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2. Bundesliga 2007/08

Spielbericht

25. Spieltag - Sonntag, 23.03.2008 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - SC Freiburg 2:2 (1:0)

FC Erzgebirge Aue: Tomasz Bobel - Thomas Paulus, Adam Petrous, Tomasz Kos, René Trehkopf - Nicolas Feldhahn, Dusan Pavlovic, Florian Heller, Skerdilaid Curri - Adam Nemec, Sanibal Orahovac; Trainer: Roland Seitz

Eingewechselt: 65. Fiete Sykora für Adam Nemec, 73. Fabian Müller für Sanibal Orahovac, 81. Tom Geißler für Dusan Pavlovic

Kader: Steffen Süßner, Carsten Sträßer, Norman Loose, Jörg Emmerich

SC Freiburg: Michael Langer, Daniel Schwaab, Pavel Krmas, Heiko Butscher, Kevin Schlitte, Ivica Banovic, Eke Uzoma, Karim Matmour, Dennis Aogo, Jonathan Jäger, Amir Akrout; Trainer: Robin Dutt

Eingewechselt: 46. Jonathan Pitroipa für Eke Uzoma, 63. Mohamadou Idrissou für Karim Matmour

Kader: Josip Solic, Ömer Toprak, Manuel Konrad, Maximilian Mehring, Alain Junior Ollé Ollé

Tore: 1:0 Sanibal Orahovac (Linksschuß, 21. / Florian Heller); 1:1 Dennis Aogo (Linksschuß, 55.); 2:1 Adam Nemec (Rechtsschuß, 61.); 2:2 Dennis Aogo (Linksschuß, 87.)

Schiedsrichter: Dr. Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 10500 im Erzgebirgsstadion

Gelbe Karte: René Trehkopf (3.), Sanibal Orahovac (2.) / Eke Uzoma

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Wenige Minuten fehlten am Ende, um die seit drei Spielen punkt- und torlose Seitz-Elf mit Glückshormonen vollzupumpen. Doch blieb nach dem Abpfiff wieder nur eine Mischung aus Frust, Wut, Tränen und Ratlosigkeit bei allen Anwesenden zurück. Man führte lange mit 1:0 durch ein Tor vom Ex-Karlsruher Sanibal Orahovac in der 21. Minute. Und auch nach dem Freiburger Ausgleich durch Aogo in der 55. Minute ließ man sich nicht unterkriegen, denn nur sechs Minuten später traf Adam Nemec zur erneuten Führung der Veilchen. Doch der erneute Ausgleich sowie dem damit verbundenen Punktverlust kurz vor Ultimo lähmte das mit 10.500 Zuschauern gefüllte Old Otto, sodass die Ehrenrunde der Mannschaft fast einem Trauerzug gleichkam.
Für Erzgebirge Aue ging es im Duell mit dem SC Freiburg fast schon um alles: Auf Tabellenplatz 16 hatten die Veilchen sechs Punkte Rückstand auf den VfL Osnabrück auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Mit zuletzt drei Niederlagen in Serie zeigte die Formkurve bei den Spielern von Roland Seitz aber derzeit nach unten. "In unserer Situation zählen nur Punkte - am besten drei.", stellte der Coach klar. Mut könnte dabei die Statistik machen: In den bisherigen fünf Duellen beider Teams siegte stets die Heimmannschaft. "Ich erwarte eine ganz harte Partie auf einem schweren und tiefen Boden", sagte SC-Coach Dutt: "Es wird darauf ankommen, dass wir uns als eher technisch orientierte Mannschaft gut auf diese Verhältnisse einstellen und vor allem konsequent in den Zweikämpfen auftreten." Das Freiburg eine spielstarke Mannschaft ist, weiß auch Roland Seitz: "Sie haben wahnsinnig gute Einzelspieler, aber im Abstiegskampf zählt nur rennen, kämpfen, dazwischen hauen. Wenn uns das gelingt, werden wir auch als Sieger vom Platz gehen."
Für taktische Spielchen war angesichts der prekären Lage im verfluchten fünften Zweitligajahr kein Platz. Die in der Vorwoche verletzten Fabian Müller (Sehnenreizung im Sprunggelenk), Tom Geißler (muskuläre Probleme im Oberschenkel) und Hendrik Liebers (Patellaspitzensyndrom) stiegen zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, doch vertraute der Coach bis auf zwei Veränderungen auf die Anfangself des Hoffenheimspiels. So blieb Marco Kurth wegen Gesäßmuskelbeschwerden draußen, Dusan Pavlovic rutschte ins Mittelfeld, Adam Nemec sollte für Tore sorgen und Tomasz Bobel stand nach seiner Schulter-Op erstmal wieder im Kasten, da Axel Keller fehlte, der im Krankenhaus bei seiner Frau weilte und sich nun über ein Töchterchen Namens Marlene freuen kann. Auf der anderen Seite stellte Freiburgs Coach Robin Dutt seine Anfangsformation im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Köln nur auf einer Position um: Kapitän Butscher nahm nach einem Nasenbeinbruch wieder seine Position in der Verteidigung ein. Barth musste für ihn weichen.
Schiedsrichter Felix Zwayer eröffnete die Partie bei heftigem Schneetreiben und unter sehr winterlichen Witterungsverhältnissen. Das dies auf dem tiefen Geläuf eher ein Kampfspiel wird, schien abzusehen und dass die technisch besser gestellten Gäste dadurch ihre Fähigkeiten nicht ausspielen können ebenso. Somit gestaltete sich die erste halbe Stunde recht eindeutig. Die Veilchen kamen mit dem schlierigen Untergrund besser zurecht, zeigten mehr Initiative und bestimmten das Spiel. Für Freiburg sorgte nur Uzoma nach einem Foul an Sanibal Orahovac für Aufsehen - Gelb gab es dafür. Die Mannen von Roland Seitz wussten was die Stunde geschlagen hat und zeigten dies auch auf dem Rasen. Schöner Ball von Skerdilaid Curri in die Tiefe auf den 'neuen' Kapitän Florian Heller, der mit der Fußspitze das Leder nur noch leicht erwischte und leider Gottes am rechten Pfosten des Freiburger Gehäuses vorbeispitzelte. Doch nur sechs Minuten später war er drin.
Nach gutem Pressing im Mittelfeld schaltete Florian Heller am schnellsten und setzte Sanibal Orahovac in Szene. Der Montenegriner ließ zwei Freiburger aussteigen und schlenzte das Leder aus zwölf Metern unhaltbar ins lange Eck (21.) Unverdient war die Führung zu diesem Zeitpunkt nicht - mehr Spielanteile, mehr Ballbesitz und bereits sechs Torschüsse. Die Breisgauer konnten bislang lediglich eine Torchance verbuchen, aber nach Schwaabs Vorarbeit parierte Keeper Tomasz Bobel Jägers Abnahme ohne Probleme (30.).
Immerhin kam der SC danach ein bisschen besser ins Spiel und hatte fünf Minuten später die nächste hochkarätige Möglichkeit zum Ausgleich, als Akrouts Kopfball knapp neben dem linken Pfosten landete. Freiburg investierte nun mehr und Aue zog sich unerwartet zurück. Jäger versuchte es im Alleingang, zog von der Strafraumgrenze ab, traf aber sein eigenen Mannschaftskollegen, der Tomasz Bobel in diesem Moment unbeabsichtigt die Parade stahl. Quasi mit dem Pausenpfiff hätte René Trehkopf und Skerdilaid Curri die Führung ausbauen können. Der erste Schussversuch von 'Treher' kam postwendend zurück und bediente beim zweiten Versuch Skerdilaid Curri. Doch das kleine 'Kopfballungeheuer' bekam nicht genug Druck hinter dem Ball, sodass SC-Keeper Langer leichtes Spiel hatte. Nach 45 Minuten lag man verdient in Führung und hatte über weite Strecken mehr von der Partie einschließlich auch die dickeren Torchancen. Allein die Chancenverwertung hätte besser sein können. Freiburg hingegen hat bis auf wenige Ausnahmen nicht genug für die Offensive getan. Zwar technisch überlegen, fehlt es ihnen an den guten Ideen und Zielstrebigkeit im Angriff.
Nach dem Pausentee ging es für die Veilchen personell unverändert weiter. Auf Gästeseite schickte SC-Coach Dutt für den gelbbelasteten Uzoma nun Pitroipa ins Rennen und der blies auch gleich zum Angriff. Der zukünftige Hamburger setzte sich auf links durch, flankte auf den am langen Pfosten wartenden Akrout, der aus kurzer Distanz per Seitfallzieher zum Schuss ansetzte. Tomasz Bobel stand goldrichtig und parierte reflexartig den Aufsetzer - starke Leistung des Keepers. Was man im Anschluss über Felix Zwayer nicht behaupten kann - gelbe Karte wegen Unsportlichkeit für Sanibal Orahovac - geht's noch?! Der Torschütze zum 1:0 wurde von Schwaab ganz klar im Sechzehner von den Beinen geholt, doch der Unparteiische entschied auf Schwalbe, was bei diesem Wetter eh schon paradox klingt. Die Krönung folgte dann im Gegenzug. Da reklamierten die Auer Spieler noch den nicht gegebenen Elfer, als es einen durchaus geschenkten Freistoß für die Gäste gab. Aogo brachte den Ball hoch aufs Tor und Freund und Feind verpassten, sodass das Leder vorbei an Tomasz Bobel ins Netz trudelte. Wie bitter, statt des 2:0 stand es nun 1:1. Und als auf der Gegenseite erneut Sanibal Orahovac im Strafraum zu Fall gebracht wurde und es wieder keinen Strafstoß gab, drohte die Partie aus den Fugen zu geraten. Der Unmut war verständlich und 'Schieber'-rufe schalten lautstark von den Rängen.
Wohl beeindruckt von der aufgebrachten Kulisse unterlief daraufhin SC-Keeper Langer ein fataler Fehlpass. Adam Nemec spritzte in den Ball und lupfte das Leder aus spitzem Winkel elegant an Langer vorbei zur erneuten Führung ins Netz (61.). Das war die richtige Antwort im richtigen Moment. Für den besten Auer Torschützen der Saison (aktuell sechs Tore) war das Spiel aber dann beendet. Die Rückenprobleme konnten in der Halbzeit nicht genügend behandelt werden, sodass Fiete Sykora für ihn ins Spiel kam. Die offensive Taktik wurde auch nach der Führung beibehalten und man suchte immer wieder den Weg nach vorne. So wie Nicolas Feldhahn, der energisch zum Sturmlauf ansetzte, sich gegen zwei Freiburger behauptete und zumindest eine Ecke herausholte. Leider die bis dato einzig sehenswerte Aktion des ansonsten im Mittelfeld schwach agierenden Youngsters.
Nach 75 Minuten war auch Sanibal Orahovac platt wie eine Flunder und Roland Seitz setzte auf Fabian Müller und wenig später noch auf Tom Geißler, der für Dusan Pavlovic zum Kurzeinsatz kam. Freiburg versuchte nun zu drücken, agierte aber vornehmlich mit hohen, weiten Bällen, was für Aue kein Problem darstellte. Obwohl man sich nun etwas weiter zurückzog und sich aufs Kontern verlegte, hatte man den Gegner weiterhin gut im Griff und kam sogar noch zu eigenen Chancen. Fiete Sykora marschierte über die komplette rechte Außenbahn, bediente den mitgelaufenen Florian Heller, der sich aber den Ball zu weit vorgelegt hatte und bedrängt von Keeper Langer das Leder im Abschluss deutlich übers Tor der Gäste bugsierte.
Noch drei Minuten waren zu spielen und es folgte der Bock des Tages. Nach Tom Geißlers Foulspiel zirkelte Aogo aus über 25 Metern den Ball wieder an Freund und Feind vorbei Richtung langes Eck. Krmas touchierte den Ball ganz leicht mit dem Hinterkopf, irritierte so Tomasz Bobel, der das Leder nicht mehr ums Aluminium lenken konnte und dieser links neben dem Pfosten einschlug. Ausgleich für den SC. Das war eine exakte Kopie des 1:1-Treffers und gelernt hatte man daraus anscheinend nichts.
Am Ende hat Aue zwei Punkte verloren, Freiburg ist durch den späten Ausgleich das glücklichere Team. Beide Mannschaften blieben unverändert auf den Tabellenplätzen wie vor dem Anpfiff. Trotz der Fehlentscheidungen von Felix Zwayer muss man das Ding locker nach Hause fahren. Egal ob man zwei, drei oder vier Elfmeter nicht bekommt, der Ausgleich darf niemals fallen und schon gar nicht auf so eine kuriose Weise. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  5 Ecken 2
  15 Freistöße 25
  48.6% Ballbesitz 51.4%
  16 Torschüsse 8
  51 Zweikämpfe 70
  57.85% - davon verloren 42.15%
  19 lange Bälle 30
  61% - davon nicht angekommen 39%