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FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Norman Loose, Adam Petrous, Hendrik Liebers - Leandro Grech, Jörg Emmerich, Marco Kurth, Skerdilaid Curri - Jiri Kaufman, Adam Nemec; Trainer: Roland Seitz
Eingewechselt: 64. Sanibal Orahovac für Adam Nemec, 73. Nicolas Feldhahn für Jörg Emmerich, 82. Tomas Klinka für Jiri Kaufman
Kader: Steffen Süßner, Carsten Sträßer, Thomas Paulus, Dusan Pavlovic
Kickers Offenbach: Daniel Endres, Christian Müller, Niko Bungert, Moses Sichone, Martin Hysky, Stefan Sieger, Marco Reich, Ricardo Sousa, Maximilian Watzka, Anastasios Agritis, Suat Türker; Trainer: Jörn Andersen
Eingewechselt: 63. Benjamin Baier für Stefan Sieger, 64. Denis Epstein für Marco Reich, 72. Oualid Mokhtari für Martin Hysky
Kader: Cesar Thier, Bastian Pinske, Adebowale Ogungbure
Tore: 1:0 Adam Petrous (Kopfball, 23. / Leandro Grech); 2:0 Jiri Kaufman (Linksschuß, 42. / Leandro Grech); 3:0 Jiri Kaufman (Foulelfmeter, 78.); 3:1 Suat Türker (Linksschuß, 81. / Christian Müller)
Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg)
Zuschauer: 9800 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: - / Suat Türker (2.), Anastasios Agritis, Moses Sichone
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Solch ein grandioses Auftreten der Lila-Weißen im eigenen Stadion gab es lange nicht mehr. Die 9.800 Zuschauer sahen beim Heimdebüt von Trainer Roland Seitz ein starkes Lebenszeichen im Kampf gegen den Abstieg von den Veilchen und verkürzten mit dem 3:1 den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen auf zwei Punkte. Nach sechs sieglosen Spielen infolge, dem missglückten Rückrundenstart und der aufkommenden "Allesinfragestellung", ist man endlich wieder in die Spur gekommen und kann mit dem Gezeigten auf Kommendes aufbauen. "Wir steigen niemals ab", skandierten die Fans, die vorm Spiel mit einem riesigen Transparent die Verdienste von Gerd Schädlich nochmals würdigten. Das Selbstvertrauen ist mit dem verdienten Dreier sicherlich in die Mannschaft zurückgekehrt. Jeder hat für jeden gekämpft. "Das war der Anfang.", sagte Roland Seitz nach der Partie und man sah ihm an, welche Last von ihm gefallen war. "Wir mussten gewinnen, aber dass wir es dann auch geschafft haben, macht einen schon stolz.", meinte der Coach, der zugegebenermaßen das Rotationsprinzip in der Startaufstellung stark veranschaulichte.
Nach der 0:2-Niederlage in Fürth wurden auf fünf Positionen Veränderungen vollzogen. Für den Gelb-Rot gesperrten Linksverteidiger René Trehkopf spielte Hendrik Liebers. Norman Loose ersetzte den wegen einer Fußprellung angeschlagenen Tomasz Kos in der Innenverteidigung. Zudem gab es im Mittelfeld zwei weitere Umstellungen. Marco Kurth und Skerdilaid Curri sollten für Schwung sorgen. Dafür mussten Tom Geißler, der sich beim Abschlusstraining einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hat, und Carsten Sträßer ihre Startplätze räumen. Auch Tomas Klinka nahm zunächst auf der Bank Platz und musste Jiri Kaufman den Vorzug lassen. Somit versuchte Seitz in allen Mannschaftsteilen eine Wiederbelebung zu erzielen. Beim OFC dagegen könnte die Trendwende schon geschafft sein. Nach der mageren Bilanz der letzten Spiele der Hinrunde (3 Punkte aus sechs Spielen) meldete sich die Mannschaft mit einem Sieg gegen Paderborn zurück in die Rückrunde, bei dem sich der neu gekaufte Stürmer Bancé auch gleich in die Torschützenliste eintragen konnte. Doch Pech für den OFC. Beim Aufwärmen verletzte sich der neue Stürmer und musste wegen Kniebeschwerden passen.
Auf geht's. Schiedsrichter Norbert Grudzinski aus Hamburg gab die Partie frei. Noch kurz was zur Bilanz: die bisherigen fünf Duelle beider Teams endeten jeweils mit Heimsiegen. Dass sich daran auch nichts ändern sollte, zeigte Aue von Beginn an. Die Gäste aus Offenbach kamen kaum dazu, das Spiel einmal zu beruhigen. Aue forderte die OFC-Abwehr zu Höchstleistungen und kam bedingt durch das fehlerhafte Abwehrverhalten immer wieder zu Chancen. Dabei erwies sich die Hereinnahme des dribbelstark en Skerdilaid Curri als Glücksgriff. Der Albaner sorgte im Spiel nach vorn für viel Bewegung und machte über die rechte Seite ordentlich Betrieb. Sein Gegenpart Hysky, seines Zeichen Innenverteidiger, hatte gegen den kleinen "Duracellhasen" zumeist das Nachsehen. Folglich ließ der erste Jubelschrei nicht lange auf sich warten. Dabei produzierten zwei Neuzugänge in Zusammenarbeit das erste Auer Tor seit November vergangenen Jahres. Adam Petrous, vom tschechischen Erstligisten Slovan Liberec ausgeliehen, konnte eine präzise Flanke des ehemaligen Pfullendorfers Leandro Grech per Kopf verwerten (23.). Die Führung war verdienter Lohn für einen engagierten Beginn.
Nur eine Zeigerumdrehung später beinahe das 2:0. Skerdiladi Curri setzte sich am rechten Flügel durch und flankte auf den langen Pfosten, Jiri Kaufman köpfte den Ball nur an den Pfosten und den Abpraller brachte Adam Nemec nicht im Offenbacher Tor unter. Wütend versuchten die Kickers nun, selbst ins Spiel zu kommen und verbuchten in der 27. Minute die einzig nennenswerte Chance im ersten Durchgang. Türker drang in den Auer Strafraum, zog ansatzlos ab, aber Axel Keller lag in der richtigen Ecke. Mehr gab es von Offenbacherseite in Sachen Offensive nicht zu sehen und in der Folgezeit wirkten die Kickers reichlich unsortiert, was in der 42. Minute erneut deutlich wurde. Jiri Kaufmann sorgte nämlich für die erlösende 2:0-Pausenführung. Entscheidend beteiligt an diesem Treffer war allerdings OFC-Torhüter Endres, der nach einer harmlosen Flanke sich den Ball von Leandro Grech aus den Händen köpfen ließ. Der Neuzugang reagierte am schnellsten und schob das Leder quer auf den freistehenden Jiri Kaufman, der keine Mühe hatte ins verwaiste Tor einzuschieben. "Danach war die Partie eigentlich schon gelaufen", befand OFC-Trainer Andersen. Zumindest war die erste Halbzeit gelaufen und man sah in der Pause seit langen viel Zuversicht in den Gesichtern der Auer Schlachtenbummler.
Nach dem Wechsel und der Ziehung von Schöbel & Gesox zum Mitgestalter beim R.SA-Veilchenradio im nächsten Heimspiel, ließen es die Veilchen nach Grech's Schuss an das Außennetz (47.) zunächst ruhiger angehen, wodurch die Partie mehr und mehr verflachte. Dem hohen Anfangstempo mussten die Mannen von Roland Seitz nun Tribut zollen. Die Kickers aus Offenbach gingen zwar einen Schlag konzentrierter zu Werke, kombinierten auch ein wenig besser, doch zwingende Aktionen blieben Mangelware. Viel lief auf beiden Seiten nicht zusammen und Schiedsrichter Grudzinski hatte die Partei locker im Griff. Auch zwei Verwarnungen für Sichone, nach Foulspiel, und für Türker, wegen Meckerns, brachten den Unparteiischen nicht von seiner Linie ab. Durch die lilaweiße Brille betrachtet - ein Heimschiri. Die Offenbacher suchten weiter nach einem Rezept, um die souverän stehen de Auer Hintermannschaft zu knacken. Vielleicht gelänge dies mit neuen Spielern - Baier kam für Sieger und Epstein für Reich. Aber auch Aue brachte frischen Wind in den Sturm. Neuzugang Sanibal Orahovac nahm den Platz von Adam Nemec ein. Somit waren zwei Ex-KSC'ler im Angriff unterwegs und schlugen nach 78 Minuten eiskalt zu. Nach einem Zweikampf zwischen Kickers-Innenverteidiger Sichone am eingewechselten Sanibal Orahovac entschied Schiedsrichter Norbert Grudzinski auf Elfmeter, den Jiri Kaufman mit seinem fünften Saisontor sicher verwandelte. Mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel aus gut 25 Metern gelang Türker noch das 1:3 (81.) und sorgte damit für ein wenig Unruhe auf der Auer Trainerbank. Denn in den Schlussminuten wachten die Offenbacher urplötzlich auf und kamen dem Anschlusstreffer sehr nahe. Sousa's Kopfstoß konnte Axel Keller mit einem Reflex noch klären. Doch beim Treffer von Agritis wurde der Auer Schlussmann ein zweites Mal überwunden. Allerdings fand dies wegen Handspiels nur Anerkennung in einer gelben Karte für den Übeltäter.
Schluss, aus, vorbei. Mit großem Engagement und zwei sehr starken Flügelspielern zwingen die Veilchen den Abstiegskonkurrenten aus Offenbach in die Knie. Wirkten die Gäste zu Beginn ein wenig überrumpelt von der Dynamik der Auer, fanden sie im ganzen Spiel kein Mittel, ihre Offensive in Szene zu setzen. Aue kam mit einer kämpferisch starken Einstellung zum vierten Heim- und fünften Saisonsieg. "So müssen wir jetzt weiter machen und auch auswärts mal was holen.", resümierte Roland Seitz. Auch FCE-Präsident Uwe Leonhardt war sichtlich zufrieden: "Es war ein guter Anfang in der Operation Klassenerhalt. Vor allem freut es mich, dass alle Neuzugänge so gut einschlugen und sogar an Toren beteiligt waren". Am Ende ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt ins Erzgebirge zurückgekehrt, die Mannschaft ist durch die Lauterer Niederlage gegen 1860 in der Tabelle um einen Platz geklettert, während das Punktepolster der Offenbacher Kickers auf dünne 2 Pünktchen geschrumpft ist. Nun heißt es in Wiesbaden nachlegen. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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7 |
Ecken |
5 |
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19 |
Freistöße |
16 |
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50.1% |
Ballbesitz |
49.9% |
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14 |
Torschüsse |
13 |
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54 |
Zweikämpfe |
58 |
| |
51.79% |
- davon verloren |
48.21% |
| |
26 |
lange Bälle |
20 |
| |
43% |
- davon nicht angekommen |
57% |
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