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2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

3. Spieltag - Freitag, 10.09.2010 - 18:00

VfL Osnabrück - FC Erzgebirge Aue 3:2 (0:0)

VfL Osnabrück: Tino Berbig - Nicky Adler - Konstantin Engel, Oliver Stang, Tobias Nickenig, Michael Lejan, Niels Hansen, Matthias Heidrich, Benjamin Siegert, Björn Lindemann, Henrich Bencik; Trainer: Karsten Baumann

Eingewechselt: 64. Kristoffer Andersen für Nicky Adler, 70. Aleksandar Kotuliac für Henrich Bencik, 81. Dennis Schmidt für Björn Lindemann

Kader: Manuel Riemann, Alexander Schnetzler, Angelo Barletta, Sebastian Tyrala

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Adli Lachheb, Thomas Paulus, René Klingbeil - Kevin Schlitte, Oliver Schröder, Skerdilaid Curri, Marc Hensel, Tobias Kempe - Enrico Kern; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 67. Sebastian Glasner für Enrico Kern, 72. Fabian Müller für Tobias Kempe, 89. Jörn Wemmer für Pierre Le Beau

Kader: Stephan Flauder, Tomasz Kos, Thomas Birk, Manuel Hiemer

Tore: 1:0 Matthias Heidrich (Rechtsschuß, 49.); 2:0 Nicky Adler (Linksschuß, 52. / Niels Hansen); 2:1 Marc Hensel (Linksschuß, 61. / Skerdilaid Curri); 2:2 Thomas Paulus (Kopfball, 67. / Skerdilaid Curri); 3:2 Benjamin Siegert (Rechtsschuß, 82. / Kristoffer Andersen)

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Obertshausen)

Zuschauer: 13200

Gelbe Karte: Nicky Adler / Pierre Le Beau (2.), Adli Lachheb

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Die Auftritte der Veilchen in der 2. Fußball-Bundesliga sind nichts für schwache Nerven. Auch das Spiel gestern beim VfL Osnabrück endete knapp mit nur einem Tor Unterschied, diesmal allerdings zu Ungunsten des FC Erzgebirge. Mit 2:3 (0:0) verlor die Elf von Trainer Rico Schmitt, die vorher zweimal mit 1:0 gewonnen hatte, eine spannende und emotionsgeladene Partie. Der erste "Dreier" der Hausherren war insofern nicht ganz unverdient, weil die Gäste erst nach einer guten Stunde und dem 0:2-Rückstand erwachten. "Unsere Fehler sind heute mehr bestraft worden als in den voran gegangenen Spielen", sagte Schmitt und ergänzte: "In den wichtigen Situationen haben wir die Konzentration vermissen lassen.
Unterm Strich geht der Sieg für Osnabrück in Ordnung." Oliver Schröder war es auf Seiten der Auer, der in der 27. Minute (!) das erste harmlose Schüsschen auf das Gehäuse des Ex-Dresdners Tino Berbig abgab. Das sagt alles über die Offensivbemühungen der Gäste in Halbzeit eins aus. Zum Glück stand die Abwehr um Torhüter Martin Männel, die eine halbe Stunde lang kaum etwas zuließ. Danach jedoch setzte Konstantin Engel (33.) mit einem Kopfball, der am langen Pfosten vorbei strich, für die Osnabrücker das Signal auf Angriff. Der schnelle Nicky Adler scheiterte mit einem Fernschuss (35.) am aufmerksamen Auer Keeper. Auch bei der Großchance von Benjamin Siegert (38.), der nach Traumpass von Björn Lindemann allein vor Männel auftauchte, blieb der Schlussmann Sieger. Zwei Minuten vorher war es im Strafraum turbulent zugegangen. Nach einem Eckball köpfte zunächst Heinrich Bencik gefährlich aufs Tor, den zweiten Ball jagte Tobias Nickenick gegen die Querlatte. Das Leder prallte aber von der Linie zurück ins Feld.
Auch nach dem Pausentee kamen die Gastgeber mit mehr Schwung aus der Kabine. So dauerte es nur vier Minuten, bis ausgerechnet der Ex-Auer Matthias Heidrich das 1:0 für den VfL erzielte. Aus halbrechter Position im Strafraum traf er per Flachschuss ins lange Eck. Der Jubel der einheimischen Fans war noch gar nicht richtig verklungen, da schlug der Ball bereits wieder im Auer Kasten ein. Nach einer Freistoßverlängerung ließ Adler (52.) Männel aus Nahdistanz keine Chance. Von dem Doppelschlag erholten sich die Veilchen erstaunlich schnell. Der in der ersten Halbzeit blasse Skerdilaid Curri dribbelte sich links schön zur Grundlinie durch. Seinen überlegten Rückpass schob Marc Hensel (61.) ins Netz. Jetzt sahen die 13.200 Zuschauer einschließlich den mitgereisten Auer Fans plötzlich ein ganz anderes Spiel. Die Erzgebirger stürmten und die Osnabrücker bekamen in der Defensive viel zu tun. Thomas Paulus hatten sie jedoch nicht auf der Rechnung. Nach einer Curri-Ecke setzte der Abwehrmann zum Kopfball (67.) an und es stand plötzlich 2:2.
Mit diesem Punkt hätten die Auer sicher leben können, doch Siegert hatte etwas dagegen. In der 83. Minute kam er halbrechts im Strafraum frei zum Schuss, der Ball landete unhaltbar im Dreiangel. Der eingewechselte Sebastian Glasner vergab Sekunden vor dem Abpfiff die Chance zum Ausgleich. "Nach dem 2:2 hätten wir wenigstens einen Punkt mitnehmen müssen", ärgerte sich Paulus. (fp)

Der Wecker für den FC Erzgebirge Aue klingelte erst nach einer Stunde. Da lagen die Sachsen in Niedersachsen aber schon mit 0:2 zurück, ehe Marc Hensel mit seinem Treffer die Aufholjagd einleitete. "Die ersten sechzig Minuten haben wir unter aller Sau gespielt", befand Hensel, der sein Team zumindest für 20 Minuten wachrütteln konnte. Immerhin konnte Thomas Paulus in der 67. Minute den Ausgleich markieren, nachdem die beiden Ex-Sachsen Matthias Heidrich (49./ehemals Aue) und Nicky Adler (52./ehemals Leipzig) den Gastgeber in Führung brachten. Benjamin Siegert (82.) bestrafte dann vor 13 200 Zuschauern erneut Fehler in der Auer Hintermannschaft. Bis zur 61. Minute hatte Aue nicht eine nennenswerte Torchance erspielt. Sturmspitze Enrico Kern irrte meist hilflos an vorderster Front umher und wartete vergeblich auf Anspiele. Den Mitspielern gelang es nicht, den Routinier einzusetzen, weil sie vorrangig mit defensiven Aufgaben beschäftigt waren. Doch auch dort patzten sie gleich reihenweise. Die defensive Taktik ging nicht auf, weil der Gegner selbst die Tugenden Kampfgeist und Laufbereitschaft in die Waagschale warf. Und vorne wartet Aue noch immer auf das erste Stürmertor. Zwar bescheinigte Aues Trainer Rico Schmitt seinem Team, dass "es auf Augenhöhe" mit dem Gegner war, doch er will nach einer "genauen Analyse die richtigen Lehren daraus ziehen". Immerhin gastierte der ungeschlagene Tabellenführer aus Duisburg am kommenden Sonntag bei den Erzgebirgern. Die Gründe für die Niederlage waren schnell gefunden. Nach dem Ausgleich hätten die Auer einfach weitermachen müssen, stattdessen schalteten sie wieder auf Modus D wie Defensive. "Wie wir nach dem 0:2 zurückgekommen sind, spricht für das Team. Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen und wir haben gezeigt, dass wir nach vorne guten Fußball und spielen können", sagte Schmitt: Leider benötigte Aue erst den Rückstand, um wach zu werden: "Das 0:2 war für uns wie eine Erlösung", stellte Schmitt fest: "Schade, dass wir dann durch einen Sonntagsschuss verloren haben." Torwart Martin Männel nahm es gelassen: "Dass es nicht so weiterlaufen wird, wie in den ersten beiden Spielen, war klar: Wir werden Gegentore bekommen und Spiele verlieren", sagte der 22-Jährige, der nach 229 Minuten als letzter Stammtorwart der Liga erstmals hinter sich greifen musste: "Vielleicht war das Spiel gut, um allen die Augen zu öffnen und nicht abzuheben." Der Keeper wurde zweimal von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Beim 0:1 köpfte René Klingbeil den Ball Torschütze Matthias Heidrich vor die Füße, beim 2:3 ließ sich Pierre Le Beau auf der rechten Seite überspielen und Klingbeil griff den Torschützen Siegert, der den Ball unhaltbar ins Dreiangel traf, nicht an. (dpa)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  6 Ecken 3
  16 Freistöße 21
  47,1% Ballbesitz 52,9%
  22 Torschüsse 8
  113 Zweikämpfe 113
  50% - davon gewonnen 50%
  29 lange Bälle 13
  21 - davon nicht angekommen 4
  1 Gelbe Karten 2
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0