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2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

5. Spieltag - Mittwoch, 22.09.2010 - 17:30

TSV 1860 München - FC Erzgebirge Aue 0:0 (0:0)

TSV 1860 München: Gabor Kiraly, Antonio Rukavina, Stefan Bell, Mate Ghvinianidze, Stefan Buck, Florin Lovin, Aleksandar Ignjovski, Stefan Aigner, Daniel Halfar, Benjamin Lauth, Djordje Rakic; Trainer: Reiner Maurer

Eingewechselt: 67. Alexander Ludwig für Florin Lovin, 77. Moritz Leitner für Daniel Halfar

Kader: Philipp Tschauner, Kai Bülow, Eke Uzoma, Dominik Stahl

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Adli Lachheb, Thomas Paulus, René Klingbeil - Fabian Müller, Marc Hensel, Skerdilaid Curri, Oliver Schröder, Jan Hochscheidt - Sebastian Glasner; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 71. Enrico Kern für Sebastian Glasner, 75. Tobias Kempe für Jan Hochscheidt, 90. Tomasz Kos für Fabian Müller

Kader: Stephan Flauder, Thomas Birk, Jörn Wemmer, Manuel Hiemer

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

Zuschauer: 17600

Gelbe Karte: Alexander Ludwig / Jan Hochscheidt, Marc Hensel

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue hat die Stimmung auf der für diese Woche geplanten Oktoberfest-Party des TSV 1860 München zumindest etwas verdorben. Bei den Löwen, wo die Auer zuletzt am 16. Dezember 2007 mit 0:5 arg unter die Räder gekommen waren, erkämpften sie gestern Abend in der Allianz-Arena ein leistungsgerechtes 0:0. Damit stehen bei der Mannschaft von Trainer Rico Schmitt nach dem 5. Spieltag zehn Punkte zu Buche. Eine Bilanz, die dem Aufsteiger vor Saisonbeginn nur die wenigsten zugetraut hatten. In einem insgesamt schwachen Zweitligaspiel wäre für die Auer sogar ein Sieg möglich gewesen. Doch so dicht das Abwehrbollwerk stand, so ungenau war das Kombinationsspiel. Dadurch waren im gesamten Spielverlauf fast keine Tormöglichkeiten zu verzeichnen. Das sah auch Schmitt so. "Wir hätten bei Ballgewinn den Nebenmann besser sehen müssen. Das waren mir im Vorwärtsgang zu viele einfache Fehler", legte der Coach trotz des Punktgewinns eine kritische Elle an.
Von Anfang an verlegte sich der FC Erzgebirge fast ausnahmslos auf die Abwehrarbeit, ohne gegen die fast ängstlich agierenden Münchner mehr entgegenzusetzen. Die Auer hatten es in dieser Phase vor allem ihren beiden Innenverteidigern Thomas Paulus und Adli Lachheb zu verdanken, dass die 1860-Stürmer Lauth und Lakic kaum zur Entfaltung kamen. "Man hat gesehen, dass wir uns immer besser einspielen. Die Laufwege stimmen. Da ist es schwer, uns so schnell auszuspielen", meinte Paulus. Gefährlich wurde es für Aue vor allem, wenn auf der rechten Seite Aigner in Szene gesetzt wurde, mit dem Klingbeil zunächst einige Probleme hatte. Doch die Flanken waren jeweils zu ungenau. Wenn die Erzgebirger einmal ihre Hemmungen ablegten, konnten sie durchaus für Gefahr vor dem von Kiraly gehüteten Münchner Tor sorgen. Nach einer Ecke von Curri (18.) blieb der Nachschuss von Paulus jedoch in der Abwehr der Löwen hängen. Bei einem Fernschuss von Schröder (25.) zeigte der ehemalige ungarische Nationaltorhüter zwar Unsicherheiten, konnte den Ball jedoch halten.
Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Gastgeber ihre Offensivbemühungen, ohne zunächst große Wirkung zu erreichen. Gefahr für den FCE entstand meist aus Standardsituationen. Abwehrspieler Bell verfehlte zwei Mal per Kopf den Ball. In der 60. Minute lag bei den Fans der Münchner der Torschrei schon auf den Lippen, doch Mittelfeldspieler Aigner traf freistehend am Fünfmeterraum den Ball nicht richtig und köpfte um Zentimeter am Pfosten vorbei. Damit war es im Prinzip auch mit der ganzen Herrlichkeit der Gastgeber vorbei. In der Schlussphase bestimmten die Auer mehr und mehr das Geschehen. Anstatt aber die Unsicherheiten des Gegners konsequent auszunutzen, schien man mit dem Punktgewinn zufrieden zu sein. Fast hätte 1860 München diese Rechnung noch durchkreuzt. Doch Lauth (88.) traf mit seinem Kopfball nur die Lattenoberkante.
Apropos Oktoberfest. Eigentlich stand ursprünglich auch bei den Auern ein Besuch auf der Theresienwiese auf dem Programm. Doch letztlich entschied Trainer Schmitt gemeinsam mit dem Mannschaftsrat, davon abzusehen. Am Sonnabend steht das nächste schwere Auswärtsspiel in Bielefeld an. Und darauf soll die gesamte Konzentration gelegt werden. Denn auch die zehn Punkte sind für den Aufsteiger noch lange kein Ruhekissen. (fp)

Der FC Erzgebirge Aue hat sich erneut als Spielverderber erwiesen: Die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt trotzte am Mittwochabend 1860 München vor 17 600 Zuschauern in der Allianz-Arena ein torloses Remis ab. Aue machte damit seinen besten Saisonstart in sechs Jahren 2. Fußball-Bundesliga perfekt. Nach dem fünften Spieltag haben die Sachsen zehn Punkte auf dem Konto und sind Tabellensiebter. "Ich warne vor Euphorie, entscheidend ist, was am 34. Spieltag ist. Aber wir sind auf einem guten Weg", sagte Schmitt und betonte: "Wir haben uns den Punkt mehr als verdient. Es war ein 0:0 der besseren Art." Aue behielt auch in München seine Linie bei: Mit großem Einsatz unterband die Mannschaft zunächst das Spiel der Sechziger und versuchte, aus einer sicheren Abwehr heraus seine Chancen möglichst zu Ende zu spielen. Mehr als ein gefährlicher Schuss von Oliver Schröder (25.) sprang dabei allerdings nicht heraus. Torwart Gabor Kiraly faustete den Ball weg. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir bei Ballbesitz konstruktiver nach vorne gespielt hätten, mit mehr Ruhe und den Blick für den Nebenmann", sagte Schmitt. München fand wie zuvor schon Bochum und Duisburg keine Mittel gegen die diszipliniert spielenden Erzgebirger. Über die rechte Seite gelang es Stefan Aigner (14.) einmal sich durchzusetzen, doch Adli Lachheb kam in der Mitte vor Stürmer Benjamin Lauth an den Ball. Aigner (47.) vergab die Chance zur Führung, als er nach einem Freistoß wuchtig aus Nahdistanz neben das Tor köpfte. Viele Nickligkeiten und Fouls behinderten ansonsten den Spielfluss. Schiedsrichter Florian Meyer kam trotzdem mit drei Gelben Karten aus. München hielt körperlich bis zum Ende dagegen, so dass die Auer kaum zu Chancen kamen. Beide Hintermannschaften gaben sich jedoch kaum eine Blöße. Die größte Möglichkeit vergab der Münchner Lauth eine Minute vor dem Abpfiff, als er per Kopf nur die Latte traf. "Unter dem Strich hatten wir 3:0 Chancen, aber wir haben nur einen Punkt", kommentierte 1860-Trainer Reiner Maurer und resümierte: "Ich bin unzufrieden." (dpa)

Es gibt Unentschieden, die fühlen sich wie eine Niederlage an. Das gestrige 0:0 der Löwen gegen Erzgebirge Aue zählt zu dieser Sorte, zumindest aus Sicht der ernüchterten Gastgeber. Als Reiner Maurer nach dem Spiel zur Pressekonferenz erschien, war an seinem Gesicht abzulesen, dass er in der von den Gästen billigend in Kauf genommenen Nullnummer mehr die zwei verlorenen Punkte sah als den einen gewonnenen Zähler, der sein Team Platz acht in der Tabelle behaupten lässt. Ziel des Löwen-Trainers war erklärtermaßen gewesen, punktemäßig zu den Sachsen aufzuschließen, doch das war nicht möglich, weil der Aufsteiger nichts zum Gelingen eines echten Fußballspiels beitrug und die Löwen nach dröger erster Hälfte "drei dicke Chancen" ungenutzt ließen, wie Maurer notierte. Wohltuend allerdings war, dass der Löwen-Trainer, der Niederlagen hasst wie die Pest, als fairer 0:0-Verlierer auftrat, denn Maurer nahm den Gästen ihre destruktive Spielweise nicht krumm. "Mein Gott, es ist jedem sein Recht, wie er spielt", sagte er gequält und nörgelte in Richtung der eigenen Mannschaft: "Da muss man dann eben einen größeren Druck aufbauen. Aber das ist uns heute leider nicht so gelungen." Soweit die analytische Trainersicht. Im Spielertrakt gab es dann Einsichten zu hören, die von schlechtem Gewissen geprägt waren, kurioserweise auf beiden Seiten, wie Stefan Aigner verriet. "Mein Gegenspieler (Rene Klingbeil) ist hinterher zu mir gekommen und hat gesagt: Tut mir leid, dass wir heute gemauert haben, aber es war erfolgreich." Auch den Rechtsaußen der Löwen plagten Gewissensbisse, vor allem als er an die 46. und 66. Minute dachte. Direkt nach der Pause köpfte er eine Ecke freistehend daneben, später verstolperte er auf klägliche Weise ein feines Zuspiel von Lovin. "Einen muss ich natürlich reinmachen", haderte er und schlüpfte bereitwillig ins Büßergewand. "Tut mir leid für die Mannschaft. Wenn ich ein Tor mache, gewinnen wir. So stehen wir mit einem Punkt da, und das ist zu wenig für uns."
Vielleicht ist es aber auch zu wenig, nur in einer von zwei Halbzeiten mit Herzblut anzurennen. Fans, die wegen der arbeitnehmerunfreundlichen Anstoßzeit erst zu den zweiten 45 Minuten erschienen waren, hatten nichts verpasst. Druckvolle Angriffe, Strafraumszenen, gefährliche Freistöße - als das gab es erst nach 18.30 Uhr zu sehen. Vor allem Daniel Halfar, der kurzfristig für Daniel Bierofka in die Startelf gerückt war, hatte seinen Anteil daran, dass 1860 nach der Pause das Tempo forcierte. Jedoch war es auch ihm nicht vergönnt, die entscheidenden Lücke zu reißen. Bei seiner schönsten Aktion tanzte er mit Pirouetten Richtung Strafraum, wurde aber per Foul gebremst. Der anschließende Freistoß, hätte es bei Ernst Huberty geheißen, brachte nichts ein. "Ich glaube, wir haben es schon probiert, das Bollwerk zu knacken", lautete das Fazit von Benny Lauth, dessen als Siegtreffer geplanter Kopfball in der 89. Minute nur die Oberkante der Latte touchiert hatte. Auch Lauth räumte ein: "Es war kein schönes Spiel." Im Gegensatz zu seinem Trainer hatte er jedoch erhebliche Einwände gegen den Auftritt der Gäste: "So eine Spielweise", giftete er, "hat eigentlich keinen Punkt verdient." (dpa)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  8 Ecken 3
  20 Freistöße 23
  56.4% Ballbesitz 43.6%
  13 Torschüsse 11
  124 Zweikämpfe 124
  57% - davon gewonnen 43%
  28 lange Bälle 10
  17 - davon nicht angekommen 9
  1 Gelbe Karten 2
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0