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VeilchenPower.de

2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

22. Spieltag - Montag, 14.02.2011 - 20:15

FC Erzgebirge Aue - TSV 1860 München 1:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Adli Lachheb, Thomas Paulus, René Klingbeil - Kevin Schlitte, Jan Hochscheidt, Skerdilaid Curri, Marc Hensel, Tobias Kempe - Enrico Kern; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 64. Patrick Milchraum für Skerdilaid Curri, 83. Fabian Müller für Tobias Kempe, 83. Kevin Stephan für Pierre Le Beau

Kader: Stephan Flauder, Tomasz Kos, Sebastian Glasner, Alban Ramaj

TSV 1860 München: Gabor Kiraly, Antonio Rukavina, Kai Bülow, Stefan Bell, Stefan Buck, Dominik Stahl, Florin Lovin, Stefan Aigner, Daniel Bierofka, Benjamin Lauth, Kevin Volland; Trainer: Reiner Maurer

Eingewechselt: 52. Christopher Schindler für Dominik Stahl, 73. Alexander Ludwig für Daniel Bierofka, 89. Bobby Shou Wood für Stefan Aigner

Kader: Philipp Tschauner, Necat Aygün, Tarik Camdal, Djordje Rakic

Tore: 1:0 Enrico Kern (Rechtsschuß, 90+2.)

Schiedsrichter: Dr. Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 8200

Gelbe Karte: Patrick Milchraum, Jan Hochscheidt (3.) / Daniel Bierofka

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Die Statistik behielt wieder einmal Recht. Noch nie konnten die Löwen in Aue gewinnen und bisher endete nur eine einzige Begegnung von neun Aufeinandertreffen beider Teams torlos - es war das Hinrundenspiel dieser Saison. Auch heuer am Valentinstag sah es lange nach einer Nullnummer aus. Doch Enrico Kern, seitens Vollstrecker gegen seinen Lieblingsgegner, dem TSV 1860 München, wo er bereits fünfmal in 9 Partien einnetzte, semmelte das Leder in der zweiten Minute der Nachspielzeit gekonnt über den Innenpfosten ins Tor. "Dass ich wieder gegen 1860 treffe, ist schön. Wichtiger sind jedoch die drei Punkte, die sich die Mannschaft wirklich redlich verdient hat", erklärte der gebürtige Schneeberger, der mit vier Buden neben Thomas Paulus (3 Elfmeter) Aues zweitbester Torschütze ist.
Mit dem Last-Minute-Treffer haben die minimalistischen Veilchen ihre Zielstellung von 40 Punkten bereits nach 22 Spieltagen erfüllt und dies mit gerade einmal 25 erzielten Toren. "Endlich haben wir die 40 Punkte, für die wir die letzten acht Monate so hart gekämpft haben. Nun ist es schön, dass wir endlich unsere Ziele korrigieren können. Wir werden alle anderen Mannschaften, die von Anfang an den Anspruch hatten aufzusteigen, weiter ärgern", erklärte Torhüter Martin Männel, der direkt nach dem Auer Führungstor mit einer Glanzparade bei Vollands Kopfball seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellte und das vor der Saison proklamierte 'Projekt 40' sicherte. "Das ist eine Sensation und ein weiterer Meilenstein auf unserer Jagd nach Rekorden", strahlte Cheftrainer Rico Schmitt, der wenig Grund für eine Veränderung seiner Startelf sah. Hinter dem Einsatz von Innenverteidiger Adli Lachheb und Mittelfeldmotor Tobias Kempe stand zwar bis kurz vor Beginn der Partie noch ein Fragezeichen, aber bis auf Pierre Le Beaus Besetzung der rechten Verteidigerposition für Fabian Müller gab es zum Duisburgspiel keine weitere Veränderung.
Dass man überhaupt spielen konnte, hatte man wohl der unkomplizierten Hilfe von Liga-Konkurrent Hertha BSC zu verdanken. Der derzeitige Tabellenführer hat nicht nur den Schiedsrichter Felix Zwayer in seine Reihen sondern auch so genannte mit Schwämmen besetzte Rasenwalzen, mit denen die Auer den klatschnassen Rasen im Erzgebirgsstadion erst bespielbar machen konnten. Zumindest für die ersten Minuten in der Abschlussbegegnung des 22. Sieltages war das Geläuf verhältnismäßig ebenerdig. Doch nach und nach nahm die holprige braungrüne Masse die äußerliche Erscheinung eines Rübenackers an. Technische Raffinessen waren somit nicht das beste Mittel, wobei die 8.200 Zuschauer nach wie vor keinen Hurra-Fussball erwartet haben. Naja, Einige vielleicht schon, denn Marc Hensel ist nicht entgangen, dass nach 15 Minuten die ersten Pfiffe im Stadion ertönten. "Ich denke, dass in den letzten zweieinhalb Jahren bei uns etwas zusammengewachsen ist, das Respekt verdient. Wir dürfen Anspruch und Wirklichkeit nicht aus den Augen verlieren und nicht vergessen, wo wir hergekommen sind", so der sechsfache Toptorschütze des FC Erzgebirge. Geduld war gefragt, mit dem unbändigen Willen, bis zur letzten Minute zu kämpfen. "Heute war harte Fußballarbeit das Rezept, nicht die feine Klinge", meinte Rico Schmitt nach dem Spiel.
In der ersten Halbzeit geschah nicht viel was das Treffen des begehrten Zieles betrifft. Chancen besaßen beide Teams recht zahlreich: In der 5. Minute fing Kevin Schlitte einen zu kurz geratenen Abschlag von 1860-Keeper Kiraly ab, das runde Leder gelangte über Skerdilaid Curri zu Tobias Kempe, der den Ball nicht richtig traf und der Schlussmann leichtes Spiel hatte. Im direkten Gegenzug sorgte Bierofkas 20-Meter-Schuss für den ersten Warmmacher für Martin Männel. Kurz darauf war Enrico Kern im Mittelpunkt des recht flotten Beginns. Der Mittelstürmer stieg nach Kempe-Flanke zum Kopfball hoch, Kiraly war aber auch hier auf dem Posten. Ein gefährlicher Aufsetzer von Pierre Le Beau vom rechten Strafraumeck verfehlte in der 17. Minute nur knapp den linken Pfosten. Fünf Minuten später folgte eine Horrorabwehraktion von Bülow genau in die Füße seines alten Kumpels Kevin Schlitte, der sich am rechten Strafraumeck die Kugel einen Schritt zu weit vorlegte und mit einem hektischen Abschluss das Tor verfehlte. Als Buck (22.). einen Freistoß aus 25 Metern direkt an Freund und Feind, aber auch am Pfosten vorbei zirkelte, musste der gemeine Fan mal kurz die Luft anhalten. Es ging hin und her. Marc Hensel vergab danach gleich im Doppelpack: Nach einem Curri-Freistoß von der linken Strafraumgrenze köpfte er Zentimeter am Tor vorbei (26.) und nach einer Unsicherheit von Kiraly zog der Mittelfeldspieler 25 Meter zentral vor dem verwaisten Gästetor stehend mit seinem schwächeren linken Fuß ab, drüber (28.). Die ausgelassenen Chancen hätten sich kurze Zeit später fast gerächt: Ex-Nationalspieler und mit 10 Treffer bester 60-Knipser Lauth nahm nach langen Freistoss von Bülow die Kugel im Sechzehner runter, drehte sich um seinen Gegenspieler René Klingbeil und zog mit links ab. Martin Männel riss die Faust hoch und klärte artistisch zur Ecke (34.). Auf der Gegenseite setzte Kevin Schlitte per Kopf eine Freistoßflanke von Jan Hochscheidt aus neun Metern neben den rechten Pfosten (39.).
Bis zur Pause führten die Gäste mit 8:7 Torschüssen, Ergebnis war aber immer noch ein nichts sagendes 0:0. Beide Mannschaften spielten ihre Chancen nicht konsequent zu Ende und ließen die nötige Präzision im Abschluss vermissen. So auch drei Minuten nach dem Wiederanpfiff. Zunächst legte Jan Hochscheidt den Ball scharf von rechts nach innen und Münchens Verteidiger Rukavina kratzte das Ding von der Linie. Dann konnte Kiraly den Nachschuss von Marc Hensel nicht festhalten, den Abpraller bekam Enrico Kern vor die Füße und jagte ihn aus fünf Metern über den am Boden liegenden ungarischen Nationaltorhüter und auch über das leere Tor. Die Löwen setzten vornehmlich auf Konter: Nach Bierofkas gefühlvollen Seitenwechsel auf Volland kam der erst 18-Jährige halblinks aus 15 Metern zum Schuss, doch Martin Männel zeigte sich auch hier keine Blöße (54.). Das Spiel zog sich nun schleppend hin. Viel war auf dem schwer bespielbaren Acker, bis auf einem von Bülow abgefälschten Strich von Tobias Kempe in der 60. Minute, nicht mehr los. Mit der Einwechslung von Patrick Milchraum für den bärenstarken Skerdilaid Curri sollte frischer Wind kommen. Der Ex-Löwe war auch gleich mittendrin im Geschehen, holte sich bei seiner ersten Aktion den gelben Karton ab.
Da sich spielerisch nicht viel verbesserte, brachte Schmitt wenig später mit Neuzugang Kevin Stephan und Fabian Müller für Tobias Kempe und Pierre Le Beau weitere offensive Akteure für die Schlussphase. Im tiefen Lehm sorgte aber das Ausbleiben des finalen Pass trotz aller Bemühungen und klarer Feldüberlegenheit für Ernüchterung und so mancher hatte die Partie schon als Nullnummer abgeschrieben. Diese hatten allerdings nicht mit Enrico Kern gerechnet. Nach einem Hochscheidt Eckball überlupfte der Angreifer mit dem Rücken zum Tor seinen Gegenspieler Bülow und nahm dann den Ball volley. Sein Schuss klatschte zielgenau an den linken unteren Innenpfosten und von dort aus ins Tor (90.+2). "Das Spiel geht nun mal 90 Minuten plus Minuten", sagte Rico Schmitt und war Stolz, dass sich auch Martin Männel, der beim Kopfball von Volland gleich nach Wiederanpfiff auf dem Posten war (90.+3), daran hielt.
Schluss, aus, vorbei. "Beide Mannschaften haben viel investiert, der Glücklichere sind wir heute gewesen. Wir freuen uns über die 40 Punkte, wir haben die erste Zielmarke erreicht", so Rico Schmitt. Löwen-Coach Reiner Maurer hatte nach der Partie von einem unverdienten Sieg gesprochen und kann den Traum von Liga eins begraben. Nachdem die Münchner in drei Spielen in Folge jeweils spät den Ausgleichstreffer hinnehmen mussten, beschränkt sich das Punktekonto auf mittelmäßige 30 Zähler. Dennoch brauchen sich die 60er nicht verstecken. Die Löwen gehören mit 15 Punkten weiterhin zu den auswärtsstärksten Teams der Liga. In den letzten neun Spielen in der Fremde wurde lediglich in Fürth und heuer in Aue verloren. Bei Aue heißt es nach dem siebenten 1:0 Sieg im Saisonverlauf nun neue Ziele zu setzen. Diese müssen aber bedacht gewählt werden, weiß auch Marc Hensel: "Als wir Tabellenerster waren, haben wir schon einmal angefangen zu erzählen und dann ging alles schief. Unser Nahziel muss heißen, so lange wie möglich oben dran zu bleiben." Am kommenden Sonntag gastiert mit Bielefeld das abgeschlagene Tabellenschlusslicht in Aue. Es bleibt nur zu hoffen, dass der heimische Rasen bis dahin besser in Form kommt. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  9 Ecken 4
  12 Fouls 15
  2 Abseits 1
  56.7% Ballbesitz 43.3%
  18 Torschüsse 14
  138 Zweikämpfe 110
  47% - davon gewonnen 53%
  41 lange Bälle 18
  37 - davon nicht angekommen 15
  2 Gelbe Karten 1
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0