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FC Erzgebirge Aue: Axel Keller - Fabian Müller, Adam Petrous, Norman Loose, Hendrik Liebers - Marco Kurth, Jörg Emmerich, Leandro Grech - Skerdilaid Curri, Sanibal Orahovac, Adam Nemec; Trainer: Roland Seitz
Eingewechselt: 50. Carsten Sträßer für Hendrik Liebers, 69. Dusan Pavlovic für Jörg Emmerich, 76. Tom Geißler für Adam Nemec
Kader: Steffen Süßner, Tomasz Kos, Nicolas Feldhahn
SC Paderborn 07: Lukas Kruse, Markus Krösche, Nils Döring, Garry de Graef, Dusko Djurisic, David Fall, Sven Lintjens, Benjamin Schüßler, Emil Noll, Dragan Bogavac, Rene Müller; Trainer: Pavel Dotchev
Eingewechselt: 46. Alexander Löbe für Benjamin Schüßler, 46. Jerome Assauer für Emil Noll, 76. Sören Gonther für Dusko Djurisic
Kader: Carsten Nulle, Nebosja Krupnikovic, Jovan Damjanovic
Tore: 1:0 Adam Nemec (Kopfball, 13. / Sanibal Orahovac); 2:0 Sanibal Orahovac (Linksschuß, 41. / Hendrik Liebers); 3:0 Skerdilaid Curri (Rechtsschuß, 45. / Adam Nemec); 4:0 Leandro Grech (Linksschuß, 52. / Carsten Sträßer); 5:0 Adam Petrous (Kopfball, 63. / Marco Kurth); 6:0 Sanibal Orahovac (Rechtsschuß, 73. / Adam Nemec)
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 10050 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Carsten Sträßer (2.) / Markus Krösche, Nils Döring, Jerome Assauer
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Sechszunull, welch sensationelles Ergebnis. Der Paderborner SC ist nun der einzige Verein, den Aue in dieser Saison zweimal geschlagen hat. Dass es aber zum höchsten Zweitliga-Sieg der Vereinsgeschichte ausufern k önnte, daran dachte vor dem Spiel wohl niemand so richtig. Bei sommerlichen 18 Grad und 10.000 Zuschauern blühten die Veilchen buchstäblich auf, sodass den Gästen kaum Zeit zum durchatmen blieb. Noch vor der Partie erläuterte Chefcoach Roland Seitz, der auf Jiri Kaufman - wurde am Donnerstag wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert - sowie auf Florian Heller, Tomasz Bobel (beide Aufbautraining) und René Trehkopf (Adduktorenzerrung) verzichten musste, seinen eingeschlagenen Weg: "Wichtig ist es, dass wir unsere Hausaufgaben vor heimischem Publikum erledigen. Es wird eng bis zum Schluss, aber wenn ich nicht daran glauben würde, könnte ich ja gleich zu Hause bleiben." Daheim geblieben ist auf jeden Fall der grippegeschwächte Tomas Klinka. Dafür meldete sich Sanibal Orahovac zum Abschlusstraining wieder fit und ersetzte "Speedy" mehr als nur gebührend.
Seitz' Gegenüber Pavel Dotchev musste ebenfalls einige Akteure krankheitsbedingt austauschen. Kläsener und Röttger plagten Leistenbeschwerden, Maaß und Becker befinden sich noch in der Reha, Andrew Sinkala fehlte wegen einer Tuberkulose-Erkrankung und kurz vor der Partie verletzte sich Gouiffe a Goufan beim Aufwärmen. Für ihn rückte Fall in die Startelf. Nach dem Trainerwechsel, dem vergeigten Heimspiel gegen den VfL Osnabrück, ist die Lage bei den Gästen nach bislang erst zwei Saisonsiegen und mit sieben Punkten Abstand auf das rettende Ufer sogar noch verfahrener als bei Aue. Die Paderborner sind zudem das einzige Zweitliga-Team, dem in der aktuellen Spielzeit noch kein Auswärtssieg gelang. Wohl rechtzeitig aus diesem androhenden Desaster hat sich der Ex-Auer David Siradze gezogen. Der SCP hatte vor kurzem den Vertrag mit dem georgischen Nationalspieler in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der Stürmer suche eine neue sportliche Herausforderung, hieß es auf der Website vom SC. Aber nun weiter zum Spiel.
Nachdem der erstligaerfahrene Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie freigegeben hatte, setzte Norman Loose schon früh ein Achtungszeichen, als er einen Freistoß mit dem Kopf ans Aluminium lenkte (3.). Die Veilchen bestimmten schon zeitig das Geschehen und setzen die Gäste aus Paderborn gehörig unter Druck. Die Versuche des SC's selbst die Initiative zu übernehmen, wurde von Aue bereits im Keim erstickt und es ging in Folge dessen schnurgerade wieder in die Richtung von SC-Keeper Kruse, was in der 13. Minute in Zählbares umgemünzt wurde. Adam Nemec setzte sich gegen Döring im Luftkampf durch und wuchtete den Ball per Kopf über die Linie. 1:0 für die Guten. Nun schien auch sein Sturmpartner Sanibal Orahovac Gefallen am Toreschießen zu bekomme n und hätte nur vier Minuten später, nachdem er gleich 3 Paderborner vernaschte, mit einem schönen Schlenzer die Führung ausbauen können. Letztenendes lenkte Kruse, mit Abstand bester Paderborner auf dem Platz, das Leder mit den Fingerspitzen gerade noch ins Toraus.
Das Spiel plätscherte fortan ohne großes Aufsehen vor sich hin. Die Defensive des SC gewann etwas mehr an Stabilität, was aber auch daran lag, dass sie von Aue weitestgehend in Ruhe gelassen wurde bzw. hat sie sich auf die kurze Variante der Ecken eingestellt und ging energisch dazwischen. Als jedoch Adam Nemec nach Zuspiel von Sanibal Orahovac das zweite Mal traf (37.), konnten sich die Gäste wahrlich beim Schiedsrichterassistenten bedanken, der auf Abseits entschied. Doch kurz vor dem Pausentee drehten die Lila-Weißen nochmals am Gas und Sanibal Orahovac erzielte, nachdem sich Hendrik Liebers den Ball an der Mittelinie schnappte und am 16er quer zum Ex-Karlsruher passte, seinen ersten Saisontreffer (41.).
Danach regierte Chaos bei den Gästen, vorallem bei Schüßler. Paderborns Torwart Kruse parierte zunächst zwei Bälle, konnte gegen die aggressiv nachsetzenden Angreifer aber letztlich nichts ausrichten. Leandro Grech flankte von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten. Der SC-Schlussmann währte den Kopfball vom frischgebackenen Torschützen noch ab, allerdings genau vor die Füße von Skerdilaid Curri, der den Ball in Abstaubermanier über die Linie drückte. Die Paderborner Hintermannschaft sah wieder einmal ganz schlecht aus und hatte den 3:0-Pausenstand mehr als nur unterstützt. Axel Keller war bis auf wenige Ausnahmen fast schon arbeitslos. Solch leichtes Spiel hatten die Veilchen lange nicht mehr im eigenen Stadion und die mangelnde Gegenwehr von einem Abstiegskandidaten wirkte dabei mehr als nur bedenklich, ja fast schon hoffnungslos.
Nach der Pause legten die Veilchen sofort nach, spielte den überforderten Gegner total an die Wand. "Das ist eine Katastrophe und nicht in Worte zu fassen. Das ist eines Zweitligisten nicht würdig." bekannte Paderborns Kapitän Rene Müller. Mit Leichtigkeit marschierten die Auer durch die Abwehrreihe der Ostwestfalen. Da half auch Dotchev's Einwechslung von Löbe und Assauer für Noll und Schüßler nichts. Einbahnstraßenfußball vom Feinsten. Nach 50 Minuten war der Arbeitstag von Hendrik Liebers ebenfalls beendet. Die zugezogene Verletzung am Knie konnte in der Halbzeit nicht wirklich "geflickt" werden, sodass Carsten Sträßer die Position von "Henne" einnahm. Der frische Mann setzte sich in seiner ersten Aktion gleich einmal auf der rechten Seite durch und spielte quer auf Leandro Grech, der völlig freistehend den Ball aus ca. 13 Metern ins Tor hämmerte. 4:0 und noch war kein Ende abzusehen. Für den SC Paderborn ging es nun darum, nicht unterzugehen.
Genau dies schien aber einzutreten. Marco Kurth's Ecke auf den kurzen Pfosten köpfte Adam Petrous nahezu freistehend in's Dreiangel und man verspürte einen Hauch von "Nic" Noveski. Aue wie im Rausch - Chancen im Minutentakt. Am Ende hätten es 10 Tore sein können, befand auch Sanibal Orahovac, der mit seinen zweiten Treffer den 6:0-Endstand perfekt machte. Dieses Mal macht er es im Alleingang, ließ zwei Paderborner ins Leere grätschen und schoss den Ball dann locker am SCP-Schlussma nn vorbei ins Tor. "Wichtig für uns sind die drei Punkte. Ich bin aber auch persönlich sehr zufrieden." sagte der 29-jährige Doppeltorschütze. Markus Schmidt hatte auch ein Einsehen mit den Paderbornern und pfiff die Partie mehr als pünktlich ab.
Freudige Gesichter überall. Einzig SC-Trainer Pavel Dotchev war bedient: "Auch ein zweistelliges Ergebnis gegen uns wäre verdient gewesen. Ich stehe vor dem Nichts." Die angereisten SC-Fans, 20 an der Zahl, wohl ebenso. Die Veilchen hingegen haben mit dem "Six-Pack" den erhofften Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg geschafft. Gegen einen desolaten SC Paderborn sorgte das 6:0-Schützenfest für den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze, was hoffentlich zugleich für das nötige Selbstvertrauen vor dem schweren Gang zum Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am kommenden Freitag sorgen wird. "Mir war klar, wir sind auf einem guten Weg, auch mit den Neuzugängen. Das schießt einiges frei. Der Erfolg gibt uns Recht." resümierte FCE-Präsident Uwe Leonhardt. Auch Trainer Roland Seitz freute sich über den zweiten Heimsieg unter seiner Regie: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg. Heute hat alles gepasst. Alle haben an einem Strang gezogen." Dass das Torverhältnis aufgebessert wurde, ist dankenswert, doch sollte man diesen Sieg nicht allzu überbewerten und völlig blind sowie leichtsinnig gegen den nächsten Gegner anrennen. Wenn auswärts nicht gepunktet wird, ist es fast egal, ob zu Hause ein "Opfer" mit 8, 9 oder 10 Toren aus dem Stadion gefegt wird. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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9 |
Ecken |
4 |
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15 |
Freistöße |
12 |
| |
52.6% |
Ballbesitz |
47.4% |
| |
21 |
Torschüsse |
9 |
| |
52 |
Zweikämpfe |
28 |
| |
35% |
- davon verloren |
65% |
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21 |
lange Bälle |
23 |
| |
52% |
- davon nicht angekommen |
48% |
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