der viel Übersicht bewies und auf den im Rückraum wartenden Jörg Emmerich spielte. Sein Knaller wurde jedoch zur Ecke gelenkt, die dennoch für weitere Torgefahr sorgte. Hendrik Liebers erhielt am langen Pfosten den Ball und bediente Tomas Klinka, der das Risiko aus spitzem Winkel nicht scheute, aber den Ball volley am Tor vorbei drosch. Somit ging es torlos in die Kabinen.
Den besseren Beginn der zweiten Halbzeit hatte die TuS Koblenz. Nach einem Konter über Du-Ri Cha kam der aufgerückte Forkel nur um eine Fußspitze zu spät. Dennoch hatte Aue mehr vom Spiel, machte daraus aber zu wenig. Daran vermochte auch die Pausenansprache, die Präsident Leonhardt persönlich gehalten hatte, nichts zu ändern. Seine Mannschaft blieb bemüht, eroberte sich den Ball früh und ließ Koblenz kaum noch aus der eigenen Hälfte kommen. Kämpferisch gab es auf dem tiefen Geläuf nichts auszusetzen. Es mangelte an spielerischen Mitteln, nicht am Engagement und gegen eine defensiv ausgerichtete Gästemannschaft, die mit einem Punktgewinn schon ganz zufrieden wären, taten sich die Auer schon immer schwer. Mehr als ein Kopfball von Thomas Paulus (60.) und ein Schuss von Skerdilaid Curri (70.) sprang bis dato eben nicht heraus. Erst nach dem Doppelwechsel - Tom Geißler und Kevin Hampf kamen für Marco Kurth und Jiri Kaufman ins Spiel - wurde es wieder gefährlich...jedoch für Aue. Djokaj überlupfte den herausstürmenden Axel Keller, zum Glück stand Norman Loose goldrichtig und köpfte die Kugel auf der Linie stehend aus der Gefahrenzone.
Und um mal den Faden der Klimakatastrophe, wurde ja bekanntlich zum "Wort des Jahres 2007" gewählt, wieder aufzunehmen, so gab es in der 71. Minute einen deutlichen Hinweis dafür. Denn eigentlich sollten um diese Jahreszeit die Vögel in Richtung Süden ziehen, doch könnte es aufgrund der Polschmelze bei Einigen zu Störungen in der Koordination kommen. So landete nämlich ein ganz besonderes Exemplar im erwürdigen Old Otto und machte es einer Schwalbe gleich. Unbeeindruckt dessen schien Schiedsrichter Christian Fischer kein besonderer Tierfreund zu sein und zeigte dem Tiefflieger alias Lomic die gelbe Karte.
Da dies der einzig nennenswerte Aufreger in der 2. Hälfte war, entschloss sich Gerd Schädlich und auf Drängen der User im Aueforum seinen dritten Wechsel mit Ljubisa Strbac für Skerdilaid Curri vorzunehmen. Doch hätte man letzten Endes auch ohne Auswechslungen weiter spielen können, da alle neuen Kräfte nicht so frisch wirkten, wie man es sich in so einer schwierigen Situation halt wünscht. Allen voran Tom Geißler, der mit einem Pass ins nirgendwo die Nerven der Zuschauer strapazierte. Nach einer ganzen Eckballstafette, sieben zu eins im gesamten Spiel, hatten die Hausherren in der Nachspielzeit nochmals Glück. Zunächst jagte Djokaj die Kugel gegen den Pfosten, danach scheiterte der völlig freistehende Sukalo aus kurzer Distanz an Schlussmann Axel Keller.
Eine Nullnummer schlechthin, der Punktgewinn tröstet da leider wenig hinweg. Die Lila-Weißen waren zwar optisch stärker, die besseren Torchancen hatte hingegen die TuS. "Das Remis ist kein Desaster, aber wir haben bei diesem Heimspiel unser Ziel verfehlt. Wenn wir absteigen, bomben wir uns hier in Aue zurück in die Steinzeit. Koblenz hat stark gespielt. Am Ende hatten wir noch Glück, dass wir nicht verloren hatten.", sagte FCE-Präsident Uwe Leonhardt. "Wir hatten nur schwer ins Spiel gefunden. Aber nach 15 Minuten bekamen wir die Partie in den Griff und hätten vor der Pause ein Tor machen können. In der zweiten Halbzeit konnten wir nicht die Möglichkeiten herausspielen, um die stabile Koblenzer Mannschaft entscheidend zu überwinden. Je länger das Spiel dauerte, desto verkrampfter wurden wir. Natürlich bringt uns dieser Punkt nicht entscheidend weiter.", resümierte Gerd Schädlich. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  7 Ecken 1
  15 Freistöße 19
  48.6% Ballbesitz 51.4%
  13 Torschüsse 11
  47 Zweikämpfe 53
  53% - davon verloren 47%
  25 lange Bälle 20
  44% - davon nicht angekommen 56%