|
Greuther Fürth: Sascha Kirschstein, Daniel Felgenhauer, Marino Biliskov, Arsen Karaslavov, Tom Bertram, Juri Judt, Stephan Schröck, Thorsten Burkhardt, Daniel Adlung, Stefan Reisinger, Aleksandar Kotuljac; Trainer: Bruno Labbadia
Eingewechselt: 58. Bernd Nehrig für Stephan Schröck, 84. Rodrigues da Silva Cidimar für Stefan Reisinger, 84. Leonhard Haas für Aleksandar Kotuljac
Kader: Jens Grahl, Jan Mauersberger, Martin Lanig, Marco Caligiuri
FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Tomasz Kos, Adam Petrous, René Trehkopf - Jörg Emmerich, Carsten Sträßer, Tom Geißler, Leandro Grech - Tomas Klinka, Adam Nemec; Trainer: Roland Seitz
Eingewechselt: 46. Dusan Pavlovic für Carsten Sträßer, 62. Skerdilaid Curri für Leandro Grech, 69. Hendrik Liebers für Tomas Klinka
Kader: Steffen Süßner, Norman Loose, Sanibal Orahovac, Jiri Kaufman
Tore: 1:0 Stefan Reisinger (Linksschuß, 14. / Marino Biliskov); 2:0 Tomasz Kos (Eigentor, 29.)
Schiedsrichter: Tobias Christ (Kaiserslautern)
Zuschauer: 9300 im Playmobil-Stadion
Gelbe Karte: Stephan Schröck, Tom Bertram, Bernd Nehrig / Tomasz Kos (6.), Adam Petrous
Gelb/Rote Karte: - / René Trehkopf (67., wiederholtes Foulspiel)
|
|
Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Trotz sieben Wochen Fußball-Ferien und einen erneuten Umbruch ist man sichtlich weiter im alten Trott unterwegs. Es wird hier und da noch diskutiert, wobei "gemeckert" scheinbar besser passt. Etliche Fragen bleiben nach der 0:2-Nieder lage gegen die Kleeblätter offen. So auch eine taktische, denn zur Überraschung fand sich, der in dieser Saison in allen Spielen aufgestellte Norman Loose auf der Bank wieder. Für ihn spielte neben Tomasz Kos eben Neuzugang Adam Petrous in der Innenverteidigung. Doch der Knackpunkt der Viererkette lag weiter links. Der bis heute glück-, kraft-, ideen- und lustlose René Trehkopf hatte es wieder in die Startaufstellung geschafft. Warum auch immer. Für viele der 2.500 angereisten Schlachtenbummler war die Gelb-Rote Karte in der 67. Minute die passende Quittung für sein stolzierendes Auftreten. Obwohl Treher schon relativ zeitig verwarnt wurde, wusste er sich nach individuellen Fehlern nur noch mit Fouls zu helfen, was sich Schiedsrichter Tobias Christ aus Kaiserslautern - hier sei erwähnt, dass ein Pfeiffenheinrich von einem ebenfalls abstiegsbedrohten Club in so einer Situation für Aue gleichermaßen diskussionswürdig sei - paar Mal anschaute und am Ende mit der Ampelkarte ahndete.
"Danach war es dann endgültig vorbei", sagte Roland Seitz. Vorbei?! Vorbei war es schon nach 15 Minuten, als eine Standardsituation ausreichte, um die einst beste Abwehr der Liga, ja lang ist's her, mit einem Pass nach außen auf Karaslavov zu überraschen. Den anschließenden Schussversuch von Biliskov konnte Axel Keller zunächst klären, doch genau vor die Füße von Reisinger, der letztendlich den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Fortan war die ganze Vorbereitung übern Haufen geworfen. Die Unsicherheit hielt wieder Einzug und einmal mehr wurde deutlich, dass es gerade nicht die Abwehr, das Mittelfeld, der Sturm ist, was in dieser Liga nicht anzu kommen scheint, sondern vielmehr das Gesamtbild nicht stimmt. Es wäre nicht fair, hier einzelne Spieler anzuprangern. Es ist, wie beschrieben, ein krummes Gesamtbild. Die Eckenstatistik mit 8:4 für Fürth und die ausgestrahlte Gefahr bei sonstigen Standards war und ist nicht erwähnenswert. Auch wurden die Bälle über das Mittelfeld mehr oder weniger emotions- und manchmal auch empfängerlos in den Sturm gespielt. Wenn sie ankamen, blieb Adam Nemec nur wenig Möglichkeiten. Ein Verteilen war nicht realisierbar, da Tomas Klinka fast immer auf der Außenposition verharrte und selbst bei 1,90 m Körpermaß des Slowaken, war ein Annehmen seinerseits, vorsichtig ausgedrückt, eine bescheidene Alternative.
Ob das Spiel anders verlaufen wäre, wenn Tom Geißler in der achten Minute, als er nach Zuspiel von Tomas Klinka alleine aufs Tor zulief, den Ball aber nicht an Fürthers-Keeper Kirschstein vorbeilegen konnte oder den direkten Freistoß nur vier Minuten später verwandelt hätte, weiß keiner. Was man nach diesem Spiel sicher weiß, ist die Tatsache, dass der Tiefpunkt mehr als erreicht ist. Es scheint kein System vorhanden zu sein, das Offensivspiel kommt nicht zur Geltung, das Mittelfeld, selbst durch die Neuzugänge Leandro Grech sowie Dusan Pavlovic, weit weg von Funktionalität und die Defensive, trotz weniger Möglichkeiten der Gegner, extrem anfällig. Schon jetzt sind es fünf Punkte bis zu einem Nichtabstiegsplatz, es können am Freitag gegen Offenbach sogar mehr werden. Da wirkt die Aussage von FCE-Präsident Uwe Leonhardt "es wäre vermessen gewesen zu denken, dass wir gewinnen", wie ein Schlag ins Gesicht. Die Zeit ist reif, noch reifer und wir fallen vom Baum und aus der Liga. Selbst nach dem Gegentreffer blieb man weiter hinter den Erwartungen zurück.
Klar spielen die Mannen in Lila-Weiß nicht absichtlich schlecht, doch lernte man aus begangenen Fehlern nicht schnell genug und eine erneute Standardsituation brachte die frühe Entscheidung. Adlung schlug den Ball vors Auer Tor, wo ihn der Freistoßverursacher Tomasz Kos an die rechte Hand bekam und in die Maschen lenkte. Diese Szene passte symptomatisch zum Auer Spiel. Keine Zuordnung, viele individuelle Fehler, viele unnötige Fouls, viele Fehlpässe, kaum gewonnene Kopfballduelle u.s.w., das nagt gewaltig an den Nerven. Bis zur Pause änderte sich demnach nichts. Fürth hatte die Partie ohne große Anstrengungen unter Kontrolle.
Nach der Kabinenpredigt wechselte Roland Seitz Dusan Pavlovic für Carsten Sträßer sowie wenig später Skerdilaid Curri für Leandro Grech ein und brachte damit neuen Schwung in die Begegnung. Der Schweizer und der Albaner gaben dem Auer Spiel durch ihre Ballsicherheit zwar mehr Ordnung, aber die Hausherren blieben immer gefährlich am Drücker. So vergaben Kotuljac (54.) und Reisinger (62.) das Fürther Torverhältnis in die Höhe zu schrauben. Als René Trehkopf wie angesprochen nach einer Attacke gegen Nehrig die Gelb-Rote Karte sah, war auch der Arbeitstag von Tomas Klinka beendet. Für ihn kam Hendrik Liebers ins Spiel. Der 32-Jährige sollte die Defensive absichern und zugleich die offensiven Vorstöße ankurbeln. Was in Hälfte zwei auch einmal gelingen sollte. Tom Geißler setzte sich auf der linken Seite durch und fand mit seinem Rückpass Dusan Pavlovic (70.), dessen Schuss am Außennetz landete.
Torgefahr strahlten die Veilchen bei bestem Sonntagswetter nicht mehr aus und hakten die Partie bereits vorzeitig ab. Die Franken konnten ohne Gegenwehr kombinieren und trafen sogar ein weiteres Mal, doch Nehrig netzte aus dem Abseits ein. Am Ende bezwang die Spielvereinigung Greuther Fürth den FC Erzgebirge Aue verdient mit 2:0 und sicherten sich nach diesem Erfolg den dritten Aufstiegsplatz, wobei es für die Veilchen mit dem aktuell 16. Platz immer weiter nach unten geht. Der Einstand von Roland Seitz war missglückt. In seinem ersten Punktspiel für Aue auf der Trainerbank wurden ihm zwei Standards zum Verhängnis und die zehnte Saisonniederlage drückt nun gewaltig. "Wir hatten eine gute Vorbereitung und haben auch heute gut angefangen. Leider konnten wir die guten Chancen von Geißler nicht zur Führung nutzen. Dann sind wir durch zwei Standardtore in Rückstand geraten und konnten danach den Schalter einfach nicht mehr richtig umlegen. Wir haben zwar versucht, das Ergebnis zu verbessern, aber leider ist uns dies nicht gelungen.", befand der Cheftrainer. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
| |
8 |
Ecken |
4 |
| |
20 |
Freistöße |
25 |
| |
53.7% |
Ballbesitz |
46.3% |
| |
15 |
Torschüsse |
7 |
| |
59 |
Zweikämpfe |
56 |
| |
48.7% |
- davon verloren |
51.3% |
| |
24 |
lange Bälle |
16 |
| |
40% |
- davon nicht angekommen |
60% |
|
|