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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

20. Spieltag - Freitag, 15.02.2008 - 18:30

Wehen Wiesbaden - FC Erzgebirge Aue 3:0 (2:0)

Wehen Wiesbaden: Thomas Richter, Dajan Simac, Marko Kopilas, Kristjan Glibo, Torge Hollmann, Patrick Bick, Sandro Schwarz, Benjamin Siegert, Maximilian Nicu, Ronny König, Bakary Diakité; Trainer: Christian Hock

Eingewechselt: 67. Dennis Schmidt für Bakary Diakité, 77. Hui Xie für Ronny König, 81. Ales Kokot für Dajan Simac

Kader: Adnan Masic, Robert Paul, Hajrudin Catic, Nikolaos Nakas

FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Norman Loose, Adam Petrous, Hendrik Liebers - Marco Kurth, Jörg Emmerich, Sanibal Orahovac, Leandro Grech - Jiri Kaufman, Adam Nemec; Trainer: Roland Seitz

Eingewechselt: 46. Nicolas Feldhahn für Jörg Emmerich, 46. Dusan Pavlovic für Marco Kurth, 73. Tomas Klinka für Sanibal Orahovac

Kader: Steffen Süßner, Carsten Sträßer, Thomas Paulus, Fiete Sykora

Tore: 1:0 Benjamin Siegert (Rechtsschuß, 11. / Bakary Diakité); 2:0 Sandro Schwarz (Foulelfmeter, 39.); 3:0 Ronny König (Linksschuß, 53. / Maximilian Nicu)

Schiedsrichter: Wolfgang Walz (Pfedelbach)

Zuschauer: 6423 in der Brita-Arena

Gelbe Karte: Dajan Simac (2.), Kristjan Glibo / Sanibal Orahovac, Marco Kurth (2.), Jiri Kaufman (2.), Dusan Pavlovic

Besondere Vorkommnisse: Wegen Ausfall des Flutlichts wurde das Spiel 30 Minuten später angepfiffen.

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Ob gespielt wird oder nicht, sagte uns das Licht. Im Nachhinein hätte man sich für ein Wiederholungsspiel entscheiden sollen, da die Veilchen auswärts ohnehin mehr Schatten als Licht beanspruchen. Der letzte Sonnenaufgang auf fremdem Platz ist datiert vom 02.09.07 beim 1:0-Erfolg in Paderborn. Nunja, hinterher ist man immer schlauer. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, das der SV Wehen Wiesbaden in seiner neuen Wirkungsstätte, der BRITA-Arena - eine in blaugetünchte Blechbüchse, noch keinen Dreier eingefahren hat und der gemeine Fan vom letzten erfolgreichen und auch sehenswerten Auftreten zu Hause gegen den OFC derart geblendet war, dass es heuer gelingen sollte, den Auswärts-Bock umzustoßen.
Doch erneut erlebte der FC Erzgebirge einen schwarzen Tag. Erst fiel das Flutlicht aus und das Spiel musste vor 6.423 Zuschauern mit 30-minütiger Verspätung angepfiffen werden. Ein Wasserschaden hatte einen Stromkasten vor der Arena und damit sämtliche Strahler lahmgelegt. Dann befanden sich Teile des Spielfelds und die Lila-Weißen Akteure im Dämmerlicht, sodass die neunte Auswärtsniederlage in Serie zu Buche stand.
Personell gab es beim SV Wehen keine Veränderung gegenüber der Startaufstellung vom 2:0-Sieg in Osnabrück. Roland Seitz hingegen musste auf Skerdilaid Curri verzichten, der sich im Abschlusstraining mit Adduktorenproblemen herumplagte, dafür begann Sanibal Orahovac im Mittelfeld. Eine recht offensive Ausrichtung, die mit langen Bällen in die etwas dunklere, linke Abwehrseite der Wehener von Beginn an umgesetzt werden sollte. Aus dem Dunklen zu kommen, schien die Taktik zu sein, die ja im Erzgebirge Tradition hat, denn wie man weiß "wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht..."
Für den Wehener Simac war es wohl auch noch zu dunkel, denn bei seinem gestreckten Bein in Kopfhöhe hat er Jörg Emmerich wohl nicht gesehen. Gesehen hat Axel Keller den Schuss von Siegert, der unbedrängt aus 22 Metern abgezogen hat, wohl ebenfalls nicht. Mit der ersten Chance ging der Aufsteiger also in Führung und da waren gerade 11 Minuten absolviert. Was dann folgte, kannte jeder, der in dieser Saison bereits einmal auswärts live dabei war. Verunsicherung machte sich breit. Der Innenverteidigung fehlte der Durchblick und begann immer mehr zu schwanken. Der SV legte mit der Führung im Rücken nach und versuchte mit weiterem Druck diese auszubauen. Eine scharfe Diakite-Hereingabe bekam Norman Loose nicht richtig weg, König nahm den Ball aus der Drehung und dieser touchierte zum Glück nur die Unterkante der Latte (16.). Unfassbar.
Die ganze Euphorie der rund 500 angereisten Schlachtenbummler war wie das Selbstvertrauen der elf Auer Akteure gewissermaßen weggeblasen. Viele individuelle Fehler der Veilchen ermöglichten Wehen ein druckvolles Offensivspiel. Nach gut einer halben Stunde hatte man sich halbwegs wieder gefangen und Leandro Grech sorgte mal für einen Auer Lichtblick, als er aus 25 Metern abzog und Keeper Richter den Schuss erst im Nachfassen entschärfen konnte (25.). Ansonsten verzeichnete man viel Mittelfeldgeplänkel mit oftmals unfairen Mitteln. Erst foulte Simac Hendrik Liebers, im Anschluss Sanibal Orahovac Hollmann, Jiri Kaufman ging Glibo an und zu guter Letzt sah Marco Kurth wegen Meckerns die vierte Gelbe in dieser Partie. Allesamt innerhalb von 13 Minuten.
In dieser Zeit folgte auch die Vorentscheidung des Spiels. Adam Petrous versuchte nach seinem katastrophalen Abspielfehler Siegert den Ball wieder abzuluchsen, grätschte ihn aber im rechten Strafraumeck so ungestüm um, dass Schiedsrichter Wolfgang Walz keine andere Wahl blieb, um auf den Punkt zu zeigen. Schwarz verwandelte flach ins linke Eck zum 2:0 für Wehen. Keeper Axel Keller war zwar im Eck, kam aber an den scharfen und platzierten Schuss nicht mehr heran. Von Aue war nichts mehr zu sehen.
Das änderte sich auch nach der Halbzeit nicht. Die schwächste Auswärtsmannschaft wurde von den Hessen fast an die Wand gespielt. Angriff rollte auf Angriff. Da half auch die Einwechslung von Dusan Pavlovic und Nicolas Feldhahn für Marco Kurth und Kapitän Jörg Emmerich nichts. Die Kapitänsbinde hatte fortan Axel Keller umgeschnallt. Diese brachte ihm wenig später aber kein Glück. Eine scharfe, flache Nicu-Hereingabe vom linken verwaisten Flügel drückte König am Fünfmeterraum vor Adam Petrous ins rechte Eck. (55.) "Natürlich hofft man, dass mit einem Wechsel in der Halbzeitpause das Spiel der Mannschaft besser wird. Das war nicht der Fall, mir fehlen die Worte, das war gar nichts.", sagte Roland Seitz.
Die Wehener machten bei drei Toren Vorsprung natürlich nicht mehr allzu viel, diktierten aber weiterhin das Geschehen. Auch der letzte Wechsel bei Aue, Tomas Klinka ersetzte den schwachen Sanibal Oharovac, vollzog weder ein Aufbäumen noch ein sicheres Auftreten mit sich. Aue fehlte Mut und die nötige Nähe zum Gegenspieler. Der FC Erzgebirge war so absolut chancenlos. Schmidt (67.), Siegert (71.) und Bick (72.) vergaben zum Glück die besten Möglichkeiten zum 4:0. Der FC Erzgebirge kam nur in der 69. Minute zu einem ernsthaften Schuss aufs Tor, aber aus zu spitzem Winkel schoss Adam Nemec am langen Pfosten vorbei.
Am Ende hat der SV Wehen Wiesbaden den ersten Sieg in der neuen BRITA-Arena eingefahren und sorgte für den Sprung auf den siebten Tabellenrang. Völlig verdient, denn die Hausherren setzten die Glanzlichter im Spiel. Für die Veilchen gibt es in dieser Verfassung in der nächsten Saison finsteren Drittligafußball. Roland Seitz's Wiederbelebung mit drei Punkten aus drei Spielen wird jetzt schon als gescheitert abgestempelt: "Mir wird momentan einfach zu viel Negativstimmung verbreitet. Wir haben noch 14 Spieltage vor uns und genug Möglichkeiten, um die notwendigen Punkte zu holen und den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Was wir heute nach dem 1:0 gespielt haben, kann ich mir eigentlich nicht erklären. Alle Mannschaftsteile haben die Leistung von letzter Woche nicht bestätigen können. Diese Leistung ist eigentlich nur mit Nervenflattern zu erklären. Vor allem auch wenn man die Trainingsleistungen sieht." Training allein genügt eben nicht... (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  5 Ecken 0
  20 Freistöße 15
  39.2% Ballbesitz 60.8%
  18 Torschüsse 4
  82 Zweikämpfe 56
  40.58% - davon verloren 59.42%
  29 lange Bälle 32
  52% - davon nicht angekommen 48%